ROCKSTAR

Liley

Disclaimer: Mir gehören keine Rechte an Figuren und Song. ich hatte bloß die Idee zu dieser Story. Ich verdiene kein Geld dadurch, dass ich sie veröffentliche.

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Kapitel 01 – Gotcha!

Miley starrte etwas unsicher das Mikrofon vor sich an. Sie war es inzwischen mehr als gewohnt, zu singen, aber sie machte sich Sorgen. Was, wenn sie hier jemand hörte und erkannte, wer da wirklich sang? Das Risiko konnte sie nicht eingehen.

Sie hatte ihr Geheimnis immer gehütet wie einen Augapfel und sie würde jetzt nicht mehr damit aufhören.

Vor ihr stand ihr Musiklehrer. Derjenige, der sie überhaupt entdeckt hatte und damit zu Mileys Vater gegangen war. Zusammen hatten sie sich das ganze fein überlegt. Eine neue Identität. Sie war jetzt nicht nur noch einfach Miley Stewart. Nein, sie war außerdem Hannah Montana.

Seit etwa einem Jahr ging das jetzt so. Sie hatte schon alle Rekorde gebrochen und ihr Album war von Null auf Eins geschossen. Sie hatte das geschafft, wovon viele Künstler vor ihr nur träumen konnten. Sie selbst hatte sich über dem Ruhm überhaupt nicht verändert.

Sie war immer noch unbeliebt, hatte nur wenige Freunde und war ansonsten auch nicht sehr begehrt. Sie trug ihre Haare stets in einem lockeren Zopf, ihre Brille war groß mit dicken, schwarzen Rändern und sie versteckte sich gerne hinter Büchern und ihren Hausaufgaben.

Es war kein Wunder, dass sie die meisten 'Stinky Stewart' nannten. Sie hatte einen besten Freund und er war ein mindestens genauso großer Streber, wie sie selbst. Er hieß Oliver Oken und die meisten Footballspieler machten sich einen Spaß daraus, seinen Kopf in Kloschüsseln zu tauchen.

Die meisten dieser Footballer waren Lillys Freunde. Aber natürlich war es ihr vollkommen egal, ob Oliver so etwas angetan wurde oder nicht. Vermutlich wusste die Blondine nicht einmal, dass er oder Miley existierten. Und vielleicht war das auch besser so.

Lilly war sehr beliebt. Jeder sah zu ihr auf und die Mädchen lagen ihr zu Füßen. Miley war sich nicht einmal ganz sicher, ob wirklich alle von ihnen auf Frauen standen. Sie hatte das Gefühl, manche wollten nur etwas von der Skaterin, weil es sie auf eine gewisse Art 'cool' machte. Miley hatte bis heute nicht verstanden, wie so etwas möglich war.

Sie selbst kam sich dabei immer irgendwie ziemlich hilflos und naiv vor.

Es war schon ziemlich wahnwitzig zu glauben, Lilly könnte sie je auch nur ein zweites Mal ansehen. Sie hatten einander so oft in den Gängen gesehen, aber Lillys Blick schien immer über sie hinweg zu schweben. Zu einem anderen Mädchen oder einem ihrer populären Freunde. Um nur zwei von ihnen zu nennen, Amber und Ashley waren nie nett zu Miley gewesen.

In der Tat stand sie als Stinky Stewart ganz oben auf ihrer Mobbing-Liste, denn anders konnte man es wohl kaum nennen. Obwohl sie nie auch nur ein mal gesehen hatte, wie sich Lilly über jemanden lustig machte, tat sie auch nichts gegen die Unterdrückung in der Seaview High.

Sie war immerhin beliebt, was sollte es sie groß kümmern.

Miley rückte das Mikrofon zurecht und atmete einmal tief ein. Sie checkte noch einmal, ob wirklich niemand an der Tür zum Musikraum stand und zückte ihre Gitarre. Prof. Crown hatte sie gebeten, den Song für ihn zu singen. Er hatte ganz offiziell eigentlich nichts mehr mit Hannah zu tun, aber manchmal half er Miley dabei, ihre Songs noch ein wenig auszubessern.

Meistens respektierte er es, wenn sie nicht singen wollte. Wenn sie sie selbst war, sank ihr Selbstbewusstsein häufig auf einen Tiefpunkt. Und dann fühlte sie sich manchmal nicht imstande dazu, überhaupt auch nur einen korrekten Ton heraus zu bringen.

„Komm schon, Miley. Du hast es mir versprochen.", er ließ sich auf einen der Stühle sinken und verschränkte seine Arme. Sein kurzes, ergrautes Haar schimmerte im Licht der Lampe über ihm und er hatte seine Brille abgenommen und zusammen geklappt. Das tat er manchmal, wenn er nicht sehen, sondern nur hören wollte. Zumeist tat er dies bei seinem Chor.

Oder eben bei Miley.

