Zu viele Spocks

"Jetzt ist alles klar," sagte Jim. „Das Universum ist fest entschlossen, mich zum ersten Mann mit einer monogamen Dreierbeziehung zu machen."

Weder sein eigener Spock noch der mit dem Bart schienen von diesem seinem Kommentar übermäßig beeindruckt zu sein. Er hatte aber ohnehin zuviel damit zu tun, offenen Mundes zwischen ihnen hin- und herzustarren, als dass es ihn sonderlich gekümmert hätte. Dieser neue Spock – und verdammt, aber wie viele Spocks brauchte das Universum? – war jünger als der andere… andere Spock. Der alte. Aber er war doch älter als sein gewohnter Spock, er sah aus wie in den Dreißigern. Jim nannte ihn prompt „Bart-Spock". Langsam dachte er, dass er dabei war, sich eine Sammlung zuzulegen. Bart-Spock, Alter-Spock und Spock-Spock. Oder vielleicht sollte er Narben-Spock heißen, aber er wollte Spock-Spock damit nicht kränken.

„Wir können uns nicht gegen das Schicksal wehren, Jungs. Es wird einfach so lange Spocks nach mir werfen, bis es passiert," beharrte er. Er meinte das nicht so ganz ernst – sein Spock war ausgesprochen eifersüchtig auf seine anderen Ichs. Okay, und andere Männer. Und Frauen. Manchmal auch Zimmerpflanzen, wenn Jim sie zu lange ansah. Aber angesichts dieser Situation konnte er nur so verhindern, in hysterisches Gelächter auszubrechen.

„Worüber phantasieren Sie, Kirk?", fragte Bart-Spock, und Jim bemerkte sofort, dass er wesentlich mehr scharfe Kanten hatte als seine Ebenbilder. „Und was ist das für ein Ort? Sie werden mir das jetzt sagen." Damit ging er einen aggressiven Schritt nach vorne, und Jims Augen weiteten sich, als er fühlte, wie eine Hand sich um seine Kehle schloss.

Sie blieb da nur eine Sekunde. Dann wurde Bart-Spock prompt in die Konsole des Transporterraums geworfen, als der reguläre Spock reagierte.

"Sie werden den Captain nicht wieder berühren," sagte Spock scharf.

"Es sei denn, das war das Vorspiel," ergänzte Jim und handelte sich zwei wütende Blicke ein. Er warf die Hände nach oben. „ In Ordnung, schön, ich bin schon still. Den Versuch könnt ihr mir nicht vorwerfen." Er konnte nichts dagegen tun – er war von Natur aus empfänglich für Spock. In jeder Form.

Bart-Spock musterte den richtigen Spock. Dann wandte er seinen prüfenden Blick Jim zu. „Ich bin in einem anderen Universum," folgerte er nach einem Moment.

"Wahrscheinlich," bestätigte Jim.

Eine Augenbraue zuckte. „Faszinierend. Ich scheine auch in einer anderen Zeit zu sein."

"Das auch," stimmte er zu.

"Die Funktionsstörung des Transporters war wahrscheinlich verantwortlich," sagte sein Spock. „Wenn wir die Quelle der Störung feststellen und versuchen, den Prozess umzukehren, werden wir Sie theoretisch dahin zurück schicken können, wohin Sie gehören."

Bart-Spock straffte sich ein wenig. Er erholte sich von dem Wurf in die Konsole und befestigte seine Schärpe.

Jim fragte sich, ob er Starfleet zu Schärpen überreden konnte. Glänzenden Schärpen. Vielleicht mit Goldbesatz.

"Sie gehen davon aus, dass ich mich fügen werde, in mein eigenes Universum zurückzukehren," stellte Bart-Spock fest. „Was werden Sie tun, wenn ich das nicht will?"

"Hey, je mehr, desto lustiger!", sagte Jim. Inzwischen dachte er, dass irgendwann jede irgendwo vorhandene Version von Spock schließlich den Weg hierher finden würde.

Sein eigener Spock schien daran Anstoß zu nehmen. „Dann werden Sie in Haft genommen, bis wir Sie gewaltsam aus unserer Realitätsebene entfernen können," antwortete er streng.

Jim lehnte sich ein wenig zurück, um den Anstarr-Wettstreit zu beobachten.

Das versprach unterhaltsam zu werden.

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