Disclaimer: Nein, sie gehören nicht mir (was ich über alle Maßen bedaure...*sniff*) und nein ich verdiene rein garnichts.

Dies ist der Epilog, hoffe er gefällt dem, der über diese Story liest.

Lg,Kritty


(Epilogskapitel)

Die Harmonie zweier Brüder

Etwas kitzelte in an der Stirn. Etwas kitzelte ihn an seiner Stirn und zog ihn langsam aber sicher aus den Fängen des wohltuenden Schlafes, aus der Wärme und Sorglosigkeit des Traumes in dem er sich befand. Befunden hatte, denn Sam wischte sich widerstrebend die verirrte Haarsträhne aus seinem Gesicht und drehte sich, die Augenbrauen wütend zusammengezogen, auf die Seite. Dumpf hörte er die Vögel draußen zwitschern. Sein Verstand war erwacht, wenn auch sein Körper noch nutzlos und steif im schön warmen Bett lag und darauf wartete, ebenfalls den Tag mit munterer Lebhaftigkeit beginnen zu können. Durch geschlossene Lider – nein, er wollte sie noch nicht öffnen, es war verdammt noch mal zu früh! - registrierte er, dass das Schlafzimmer von ihm und seinem Bruder hell erleuchtet war. Und zwar von der Sonne die durch das freigelegte Fenster genau auf sein Gesicht strahlte. Na super. Ein Seufzer entwich seinem Mund, der sich schnell in ein kieferknackendes Gähnen verwandelte. Blinzelnd öffnete er die Augen. Er starrte auf die Wand neben seinem Bett. Die Augen noch verschlafen und voller Schlafsand – Sam hatte schon vor 5 Jahren aufgehört an den Sandmann zu glauben und trotzdem nannte er das körnige Zeug in seinen Augen morgens so, was Dean immer zum lachen komisch fand – begutachtete er die Motelwand. Er wollte garnicht wissen von was die Flecken überall auf ihr herkamen, geschweige denn was diese sonderlich geformten Löcher in die Wand geschlagen hatte. Da waren ein paar seltsame Abdrücke... Sind das Gebiss-Abdrücke? Der jüngste Winchester unterdrückte ein Kichern und erstarrte dann plötzlich. Seine Zunge war über ein Loch in seinem Mund gehuscht. Ein Loch. In seinem Mund. Er war schon beinahe dabei, sich panisch umzudrehen und nach seinem großen Bruder zu rufen, als ihm alles wieder einfiel. Natürlich. Dean hatte ihm den Zahn gezogen. Dean hatte ihn von den Qualen, die er fast vier Tage erdulden hatte müssen, befreit. Dean war – Sam drehte sich in seinem Bett um – und starrte auf das leere Bett seines Bruders. Dean war schon aufgestanden. Es war nicht unnormal dass Dean früher wach war als er. Nicht unnormal wenn sie gerade an einem Job arbeiteten. Aber wenn sie....ihre ein oder zwei Tage Pause hatten – oder Sam mal dringend mehr als nur 2 Wochen hintereinander in die Schule musste – dann nahm sich Dean seinen verdienten Schönheitsschlaf. Und gerade hatten sie ..."Pause", wie Sam es nannte. Also, warum war Dean schon wach? Warum ließ er sich nicht von Sam, kitzelnden Fingern und einer Schüssel kaltem Wasser wecken? Sam legte die Stirn leicht in Falten, unterdrückte ein weiteres Gähnen und befreite sich aus seiner warmen Decke. Er kletterte aus seinem Bett, schaute noch einmal auf Deans leeres, zerwühltes Bett und tapste zur angelehnten Tür.

„....sag dir, du hättest das nicht tun sollen!" hörte er die gedämpfte Stimme seines Vaters. Sam legte die Stirn noch mehr in Falten und stellte sich ganz nahe an die Zimmertür.

„Dad! Es ist nicht schlimm!" Was ist nicht schlimm, Dean?

Sam kaute auf seiner Unterlippe und lugte vorsichtig durch den Spalt, den die Tür ließ. Er erkannte den Tisch, an dem die Winchesters die letzten drei Tage gegessen hatten, mit den drei Stühlen außenrum. Auf einem saß Dad, den breiten Rücken Sam zugewandt, und vor ihm stand Dean. Letzterer war durch John teilweise verdeckt, der Jüngste sah also nur das Gesicht seines Bruders, und eine Hand die, zur Faust geballt, auf dem Tisch ruhte. Streiten Dean und Dad?

