Vorwort

Diese FF hat die "The Adept" - Serie von Katherine Kurtz & Deborah Turner Harris als Vorlage. Man muss diese Bücher jedoch nicht unbedingt gelesen haben, um die Handlung der FF zu verstehen.

Die Adept-Serie ist eine Mischung aus okkulter Fantasy und Detektivromanen, gewürzt mit schottischer Geschichte und Legenden der Highlands.

Im Mittelpunkt der Serie steht ein weißmagischer Orden - die Jägerloge - die gegen die okkulten Umtriebe der schwarzmagischen Seite kämpft. Ihr Oberhaupt ist der schottischer Aristokrat und Psychater Sir Adam Sinclair, weitere wichtige Mitglieder des Ordens sind der Polizeiinspektor (und das Medium) Noel McLeod, der Priester Christopher Houston mit seiner Frau Victoria, sowie der erst seit kurzem Mitglied gewordene Künstler Peregrine Lovat, der Dank seines Zweiten Gesicht Vergangenheit und Zukunft der Personen, die er porträtiert, sehen kann.

Inhalt

Sir Adam Sinclair sieht sich verpflichtet, nach dem Tod seines Schwagers die Vormundschaft für seinen verwaisten Neffen zu übernehmen - Eine Aufgabe, die schon von Anfang an nicht nur seine Kompetenzen als Psychiater erfordern, sondern auch die als Meister der Jagd: Denn irgendetwas ist an dem Jungen, das das Interesse gefährlicher und mysteriöser Parteien zu wecken scheint.

Prolog

Es heißt, die Angehörigen eines Sterbenden, die selbst bereits aus dem Leben geschieden waren, würden sich in der Stunde seines Todes um ihn versammeln um ihn auf die andere Seite zu geleiten.

Die vielen Schatten in dem kleinen Raum jedenfalls schienen nicht gänzlich physisch erklärbar - sie waren beinah greifbarer, mehr als lediglich Abwesenheit von Licht.

Die Atmosphäre war so dicht, dass man sie in Scheiben hätte schneiden können. Außer dem schweren Atem des Sterbenden war kein Laut zu hören. Die hölzernen Fensterläden waren geschlossen und die Luft war unerträglich stickig und heiß; Den Geruch des Sterbenden hatte man trotz aller Reinheit weder unterbinden, noch mit Weihrauchduft überdecken können.

Die wenige Helligkeit, stammte von einer Nachttischlampe mit fleckigem Pergamentschirm, die alles Erkennbare in das Beige und Sepiabraun einer antiken Photographie tauchte.

Der alte Priester, der darauf wartete dem Mann die Sterbesakramente zu erteilen, stand reglos wie eine geschnitzte Heiligenfigur an der Tür. Auf dem Stuhl neben dem Bett saß ein Jugendlicher, so weit zurück gelehnt, das sein Gesicht außerhalb des Lichtscheins blieb.

Der Sterbende leckte sich über die aufgesprungenen Lippen - die erste Bewegung eines der Anwesenden seit Stunden. Auf dem Nachttisch, in Reichweite des Heranwachsenden, standen Wasserkrug und Glas, aber er machte weder Anstalten danach zu greifen, noch bat der Liegende darum. Das gelbliche Licht ließ seine Gesichtszüge wie aus Wachs modelliert erscheinen, gelegentlich verzogen sie sich vor Schmerz und die Schweißperlen liefen seine Schläfen hinab. Schließlich wandte er seinen Kopf in Richtung des Sitzenden.

„Hast du mir ... nichts zu sagen?", brachte er mühsam hervor.

„Nein."

Die Missbilligung des Priester über diese Entgegnung hing fast genauso greifbar im Raum wie die stickige Luft, aber der junge Mann schenkte ihm keine Beachtung. Er sagte kein weiteres Wort, saß da ohne sich zu rühren.

Der Atem des Sterbenden wurde immer mühsamer.

Nach langer Zeit öffnete er die Augen, sah in die Richtung, in der er das Gesicht des Jungen vermutete und flüsterte: „Vergibst du mir?"

Schweigen antwortete ihm.

„Welches Gebot soll ich übertreten?" entgegnete der Gefragte schließlich, „'Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren', oder: 'Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deines Nächsten'?"

Auf den bleichen Wangen des Sterbenden zeichneten sich unregelmäßige rote Flecken ab. Er zog die Lippen von seinen Zähnen zurück wie ein knurrendes Tier. Seine Augen glitzerten fiebrig.

Teufelsbrut...!", stieß er hervor.

Der junge Mann lehnte sich vor, damit der Sterbende ihn ansehen konnte.

„Du wirst am Besten von allem wissen, wer mich gezeugt hat", flüsterte er, und erhob sich.

An der Tür angelangt, griff der Priester zornig nach den Arm des Jugendlichen, doch so schnell, dass der Geistliche kaum wusste, was mit ihm geschah, hatte der sich Junge dem Griff entzogen, die Klinke gepackt und die Tür aufgestoßen. Bevor der Alte erneut nach ihm greifen konnte, war er verschwunden.