Alan trifft....Alan

Crossover von Kira Gmork

Die Tür flog auf – ein Mann mit schwarzem Bart und stechendem Blick wirbelte in den Raum.

„Wo ist der Bastard?"

Die bereits versammelten Männer sahen ihn ärgerlich an.

Einer unter ihnen – mit einem schwarzen Umhang und kinnlangem schwarzen Haar fragte gefährlich leise zurück: „Wen meinst du?"

„Na, diesen Hood!"

„Robin Hood?", versicherte sich nun ein wesentlich jüngerer Mann in einem tadellosen Anzug.

„Ja, genau den", bestätigte der Bärtige.

Nun drehte ein älterer Mann im weißen Arztkittel die Augen genervt zur Decke.

„Der wird von Kevin Costner gespielt...dies ist ein Alan Rickman Treffen! Setz dich, Sheriff! Sonst sind wir hier noch bis Weihnachten nicht fertig und müssten es absagen...wäre doch schade! Außerdem wäre Harry wohl nicht damit einverstanden, denn wie ich hörte, hat er schon ein teures Geschenk für seine Büroangestellte besorgt."

Harry der Verleger schlug beschämt die Augen nieder.

„Könnten wir jetzt mal zum Punkt kommen?", fragte der Mann im Zaubererumhang genervt. „Ich muss bald zurück. Wir drehen schließlich gerade und ich habe Sehnsucht nach Harry."

Harry, der Verleger: „Nach mir?"

„Nein! Nach Harry Potter! Nur aus rein beruflichen Gründen natürlich! In diesem Film bin ich nicht schwul...nicht in diesem!"

Ein Mann mit übergroßem Schnauzbart tippte einem Mann mit kurzem schwarzem Haar auf die Schulter: „Könntest du bitte aufhören, dein Getränk immer auszuspucken? Das geht mir echt auf den Geist! Dies ist eine antialkoholische Story. Also, du kannst das Zeug in Gottes Namen ruhig runterschlucken!"

Der Angesprochene begutachtete sein Glas genauer, trank es auf ex leer und zuckte dann nur kurz mit den Flügeln, bevor er einfach verschwand.

Der Mann im weißen Kittel verschränkte die Arme.

„Na super...wenn Metatron geht, bin ich auch gleich weg! Schließlich haben Halbgötter in Weiß niemanden, der für sie spricht. Alles muss man selber machen..."

Damit verschwand auch Blalock.

„Na wenigstens ein Arzt ist uns geblieben", sagte der Mann im Anzug.

Ein charismatischer Mann erhob sich daraufhin und sagte mit leichter Verbeugung: „Dr. Mesmer is at your service."

Der Mann im Anzug sah ihn resigniert an: „Ich fürchte, bei einem Sturz aus dem Nakatomi-Gebäude haben Sie auch keine Heilmethode mehr, oder?"

Bedauernd schüttelte Mesmer den Kopf.

„Stichwunde und Fenstersturz?", erkundigte sich nun der Sheriff von Nottingham.

Wiederum schüttelte Mesmer den Kopf.

„Irgendetwas gegen das Erschossenwerden?"

„Nein, ich bedauere zutiefst."

„Schön, dann eben nicht! Tom Selleck hat eh den ganzen Film ruiniert, da muss ich schon zum Märtyrer werden, um noch etwas rauszureißen."

„Wo ist eigentlich der Außerirdische?"

„Superman?"

„Nein, der doch nicht! Ich meinte den, der in Wirklichkeit einen Schauspieler spielt, der aber einen Außerirdischen darstellt...das ist kompliziert."

„Ach der...du meinst Dr. Lazarus. Ich glaube, der diskutiert immer noch mit Tim Allen, wer von beiden nun eigentlich mehr Autogramme gibt."

Ein Mann saß da und reagierte gar nicht auf den allgemeinen Trubel.

Er murmelte ewas vor sich hin. Es klang wie:

„I close my eyes. I close my eyes..."

Die anderen lauschten auf sein Mantra, dann sahen sie sich verstehend an.

Obwohl sie alle einen schweren Stand hatten – und einige von ihnen sogar am Ende ihres Filmes sterben mussten, war es wohl mit Abstand am unangenehmsten, von seiner Frau mit deren eigenem Bruder betrogen zu werden.

„Wo bleibt eigentlich der Rest von uns?"

Allgemeines Schulterzucken.

Sie beschlossen das Meeting zu beenden.

Eigentlich wusste eh keiner mehr so genau, wozu sie sich überhaupt getroffen hatten.