Dean streitete nicht mit Dad. Zumindest wusste Sam nichts von Streitereien. Es war in letzter Zeit häufig dazu gekommen, dass Dean ein schmollendes Gesicht gezogen hatte und ein angenervtes Stöhnen von sich gegeben hatte – Dad hatte irgendetwas von vorpubertären idiotischen Angewohnheiten gesagt – aber Dean bot Dad nie Paroli. Sam wusste nicht was er davon halten sollte, er konnte die Gefühlsmischung aus Bewunderung, Wut und Beunruhigung noch nicht deuten, aber er spürte es jedesmal wenn Dean einen kurzen, gebrüllten Befehl seitens Dads entgegennahm.

Streiten Dean und Dad? fragte er sich wieder.

„Nein, es ist nicht schlimm, aber was hätte alles passieren können!" John klang ziemlich wütend und doch war es nicht dieselbe Wut die Sam von seinem Vater kannte – etwas anderes spielte in dem Ton mit. Belustigung?

„Ich lebe noch, Dad!" - Dean lebt noch? Was zum Teufel bedeutete denn das?

Sam schluckte und beugte sich ein wenig weiter vor, die junge Stirn in Sorgenfalten gelegt. War Dean etwa verletzt? Johns fast ein wenig zu laute Stimme erschreckte den jüngsten der Winchester.

„Natürlich lebst du noch, Dean! Aber du hättest die Moteltür auflassen können, die Salzkreise zerstören oder einen Autoalarm auslösen können!"

Von was redete sein Vater da?

„Dad! Ich war vorsichtig....du weißt dass ich alt genug bin um auf diese Dinge zu achten!"

Die Stimme seines Bruders war im Gegensatz zu Johns kein bisschen belustigt, sondern nur wütend. Und äußerst trotzig.

„Dean. Ich weiß. Und es tut mir Leid aber-"

„-ja, diese Dinge sind lebenswichtig und unser aller Überleben hängt davon ab. Sams, deins und auch meins. Aber...Dad, es war mir wichtig." Gerade als Sam sich fragen wollte, was zum Donnerwetter Dean da redete und was ihm so verdammt wichtig war dass er beinahe mit Dad streitete, verlagerte sein älterer Bruder sein Gewicht auf das andre Bein und Sam hatten freie Sicht auf den Deans anderen Arm. Und auf seine Hand. Um deren Daumen ein blutbefleckter Verband saß. Ein unterdrücktes Keuchen entwich Sams Lippen. Sofort hob Dean den Blick und John drehte sich um. Zwei erschrockene Augenpaare blickten den jüngsten Spross der kleinen Familie an, eines mit einer Spur Wut und Trotz, das andere mit einem erheiterten und leicht säuerlichem Unterton. Sich innerlich eine Ohrfeige für Unvorsichtigkeit gebend biss Sam sich noch einmal auf die Unterlippe und öffnete die Tür einen Spalt weiter.

„Sam." fand Dean seine Stimme als erstes wieder.

„Guten Morgen, Sammy!" sagte nun auch John.

„Morgen." antwortete der Angesprochene zögerlich.

Da sein Bruder und sein Vater nicht vor hatten, in den nächsten Sekunden irgendetwas zu sagen oder zu tun, schritt Sam – barfuß wie er war- langsam zu Dean und seinem Vater. Vor Dean blieb er stehen, neben ihm sein Vater sitzend. Im Stehen reichte er John Winchester nur ein bisschen über den Kopf, was er selbst ziemlich groß fand. Allerdings war er trotzdem gerade in diesem Moment gute drei Köpfe kleiner als sein Bruder, und das hätte er in jeder anderen Situation leicht erniedrigend gefunden – schließlich wollte er genauso groß und stark wie sein Bruder sein.

Er beugte sich langsam zu Deans Hand hinunter und strich vorsichtig über den Daumen, die blutigen Stellen vermeidend.

„Dean...was hast du gemacht?". Er hob seine Augen gerade rechtzeitig, um den Blick zwischen Vater und ältestem Sohn mitzubekommen. Und diesmal war auch Deans voll Belustigung und – freudigem Erwarten? Freudiger Erregung? Neugier? Sam war verwirrt.

„Dean!" hakte er nach, als ihm sein Bruder nicht antwortete. Wieder ein Blick zwischen Vater und Sohn.

„Ist okay, Junge. Zeig es ihm." hörte er die tiefe Stimme seines Vaters und Sam drehte sich kurz zur Seite, schaute seinem Vater direkt ins Gesicht.

„Was soll er mir zeigen, Dad?". Als der nicht antwortete, blickte er wieder hoch in Deans Gesicht.

