Kapitel 1

Disclaimer: Nichts gehört mir, leider…..

Kapitel 1.

„Du machst Witze! Das kann nur ein ganz schlechter Scherz sein!"

Sobald er Ginny's und Harry's Küche betreten hatte, hatte Ron begonnen wütend auf sie einzureden. Blitzartig waren Harry und Ginny aus der Küche verschwunden.

Sie hätte es besser wissen müssen, als bis nach der Arbeit zu warten um es ihm zu sagen. Sie hätte wissen müssen, dass irgendjemand aus seiner Abteilung die Neuigkeiten verbreiten würde. Hermine seufzte und starrte Ron an. Er lief, mit rot angelaufenem Gesicht aufgebracht vor ihr auf und ab.

„Ron!" Sie wusste dass es ein schwacher Versuch war. Es würde ungefähr 15 Minuten dauern bis er überhaupt in der Verfassung war um eine ernsthafte Diskussion beginnen zu können.

„Was ist denn nur in dich gefahren? Er ist ein TODESSER! Er hat verdammt noch mal mehrfach versucht uns umzubringen! Jetzt willst du ihn „verteidigen"? Was zum Teufel denkst du dir dabei?"

Sie fühlte, wie ihr eigenes Temperament durchbrechen wollte. Sie versuchte es mit Atemübungen. Ein und Aus...ein und aus...ein und aus...

"Was denkst du dir dabei? Warst nicht du diejenige die das Jurastudium in Stonehenge schneller als je einer zuvor erfolgreich beendet hat? Warum denkst du, musst du das nun machen? Das ist nicht nur bescheuert und verantwortungslos sondern auch noch gegen alles wofür wir je gekämpft haben!"

Ein und aus…hatte er gerade bescheuert gesagt? ...Ein und...verantwortungslos? ..aus. Diese Atemübungen waren wirklich unbrauchbar!

„Ich habe keine Ahnung wofür DU gekämpft hast, aber ich habe für eine bessere Welt mit mehr Gerechtigkeit gekämpft. Und..." Sie stand mit geballten Fäusten vor ihm.

"Gerechtigkeit? Klar doch! Er hat Leute umgebracht…Unschuldige!" Ron's Augen blitzten vor Wut.

„Hat er nicht! Ich habe seine Akte gelesen. Er war einer Menge Dinge beschuldigt, aber nicht des Mordes Und die meisten Anschuldigungen waren..."

„Oh, ja – vielleicht ist er einfach nur nicht bei frischer Tat ertappt worden. Aber ich habe gesehen dass er es mehr als einmal mit Freuden getan hätte!"

Er benutzte jetzt den sarkastischen Ton, den sie am meisten hasste. Er sah, wie sie den Blick senkte und setze zum finalen Stoss an. „Du warst doch auch da – er wollte uns tot sehen! Er hat mit Freuden zugesehen, während man dich folterte!"

Mit einem Seufzer sank sie auf einen Stuhl. Müde lies sie ihren Kopf auf die Arme auf dem Küchentisch sinken. „Könnten wir bitte logisch über die Sache sprechen? Ich habe genug davon zu streiten. Ich will nicht mehr streiten. Bitte, Ron!"

Seine Wut verschwand augenblicklich als er sah, wie geschlagen sie war. Er wusste wie hart sie arbeitete. Und er wusste auch wie viel Kraft es sie kostete, sich immer und immer wieder in der Öffentlichkeit für ihre Arbeit zu rechtfertigen. Warum hatte er sich hinreißen lassen, ihr den Abend zu verderben? Ihr alles noch schwerer gemacht? Und mit seinem Verhalten hatte er außerdem noch Harry und Ginny aus deren eigener Küche vertrieben.

Er setzte sich auf den Stuhl neben ihr, strich über ihr Haar und lies dann seinen Kopf auf ihren sinken. „Es tut mir leid! Ich wollte dir keinen Ärger machen. Aber...ich weiß nicht...ich will ihn einfach weggeschlossen sehen...für den Rest unseres Lebens!

