Huhu....

Passend zu Heilig Abend kommt mein neuestes Übersetzungs-Projekt: Perfect Triangle, geschrieben von Light Catastrophe!! Sie hat mir freundlicherweise erlaubt, diese Story aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. =)

An diejenigen, die auch schon meine Übersetzung ‚Parallel Lines' gelesen haben:

Jupp, hier habt ihr euren Sieger der Abstimmung mit 32 Stimmen bei der 1. Wahl und 29 Stimmen beim Finale!! ;o) Noch einmal ein großes Danke an diejenigen, die mitgemacht haben. ^^

So, jetzt ein paar Infos zu dieser Story:

Summary: Draco und Severus sind glücklich verlobt. Als Harry, der in beide verliebt ist, während eines Schneesturmes in ihrem Haus strandet, ist es unvermeidlich, dass etwas passiert.

Author: Light Catastrophe

Translator: silbernewolfsfrau

Beta: Mamodo ( Danke, Süße!!! =3 )

Pairing: Harry/Severus/Draco

Genres: Romance, Angst

Rating: ab 18

Warnings: yaoi, slash, threesomes, lemons, mpreg, angst, some swearing, ignoriert HBP und DH

Disclaimer: So wie immer können wir alle nur davon träumen, Harry Potter zu besitzen.

Chapters: 5

Words in English: 21,028

Link: www. fanfiction .net/s /4113744 /1/ Perfect_Triangle (Ohne Leerzeichen)

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So, weiterhin muss ich noch etwas dazu sagen, ehe es noch Missverständnisse oder so regnet:

Diese Story hat ein paar Parallelen zu der Story ‚The Pain of Misunderstandings' von ‚betsanne', welche mir persönlich sehr gut gefällt. (Wollte die schon vor über nem Jahr übersetzen, nur hat die Autorin leider nie auf meine Mail geantwortet… *seufz* … naja, kann man nix machen)

Jedenfalls ist sich die Autorin von ‚Perfect Triangle' dessen mittlerweile auch bewusst, nachdem sie darauf hingewiesen wurde. Jedoch kannte sie diese Story vorher nicht und ich denke, da es so viele Storys da draußen gibt, die sich wie eineiige Zwillinge ähneln, sollte man hier auf ein paar Parallelen nicht herumreiten. ;o)

Das wollte ich nur noch mal gesagt haben…. ^_^

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Gut, ich glaube, ich hab euch mit meinem Geschwafel nun genug genervt. Viel Spaß beim ersten Kapitel vooooon:



Perfect Triangle

By Light Catastrophe

Part One

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Harry schlurfte mit seinen Füßen vor der Eingangstür des großen Hauses vor ihm, sich seinen Schal enger an seinen Hals ziehend, um soviel Körperwärme zu behalten wie nur möglich. Das große Paket in seinen Armen haltend, brachte er endlich den Mut auf die Türklingel zu betätigen. Seine langen, femininen Finger kamen in Kontakt mit der kalten Winterluft und drückten auf den Knopf. Irgendwo tief im Haus, hörte er ein antwortendes Klingeln. Nach einigen Minuten öffnete Severus Snape elegant die Tür, obwohl er selbst ziemlich zerzaust aussah: die Haare sexy durcheinander, Kleidung wahllos um seinen großen, schlanken Körper geschlungen. Der ebenholz-haarige Junge biss sich auf die Lippe und versuchte, seine Gefühle für den älteren Mann tief und sicher in der hintersten Ecke seines Herzens zu vergraben.

„Mr. Potter.", sagte Severus leise. „Was bringt Sie mitten in meinen Weihnachtsferien hierher?"

Der angesprochene Junge starrte seinen Tränkelehrer böse an, jedoch war es nicht einmal im Ansatz ernst gemeint. „Professor Dumbledore schickt mich mit diesem Paket." Er hob es in seinen Armen höher, um es zu beweisen. „Er sagt, es enthält wichtige Tränkezutaten, die Sie über die Ferien brauchen würden. Vertrauen Sie mir," , fügte er hinzu, „wenn mich irgendjemand anders gefragt hätte, wäre ich nicht hier. Ich wäre in Hogwarts, wo es warm ist."

„Wer ist an der Tür, Sev?", rief eine Stimme aus dem Inneren des Hauses.

