may20: Befehl erhört und befolgt! Hier kommt der Rest – ist gerade fertig geworden!!^^ Und nein, er kann es ihm nicht anders mehr einflößen, ich meine, es ist flüssig. Soll er es in die Hand nehmen? Da würden ja 4/5 danebengehen oder an der Handkleben bleiben. Und einen Becher oder etwas ähnliches, wo er reinspucken könnte, gibt es nicht. So geht er wenigstens sicher, dass Spock wirklich alles im Mund hat.

Spock, ich muß Sie mit den hier gesammelten Pflanzen behandeln, ich habe nichts anderes mehr. Sie werden es aber nicht schaffen, die Blätter zu zerkauen, also werde ich das machen. Schlucken Sie sofort, sobald sie sie im Mund haben, verstanden?" Spock blinzelte ihn erschöpft an und nickte kaum merklich.



Pille atmete einmal tief durch, schob sich zwei der Blätter in den Mund und begann eilig zu kauen, ohne etwas herunter zu schlucken. Ein stechend bitterer Geschmack begann sich in seinem Mund auszubreiten, und wurde stärker, je mehr er die Blätter, die ungefähr die Konsistenz von Dörrfleisch hatten, zerkaute.
‚Dafür schuldest Du mir was, Du grünblütiger, spitzohriger…'.

Bevor er sich noch weitere Kosenamen für seinen Kollegen überlegen konnte, hatte er die Blätter nun endgültig in eine breiige Substanz zerkaut. Sachte faßte er Spocks Unterkiefer, öffnete dessen Mund, setzte seine Lippen an dessen und ließ vorsichtig einen Teil der Masse in Spocks Mund laufen, um den Mund wieder zu schließen.
Ob des bitteren Geschmacks verzog Spock vor Ekel das Gesicht, schaffte es aber unter großen Mühen zu schlucken. Erbarmungslos wiederholte Pille die Prozedur, bis er glaubte, genügend Blätter zerkaut zu haben. Schaudern wand sich der Halbvulkanier unter dem Griff des Arztes, versuchte, der unangenehmen Erfahrung zu entfliehen, doch McCoy ließ ihm keine Wahl.
Als er endlich von ihm abließ, sah Pille, dass Spock Tränen die Wangen hinunterliefen, ob aus Schmerz oder Scham wußte er nicht zu sagen. Er mußte völlig am Ende seiner Kräfte sein, dass er es zuließ, vor dem Bordarzt zu weinen.

Pille nahm seine ursprüngliche Position hinter dem Vulkanier wieder ein, um ihn weiter zu wärmen.
„Jim wird bestimmt bald auftauchen, da bin ich mir sicher." Versuchte er ihn zu beruhigen.
‚Und dieses mal schlafe ich bestimmt nicht ein!'
Eine halbe Stunde verging, in der der Arzt immer wieder die Vitalzeichen des Hybriden überprüfte. Die Temperatur stieg nicht weiter, das Herz schlug noch immer viel zu langsam und unregelmäßig.
Aber zumindest wurde es nicht schlimmer.
Der Halbvulkanier war inzwischen wieder eingeschlafen oder hatte das Bewusstsein verloren, genau konnte McCoy es nicht sagen. Also beschränkte er sich darauf, ihn warm zu halten, das Feuer nicht ausgehen zu lassen und nicht einzunicken.

Nach zwei weiteren Stunden entfalteten die Blätter endlich ihre volle Wirkung.
Das Fieber sank auf ein mehr oder weniger erträgliches Maß und der Kreislauf stabilisierte sich ein wenig.
Erleichtert atmete Pille auf. Er stand auf, um sich ein wenig die Beine zu vertreten um seine steifen Glieder aufzulockern, als im auffiel, dass der Regen nachgelassen hatte.
Absolute Stille breitete sich nun über den Dschungel aus, denn noch immer herrschte allgewaltige Finsternis außerhalb der Höhle, so dass kein Vogel und kein Tier sich rührte.
Dem Arzt wurde etwas unheimlich zumute. Eigentlich hatte er noch nie Angst im Dunkeln gehabt, aber DAS hier war irgendwie etwas anderes.
Schnell legte er Holz nach, so dass es in der Höhle wieder etwas heller und wärmer wurde und das Knacken der Scheite diese Stille unterbrach.
Plötzlich zuckte er bei einem unerwartete Geräusch zusammen, doch es war nur Spock, der im Fieberschlaf etwas Unverständliches murmelte und sich in eine bequemere Lage drehte.

Mit einem Pfeiffen ließ Leonard die Luft aus seinen Lungen entweichen, von der er gar nicht wußte, dass er sie angehalten hatte. Diese Nacht kostete ihn eindeutig mindestens drei Jahre seines Lebens! Und ein paar (neue) graue Harre würde er wohl auch entdecken, wenn er das nächste mal in einen Spiegel sehen wird.

Bald zeigten sich am Himmel die ersten helleren Streifen, was die Vögel zum Signal nahmen, ein riesiges Spektakel zu veranstalten, um den neuen Tag zu begrüßen!