„Dean, was sollst du mir zeigen? Deeean, sag schon!" Sam spürte eine gewaltige Masse an Neugier, leichte Wut und nun seinerseits Trotz in sich ansteigen.

Sein großer Bruder grinste in reiner Dean-Manier auf ihn herab, setzte sich in Bewegung und kam an der Tür zu ihrem Zimmer zum Stehen. Immernoch grinsend drehte er sich um, die Hand mit dem verbundenen Daumen schon am Türgriff. Beinahe Lachend winkte er Sam zu.

„Komm schon, Sammy. Ich zeigs dir."

Das sonderbare Gefühl von Neugier, Anspannung und Freude nahm ihn ein – das selbe Gefühl hatte er letztes Weihnachten gehabt, als Dean ihn zum Geschenkeauspacken geweckt hatte. Dieses Weihnachten war in vielerlei Hinsicht ein Reinfall gewesen- Sam hatte die Wahrheit über Monster herausgefunden, Dad war nicht zur Bescherung erschienen und die vielgepriesenen Geschenke hatten sich zu guterletzt als von Dean gestohlene Mädchenpakete voll Barbies und Feenstäbe herausgestellt. Aber in so vielerlei Hinsicht war es auch ein schönes Weihnachten gewesen.

Mit derselben angespannten Erwartung wie also vor etwa drei Monaten schritt Sam langsam an seinem Dad vorbei, auf Dean zu. Er versuchte vergeblich, in Deans Gesicht etwas zu lesen – doch er scheiterte kläglich, musste nur selbst das breite Grinsen das er erkennen konnte seinerseits auf sein Gesicht lassen. An der Tür angekommen schlüpfte er an Dean vorbei durch die Tür, die der ältere für ihn aufschob. Er spürte wie Dean ihn von hinten in Richtung seines Bettes schob. Soll ich etwa wieder ins Bett??

Sam wollte den Mund öffnen und widersprechen, als Dean ihn aufs Bett drückte und sich seinerseits neben in setzte. Der Ältere beugte sich hinunter zu Sams Ohr und lachte nervös leise auf, brachte Sams Herz damit zum Hüpfen und entlockte ihm seinerseits ein kurzes Kichern. Dann hörte er Dean flüstern.

„Sammy, ich glaube es war heute Nacht jemand hier." Sams Augen wurden groß. Gespannt wartete er darauf, dass Dean weitersprach.

„Sammy, ich glaube heute Nacht stand jemand neben deinem Bett". Nun öffnete Sam atemlos den Mund. Kann es sein, dass....

„Sammy, ich glaube heute Nacht hat sich jemand über dich gebeugt...." Ohne zu Atmen lauschte Sam auf das Flüstern seines Bruders. Das kann doch nicht wirklich...

„Sammy, ich glaube, diese Person hat dir was untergeschoben..." Das Grinsen auf Deans Gesicht wurde breiter als Sams Augen noch größer wurden. Wirklich? Das...

„Sammy, ich glaube die Zahnfee war da!" flüsterte Dean schließlich und das zweite nervöse Lachen entwich den Lippen seines Bruders, als Sam überrascht auflachte und ihm hastig und strahlend in die Augen starrte. ...gibt es doch nicht!

Dean blickte, ebenfalls strahlend, in Sams Augen, nickte dann in Richtung Kopfkissen und lachte, diesmal laut und tiefer, auf.

„Sam, die Zahnfee legt nichts in mein Gesicht, sondern unters Kopfkissen. Das weißt du doch, wie du mir heute Nacht lang und breit erzählt hast!"

Der Angesprochene, sein Glück immer noch nicht fassend, schüttete leicht den Kopf , starrte dann auf sein Kissen und legte eine Hand darauf. Er schaute kurz in Deans nun leicht angespannt und erwartungsvolles Gesicht, biss sich dann leicht auf die Unterlippe und drehte das Kissen hastig um.

Und zum Vorschein kam ... so etwas wie ein Behälter. Eine kleine, aus Holz geschnitzte Dose, etwa so groß wie ein Salzstreuer aber mit etwa drei Zentimeter Durchmesser. Das Holz war unbearbeitet und teilweise noch sehr rau und unförmig – aber es war dunkles Eichenholz und den Deckel , der neben dem Behälter lag, zierte ein schnörkelhaftes und mühevoll eingeritztes 'Sammy'. Und darunter war etwas anderes eingeritzt, das Sam aber nicht sofort erkannte. Sprachlos starrte er auf das was vor ihm lag. Er wusste noch nicht genau, was dieser Behälter war, aber allein der Anblick und die logische Verbindung zwischen dem krakelig eingeschnitztem 'Sammy' und Deans blutigem Daumen war genug für den jungen Winchester um ihm den Atem zu rauben.