Sev? Dieser Spitzname verknotet ihm den Magen. Nur ein enger Freund... oder ein Liebhaber... würde Severus bei so einem Namen nennen.

Der ältere Mann lächelte zynisch und nahm Harry das Paket ab. „Es ist nur Potter, Dray!"

Plötzlich erschien ein blonder Junge in Harrys Alter im Türrahmen, nur mit einer Pyjama-Hose bekleidet. Harry wurde fast schon körperlich schlecht. Die zwei Männer, die er seit Jahren liebte, waren Liebhaber, soviel war klar. Er hatte immer gedacht, dass er vielleicht eine Chance mit wenigstens einem von beiden haben würde, aber nun wurde seine ganze Hoffnung einfach beiseite gefegt.

„Severus.", schimpfte Draco, die Hände auf seinen Hüften. „Lass ihn rein. Er sieht aus, als wäre ihm übel. Es muss unglaublich kalt draußen sein." Ohne es weiter in Frage zu stellen, fasste er um den älteren Mann herum und zog Harry hinein, schloss die Tür und somit die kalte Luft aus. „Nun, Harry.", sagte er, ein wenig ungeschickt. „Was bringt dich zu uns?"

Harry und Draco waren beide momentan in ihrem siebten Jahr in Hogwarts. Sie hatten ihren Abschluss noch nicht gemacht. Zu sagen, dass es ein wenig seltsam war, Draco hier zu finden, halbnackt mit Severus Snape, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts.

Als Harry nichts sagte, lächelte Draco nur und sagte: „Ich werde mir ein Shirt überziehen und uns dann einen Tee machen." Er gab Severus ein Zeichen und griff nach seiner Hand. „Nicht gehen, Harry, okay?"

Der kleinere Junge nickte taub und sah zu, wie die Beiden die große Treppe, die zum ersten Stock des Hauses führte, hinauf verschwanden. Sobald sie außer Sicht waren, lehnte Harry sich schwer gegen die Wand, schloss seine Augen und versuchte, so zu tun, als wäre dies alles ein Traum, als hätte er wirklich noch eine Chance. Aber er wusste, es war nicht wahr.

Ein paar Minuten später, riss ihn das Geräusch von näher kommenden Füßen aus seinen Gedanken. Draco und Severus standen vor ihm, nun präsentabler aussehend. „Die Küche ist hier entlang.", sagte Draco mit einem entschuldigenden Blick.

Über das letzte Jahr oder so hinweg, nach Voldemorts Niederlage, hatte Draco versucht freundlich zu Harry zu sein, erkennend, dass sie eine Menge gemeinsam hatten. Auch wenn sie nicht wirklich Freunde waren, hatte sich zumindest ein gegenseitiges Vertrauen zwischen ihnen gebildet – zumindest auf Dracos Seite. Harry allerdings hatte sich fest und schmerzvoll in den blonden Jungen verknallt.

Severus jedoch… Harry war sich nicht sicher, wann er begonnen hatte, Gefühle für den Mann zu hegen. Vielleicht waren sie immer da gewesen und er hatte es einfach erst vor kurzer Zeit erkannt.

Sie setzten sich an den Küchentisch, nachdem Draco den Tee zubereitet hatte. „Möchten Sie Zucker oder Sahne, Potter?", fragte der schwarzhaarige Mann.

„Zucker, bitte, Sir.", sagte er, Betonung auf das letzte Wort legend, in einem Versuch, so wie sein altes Selbst zu handeln. Und dennoch, er konnte sich beinahe nicht daran erinnern, wie sein altes Selbst gewesen war; bevor er Voldemort besiegt hatte, bevor sich all diese neuen Gefühle entwickelt hatten. Nach ein paar Momenten der Stille, wagte sich Harry schließlich vor. „So, ihr seid also zusammen?"

Dracos Gesicht erhellte sich sofort und die Seiten von Severus Mund gingen definitiv ein wenig nach oben. „Wir sind jetzt eigentlich schon seit einem Jahr zusammen.", antwortete Draco. „Wir hatten geplant, der Welt unsere Verlobung nach meinem Abschluss mitzuteilen, aber du weißt ja, Harry. Die Dinge enden nie so, wie sie sollen."