„Okay... Uhm. Also sie kennen die Lyrics ja. Soll ich einfach mal anfangen?", sie war einen neuen, unsicheren Blick zur Tür. Selbst der kleine Vorhang hinter ihr bereitete ihr Unbehagen. Wenn nun jemand dahinter stand? Sie schüttelte den Gedanken zur Seite. Es war schon sehr weit hergeholt, wenn ausgerechnet jetzt jemand durch die Tür dahinter kommen würde.

„Fang an, sobald dir danach ist, Miles.", Prof. Crown war schon seit langem ein guter Freund der Familie gewesen. Mileys Vater war zusammen mit ihm aufs College gegangen und die beiden hatten den Kontakt gehalten. Er war es auch gewesen, der Robbie Ray den Vorschlag gemacht hatte, nach Malibu zu ziehen, als seine Frau – Mileys Mutter – verstorben war.

Miley schloss ihre Augen. Sie konnte besser spielen und singen, wenn sie nicht wusste, was vor ihr lag. Zumindest, wenn sie nicht gerade Hannah war. Es war erstaunlich, was eine Perücke und andere Klamotten aus einem machen konnten. Zumindest für diese paar Stunden fühlte sich Miley beliebt, gewollt. Sie hatte sich sogar einmal vorgestellt, wie es wohl sein würde, Lilly so zu begegnen.

Dann würde die Surferin bestimmt nicht einfach durch sie hindurch sehen.

Yeah

Oh-Oh Oh-Oh Oh-Oh

Yeah-Hey yeah yeah

Woo!

Sie hatte es immer schon geliebt zu singen. Wenn sie sang, dann fühlte sie sich frei. Und nichts ging über ein voll besuchtes Konzert mit schreienden Fans. An solchen Abenden hatte Miley kein Problem damit 150% zu geben und voll aus sich raus zu gehen.

Wie sie sich verhielt, wenn sie ganz normal Miley Stewart war, war immer noch eine andere Geschichte. Sie fragte sich, wieso nicht langsam ein bisschen von Hannahs Selbstbewusstsein auf sie übergegangen war. Das war schließlich beides sie.

Manchmal war sie sauer auf sich selbst, weil sie sich noch nicht verändert hatte. Aber der Teil von ihr, auf den sie die meiste Zeit hörte, sagte ihr, dass es besser so war. Es war besser, ein unauffälliges Leben zu führen. Sie hatte viel weniger Probleme, als die meisten Schülerinnen.

Allein schon deswegen, weil sie sich nicht so viel Gedanken um ihr Äußeres machen musste. Die meisten Mädchen in ihren Kursen fingen ja schon an zu weinen, wenn ihre Fingernägel nur angerissen waren. Wenn ihnen dann einer abbrach... Miley wollte gar nicht daran denken.

Sometimes I walk a little faster

In the school hallway

Just to get next to you

Some days I spend a little extra

Time in the morning

Just to impress you

Guess you don't notice

Guess you don't need to

Sad you're not seein'

What you're missin'

On the outside shy and away

On the inside dyin' to say

Natürlich hatte sie auch dieses Lied für Lilly geschrieben. Prof. Crown – Philipp – wusste ganz genau von ihrem kleinen Crush. Er hatte ihr mehr als einmal dazu geraten, endlich etwas zu versuchen. Sie hatte nie auf ihn gehört. Denn es stimmte, Lilly würde es nicht bemerken, wenn sie sich ein bisschen mehr anstrengen würde mit ihrem Aussehen.

Sie war immer schon sehr schüchtern gewesen. Immer eine der Stillsten, immer allein. Sie war sehr froh, an der Highschool dann Oliver getroffen zu haben. Er war der beste Freund, den sie sich nur wünschen konnte. Er allein wusste von Hannah. Er hatte geschworen, es niemals auch nur einer Menschenseele zu verraten. Und sie glaubte ihm.

Er war wie ihr Bruder.

Sie musste nur aufpassen, dass das Geheimnis nie heraus kam. Sie wollte ihr ruhiges Dasein als normales Mädchen nicht aufgeben. Und sie wollte schon gar nicht, dass Lilly sie nur ihres Ruhmes wegen wollte. Dann war es ihr sogar lieber, wenn die Blondine sie ignorierte.

Immerhin hatte sie sie noch nie auf den Arm genommen oder gemobbt. Miley wusste, dass sie das nicht ertragen hätte. Amber und Ashley waren eine andere Geschichte, aber Lilly war Miley zu wichtig, zu heilig, als dass sie darüber hätte hinweg kommen können.

I'm unusual

Not so typical

Way too smart to be waiting around

Tai chi practicing

Snowboard champion

I could fix the flat on your car

I might even be a rockstar

I might even be a rockstar

Als Hannah hatte sie einmal bewiesen, dass sie auch in Sport ganz gut sein konnte. Natürlich war Miley Stewart weiterhin mies in allen Sportarten, außer Tanzen. Sie hatte schon lange kein Problem mehr damit, als letzte gewählt zu werden. Sie hatte sich schon lange damit abgefangen.

Und seit etwa zwei Jahren belegte sie einen privaten Tai-Chi-Kurs. So wie ihr Vater und ihr Bruder. Das waren wirklich die einzigen Zeiten, in denen Miley ihren Bruder Jackson jemals ruhig und konzentriert gesehen hatte. Sie wusste nicht wieso und woher es kam, aber Tai Chi lag in ihrer Familie wie das Talent zum Singen.