Wenn Pille nicht schon stundelang voller Angespanntheit nach einem Knacken im statischen Rauschen des Kommunikators zu lauern, wäre es ihm jetzt entgangen. Doch seine übersensiblen und auch überstrapazierten Ohren hatten ihn nicht getrogen.

„Pille?… Spock? Hört ihr mich?" krächzte Kirks Stimme durch den Äther. Nicht gerade die nach Sternenflottenprotokoll korrekte Meldung, aber das war Pille herzlich egal. Und der Pedant war eh bewußtlos!

Beinahe stolperte der Arzt über seine eigenen Füße, so eilig hatte er es, den Kommunikator zu erreichen.

„Jim, verdammte Scheiße, wo habt ihr gesteckt?!? Ich hab die schrecklichste Nacht meines Lebens hinter mir!!"
Die ganze aufgestaute Anspannung der letzten Nacht wollte sich nun in einer gewaltigen Explosion entladen.
Kirks Reaktion trug nicht unbedingt zur Verbesserung der Situation bei.

Er konnte ihn kichern hören. „Na, komm schon Pille, stundenlange Diskussionen mit Spock über irgendwelchen detaillierten hochwissenschaftlichen und logischen Schnickschnack waren doch bestimmt spannend oder? So schlimm kann es doch nicht gewesen sein!" Pille Kopf lief tiefrot an und er war sich sicher, dass man ihn jetzt auch ohne Kommunikator auf der Enterpreise hören konnte.

„ICH KOMME HIER GLEICH DURCH DIE LEITUNG!!! SCHICK GEFÄLLIGST EIN TEAM MIT GROßEN MEDIPACKS UND EINER TRAGE RUNTER. ER ERKLÄRE ES OBEN!!!"

Wutentbrannt knallte er das zierliche technische Gerät zusammen, dass es laut knackte und einzelne Kleinstteile in alle Richtungen davonsprangen.

Pille atmete mehrmals tief durch, um sich zu beruhigen und beugte sich dann runter zu Spock, um nach ihm zu sehen. Es überraschte ihn nicht, dass dieser seine Augen ein Stück weit geöffnet hatte und ihn noch etwas verschlafen und verwirrt anblinzelte.

„Hat sich der Captain gemeldet…?" Seine Frage war nicht mehr als ein schwaches Flüstern.

Pille drückte ihn sanft an den Schultern zurück auf den Boden, als sich der Halbvulkanier in eine sitzende Position aufrichten wollte. „Ich wollte Sie nicht wecken, Spock. Aber ja, der Bastard hat sich gemeldet. Er wird sicher gleich hier sein."

Schon nach wenigen Minuten materialisierten sich mehrere Personen vor dem Höhleneingang, es waren Kirk, zwei Schwestern der Krankenstation und zwei Sicherheitsleute.
Der Arzt entriß den Schwestern förmlich die Medi-Koffer, wühlte kurz darin herum und verpaßte Spock nacheinander drei Hypos, ohne auch nur ein Wort mit irgendjemanden zu wechseln. Beinahe augenblicklich fiel Spock in einen tiefen traum- und schmerzlosen Schlaf, aus dem er erst Stunden später auf der Krankenstation wieder erwachen würde.

Kirk starrte derweil erschrocken auf das eingetrocknete grüne Blut auf den Uniformen seiner beiden Offiziere, Spocks notdürftig geschienten und verbundenen Arm und den verkniffenen Gesichtsausdruck seines Ersten Medizinischen Offiziers.
„Was, zum Henker-?"
Pille würgte ihn mitten im Satz ab. „Ich sagte, ich erkläre es Dir oben. Ich muß ihn so schnell wie nur möglich behandeln."
Mit einem Wink bedeutete er den beiden Sicherheitsleuten, Spock auf die mitgebrachte Trage zu hieven.

„Aber eines will ich jetzt SOFORT wissen: WO WART IHR?" Er stierte Jim ungeduldig an.

„Romulaner… Sie tauchte plötzlich auf und haben, nunja Du weißt ja wie die sind, ein wenig Streß gemacht…" meinte Kirk etwas kleinlaut und mit einem entschuldigenden Unterton, so als fürchtete er, dass diese Erklärung Pille noch immer nicht genügen würde.
Dieser beließ es jedoch bei einem stechenden Blick und kontrollierte, ob die Sicherheitsleute den Wissenschaftsoffizier sachgerecht festgeschnallt hatten.

Alle waren nun bereit zum Beamen und innerhalb einer weiteren Minute befanden sie sich wieder auf dem Schiff.

***

Wenn Sie nur zwei Minuten länger geblieben wären, hätten sie das vielleicht bemerkenswerteste Tier dieses Sonnensystems, wenn nicht der Galaxis gesehen: Ein etwa 50 cm hoher, tiefschwarzer Bär betrat die kleine Lichtung vor der Höhle, schaute sich kurz um, erhob sich auf die Hintertatzen und tänzelte wieder zurück in den nun sonnendurchfluteten Wald.

*Ende*