Der grünäugige Junge nickte und lächelte sie ermutigend an, jedoch fühlte es sich leer an. Dieses eine Wort wiederholte sich in seinem Kopf, ein endloses Mantra: Verlobung. „Ich weiß das sogar sehr gut. Herzlichen Glückwunsch!"

Eine Windböe ratterte plötzlich am Fenster. Die drei fuhren gleichzeitig mit ihren Köpfen zum Fenster herum. Draußen war die Welt weiß. Selbst in der kurzen Zeit, die er im Haus gewesen war, hatte sich ein heftiger Schneesturm gebildet. Harry stand auf und schob seinen Stuhl vom Tisch weg. „Ich sollte gehen. Vielen Dank!"

Aber als er sich zum gehen wandte, spürte er wieder diese starke Hand auf seinem Arm, die langen Finger schlangen sich ganz um seinen dürren Oberarm. „Du kannst nicht gehen, Harry.", bat Draco, die Stimme voller Sorge. „Du müsstest eine Meile in diesem Schneesturm laufen, ehe du hinter die Apparier-Schilde gelangst. Und wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass dein kleiner Körper nicht in der Lage wäre, diesen Schneesturm durchzustehen. Es gibt hier jede Menge freie Schlafzimmer, in denen du bleiben könntest und ich bin mir ziemlich sicher, dass hier in diesem großen Haus auch noch irgendwo Klamotten herumliegen."

Severus nickte. „So sehr ich Sie auch nicht leiden kann, Potter, ich würde Sie nur sehr ungern aus dem Schnee schaufeln, tot, wenn der Sturm vorbei ist. Ich habe noch Kleidung hier, die ich getragen habe, als ich sehr viel jünger war, vielleicht zehn Jahre alt, die dürften Ihnen passen.", schnarrte er. Sein blonder Liebhaber boxte ihn fest in den Arm.

Harry senkte den Kopf, sein Herz schmerzte bei Severus Kommentar. Er war schon immer sehr unsicher wegen seines Körpers gewesen – wie klein er war – und er hasste es, dass Severus das erwähnen musste. Nur gut, dass er keine Persönlichkeit hatte, die zu seinem Körper passte, zumindest außerhalb. „Für den Fall, dass Sie es noch nicht bemerkt haben, Professor, ich bin siebzehn – erwachsen. Sie müssen sich nicht immer über mich lustig machen, nur weil ich nicht so kalt wie Sie bin." Selbst als er das sagte, wusste er, dass es nicht wahr war. Das sah er allein daran, wie sein Arm schützend um Dracos Taille geschlungen war.

Draco berührte den Arm seines älteren Liebhabers. Verstehen herrschte zwischen den Beiden und dann stand der Blonde auf. „Komm schon, Harry. Ich werde dir zeigen, wo du schlafen kannst."

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Auch wenn Draco Harry nicht wirklich gut kannte, wusste er, dass irgendetwas dem kleineren, schwarzhaarigen Jungen zu schaffen machte; etwas tiefer gehendes als die Tatsache, dass er und Severus Liebhaber waren. Draco erkannte das an der Art, wie er die Schultern hängen ließ, wie seine Augen immer wieder zu Boden sahen. Irgendetwas an ihm war nicht wirklich… Harry-ähnlich. Aber er kam nicht darauf, was diese depressivere Version von Harry ausgelöst hatte.

Draco führte ihn über die Treppe nach oben und öffnete eine Tür zu seiner Rechten, einen großen, eleganten Raum offenbarend wie Harry ihn nie zuvor gesehen hatte. Er versuchte, nicht zu erstaunt auszusehen, aber das klappte nicht allzu gut. Es gab ein großes Himmelbett, einen Garderobe aus Buche, einen riesigen Kleiderschrank und (der Teil, der Harry am besten gefiel) ein breites Fensterbrett, von dem aus man auf die wunderschöne, schneebedeckte Welt sehen konnte. „Wenn du willst,", sagte der große Blonde, „kannst du dich hier einrichten, bis das Abendessen fertig ist. Severus ist ein wunderbarer Koch. Er mag es nicht, wenn Hauselfen sein Essen zubereiten, also macht er es selbst, wenn er nicht in Hogwarts ist. Im Schrank sollten ein paar Klamotten sein, die dir passen."

„Danke.", sagte Harry und lächelte ein bisschen.