Na ja... in Jacksons Fall hatte das musikalische Talent wohl eine Generation übersprungen. Dafür konnte er andere Dinge gut. Miley fielen im Moment keine ein, aber irgendwann würde er sicher etwas finden, in dem er gut war. Er konnte ja nicht für immer ein Verlierer bleiben. Fast so wie Miley.

Mileys Finger glitten über die Gitarre. Sie hatte es schon immer geliebt, Instrumente spielen zu können und war unglaublich glücklich, dass ihr Vater sie damals dazu überredet hatte. Klavier und Gitarre. Ihrer Meinung nach die besten Instrumente auf der ganzen Welt.

Hannah selbstverständlich hatte ihre eigene Band. Sie brauchte nicht selbst Gitarre zu spielen, aber Miley liebte es. Hannah und sie waren so verschieden und doch waren sie irgendwie Eins. Denn ohne Miley gab es keine Hannah.

Manchmal fragte sich Miley, ob sie noch ohne Hannah leben konnte.

Sometimes I wish when the phone rings

That it would be you

Sayin': "Let's hang out"

Then you confess

That there's something special between us

Why don't we find out

But you don't even know me

Guess you don't need me

Why're you not seein' what you're missin'

On the outside shy and away

On the inside dyin' to say

Sie hatte sich mehr als nur einmal vorgestellt, dass Lilly sich bei ihr melden würde. Ihre meisten Tagträume drehten sich um die Blondine. Eigentlich alle. Sie hatte ja sonst auch nichts, wovon sie noch träumen konnte. Sie hatte ja 'The Best of Both Worlds'.

Was würde Lilly tun, wenn sie wüsste, dass Miley in sie verliebt war. Sicher würde es sie nicht kümmern. Die Skaterin hatte so viele Verehrerinnen, die so viel hübscher waren, als Miley. Sicher würde sie sich nur über Miley lustig machen. Darüber, dass sie so einfältig war, sich auch nur vorzustellen, dass mehr zwischen ihnen beiden laufen könnte.

Lilly hatte höhere Standarte. Sie datete nur Schönheitsköniginnen. Sie hatte mehr als nur einem Mädchen das Herz gebrochen und gewiss mit mehr als nur einer von ihnen geschlafen. Miley jedoch. Miley war noch Jungfrau und sie würde es wohl auch noch lange bleiben.

Außer natürlich sie suchte sich als Hannah einen Freund und zeigte ihm, wer sie wirklich war. Die Frage war nur, ob sie sich selbst das antun konnte. Sich einen Kerl oder eine Frau zu suchen, der/die sie nur als Hannah kannte. Und sie folglich wohl nur ihres Ruhmes wegen wollte.

Da blieb sie lieber eine Jungfrau.

I'm unusual

Not so typical

Way too smart to be waiting around

Tai chi practicing

Snowboard champion

I could fix the flat on your car

I might even be a rockstar

If you only knew the real me

I might even be a rockstar

I'm telling you that we are meant to be

Now wouldn't it be nice if you could see

That I really am a rockstar

Yeah yeah

Vielleicht sollte sie wirklich ernsthaft darüber nachdenken, Lilly als Hannah entgegen zu treten. Immerhin war sie immer noch sie selbst. Nur ein bisschen anders. Die Unterschiede waren praktisch nichtig... wenn sie sich selbst etwas vor machte. Sie würde niemals so sein wie Hannah und Lilly würde sich niemals in sie verlieben. In sie als Miley.

Sie war vielleicht ein Rockstar, aber sie konnte nicht zaubern. Ein Liebestrank. Das war genau, was sie jetzt brauchte. Ihr würde schon eine einzige Nacht mit Lilly völlig reichen. Nur eine Nacht, in der man ihr zeigen würde, wie es sich anfühlte, geliebt zu werden.

Vielleicht eine Nacht, in der sie sich Lilly völlig hingeben konnte und am nächsten Tag einfach verschwand. Es war unsinnig. Sie könnte sicher nie wieder ohne das Gefühl von Lillys Liebe leben, wenn sie es aus erster Hand erfahren hatte.

Aber da sie ohnehin weder Zauberstab noch Zaubertrank besaß, erledigte sich dieser Gedanke sowieso. Trotzdem, es wäre mal eine nette Abwechslung in ihrem drögen Leben gewesen. Einmal in Lillys funkelnde, türkise Augen zu sehen und die Liebe zu finden, die sie selbst in sich trug.

Yeah I really am a rockstar

Hey Hey Hey!

Woo!

Ha! A rockstar!

I'm unusual

Not so typical

Way too smart to be waiting around

Tai chi practicing

Snowboard champion

I could fix the flat on your car

Prof. Crown war inzwischen aufgestanden und hatte seine Brille wieder aufgesetzt. Das hatte er noch nie getan, während sie einen neuen Song präsentierte. Irgendetwas war los mit ihm, denn er hatte ein wissendes Lächeln aufgesetzt.