Er verstand sie kaum als sie antwortete, weil sie in ihre Arme sprach. „Ich weiß das. Aber er hatte nie eine Verhandlung. Nach der letzten Schlacht haben sie ihn einfach wegen des Dunklen Mals in Azkaban eingesperrt. Wenn er wirklich schuldig ist, dann will ich dass er bleibt, wo er ist. Aber wenn er unschuldig ist...er muss die Möglichkeit haben ein normales Leben zu führen! Ron, wenn wir ihm die Möglichkeit verweigern sind wir nicht besser als Voldemort. Wir richten nur nach Offensichtlichem."

Ron seufzte. Er hatte das alles schon hundert Mal gehört. Es waren dieselben Argumente, die sie vor Gericht oder vor der Presse nutzte. Er fühlte sich schlechter als zuvor. Er wusste sie hatte Recht. Nach dem Krieg waren alle Todesser einfach nach Azkaban gebracht worden, ohne jegliche Gerichtsverhandlung. Es waren zu viele um allen eine Anhörung zu gewähren. Nach ihrem Studium hatte Hermine begonnen sich für die Unschuldigen unter ihnen einzusetzen. Jene, die ohne Dunkles Mal als Todesser einsaßen. Sie hatte Akten gefunden, die gefüllt waren mit unhaltbaren Anschuldigungen und Vermutungen. Er hatte immer hinter ihr gestanden und sie unterstützt – vor allem wenn es um die Presse ging. Harry hatte letztendlich mehr Statements zu Hermines Arbeit an die Presse gegeben als zur Schlacht von Hogwarts.

Aber diesmal war es anders. Sie sprachen hier über einen richtigen Todesser. Einen der das Dunkle Mal am Arm trug. Einen, von dem sie persönlich wußten, dass er freiwillig für Voldemort gekämpft hatte.

Er wünschte, sie hätte es ihm gleich gesagt. Zwei seiner Kollegen hatten sich in der Teeküche darüber unterhalten. Er hatte es zufällig gehört und seitdem kochte er vor Wut. Als er sie dann in der Küche gesehen hatte, war alles hervor gebrochen.

"Seit ihr zwei fertig?" Er sprang fast vom Stuhl als er Harrys Stimme hörte. Er schaute hoch und nickte. Harry setzte sich ihm gegenüber.

„Hör' mal, ich kann dich ja verstehen. Ich habe diesen aufgeblasenen Großkotz vom ersten Moment an gehasst. Aber ehrlich, ich finde er sollte eine faire Strafe bekommen. Er hat sich für die falsche Seite entschieden. Aber mal ehrlich, was für eine Chance hatte er denn mit dieser Familie? Er ist doch sein Leben lang indoktriniert worden. Und ich habe ihn in der Nacht gesehen, als Dumbledore starb. Er hätte ihn niemals töten können."

Ron kaute auf seiner Unterlippe. Er wusste das alles. Logisches Denken sagte ihm das. Trotzdem hasste er ihn von ganzem Herzen. Ein Grund dafür war immer schon die Art gewesen, wie der Großkotz Hermine behandelt hatte. Warum sollte ausgerechnet sie diejenige sein, die ihm helfen sollte?

"Warum willst du das tun? Er hat dich immer nur mit Verachtung behandelt und dich beleidigt. Er hat bei jeder Gelegenheit versucht dich zu erniedrigen. Wieso, Hermine?"

"Andromeda ist in mein Büro gekommen. Sie hat mich darum gebeten. Seine Mutter war dabei. Sie hat sprichwörtlich auf Knien um meine Hilfe gebeten. Ich konnte einfach nicht nein sagen. Und ich glaube, dass Harry Recht hat. Er ist nun seit 5 Jahren im Gefängnis und nichts was er je getan hat, rechtfertigt eine längere Zeit in Azkaban."

Ron schaute von Harry zu Hermine. Er schloss die Augen, versuchte den Satz zu formen, der sich nicht formen lassen wollte. Er stieß seinen Atem zischend aus. Tonlos sagte er dann „Wenn ihr zwei meint, dass es das richtige ist…"