Vorwort: Meine erste Sailor Moon-Fanfiction, wenngleich auch nicht die Erste die online kommt. Ich habe sie vor 4 Jahren geschrieben und stelle sie nur online, damit ich in Zukunft einer guten Freundin von mir (ja, Mary-Anne Jane, du bist gemeint!) wieder unter die Augen treten kann, ohne von ihr fortgejagdt zu werden ^^ (Ich selbst find sie nicht so gut gelungen, wenngleich ich beim Schreiben damals aber viel Spaß hatte.)

Disclaimer: Der fällt mal weg. Wir wissen alle, dass in einer FanFic die Charaktere geklaut sind und sie sich niemand zu Eigen macht, außer natürlich die urheberrechtlichen Besitzer. Sailor Moon ist und bleibt eine Kreation der großen Meisterin Naoko höchstpersönlich.

Einen ganz großen Dank an Vanilla Prinzess für die Betabearbeitung!

Erklärungen:

Moonromance = zu Ehren der Moonromance-Library von benannt

Rated: FSK 6!? denk ich mal ... es sei denn es fürchtet sich jemand vor Endymion^^ ;)

Serenity/Endymion und der Rosengarten

Noch 4 Tage bis zum großen Jahresball auf dem Mondschloss.

Auf dem Mond:

"Hey, Serenity! Willst du schon wieder den ganzen Tag verschlafen?", wird Prinzessin Serenity von Lady Mars geweckt.

"Ich bin ja schon wach!", quält diese aus sich heraus. Warum muss immer jemand ihren Schlaf stören? Es wäre ja nicht so, dass sie es Schönheitsschlaf nennen würde, aber sie schläft nun mal gerne - nein, das stimmt so nicht ganz. Sie träumt gern. Der Schlaf ist dabei nur ein nützlicher Nebeneffekt. Seit Jahren träumt sie von nichts anderem, als ihrer wahren großen Liebe. Niemand kennt ihren Traum, außer ihr selbst. Langsam wird sie sich bewusst, dass sie nun aufstehen muss. Warum eigentlich? Steht heute irgendwas Wichtiges an? Nein, soweit sie sich erinnern kann nicht. Lady Mars steht noch immer in ihrem Zimmer, mit diesem 'wehe-wenn-du-jetzt-nicht-aufstehst'-Blick. Serenity weiß zwar nicht wieso, aber letztlich steht sie doch auf.

Auf der Erde:

"Endy?", sucht Zoisite nach dem Erdenprinzen. Doch dieser ist nirgends zu sehen. Zoisite hat schon eine Ahnung, wo er sein könnte. Im Garten. Aber um diese Zeit? Wann muss er da früh aufgestanden sein? Ja, noch vor allen anderen. Langsam geht Zoisite Richtung Garten und findet dort auch den Prinzen. "Endy?", fragt er relativ leise.

"Ja?", antwortet dieser. "Was ist los?"

"Nichts weiter,", entgegnet ihm Zoisite, "nur, dass deine Eltern dich gerne sehen würden."

"Ich komme gleich."

Eigentlich will er nicht gleich kommen. Er will gar nicht kommen. Viel lieber würde er in diesem Garten bleiben. Vor den Rosen. Er liebt diese Blumen. Wenn man es allerdings genau nimmt, mag er sie nur. Lieben will er sie gar nicht. Lieben will er nur jemand, seine wahre große Liebe. Er verabschiedet sich von seinen Träumereien um zu seinen Eltern zu gehen. Diese offenbaren ihm, dass in ein paar Tagen ein Ball auf dem Mond stattfinden wird und sie gerne möchten, dass ihr Sohn ihn besucht. Des Weiteren legen sie ihm nahe, sich endlich ein Mädchen zu suchen.

Doch Endymion schaut sie widerwillig an, "Auf dem Mond? Ich möchte aber nicht auf den Mond! Ich möchte mir auch nicht irgendein Mädchen suchen, erst recht nicht vom Mond!"

Doch sein Vater schneidet ihm das Wort ab, "Endymion, mein Sohn. Du bist nun 17, bald 18 Jahre alt. Es wird Zeit, dass du dir ein Mädchen suchst! Geh auf den Ball. Dort wird sich der Adel aus dem ganzen Sonnensystem versammeln. Wenn du nicht allein hingehen möchtest, kommen die Generäle gerne mit. Aber was hältst du zum Beispiel von der Mondprinzessin Serenity?"