Miley machte sich bereit für das Finale ihres Songs. Nichts anderes war wichtig neben einem guten, großen Finale. Das hatte sie gelernt in ihrer Zeit als Hannah. Hannah hatte ihr ohnehin sehr viel beigebracht. Auch über sich selbst. Sie hatte viel dazugelernt in diesem letzten Jahr.

Und sogar trotz ihrer vielen Nächte, die sie auf Konzerten und After-Show-Partys verbrachte, hatten ihre Noten nicht gelitten. Ihr Vater war sehr stolz auf sie. Das hatte er ihr immer wieder gesagt und sie glaubte ihm. Sie selbst war stolz, dass sie alles neben der Schule hin bekam.

Rockin' it wherever we are

Yeah yeah

Cuz I really am a rockstar

Cuz I really am a rockstar

I am a rockstar

Woa oh oh

Yeah

Sie machte einen Schritt vom Mikrofon zurück und rückte ihre Brille gerade. Sie seufzte leise und erleichtert, dann lächelte sie. Philipp winkte sie runter zu sich, er hatte sich wieder gesetzt und lächelte immer noch. Miley mochte dieses Lächeln gar nicht.

„Also, Miles. Toller Song.", er grinste, dann gluckste er und sie wurde rot. Sie setzte sich neben ihn und verschränkte ihre Hände im Schoß. „Wann willst du ihr endlich sagen, was du empfindest, huh? Du hast jetzt schon so viele Songs für sie geschrieben und sie hat immer noch keine Ahnung." Sie zuckte mit den Schultern.

„Das ist nicht so einfach. Du weißt doch selbst, wie beliebt Lilly ist. Sie wird sich nie für mich interessieren.", es war etwas entwaffnend und seltsam, mit einem Mann über ihr Liebesleben zu sprechen, der über 40 und außerdem sehr gut mit ihrem Vater befreundet war.

„Ach, Miles. Du brauchst einfach nur ein bisschen mehr Selbstvertrauen. Du gibst Lilly ja nicht einmal die Chance, dich kennen zu lernen. Seit wann gibt Miley Stewart denn so schnell auf?", sie schloss ihre Augen und lehnte sich zurück. Ja, wann hatte sie angefangen aufzugeben?

„Ich könnte es ihr sagen, wenn wir unser Abschluss-Diplom bekommen haben. Ich sag's ihr und dann renn ich weg. Ist doch 'n super Plan, meinst du nicht auch?", Philipp Crown gluckste erneut und schüttelte nur den Kopf. Er stand auf und nahm Mileys Gitarre, brachte sie zurück zu ihrem Koffer.

„Ich bin mir ganz sicher, wenn du ihr einfach zeigen würdest, wie du wirklich bist, dann würde sie sich genauso in dich verlieben, wie du in sie.", sie hasste es manchmal wirklich, wie zuversichtlich er war. Wenn es alles so einfach war, wieso war er denn dann immer noch allein?

Sie ließ einen leisen, ungehaltenen Ton entfahren.

„Phil... Das ist Lilly Truscott, von der wir hier reden. Die Lilly Truscott, die letztes Jahr für uns die Meisterschaft im Football gewonnen hat. Die Lilly, die zufällig eine der beliebtesten Mädchen der Schule ist. Und ich bin nur...", Stinky Stewart. Fast hätte sie es ausgesprochen. Philipp hatte keine Ahnung, dass die anderen Schüler sie so nannten.

Und sie wollte nicht, dass er es mitbekam. Er zog die Augenbrauen hoch. „Was soll das denn heißen? Diese Lilly Truscott ist doch keine Göttin, Miles. Sie ist ein genauso normales Mädchen wie du auch.", das bezweifelte Miley ernsthaft. Wenn Lilly genauso normal wäre wie sie, dann wäre sie nicht Lilly. Dann wäre sie genauso wie Miley in der Unterschicht.

Miley seufzte, dann zuckte sie mit den Schultern und stand wieder auf. Ihre Freistunde war beinahe vorbei, weil sie sich vor dem Song so lange herum gedrückt hatte. Sie rollte ihre Schultern und packte ihre Tasche. Sie wollte nicht auch noch zu spät kommen. In zwei Stunden war eh schon wieder die große Lunchpause. Dann konnte sie sich endlich wieder richtig entspannen.

„Ich gehe, Phil. Wir sehen uns später, ja?", sie hatte noch Musik bei ihm und er nickte. Sie schenkte ihm ein kleines, verlegenes Lächeln, dann schulterte sie ihre Tasche und verschwand aus dem Zimmer. Es war ihr vielleicht noch nicht aufgefallen, aber das war einer Songs gewesen, zu denen Prof. Crown seit langer Zeit Mal wieder nichts anzumerken hatte.

•◘○Liley•◘○

Miley hasste das Essen, was beim Lunch ausgeteilt wurde. Zumindest die meiste Zeit über. So wie heute. Ein abgegammelt aussehender Hackbraten, matschige Möhren und etwas, was starke Ähnlichkeit mit grüner Kotze hatte... aber wohl Spinat sein sollte.