Draco konnte nicht anders, als das Lächeln zu erwidern, ehe er elegant die Treppe wieder hinunter und in die Küche ging, wo Severus bereits damit mit beschäftigt war, Abendessen zu machen, einen düsteren Ausdruck im Gesicht. „Wieso guckst du so verdrießlich, Sev?", fragte Draco und deckte den Tisch (für drei) mit einem Schwenker seines Zauberstabes.

„Mir ist nur gerade klar geworden, dass ich Potter erlaubt habe, in meinem Haus zu übernachten.", sagte er steif.

„Weißt du,", sagte Draco stirnrunzelnd. „Er ist wirklich nett, sobald man die Chance hat, ihn besser kennenzulernen. Er ist überhaupt nicht wie sein Vater. Er ist klug und nett und wirklich interessant. Ich glaube nicht, dass er einen einzigen bösen Knochen in seinem Körper hat."

„Er hasst mich.", erwiderte Severus.

Der Blonde schüttelte den Kopf. „Tut er nicht. Hat er mir selbst erzählt." Was der Wahrheit entsprach. In einer ihrer Unterhaltungen ca. eine Woche vor Beginn der Ferien, hatte Harry zugegeben, den Tränkemeister nicht zu hassen, obwohl Draco sich nicht sicher war, was ihn dazu gebracht hatte, so etwas zu sagen.

„Du klingst so, als ob du ihn mögen würdest. Vielleicht solltest du lieber mit ihm zusammen sein. Er ist in deinem Alter…"

Draco unterbrach ihn mit einem eisigen Blick und sagte: „Ich mag ihn wirklich, Sev, aber ich liebe dich. Ich werde dich nicht verlassen, nur weil du denkst, dass du zu alt für Liebe bist. Ich liebe dich, hörst du mich?"

Der dunkelhaarige Mann nickte, ein wenig traurig und lehnte sich hinunter, um Dracos Lippen mit seinen eigenen einzufangen. „Danke.", sagte er, als er sich zurückzog. „Ich liebe dich auch, Quälgeist. Jetzt geh und hol Harry. Das Abendessen ist beinahe fertig."

Draco lief die Treppen zu Harrys Zimmer hoch. Als er klopfte und keine Antwort bekam, öffnete er langsam die Tür und schlich sich zu dem Bett. Harry lag mit einem Kissen in seinen Armen auf der Seite, ein altes T-Shirt von Severus tragend, dass ihm viel zu groß war. Seine langen Wimpern warfen Schatten auf seine blassen Wangen. Er sah aus wie ein Engel. Draco brachte es nicht über sich, den schlafenden Jungen zu wecken. Schlussendlich deckte er ihn zu und ging, die Tür leise hinter sich schließend.

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Je länger Severus darüber nachdachte, umso öfter bemerkte er, dass Harry wirklich liebenswerte Charakteristiken besaß. Severus verglich ihn immer mit dem Tyrannen, der sein Vater gewesen war, aber Harry war überhaupt nicht wie dieser Mann.

Der Schnee hörte nicht auf, auch nicht nach einigen Tagen und so hatte Severus sehr viel Zeit, um den kleinen Jungen zu beobachten, wenn er entschloss sich zu zeigen. Die meiste Zeit über, meinte Draco, saß er in seinem Zimmer und starrte hinaus in den Schnee, die knochigen Knie an seine Brust gezogen, die Arme um sie geschlungen. Severus sagte sich, den Jungen nicht zu bemitleiden, aber irgendwie war Severus daran schuld. Wenn er nicht diese Zutaten bestellt hätte, könnte Harry nun mit seinen Freunden in Hogwarts sein.

Severus stöhnte, als er durch ein weiters Buch blätterte, nach einem bestimmten Trank suchend. Vor langer Zeit kannte er ihn auswendig, aber das war so lange her… und jetzt konnte er sich nicht daran erinnern, wo er dieses gottverdammte Buch hingelegt hatte. Plötzlich hörte er, wie die Tür hinter ihm geöffnet wurde. Er drehte sich um und sah Harry direkt vor sich stehen.

„Oh, das tut mir Leid, Sir.", sagte der Junge, seine Stimme stark, obwohl Severus wusste, dass er ihn einschüchterte. „Draco sagte, es wäre okay, hierher zu kommen, weil mir langweilig war und ich etwas zu lesen wollte…"

„Mir war nicht einmal bewusst, dass Sie lesen können, Potter.", schnarrte Severus.