Endymion glaubt nicht richtig zu hören. "Was? Du willst, dass ich dieses Mädchen nehme? Niemals! Wenn, dann will ich ein Mädchen haben, das ich liebe! Aber doch nicht so einen Tollpatsch! Ich kenne sie zwar nicht, aber ich habe schon genug Geschichten von ihr gehört!"

Mit einem kalten Blick zu seinem Vater dreht er sich um, um zu gehen. Doch bevor er verschwindet hört er noch seines Vaters Stimme, "Endymion! Du wirst auf alle Fälle zu diesem Jahresball auf dem Mond gehen! Ob du willst, oder nicht!"

Beleidigt verschwindet Endymion wieder im Garten.

Auf dem Mond:

Nachdem Serenity es endlich geschafft hat aufzustehen, wird sie von den anderen auch schon empfangen. Lady Jupiter macht sie darauf aufmerksam, dass in ein paar Tagen der große Jahresball stattfindet und Lady Merkur meint dazu, dass sie noch ein wenig Tanzen üben sollten.

Doch Lady Mars betrachtet das als sinnlosen Akt. "Sie verschläft den großen Ball doch eh, wetten?" Serenity wirft ihr einen bösen Blick zu, "Du bist so gemein, Mars!"

Doch Lady Venus bringt Serenity sofort wieder auf andere Gedanken, "Die vielen gutaussehenden Männer, die da sein werden! Ich habe gehört Prinz Endymion von der Erde wird mit seinen Generälen auch da sein. Wäre der nicht was für dich, Serenity?"

Serenity schaut sie entsetzt an. "Was? Dieser eklige Typ? Hast du gehört, wie arrogant er sein soll? Außerdem sagt man, er habe absolut kein Gefühl und wäre unheimlich egoistisch!"

"Ach, du kennst ihn doch gar nicht, Serenity!", weist sie Venus dezent zurecht.

"Nein, tu ich nicht, aber ich will so einen doofen Typen gar nicht kennen lernen!", verteidigt sie sich. "Wie wäre es, wenn du ihn nimmst?", fragt Serenity Venus, die sofort rot wird. Aber sie hat jemand ganz anderen im Sinn.

"Nein, hast du schon mal den einen General von ihm gesehen? Kunzite. Der sieht einfach Wahnsinn aus! Ich will Endymion gar nicht, ich will Kunzite!"

Jupiter schaltet sich ein, "Ja, und der andere General, Neflite. Ach ich könnte dahin schmelzen. Der sieht genauso aus, wie der Prinz, der mich vor ein paar Jahren hat sitzen lassen!"

Mars, Merkur, Venus und Serenity schauen Jupiter an, "Bei dir sieht doch jeder so aus!"

Mit einem verliebten Lächeln auf den Lippen schaltet sich auch Merkur ein. "Aber was haltet ihr von diesem Zoisite? Sieht der nicht göttlich aus?" Alle schauen auf Merkur. "Bist du krank?"

"Äh, nein, aber darf ich nicht auch verknallt sein? Außerdem ist er super intelligent!", entgegnet die rot angelaufene Merkur.

Venus schaut zu Mars, "Und, sag schon, welchen Typen findest du toll?"

Wie zu erwarten war, bleibt auch Mars in der Runde der Generäle und gibt zu, dass sie Jedite unheimlich süß findet. Serenity wird das alles etwas zu viel.

"Wollen wir nun tanzen oder nicht?", fragt sie etwas genervt in die Runde.

Diese Schwärmereien sind ja nicht auszuhalten. Doch wie zu erwarten war, hat Venus gar keine Lust mehr zu tanzen.

"Ach komm schon Serenity! Es macht Spaß so zu schwärmen. Willst du diesen Endymion wirklich nicht erst kennen lernen?"

"Nein!", antwortet sie in einem festen Ton. "Ihr könnt ja gerne weiter schwärmen, ich ziehe mich zurück, okay?"