Sie stocherte nur in ihrem Essen rum, während ihr bester Freund Oliver Unmengen von Ketchup auf seines spritzte. Das ganze war jetzt bedeckt von einer einzigen, roten Masse. Sie beide saßen meistens allein. Weil niemand mit Stinky Stewart und Baby Oken zusammen sitzen wollte. Die meiste Zeit machte ihr das allerdings nicht viel aus. Mit Oliver konnte sie offen reden, sie vertraute ihm.

„Oh man... Ich hab mich schon wieder eingesaut.", Miley kicherte. Olivers Poloshirt hatte einen großen, roten Fleck gleich oberhalb seiner rechten Brust. Der Ketchup hatte sich in den Stoff gesaugt und er stand ungehalten auf. „Ich geh mir ein paar Servietten holen, okay?"

Miley nickte nur und sah belustigt dabei zu, wie Oliver aufstand und zum Tresen verschwand. Er schaffte es immer wieder, sich neue Sachen einfallen zu lassen, wegen der man ihn einfach lieb haben musste. Wie ein kleines Hündchen, dass ständig auf die Nase fiel.

Sie kicherte bei dieser Vorstellung.

„Ms. Miley Stewart und ihr wunderschönes Lächeln.", Miley erstarrte bei diesen Worten. Sie wagte es kaum aufzusehen, aber als sie es tat, blieb ihr die Luft im Hals stecken. Da stand sie. So schön und erhaben, wie eh und je und lächelte sie an. Lilly Truscott grinste.

Sie ließ sich auf Olivers verlassenen Platz sinken und schob sein Tablett zur Seite, damit sie ihren halb geleerten Joghurt abstellen konnte. Sie steckte ihren Löffel in den Mund und nuckelte glücklich daran, während sie Miley beobachtete. Miley wurde rot.

„Du bist süß. Und, heute Abend schon irgendetwas in Planung? Oder bist du frei?", Miley schluckte, dann schob sie ihr eigenes kaum angefasstes Tablett zur Seite und wagte einen kleinen Blick auf die Blondine, die sie immer noch fasziniert musterte. Sie musste sich das einbilden, das hier konnte nicht real sein. „Na? Willst du mir auch noch antworten? Oder muss ich dich erst mit Joghurt bestechen?"

Jetzt kicherte die Skaterin und Miley musste leicht lächeln, dann machte sie ihren Mund auf. „Eigentlich... h-hab ich Zeit. Ich muss nur, uhm.... ich muss nur Daddy fragen, ob ich was machen darf.", sie mied Lillys Blick. Meistens galt es als ziemlich uncool, wenn man seine Eltern fragen musste, aber die Surferin schien sich nicht darüber zu stören.

„Cool. Dann fragst du deinen Vater und wenn du darfst, dann schaust du bei mir Zuhause vorbei. Du kennst die Adresse, oder?", Miley nickte etwas unsicher. Lilly streckte die Hand aus, die nicht den Löffel umklammerte und strich einmal sanft über Mileys Wange. Mileys Gesicht wurde so heiß, dann es ihr vor kam, als könnte man Spiegeleier darauf braten.

„Heute Abend um 8 bei mir. Oh... und noch etwas.", Miley sah auf und sah den Löffel Joghurt, der auf sie zu geflogen kam, gerade noch rechtzeitig. Sie öffnete automatisch ihren Mund und einige Sekunden später schmeckte sie Pfirsich und Marakuja. Lilly kicherte wieder. „Du hast da was." Sie zog den Löffel aus Mileys Mund und lehnte sich vor zu ihr.

Miley Herz blieb stehen, als sie diese Lippen... Diese Lippen am Rand ihres Mundes spürte. Lilly leckte sanft über Mileys Wange und nahm offenbar Spuren von verschmiertem Joghurt mit sich. Dann schnurrte sie und küsste die Stelle, bevor sie sich erhob und Miley zu zwinkerte.

„Acht Uhr. Vergiss es nicht, sonst bin ich sauer.", sie zwinkerte noch einmal, dann war sie verschwunden. Mileys Atmung funktionierte immer noch nicht richtig und sie legte eine zitternde Hand auf die brennende Stelle. Lilly Truscott. Sekunden später saß Oliver wieder in seinem Platz.

„Oh mein Gott, was wollte denn Lilly Truscott von dir?!", Olivers Stimme war erstaunlich ruhig dafür, dass er unglaublich aufgeregt wirkte. Der Fleck in seinem Shirt schien völlig vergessen, als er sie entgeistert anstarrte. Sie stand immer noch unter Schock. „Ich meine, sie hat dich geküsst!"

„Sie hat mich nicht geküsst... na ja, nicht richtig. Sie hat mich...", Mileys Gehirn machte nur langsam Fortschritte. „Sie hat mich auf ihre Party heute Abend eingeladen. Meinst du, ich sollte hingehen?", Oliver starrte sie an, als wäre sie verrückt.