„Sie sind sich einer Menge Dinge nicht bewusst.", zischte Harry zurück. „Sie nehmen immer nur an, dass ich, weil ich wie mein Vater aussehe, auch wie er handeln würde. Nun, das tue ich nicht. Ich bin absolut nicht wie mein Vater und wenn Sie sich die Zeit nehmen würden, zu versuchen, dass zu verstehen, dann würden Sie das auch erkennen."

Severus bemerkte, dass die Hände des Jungen zitterten. In der Tat schien sein gesamter Körper vor Wut und Abneigung zu zittern. Der ältere Mann seufzte tief. „Na gut. Sie können meine Bücherei nutzen. Nur stören Sie mich nicht. Ich bin beschäftigt."

Harry neigte seinen Kopf, in einer beinahe dankbaren Art und Weise. Dann ging er an Severus vorbei und verschwand hinter einem Bücherregal. Severus zischte leise vor sich hin, hoffend, dass Harry nichts zerstören würde. Das Einzige, das er mehr schützte als Draco waren seine Bücher. Ein paar Augenblicke später, kam Harry wieder zum Vorschein, ein Buch in der Hand, und setzte sich in einen der großen Sessel, die Severus hier aufgestellt hatte. Der große Mann seufzte erleichtert. Jetzt konnte er endlich etwas arbeiten.

Einige Zeit später, nachdem Severus seine Suche wieder aufgenommen hatte, hörte er ein Husten aus Harrys Richtung. Dann: „Wissen Sie, Sir, wir haben mehr gemeinsam, als Sie denken."

„Wie kommen Sie darauf, Potter?", fragte Severus augenrollend.

„Nun, ich weiß, Sie hatten nicht gerade eine schöne Kindheit mit Ihrer Familie und ich… nun, meine Familie –Tante, Onkel und Cousin, bei denen ich gelebt habe – sie… haben mich manchmal geschlagen." Severus war kurz davor, etwas darauf zu antworten, aber bevor er das konnte, fuhr Harry schon fort. „Und bevor Sie jetzt etwas sagen; ich versuche nicht, Ihr Mitleid oder so zu erregen. Ich sage nur, das… nun ja…. wir mehr gemeinsam haben, als Sie denken."

"So wortgewandt.", schnaubte Severus, aber tief in ihm, zog sich sein Inneres bei Harrys Worten zusammen. Seine Familie hat ihn geschlagen? Haben sie ihn auch hungern lassen? Ist das der Grund, warum er so klein ist? Denn seine Eltern waren beide relativ groß gewesen. Er war plötzlich unglaublich sauer, nicht auf Harry, sondern auf seine Familie. Von außen jedoch, behielt er seine ruhige und distanzierte Art bei.

Der schwarzhaarige Junge starrte den Mann böse an und stand auf, das Buch an seine Brust gedrückt. „Kann ich das Buch mit mir nehmen, Sir? Ich denke, ich würde lieber woanders weiterlesen?"

„Nun gut, Potter, aber wenn Sie es zurückbringen, sollte es besser in der gleichen Verfassung sein, in der es jetzt ist." Harry nickte und stürmte aus dem Zimmer, ohne ein weiteres Wort zu sagen.

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Für Harry waren die Tage in dem Manor pure Folter. Er hasste es, Severus und Draco zusammen zu sehen, zu sehen, wie sie absolut glücklich miteinander waren. Er war bereits vier Tage dort gewesen, als er Severus in der Bibliothek getroffen hatte, was ihn dazu gebracht hatte, noch weiter in Depressionen zu versinken.

Am nächsten Tag fand Draco ihn wieder einmal auf der Fensterbank sitzend, hinaus in den Schnee blickend. Er hatte sich an den Jungen herangeschlichen, in dem Versuch, ihm Angst einzujagen, aber als er „Boo!" gerufen hatte, war Harry nicht einmal zusammengezuckt. „Es ist heilig Abend, Harry.", sagte Draco. „Severus und ich wollten wissen, ob du uns dabei helfen willst, alles zu dekorieren? Severus hat Kartons über Kartons mit Weihnachtsdingen auf dem Dachboden, die er seit Jahren nicht benutzt hat und ich habe beschlossen, dass wir hier ein wenig Weihnachtsstimmung gebrauchen können."