„Hey, Sam, atme!" lachte sein Bruder neben ihm und erschrocken drehte sich Sam zu Dean um.

„Dean, das....das ist wunderbar und...Dean, was ist das?" fragte er begeistert.

Dean grinste ihn erleichtert an, beugte sich an Sam vorbei zu dem Behälter hinunter. Er schaute kurz auf ihn herab, setzte den Deckel auf den leeren Behälter und hob ihn Sam vors Gesicht.

„Das, Sam, ist dein erster und letzter...Milchzähnebehälter. Ich weiß nicht recht wie man zu so etwas sagt, aber ich glaube man hat so etwas." er lächelte Sam beinahe ernst an. „Du tust alle deine Milchzähne hinein, und später ersetzt du sie durch Dinge, die dir wichtig sind. So....so wie Mädchen es tun mit kleinen Schmuckkästchen, du weißt schon." lachte Dean leise und lächelte seinen kleinen Bruder wieder an. Sam war wieder sprachlos. „Ach, und falls du es nicht erkennst – ich hatte ein bisschen Probleme, es reinzuschnitzen weil mein Daumen geblutet hat-" Dean lachte kurz auf und zeigte auf das kleine Muster unter 'Sammy' auf dem Deckel „- das ist der Anhänger." Sam hob seinen Blick von dem Deckel zu Dean. Er wusste was sein Bruder meinte. Sein Blick wanderte zu Deans Halskette, die er ihm letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte – anstatt das Geschenk wie geplant Dad zu geben, hatte er es Dean überlassen. Und er hatte es nie bereut. Und nun war der kunstvolle Anhänger ebenso kunstvoll in seinem...Milchzahnbehälter....eingraviert, genau unter seinem liebsten Kosenamen.

„Dean...ich....danke." Dean grinste ihn schelmisch an und reichte ihm seinen Behälter.

„Es ist okay, Sam."

Der Angesprochene lächelte leicht und schaute auf seinen neu gewonnenen Schatz hinuntern. Dean muss irgendwann in der Nacht – oder früh morgens! - rausgegangen sein, in den nahe liegenden Wald. Er hat passendes Holz gesucht für ihn und aus diesem Holz dann das geschnitzt. Sams Herz pochte schmerzhaft gegen seine Rippen. Sein Bruder neben ihn regte sich und stand auf. Sam hob den Blick und fasste Dean am Arm.

„Dean?"

Dieser drehte seinen Kopf in seine Richtung, der Blick fragend.

„Du...du bist ne verdammt gute Zahnfee" grinste Sam dann. Dean schüttelte den Kopf, rollte mit den Augen, ließ aber dann wieder sein leises kurzes Lachen hören, dass in Sam erneut das Bedürfnis weckte, seinerseits zu lachen und sein Herz hüpfen ließ.

Zufrieden schaute er in Richtung Fenster, wo die warmen Sonnenstrahlen hinein schienen und einen angenehmen Tag – einen von wenigen – versprachen. Er hörte Deans Bett knarzen und schaute in seine Richtung. Sein Bruder hatte sich platt auf die Matratze fallen lassen und starrte mit einem zufriedenen Lächeln an die Decke. Sam runzelte die Stirn und ließ sich, den wertvollen Holzgegenstand in seinen Händen, ebenfalls auf den Rücken fallen, die Beine zog er nach auf sein Bett. Er sollte also irgendwann später, in ein paar Jahren alle Dinge in den Behälter tun, die ihm wichtig waren. Gut, das war kein Problem. Oder? Sam lachte leise auf, als er darüber nachdachte. Der Gedanke daran.... Sam lachte noch einmal auf. Wie zum Teufel sollte er es anstellen, Dean in diesen kleinen Holzbehälter zu stopfen....


Ende

A/N: Also, das war ein längerer Epilog, deswegen nenne ich es Epilogskapitel :) Konnte eben nicht an mich halten. Die Mini-Story endet hier.

Achja: Ich weiß, dass Sam zu alt ist, zu glauben Dean tatsächlich in diesen Behälter stopfen zu können, das ist von Sam am Schluss auch nicht ernst gemeint :) Der Winchester-Humor, ihr wisst schon^^. Sammy ist ein kluger 8-jähriger Junge er weiß dass man große Brüder nicht einfach so in Milchzahnbehälter stopft. *lach*