„Natürlich musst du hingehen! Wenn sie dich sogar selbst einlädt?! Du wärst verrückt, nicht hinzugehen! Gott... wir müssen dich richtig anziehen und deine Haare machen und dann fahr ich dich hin. Heute Nacht wirst du Truscott von den Socken hauen!", er stach in seinen noch vollen Teller und steckte sich eine Gabel von roter Pampe in den Mund. Miley verzog das Gesicht.

„Was meinst du mit hinfahren? Kommst du denn nicht mit?", die Miene, die Oliver aufsetzte war eine Mischung aus Verwirrung, Belustigung und Furcht. Und Miley konnte es nicht leiden, wenn Oliver so viele verschiedene Gefühle auf einmal hatte. Er rollte mit den Augen.

„Ich wollte auch gerne mal einen Abend alleine verbringen, an dem mein Kopf in kein Klo getaucht wird, vielen Dank. Du wirst mich niemals auf so eine Party schleppen. Zumindest nicht, wenn die Footballer hingehen und damit musst du rechnen. Immerhin ist es Truscotts Party.", in weniger als fünf Minuten hatte er seinen Teller geleert.

Oliver sagte oft, dass der Geschmack gar nicht so übel war, wenn man ihn nur genug überdeckte und das Ganze dann auch noch schnell genug in sich hinein schlang. Aber Miley hatte das nie gekonnt. Sie hatte es einmal versucht, sich erbrochen und es seitdem sein lassen.

Außerdem war alles, was Miley noch schmeckte, der Joghurt von Lilly.

•◘○Liley•◘○

Um kurz nach Acht betrat Miley das Haus der Truscotts. Das ganze Haus schien voll gestopft mit Leuten und überall lagen Flaschen und Klamotten und hier und da sah sie Pärchen, die aufeinander lagen und aneinander herum fummelten. Sie war nervös.

Sie war noch nie auf einer von Lilly Truscotts Partys gewesen. Sie war an sich noch nie als sie selbst auf eine Party gegangen. Es war ein seltsames Gefühl. Vor allem, weil sie die meisten schief von der Seite anguckten und sich offenbar fragten, was sie hier machte.

Was sollte Stinky Stewart schon mit Lilly Truscott zu tun haben? Sie fragte sich sowieso immer noch, was Lilly denn nun genau von ihr wollte. Das Licht war etwas gedimmt und laute Musik brachte ihre Ohren fast zum Platzen. Auf den Promi-Partys, die sie bis jetzt besucht hatte, war es nie so laut und unmoralisch zugegangen. Aber das hatte sie erwartet.

Sie fühlte sich ohnehin absolut fehl am Platz. In ihren normalen Klamotten, die in den Augen der meisten absolut uncool waren, ihrer Brille und den Haaren im Zopf. Die meisten Mädchen schienen fast nichts an zu haben. Sie hatte Oliver beinahe noch eine verpasst, als er versucht hatte, sie in ein enges Outfit zu zwängen. Wenn Lilly sie so angesprochen hatte, dann musste sie sich nicht noch extra verändern... zumindest hoffte sie das.

Sie machte gerade unsichere Schritte in das Wohnzimmer, als sich zwei Hände über ihre Augen legten und sie über all dem Lärm ein Kichern hörte. „Hab dich!", Lillys melodische Stimme schwebte an ihre Ohren und ließ ihren Körper in Gänsehaut ausbrechen. „Ich bin so froh, dass du kommen konntest. Was hat dein Vater gesagt?"

Sie ließ Miley los und die Pop-Prinzessin drehte sich um. Lilly sah umwerfend aus in ihrem königsblauen T-Shirt und der verblichenen Jeans. Ihre Haare hingen ihr in das gutaussehende Gesicht und sie nahm Mileys Hand in ihre und lächelte.

Miley wurde schon wieder rot.

„Uhm... er hat gesagt, es ist okay. Ich muss nur bis 12 wieder Zuhause sein." Gott, Lilly machte sie so nervös. Die Skaterin nickte anerkennend, dann zog sie Miley mit sich in die Küche, die heller war und vor allem leerer. Obwohl hier drei Bierfässer standen. Die beiden einzigen anderen Menschen suchten das Weite, als sie Lilly mit einem anderen Mädchen sahen.

Lilly schnappte sich einen der Plastikbecher und machte ihn voll, hielt in Miley hin, die die Flüssigkeit misstrauisch beäugte, bevor sie sie annahm. „Wo ist denn... Oliver? Dein Freund, mit dem du immer rum hängst. Wollte er nicht mitkommen?", jetzt musste Miley wirklich lachen. Oliver hatte schon Recht damit gehabt, dass die Footballer bestimmt ihren Spaß mit ihm gehabt hätten.

Miley schüttelte den Kopf. „Er war nicht so scharf drauf, heute Abend in eine Toilette gehalten zu werden...", sie sah Lilly immer noch nicht an, sondern roch nur an ihrem Bier, bevor sie einen kleinen Schluck nahm und das Gesicht verzog. Lilly grinste leicht in sich hinein.