Harry nickte langsam, wissend, dass er Draco keine Bitte abschlagen konnte. „Ja, okay. Ich werde helfen."

Dracos silberne Augen leuchteten auf und er griff nach Harrys Hand, ihn mit sich hinunter ins Wohnzimmer ziehend, wo bereits ein großer Weihnachtsbaum aufgestellt worden war. Severus kam einen Augenblick später in das Zimmer, einen Becher selbst gemachten Eierpunsch in den Händen. Er reichte ihn Harry. „Hier.", sagte er. "Eine Entschuldigung für gestern."

Ein kleines Lächeln entkam Harry und er nahm die Tasse entgegen, wobei sich ihre Finger kurz berührten und ein Prickeln sich daraufhin in seinem ganzen Körper ausbreitete. „Entschuldigung akzeptiert.", flüsterte er.

Da fühlte er fremde Lippen auf den Seinen, seine Tasse Eierpunsch vergessen auf dem Couchtisch. Zwei Paar Arme zogen ihn hinüber zu der Couch und Harry fand sich zwischen den beiden Männern wieder, die mehr als nur ein wenig größer als er waren. Er sah, wie sie sich kurz ansahen und dann nickten. Und dann wurde er wieder geküsst, aber Harry wusste einfach, dass sie das nur taten, weil er ihnen Leid tat; es bedeutete ihnen nichts und es bedeutete ihm die Welt.

„N-nein!", schrie er, überraschenderweise genug Kraft aufbringend, um die zwei von sich zu stoßen. Sein gesamter Körper zitterte, aber er blieb nicht lange genug, um die Ausdrücke auf ihren Gesichtern zu sehen.

Stattdessen ran er zur Haustür, griff nach seinem Mantel, aber nahm sich nicht die Zeit, um seine Fäustlinge oder einen Hut oder Handschuhe zu nehmen. Er riss die Tür auf und rannte durch den betäubenden Schnee, mit keinem Orientierungssinn und ohne eine Idee, wo er hinlief. Er konnte noch immer die Straße unter seinen Füßen spüren. Er lief scheinbar stundenlang einfach weiter, ohne Pause. Schließlich, als der Adrenalinschub fast zur Neige gegangen war, fühlte er, wie ein Druck von seinem Körper abfiel und er wusste, er konnte nun apparieren. Er apparierte zu dem Tor von Hogwarts, schleppte sich durch den Schneesturm, bis er die Eingangshalle erreichte und brach sofort zusammen.

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Draco wollte Harry sofort, sobald er wieder rational denken konnte, nachlaufen, aber zu diesem Zeitpunkt war der Junge bereits von dem Schneesturm verschluckt worden und der Blonde war nicht einmal in der Lage, über das Ende seiner Nase hinauszusehen. „Scheiße.", murmelte er leise vor sich hin, schloss die Tür, um den Schnee auszusperren und rieb sich wärmend über die Arme. Er machte sich auf den Weg zurück zu Severus. „Was zum Teufel ist gerade passiert?", fragte er.

Der ältere Zauberer zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf auf eine sehr un-Severus-hafte, niedergeschlagene Art. „Ich hab keine Ahnung, aber du hast es auch getan."

„Ich weiß.", flüsterte er. „Aber darüber können wir später nachdenken. Zuerst müssen wir Harry finden. Du weißt, die Chancen, da draußen zu überleben, stehen nicht gut."

"Er hat den Dunklen Lord besiegt.", erwiderte Severus. „Ich bin sicher, er wird die Kälte auch überleben. Wie würden wir ihn finden wollen, Dray? Da draußen kann man absolut nichts sehen."

"Scheiße.", schnaufte Draco, ehe er sich neben seinen Liebhaber auf die Couch plumpsen ließ, den Kopf in die Hände legte und sich vor und zurück wiegte. „Sev, ich dachte, du hasst ihn."

Severus zog seinen jüngeren Liebhaber an sich, sodass er beinahe schon in seinem Schoss saß. Er küsste ihn auf die Stirn in einem Versuch, ihn zu beruhigen. „Das hab ich eigentlich auch gedacht, bis wir gestern eine interessante Unterhaltung in der Bibliothek hatten. Und ich muss zugeben, er hat schon einen gewissen Charme an sich."