Ohne dass es jemand richtig mitbekommen hat verschwindet Serenity. Sie zieht sich in ihr Gemach zurück. Bei den ganzen Schwärmereien wird sie leicht depressiv. Alle schwärmen von den Männern, in die sie verknallt sind. Und sie soll sich in diesen Endymion verlieben! Sie legt sich auf ihr Bett und schließt ihre Augen. Augenblicklich beginnt sie schon wieder zu träumen. Doch diesmal will sie sich diesen Träumen nicht hingeben. In ein paar Tagen ist der Ball, sie kann kein Trübsal blasen. So entschließt sie sich, sich etwas abzulenken und setzt sich an ihren Laptop. Nachdem sie sich in das IPN eingeloggt hat, verbindet sie sich mit ihrem Chatprogramm "Moonromance". Dieses Programm haben größtenteils nur die Mondbewohner und einige wenige andere Planeten. Aber die Userzahl der anderen Planeten ist verschwindend gering. In diesem Chatprogramm loggt sie sich als "Mondprinzessin" ein. Normalerweise benutzt sie den Namen "Mondträumerin", doch kann sie sich damit jetzt nicht identifizieren und weiß, dass sie niemand für die Mondprinzessin halten wird. Viele User geben sich derartige Namen. Sie hatte den Namen "Mondträumerin" damals gewählt, weil er sie am besten beschreibt. Eine verträumte Mondbewohnerin.

Auf der Erde:

Endymion kommt in sein Gemach und versteht die Welt nicht mehr. Er will nicht irgendjemanden heiraten, den er nicht liebt. Und er will auch nicht verkuppelt werden. Seit er denken kann, glaubt er daran, dass irgendwo da draußen ein Mädchen existiert, welches er aus ganzem Herzen lieben kann. Und welches ihn aus ganzem Herzen liebt. Aber das wird sicherlich nicht diese Mondprinzessin Serenity sein. Deprimiert über die Tatsache, dass er zu diesem Ball gehen soll, setzt er sich an seinen Laptop und loggt sich ebenfalls in das IPN ein. Es ist Ironie, dass er als einziges Chatprogramm "Moonromance" hat. Er hat es vor ein paar Wochen von seinem Vater bekommen. Bis heute hat er es nicht benutzt. So meldet er sich dort an. Er überlegt, wie er sich nennen soll. Er weiß mittlerweile, dass die meisten User vom Mond sind, deshalb will er sich nicht sofort als Erdling outen. So nennt er sich einfach "Endy", da ihn alle so nennen. Und schon ist er drin. Mittags um diese Zeit sind nicht sehr viele User online.

Im Chat:

Serenity ist nun schon seit einigen Minuten online, hat sich aber noch nicht dazu durchgerungen, etwas zu schreiben. Sie überlegt, ob sie nicht wieder gehen sollte, entschließt sich aber dazu, doch etwas zu schreiben.

Mondprinzessin: "Guten Morgen."

Endymion ist verblüfft und schaut auf die Uhr. Es ist 11.56 Uhr. Prompt antwortet er.

Serenity erwartet hingegen nicht wirklich eine Antwort, doch sie bekommt diese.

Endy: "Morgen? Es ist Mittag! 11.56 Uhr!"

Serenity ist etwas verblüfft, muss aber auch lachen.

Mondprinzessin: "Ja, du hast recht. Aber ich bin trotzdem noch nicht allzu lange wach."

Auch Endymion kann sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Endy: "Langschläferin, hm?"

Mondprinzessin: "Ja, du nicht?"

Serenity muss bei ihrer Antwort grinsen. Hat sie doch tatsächlich dieses Gespräch über diesen Endymion vergessen.

Auch Endymion merkt, dass er auf andere Gedanken kommt und beschließt das Gespräch mit seinem Vater vorerst zu vergessen.

Endy: "Nicht wirklich. Ich stehe oft sehr zeitig auf. Noch bevor die anderen aufstehen."

Mondprinzessin: "Wieso? Schlafen ist doch so was Schönes!"

Endy: "Aber wenn du aufwachst, merkst du nicht, ob du ein paar Stunden mehr oder weniger geschlafen hast."

Mondprinzessin: "Aber du kannst dabei träumen."

Endy: "Du träumst gerne, oder?"

Mondprinzessin: "Ja :-) Also, was machst du allein in aller Frühe?"

Endymion ist hin und weg. Chattet er gerade mit einer Träumerin? Er weiß, dass sich nicht mehr viele Menschen Zeit zum Träumen nehmen.

Endy: "In den Garten gehen und vor mich hinträumen."

Serenity entwickelt langsam Sympathien für ihren Gesprächspartner.

Mondprinzessin: "Von was träumst du denn immer?"

Serenity erwartet eine männertypische Antwort: von einem Ferrari, von einer Harley, von einer Menge Reichtum, oder ähnliches.