„Ich hab ihnen gesagt, sie sollen das lassen. Aber sie hören nicht auf mich. Tut mir echt Leid wegen deinem Freund. Vielleicht kriege ich demnächst ein bisschen mehr Verstand in diese Idioten.", Miley lehnte sich gegen den Tresen in der Küche. Sie wollte nicht noch mehr von diesem Bier trinken. Es schmeckte ihr einfach nicht.

„Ist schon okay... er arrangiert sich irgendwie damit. Ich habe nie verstanden, wie er das aushält...", sie hatte das Gefühl, zu viel gesagt zu haben und im nächsten Moment wurde sie nur noch röter. Sie nahm noch einen kleinen Schluck Bier und dieses Mal schien Lilly auf ihr Gesicht anzuspringen.

„Magst wohl kein Bier, was?", sie lächelte.

„Nicht wirklich, nein...", die Blondine hatte offenbar eine Idee, denn im nächsten Moment grinste sie und nahm einen kräftigen Schluck aus Mileys Bierbecher. Sie stellte das Stück Plastik ohne große Umschweife auf die Arbeitsplatte und legte ihre Hände auf Mileys Wangen, bevor sie...

Bevor sie sie küsste.

Miley hatte noch nie in ihrem Leben etwas derartiges gefühlt. Ihr ganzer Körper stand in Flammen, ihre Lippen so eng verschmolzen mit denen der Surferin. Lillys Hände glitten zu Mileys Hals und sie bewegte ihren Mund schnell, aber präzise gegen Mileys.

Miley schmeckte den Alkohol auf Lillys Zunge. Sie beschloss, dass sie den Geschmack von Bier sehr viel lieber mochte, wenn er an Lilly haftete. Lilly drückte sie etwas fester gegen den Tresen und ihre Hände fanden ihren Weg zu Mileys Taille, schlitterten über Mileys Bauch.

Schließlich löste sich Lilly von ihr, schwer atmend. Miley hielt ihre Augen geschlossen, dann hörte sie einen kleinen Pfiff. „Wow... Wer hätte gedacht, dass du so gut küssen kannst." Lilly grinste überrascht, dann küsste sie Miley ein zweites Mal und die Brünette schmolz dahin.

Sie trennten sich und Lilly presste ihre Stirn gegen Mileys, kicherte leicht. Mileys Gesicht war inzwischen so rot geworden wie ein Feuerwehrauto und sie hatte keine Ahnung, was sie machen sollte. Lilly nahm ihre Hand und zog sie hinter sich her. Miley hatte gerade noch Zeit ihren Plastikbecher zu nehmen, bevor sie sich auch schon im lauten Wohnzimmer wiederfand.

Lilly sah sich um, dann entschied sie sich offenbar kurzerhand um.

„Vielleicht sollten wir lieber von hier verschwinden. Ist ein bisschen zu laut, hm?", Lilly nahm ihre Hand und führte die Brünette durch die Schar der betrunkenen und singenden Jugendlichen. Miley ließ ihren fast unberührten Becher Bier stehen und folgte der Skaterin ohne zu zögern. Sie hatte so lange darauf gewartet, dass sie sie endlich wahrnahm.

Draußen hinter dem Haus lag ein erleuchteter Pool, aber keine Menschen schwammen darin. Stattdessen landete gerade eine große, rote Ledercouch in den Untiefen des Wassers und Lilly und Miley wurden von wenigen Spritzern erfasst. Die Surferin kicherte nur.

„Solltest du dir nicht mehr Sorgen machen? Immerhin... ist das euer Haus, was die da gerade demolieren.", Lillys Hand fühlte sich warm an ihrer eigenen an und sie hoffte inständig, dass ihr Körper sie nur ein einziges Mal nicht enttäuschte und nicht anfangen würde zu schwitzen. Lilly grinste.

„Das geht schon klar. Das ist nur unser Party-Haus. Keine große Sache. Die Möbel sind alle praktisch nichts wert und Mom und Dad ersetzen sie nach jeder Party die ich oder Matt schmeißen.", die Blondine fuhr sich leicht mit ihrer Hand durch die Haare und Miley konnte nicht anders, als sie an zu starren. „Natürlich tut es mir schon ein bisschen Leid um die armen Möbel. Aber was soll man machen, richtig?"

Miley nickte stumm und folgte nur dem einen Menschen, dem sie jetzt schon so lange hinterher geschmachtet hatte. Und jetzt war sie hier mit Lilly Truscott. In einer sternenklaren Sommernacht und die Geräusche der Party verschwanden langsam im Hintergrund, als sie immer weiter gingen.

Alles schien so irreal zu sein.

Lilly machte erst Halt, als sie schon ein Stückchen gegangen waren. Der Wind blies ein bisschen, aber Miley ignorierte die leichte Kühle, die er mitbrachte und ließ sich auf die kleine Holzbank am Straßenrand nieder. Sie war mehr als nervös, verschränkte ihre Hände im Schoß und blickte verlegen zu Boden. Lilly hingehen wirkte vollkommen entspannt.