Draco nickte zustimmend, ein kleines Lächeln in seinem Gesicht. „Das hat er wirklich." Dann runzelte er die Stirn. „Liebst du mich noch, Sev?"

"Natürlich.", grinste Severus und lehnte sich vor, um den Blonden zu küssen.

Aber Draco hob eine Hand, um ihn aufzuhalten. „Nein, Sev, ich fühl mich schlecht, wissend das Harry da draußen ist und wir ihn verscheucht haben, weil wir dumm und impulsiv sind. Es scheint einfach nicht richtig zu sein."

Severus seufzte und lehnte sich zurück. „Wie würdest du dich fühlen, wenn…. wir eine dritte Person zu unserem Verhältnis hinzufügen würden?", fragte er, langsam, leise, als ob er nicht sicher war, was Dracos Reaktion sein würde.

Die Augen des Blonden weiteten sich. „Ist das dein Ernst, Sev?" Als der dunkelhaarige Mann nickte, sprang er ihm in die Arme. Dann kam ihm ein Gedanke. „Aber was, wenn er nicht will?"

"Er will. Er ist nicht allzu schwer zu lesen. Ich konnte in seinen Augen sehen, dass er ein Teil von... uns sein will."

Draco grinste und küsste Severus. „Okay, wir werden es ihm sagen, wenn wir zurück in Hogwarts sind!"

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Als Harry zu sich kam, war er von den weißen Wänden des Krankenflügels umgeben. Sein Hals fühlte sich kratzig an, seine Glieder steif und sein Kopf pochte mit einer Migräne. Aber vor allem fühlte sich sein Herz an, als ob es in Stücke gerissen worden war. Er stöhnte und zog sich die Decke über den Kopf, machte es sich in der Wärme des steifen Krankenbettes bequem.

„Oh, Harry, ich bin froh, dass du wach bist." Es war Madame Pomfrey. „Du hast mich wirklich erschreckt. Dein Körper war kurz davor, aufzugeben und du hattest einen sehr schlimmen Fall einer Erfrierung." Ich wünschte, er hätte aufgegeben, dachte Harry zu sich. Die Hexe zog die Decke von seinem Kopf und begann, ihn zu untersuchen. Als sie fertig war, hielt sie ihm einen Trank entgegen. „Um deinem Hals zu helfen. Du hast eine Grippe, was zum Glück für uns ziemlich einfach zu behandeln ist, aber wenn du nicht in der Nähe von Hogwarts gewesen wärst, wärest du wahrscheinlich jetzt nicht hier, Harry. Das kratzige Gefühl in deinem Hals sollte in ein paar Stunden weg sein, aber ich würde dich gerne über Nacht hier behalten. Mr. Weasley und Miss Granger sollten bald zurück sein. Ich habe sie zum Frühstück geschickt. Sie waren beinahe die gesamte Nacht hier bei dir. Ich bin sicher, sie haben Fragen." Sie sandte ihm einen Blick, der sagte: Genau wie ich.

„Danke.", flüsterte Harry und zuckte bei dem Klang seiner Stimme zusammen.

„Ich werde dich dann jetzt alleine lassen.", sagte sie. „Ruf einfach, falls du etwas brauchst."

Gerade als Harry dachte, er würde nun in Ruhe gelassen werden und könnte noch etwas schlafen, um alles zu vergessen…. kamen Ron und Hermine herein. Er versuchte, fröhlich für sie auszusehen, ihnen geistig mitzuteilen, dass er in Ordnung war. Es klappte nicht wirklich. „Hey.", krächzte er.

"Verdammte Scheiße, Kumpel.", sagte Ron und baute sich neben seinem Bett auf. „Wir haben uns Sorgen um dich gemacht. Du verschwindest einfach für fünf Tage und niemand will uns sagen, wohin und dann, wenn du wieder auftauchst, bist du halbtot."

„Ich war in Ordnung.", sagte Harry ruhig. „Dumbledore hat mich losgeschickt, um Snape ein Paket zu bringen. Als ich ankam, war Draco dort zu Besuch und er hat mich auf einen Tee rein gebeten. Als es angefangen hat, zu schneien, haben beide gesagt, ich müsse bleiben und ein Ende abwarten."