Endymion hingegen ist sich nicht sicher, ob er sich ihr offenbaren soll. Noch nie hat er irgendjemandem davon erzählt.

Endy: "Ich habe noch nie jemandem erzählt, von was ich wirklich träume!"

Serenity ist verblüfft und macht sich einen Spaß.

Mondprinzessin: "Was, hast du noch nie jemandem erzählt, dass du von einem Ferrari träumst?"

Endymion weiß nicht recht, ob er jetzt lachen soll oder nicht, spielt aber das Spielchen mit.

Endy: "Nein."

Mondprinzessin: "Ich mache dir einen Vorschlag. Ich erzähle dir, von was ich träume, und du, von was du träumst, okay?"

Endy: "Okay."

Endymion ist ziemlich gespannt, von was Mondprinzessin träumt. Von einem perfekten Körper? Von ganz viel Schminke? Oder davon, eine Prinzessin zu sein? Bei diesen Gedanken muss er selbst lachen.

Mondprinzessin: "Ich träume davon, mit meiner wahren, großen Liebe zusammen zu sein und in seinen Armen zu liegen. Und jetzt du."

Serenity fragt sich, ob es richtig ist, so offen zu sein. Sagt sich dann aber, dass er ja eh nicht weiß, wer sie ist.

Endymions Gesicht versteift sich. Er hat mit allem gerechnet, aber nicht damit. Ernst schreibt er ihr zurück.

Endy: "Wenn ich früh in den Garten gehe, betrachte ich meist die roten Rosen und stelle mir vor, wie ich eine von ihnen dem Mädchen gebe, welches ich über alles liebe."

Serenity ist verblüfft. Kein Auto? Doch beschließt sie, nicht auf das Auto einzugehen, da sie weiß, wie weh so etwas tun kann.

Mondprinzessin: "Wer ist denn die Glückliche?"

Endy: "Bis jetzt habe ich sie noch nicht getroffen."

Endymion ist etwas erschrocken darüber, dass er sich ihr so einfach offenbart. Aber gleichzeitig fühlt er sich mit seinem Traum nicht mehr so allein, da er weiß, dass auch andere Menschen so etwas träumen.

Serenity ist unheimlich erstaunt. Ein echter Romantiker. Wer ist dieser Endy? Sie will mehr über ihn herausfinden.

Mondprinzessin: "Du kommst also von der Erde?"

Endymion ist etwas erstaunt.

Endy: "Woher weißt du das?"

Mondprinzessin: "Rosen. Rosen gibt es in diesem Sonnensystem nur auf der Erde. Erst recht rote Rosen."

Oh, wie konnte Endymion das nur vergessen?

Endy: "Und magst du jetzt nicht mehr mit mir chatten, da du weiß, dass ich nicht vom Mond komme?"

Mondprinzessin: "Was spielt das für eine Rolle?"

Endy: "Moonromance ist ein Chatprogramm speziell für den Mond, und nur wenige User von anderen Planeten benutzen es."

Mondprinzessin: "Richtig. Aber es ist doch egal, woher jemand kommt. Oder magst du mich jetzt nicht mehr, nur weil ich vom Mond stamme?"

Endymion ist verblüfft. Die meisten Mondbewohner wollen mit den Erdmenschen recht wenig zu tun haben. Und erst recht erzählen sie ihnen nicht ihre innersten Wünsche.

Endy: "Nein. Und, verrätst du mir, wer deine wahre, große Liebe ist?"

Serenity muss leicht lächeln. Denn sie muss ihm die gleiche Antwort geben, wie er ihr vorher schon.

Mondprinzessin: "Die habe ich bisher noch nicht gefunden."

Endymion ist überrascht. Mondprinzessin hegt nicht nur den gleichen Traum der Liebe, wie er, sondern ist auch noch offen zu ihm. Sie gibt ihm ein Gefühl von Akzeptanz. Sie verurteilt ihn nicht dafür, dass er von der Erde kommt, wie viele andere vom Mond es tun würden.

"Endy", hört er Neflites Stimme von hinten. Prompt wird er aus seinen Gedanken geholt.

"Ja?", antwortet er Neflite.

"Dein Vater möchte dich noch mal kurz sehen."

"Schon wieder?", murmelt er vor sich hin. "Ich komme gleich."

Endy: "Es tut mir leid, Prinzessin. Mein Vater möchte mich kurz sehen. Chatten wir mal wieder?"

Serenity ist etwas traurig darüber, dass Endy jetzt geht.