Sie lümmelte sich unverhohlen grinsend auf die Bank und beobachtete die Brünette mit einem eindringlichen Blick. „Wieso bist du nur immer so still? Ich werde dich nicht beißen, weißt du. Du kannst mit mir reden.", Miley schickte ihr einen kleinen, schnellen Blick und sah dann wieder den Boden an.

Sie zuckte leicht mit den Schultern.

„Ich bin nur... schüchtern. Denke ich.", Lilly lehnte sich auf der Bank vor und strich ein paar lose Strähnen von Mileys Gesicht, dann nahm sie ihr vorsichtig die Brille von der Nase. Lillys Augen waren ein strahlendes Türkis, als sie zu tanzen schienen. Ihre Hand glitt zu Mileys Hinterkopf und zog das Zopfgummi aus ihren Haaren. Sie schüttelte leicht mit ihrem Kopf und Lilly lächelte sanft.

„Aber du hast doch keinen Grund, schüchtern zu sein. Du bist doch eigenständig, intelligent und... wunderschön bist du auch noch.", Miley wurde bei ihren Worten noch röter, als sie es ohnehin schon gewesen war und die Surferin kicherte wieder. „Oder hast du Angst, jemand wie ich könnte tatsächlich Interesse an dir zeigen?" Miley schüttelte sanft mit dem Kopf.

„Nein, ich würde das sehr mögen, denke ich.", und dann küsste sie sie. Die blonde Skaterin hatte die Lücke zwischen ihnen geschlossen und küsste sie direkt auf den Mund. So wie in der Küche vor nur ein paar Minuten. Mit so viel Hingabe, so viel Leidenschaft, dass sich die Pop-Prinzessin nicht einmal wehrte, als Lilly sie sanft auf die Bank drückte und sich über sie beugte.

Lillys Mund glitt hinunter zu Mileys Hals und sie biss leicht hinein und Miley konnte nicht anders, als ein kleines Stöhnen von sich zu geben. Lillys Hände rutschten von ihren Schultern hinunter zu Mileys Top, schoben sich leicht darunter, aber die Brünette packte Lillys Hände.

„Lilly... mh~ W-Warte."

„Wieso? Ich kann fühlen, dass du das auch willst.", die Surferin küsste Mileys Hals entlang und leckte über die Stelle, die sie eben gebissen hatte. Miley hatte das ungute Gefühl, dass ihr Vater sie morgen danach fragen würde, woher sie diesen Knutschfleck hatte.

Miley legte ihre Hände auf Lillys Schultern und drückte sie weg von sich. Nicht hart, nicht gewaltsam, aber bestimmt. „Es tut mir Leid, ich kann nicht. Dafür kenne ich dich... einfach noch nicht gut genug. Und außerdem bin ich...", sie stoppte. Lilly lehnte immer noch über ihr.

„Du bist noch Jungfrau, richtig?", Miley nickte etwas peinlich berührt und Lilly setzte sich leicht seufzend auf, fuhr sich erneut durch die Haare. Sie lächelte Miley über die Schulter hinweg an. Es hatte etwas Trauriges. „Ich wäre gerne dein erstes Mal, weißt du."

„Ja... Das hat was mit dieser Unschuldssache zu tun, richtig? Mit Jungfrauen schlafen oder so etwas.", Lilly legte vorsichtig eine Hand auf Mileys Oberschenkel und schenkte ihr einen durchdringenden, festen Blick, den Miley nicht von ihr erwartet hätte.

„Nein. Der Grund ist, dass du anders bist. Ich kann eine Menge Frauen haben, das ist nicht das Problem. Aber die haben keinen Respekt vor sich selbst. Aber du...", Mileys Blick wanderte zu Lillys Hand, die immer noch auf ihrem Bein lag, dann atmete sie einmal wackelig ein und schwang ihre Beine von der Bank.

„Ich bin nicht so interessant, wie du denkst. Du solltest dir besser eine andere suchen, bevor du dich mit mir langweilst.", sie wollte Lilly keine falschen Hoffnungen machen. Sie war keine besonders interessante Persönlichkeit. Sie war eine Streberin und die meiste Zeit über beachtete sie niemand.

„Das ist meine Entscheidung, meinst du nicht auch?", Lilly bewegte ihren Kopf näher zu Mileys und presste ihre Lippen erneut zusammen. Elektrizität breitete sich in Mileys ganzem Körper aus, als sie Lillys Hand an ihrer Wange spürte. Sie löste sich sanft von der Surferin.

„Wir können Freunde sein, richtig? Auf diese Weise wirst du sehen, dass ich-"

„Dass du anders bist, als all die anderen. Freunde. Das ist in Ordnung... für jetzt.", Miley schlang ihre Arme um Lillys Hals, als diese sie erneut küsste und nah an sich hielt. Sie liebte es, Lilly zu küssen. Aber sie war sich fast sicher, dass am nächsten Montag alles wieder vorbei sein würde. Lilly und sie würden getrennte Wege gehen und die Skaterin würde sie nie auch nur noch eines Blickes würdigen.

Aber dann konnte sie wenigstens auf diesen Moment zurück blicken. Und darauf, dass Lilly Truscott sie hatte küssen wollen.