„Und wieso warst du dann draußen in dem Schneesturm?"

Hermine boxte Rons Arm, feste. "Sei nicht so neugierig, Ronald. Ich bin mir sicher, Harry wird es uns erzählen… irgendwann."

Harry nickte, senkte seinen Blick und kämpfte gegen seine Tränen an. „Danke, Mine."

Sie nickte und lächelte, Ron – der sich um seinen verletzten Arm kümmerte – mit einem bösen Blick beschenkend.

Harry konnte den Effekt des Trankes spüren, den Madam Pomfrey ihm gegeben hatte. Seine Augen fielen zu und er hieß den Schlaf mit offenen Armen willkommen. „Kommt später wieder.", schaffte er zu sagen, ehe er in einen tiefen, traumlosen Schlaf fiel.

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Draco versuchte, Harry zu finden, als er und Severus am Tag, bevor der Unterricht wieder begann, zur Schule zurückkehrten, aber der Junge war nirgendwo zu finden. Es war erst am nächsten Tag, während der Doppelstunde Zaubertränke, dass seine Augen zum ersten Mal wieder auf die schwarzhaarige Schönheit fielen. Der Anblick schockierte Draco. Harry sah aus, als hätte er seit Tagen nicht geschlafen. Hatten sie das ausgelöst?

Draco versuchte, seine Aufmerksamkeit vor dem Unterrichtsbeginn auf sich zu ziehen, aber Harry hörte ihn entweder nicht oder er ignorierte ihn, auf seinem gewöhnlichen Platz zwischen Ron und Hermine sitzend. Draco sah hilfesuchend zu Severus, doch der Mann zuckte nur die Schultern und begann mit dem Unterricht.

Als die Klasse vorbei war, rannte Harry durch die Tür und beinahe den gesamten Flur entlang, ehe Draco ihn einholte und in ein leeres Klassenzimmer drängte, ihn dort gegen die Wand drückend. Als ihre Augen sich trafen, zuckte Draco zurück. Harry hatte durch seine Schlaflosigkeit dunkle Ringe unter den Augen. Sein bereits kleiner Körper schien beinahe zerbrechlich. „Was zum Teufel ist los mit dir, Harry? Du bist einfach hinausgerannt. Ich bin überrascht, dass du da draußen nicht gestorben bist."

„Fast.", murmelte Harry, gerade laut genug, dass Draco ihn hörte.

„Komm schon.", sagte Draco, nach seinem Handgelenk fassend. „Du wirst jetzt etwas essen."

„Nein.", knurrte Harry und befreite seine Hand aus dem Griff des größeren Jungen. „Du bist nicht meine Mutter, okay? Meine Mutter ist seit sechzehn Jahren tot. Ich brauche niemanden, der mir sagt, wann ich und wann ich nicht essen soll, klar?"

„Was willst du dann?", fragte Draco und dachte bei sich, dass ihre Unterhaltung überhaupt nicht so ablief, wie er es sich vorgestellt hatte. Harry sollte doch mit ihm und Severus zusammen sein wollen.

„Mir wäre es lieb, wenn man nicht mit mir spielen würde.", sagte der kleinere Zauberer. „Ich liebe dich und Severus verdammt noch mal, okay? Und jetzt, wo ich weiß, dass ihr zusammen seid, will ich einfach nur noch in Ruhe gelassen werden. Ist das zu viel gefragt?" Ehe Draco etwas erwidern konnte, war Harry schon unter seinem Arm hindurchgeschlüpft und rannte den Korridor entlang, so schnell ihn seine Beine tragen konnten, einen sehr verblüfften, blonden Jungen zurücklassend.

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So, was sagt ihr? Seid ihr zumindest ein wenig neugierig auf den Rest der Story? ;o)

Habe bereits die ersten 3 Kapitel übersetzt, Nr. 2 liegt schon bei meiner Beta… bin eigentlich recht zuversichtlich, dass ich bis zum Wochenende auch die letzten beiden Kapitel fertig haben werde…. Es tut richtig gut, wenn das alles so schön flutscht mit dem Übersetzen… XD

Das nächste Pitel werd ich Sylvester online stellen, also in einer Woche… bis dahin:

MERRY CHRISTMAS!!!

Feiert schön und lasst euch reich beschenken. =)

Ganz liebe Grüße

wölfin