Mondprinzessin: "Ich warte auf dich, Endy."

Endymion ist innerlich glücklich darüber, dass die Mondprinzessin warten möchte, bis er zurückkommt.

Endy: "Aber ich weiß nicht, wie lange es dauert."

Mondprinzessin: "Macht nichts."

Endy: "Bis nachher."

Mondprinzessin: "Bis dann."

Auf der Erde:

"Hier bin ich, Vater.", meldet sich Endymion. "Gut mein Sohn. Ich habe alles in die Wege geleitet. In 4 Tagen ist der Jahresball und du wirst mit den Generälen dahin gehen. Und du wirst Prinzessin Serenity kennen lernen!", erklärt ihm sein Vater stolz.

Was? Das glaubt Endymion nicht. Er will diese Serenity aber nicht kennen lernen. Als könne sein Vater seine Gedanken anhand seines Gesichtsausdruckes sehen, ermahnt er ihn, "Keine Widerrede! Und du wirst nett zu diesem Mädchen sein!"

Endymion verdreht die Augen. Sein Vater ist ein guter Mensch, aber wenn es darum geht, ihn mit einem Mädchen zusammenzubringen, kennt er keine Gnade. Als wäre das noch nicht genug, setzt sein Vater noch einen drauf, um sich zu bestätigen, "Du hast es in 17 Jahren nicht geschafft ein Mädchen zu finden. Es wird also Zeit, dass ich eines für dich finde!"

Au weia. Wenn das mal gut geht. Endymion kann sich das Desaster jetzt schon vorstellen.

"War's das? Vater!", fragt er ihn schlecht gelaunt.

"Ja, mein Sohn, das war's."

Beleidigt über die Worte seines Vaters zieht Endymion von Dannen. Er geht nicht sofort in sein Gemach zurück, sondern macht einen Umweg über den Garten. Er stellt fest, dass die Mondprinzessin aus dem Chat nicht mehr aus seinen Gedanken verschwindet. Schlimmer noch. Er stellt sich sogar vor, wie er ihr eine rote Rose aus seinem Garten schenkt. Er verbannt diese Gedanken. Er kennt sie gar nicht. Er weiß nicht, wer sie ist und sie weiß nicht, wer er ist. Da er weiß, dass er sich scheinbar in sie verknallt hat, kehrt er zurück zu seinem Laptop und chattet weiter mit ihr.

Im Chat:

Endy: "Hallo Prinzessin, bist du noch da?"

Serenity ist total glücklich, als sie sieht, dass Endy wieder da ist.

Mondprinzessin: "Ja. Ich habe auf dich gewartet."

Endymion merkt wieder diese Gefühle in seinem Bauch.

Endy: "Freut mich."

Ohne, dass sie seine Gefühle kennt, hat sie die gleichen in ihrem Bauch.

Mondprinzessin: "Weißt du was, ich beneide dich!"

Endy: "Um was? Meinen Vater, der dir vorschreibt, mit wem du liiert zu sein hast?"

Mondprinzessin: "Nein, nein, das meine ich nicht."

Endy: "Was dann?"

Mondprinzessin: "Um deinen Garten mit Rosen. Ich liebe diese Blumen, aber es gibt sie leider nur auf der Erde."

Endymion schießt es durch den Kopf sie zu sich einzuladen, doch weist er sich selbst zu Recht, was würde sein Vater dazu sagen? Außerdem kennt er sie nicht. Würde sie überhaupt kommen? Nein, er vergisst diese Idee. Stattdessen hat er eine ganz Andere.

Endy: "Warte mal kurz!"

Mondprinzessin: "Ja."

Serenity fragt sich, was er vor hat, oder was passiert ist. Nach ein paar Minuten kommt er wieder.

Endy: "Hast du deinen Drucker an?"

Mondprinzessin: "Ja, wieso?"

Endy: "Überraschung!"

In dem Augenblick, wo Serenity das liest, beginnt ihr Drucker auch schon zu drucken. Hat er ihr doch ein Bild von seinem Garten geknipst und es per Datenübertragung an ihren Drucker gesendet. Serenity ist hin und weg.

Mondprinzessin: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!"

Endy: "Zum Beispiel, wie dir der Garten gefällt?"

Endymion beginnt in sich zu schmunzeln. Er spürt regelrecht ihre Freude. Er stellt fest, dass sie ihn nun schon in kurzer Zeit ein paar mal zum lächeln gebracht hat. Er hat sich lange nicht mehr so gefreut.

