The Already Known Lie

Ich habe gelogen. Dabei war es so offensichtlich. Warum hat er nicht hinter meine Fassade blicken können? Sie haben so viel gemeinsam. Ich hatte doch bloß Angst, ihm sein kleines Herz zu brechen, wenn er wieder ginge – und ich wusste, dass er nicht bleiben konnte. So war er damals und so ist er auch heute noch. Ich kann es ihm nicht verübeln, kann ihn nicht dafür schuldig machen. Stattdessen mache ich mich dafür schuldig, dass ich ihn belogen habe. Als er ihn das erste Mal gesehen hat, war es ihm doch bewusst. Diese Rechnung war nicht schwierig. Aber was hätte ich tun sollen? Natürlich ist er dein Sohn, siehst du denn nicht, wie sehr er dir ähnelt? Daran besteht doch kein Zweifel. Ebenso wenig, wie daran, dass ich ihn noch immer liebe. Ich habe fast 9 Jahre gebraucht, um über ihn hinweg zu kommen, nur damit er plötzlich wieder vor meiner Tür steht, als sei nichts gewesen. Und schmerzlich musste mir bewusst werden, dass mein kleiner Sohn seinem Vater so sehr gleicht. All die Erinnerungen eines einzigen Wochenendes, dich ich so weit wie möglich versucht hatte zu verbannen, flammten wieder auf und zerrissen mein Herz in der Sekunde, in der mir bewusst wurde, dass er nicht bleiben konnte. Der Held meines Sohnes würde wieder aus seinem Leben verschwinden müssen. Wie hätte ich ihnen da bloß die Wahrheit sagen können? Die Wahrheit, die nur ich kenne? Es ist dein Sohn. Dean, ich liebe dich! Wie hätte er darauf reagiert? Natürlich habe ich die Enttäuschung in ihm gesehen, als er uns wieder verlassen hat, und auch seine Worte, dass er stolz gewesen wäre, Bens Vater zu sein, sie klangen aufrecht und ehrlich. Er wäre trotzdem gegangen. Er hätte trotzdem all diese Kreaturen gejagt und ich kann es ihm nicht einmal verübeln. Ich hatte doch nur Angst, dass Ben seinen Vater kennen lernt, wissentlich, dass er es ist, um ihn nur wenige Tage später wieder für eine seeehr lange Zeit aus den Augen zu verlieren. Ich wollte nicht, dass mein Schatz so aufwächst. Aber die Vaterrolle fehlt, das weiß ich heute. Der Mensch, mit dem Ben sich über Dinge austauschen kann, die Mommy nichts anzugehen haben. Er und ich, das war nun mal nicht genug, so gut ich es auch immer versucht habe. Du fehlst uns, komm wieder nach Hause, Dean. Was er zurücklässt, wenn er einmal weg ist? Sein Auto. Seinen Bruder. Und Ben. Seinen Sohn, von dem er vielleicht niemals erfahren wird, dass es doch sein eigen Fleisch und Blut ist. Weil Mommy zu feige war, es ihm zu sagen.


Sehr kurz, ich weiß. Aber das hier war ja auch nur die Allererste Idee für meine 'Lisa Braeden Chronicles'. A Beautiful Lie, Just For Tonight und Here Without You sind fertiggestellt, Till Death Do Us Part - Again ist in der Mache!
Stay tuned!