Mondprinzessin: "Er ist wunderschön."

Serenity springt auf und sucht einen Bilderrahmen. Kaum hat sie einen gefunden, hängt sie sich das Bild über ihr Bett.

Endy: "Mondprinzessin? Bist du noch da?"

Endymion hat Angst, sie aus irgendeinem Grund verschreckt zu haben.

Mondprinzessin: "Ja, ja. Ich habe mir das Bild nur schnell über mein Bett aufgehangen. Es ist wunderschön!"

Endy: "Freut mich, dass es dir gefällt!"

Endymion hat noch nie jemanden getroffen, der sich so über ein Bild von seinem Garten mit Blumen gefreut hat. Und hier und da haben genug Fotografen ein paar Bilder erhaschen können. Und erneut muss er schmunzeln.

Doch der Tag neigt sich langsam dem Ende zu. Haben er und Mondprinzessin doch den ganzen Tag gechattet.

Mondprinzessin: "Ich glaube ich muss bald aus dem IPN raus. Es wird wohl bald Essen geben."

Endy: "Ja, du hast recht. Bei mir auch."

Nach einer kurzen Pause schreibt Endymion weiter.

Endy: "Es war schön mit dir heute zu chatten. Ich habe lange nicht mehr so gelacht, wie heute. Und das, obwohl ich heut früh noch dachte, der ganze Tag wird das reinste Chaos."

Mondprinzessin: "Danke für das Kompliment. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich heut noch so glücklich sein könnte."

Von weiten hört Serenity eine Stimme, die zum Essen ruft.

Mondprinzessin: "Ich wurde zum Essen gerufen. Mach's gut, Endy. Hoffe wir chatten mal wieder zusammen."

Endy: "Ja, hoffe ich auch. Mach's gut, meine Prinzessin."

Mit diesen Worten verlässt Endymion den Chat - total glücklich.

Auch Serenity schwebt irgendwo - aber nicht in ihrem Gemach.

Während Endymion still sein Abendessen genießt und vor sich hin schmunzelt, muss Serenity Rede und Antwort stehen. Und das auch noch vor allen vier Senshi. Mars sieht sofort, was los ist. "Serenity hat jemand kennen gelernt, oder?"

Venus macht sich sofort einen Spaß draus. "Prinz Endymion von der Erde! Hab ich recht? Und du findest ihn super süß!"

"NEIN!", schreit Serenity. Warum müssen sie alle mit diesem Endymion ärgern? "Nein, nein, nein!"

Merkur schaltet sich leise mit ein: "Aber du hast jemanden kennen gelernt!?"

Serenity schaut Merkur an, sie scheint es ernst zu meinen.

"Na ja, nicht direkt. Ich hab mir ihm gechattet!"

"Na, das ist doch schon mal ein guter Anfang!", meint Jupiter.

Doch Venus interessiert etwas ganz anderes, "Wie sieht er aus? Hast du ein Bild von ihm?" Serenity fährt Venus böse an. "Eigentlich geht dich das ja gar nichts an!"

Die Senshi des Feuers neckt Serenity weiter, "Ui, da hat's aber jemand ganz schön erwischt."

Serenity dreht sich zu Mars, "Nein, wir haben uns nur nett unterhalten!" Nun dreht sie sich zu Venus, "Und nein, ich weiß nicht wie er aussieht. Aber ich habe ein Bild von ihm."

Weder Venus, noch die anderen verstehen, warum sie dann nicht weiß, wie er aussieht.

"Zeigst du's uns?", fragt Venus.

Serenity überlegt kurz. Soll sie ihnen den Rosengarten zeigen? Da sie aber sowieso keine Ruhe geben würden, beschließt sie es ihnen zu zeigen. In ihrem Gemach angekommen, sehen die Senshi das Bild.

"Ein Rosengarten? Das ist das Bild von ihm?" Venus, Jupiter und Mars fallen fast um und verschwinden wieder. Merkur hingegen bleibt stehen und betrachtet es. "Es ist also jemand von der Erde."

"Hä?" Serenity hätte mit irgendeinem dummen Kommentar gerechnet, aber nicht mit einer ernsten Frage.

"Ja, ist er." Merkur lächelt Serenity an, "Aber wir sollten jetzt trotzdem essen."

Am Abend schläft Serenity wieder in Träumen schwelgend ein. Sie stellt sich vor, in diesem Garten zu sein.

- tbc -