Across The Ocean

Disclaimer: mir gehören weder die „Twilight" Bücher noch die Story. Dies ist eine genehmigte Übersetzung der gleichnamigen Story von Annilaia. Das Original ist unter der id3981103 zu finden.

Bella Swan

„Bella, Liebes? Wie fühlst du dich?" Ich hörte, wie mich die Stimme meiner besten Freundin sanft rief. Ich öffnete die Augen und blickte in das helle Licht der Neonröhren des Krankenhauses. Ich knurrte schläfrig, bevor ich mich auf die Seite drehte und Alice Brandon, meiner aller besten Freundin, in die Augen blickte.

„Hey, Süße!" sagte sie fröhlich, während sie den Kopf auf ihre Arme legte, die auf meiner Matratze ruhten. „Ich habe mir Sorgen um dich gemacht. Aber weißt du was? Der Arzt sagt, dass das dein letzter Aufenthalt hier war! Dein Immunsystem ist nahezu stabil. Das war nur ein kleiner Infekt, der aus dem Ruder lief, ist das nicht wundervoll?" Ich lächelte in mich hinein, und legte meinen Kopf auf das Kissen.

„Das ist großartig, Ally" wisperte ich „Ich kann es kaum erwarten, diesmal endgültig nach Hause zu kommen"

Ich hatte schon seit ich jung war ein schreckliches Immunsystem. Schon bei der kleinsten Erkältung oder Grippe musste ich ins Krankenhaus. Normalerweise dauerte es etwa eine Woche, bis es mir besser ging. Ich lebte außerhalb der Stadt in einem großen Strandhaus. Von dort aus konnte man perfekt den Ozean überblicken und man atmete wundervoll frische, salzige Luft. Nach dem College habe ich mich selbstständig gemacht, das Erdgeschoss meines Hauses ist eine Bäckerei. Ich mache vor allem Gerichte und Catering für große Partys. Alice war meine Stellvertreterin, zurzeit war es ihre Aufgabe mit dem Rest unserer Crew das Essen vorzubereiten.

Ich schaute auf, als Jasper und Rosalie Hall, Zwillinge, den Raum betraten, lächelnd und mir zuwinkend. Sie sind zwei meiner besten Freunde und meine besten Kellner. Jasper und Alice waren seit einigen Jahren zusammen und ich hatte das gute Gefühl, dass er ihr sehr bald einen Antrag machen würde. Ich erwartete nichts anderes. Sie waren schon in der Highschool ein Paar und jetzt, mit 23, waren sie mehr als bereit, ihr Leben zusammen zu verbringen.

„So" Ich streckte mich „Wer von euch Losern wird mich von hier befreien?" Sie lachten alle und Rose setzte sich an das Fußende meines Bettes. „Es ist gut, dass es dir besser geht, Bells. Wir haben heute Abend eine Partybuchung." Ich grinste.

„Oh, was ist es diesmal? 50. Hochzeitstag? Bar Mitzwah?" Jasper kicherte und verflocht seine Finger mit Alices. „Es ist eine Büroparty. Ruhestand oder Versetzung. Ich habe keine Ahnung. Wir bringen nur das Essen." Ich setzte mich auf und fühlte mich komplett neu belebt und bereit alles zu tun, was auch immer sie von mir wollten. In diesem Moment betrat ein Arzt das Zimmer. „Nun, Bella, ich weiß, Sie fühlen sich wieder viel besser, aber Sie müssen es langsam angehen lassen, okay?" Ich nickte mit einem breiten Grinsen und zog mir meine Socken an. „Wenn Sie raus auf Ihre Terrasse gehen, möchte ich, dass Sie sich warm anziehen. Wir sollten Sie vom Krankwerden abhalten, es wäre besser für Ihr Immunsystem, wenn Sie länger gesund bleiben, okay?" „Sicher!" erklärte ich mit einem Lachen, als ich mir meine Jacke anzog. „Ich unterhalte mich wann anders mit ihnen, Dr. Collins. Der Kuchen wird zu Maes Party morgen fertig sein!" Sie sparte sich den Rest ihrer Worte, während ich aus dem Zimmer ging, meine Freunde dicht hinter mir. Jasper fuhr mich nach Hause, während Alice und Rosalie mit den Vorbereitungen für die Büroparty begannen.

Die Türen meines Hauses zu öffnen machte mich fröhlicher, als ich in der letzten Zeit gewesen war. Ich rollte meine Ärmel hoch und ging direkt in die Küche. Alice tanzte in ihrem Kleid um die leeren Arbeitsplatten und kicherte die ganze Zeit. Wir arbeiteten stundenlang, bereiteten alles perfekt vor und dann sah ich zu, wie sie alles in den Catering-Bus luden, zu der Party fuhren und mich zurückließen, damit ich die Brote und Kekse für den nächsten Tag backen konnte.

Als ich ein paar Stapel fertig und im Ofen hatte nahm ich mir ein Glas Wasser, wickelte mich in eine Decke und setzte mich in einen Stuhl auf meine Terrasse.

Ich schaute auf den Ozean, meine Füße gegen das Geländer gestützt und plötzlich fühlte ich mich fürchterlich allein. Ich merkte, dass ich in nur einer Stadt von Milliarden Städten auf der ganzen Welt lebte. Das auf der anderen Seite des Ozeans ein kompletter Kontinent war und dort jede Menge Menschen Tag für Tag ihr leben lebten. Hier war ich, ich saß hier allein während meine Freunde meine Aufgaben erledigten. Und dabei ging es mir nur teilweise gut.

Ich wollte etwas Spontanes machen. Etwas, das ich ihnen nicht erzählen musste. Dann, als ich den Wellen am Strand und dem Glitzern des Mondes auf dem Wasser zusah, erinnerte ich mich an einen Tag in der Mittelstufe. Eine Klassenkameradin brachte einen Brief aus Frankreich mit. Eine Antwort auf ihre Flaschenpost.

Ich sprang von meinem Stuhl. Ich wusste nicht, ob es funktionieren würde und ich hatte keine Ahnung wie ich sie ins offene Meer bekommen sollte, aber ich wollte es auf jeden Fall versuchen. Ich schrieb meine Adresse auf ein Blatt Papier und begann meinen Brief. Ich schrieb über meine Krankheit, meinen Beruf, mein Haus. Ich schrieb über meine Freunde, aber am meisten schrieb ich über mich selbst. Meine Ideale und was ich glaubte, was mit diesem Brief passieren würde.

Ich fand auf dem Regal eine alte Weinflasche, rollte meinen Brief zusammen und steckte ihn in die Flasche. Ich verkorkte sie fest bevor ich sie in das Wachs, das sich von Alices Duftkerzen angesammelt hatte. Dann nahm ich mir das Paketband, um die Flasche noch besser zu verschließen. Ich kicherte über mich selbst, als ich die Stufen zum Strand herunter ging. Ich wusste nicht genau, was ich erwartete, aber es war der größte und bescheuerteste Zufall, dass ich ein Pärchen sah, das gerade sein Boot ins Wasser schob.

„Entschuldigung?" rief ich. Sie erstarrten und drehten sich nervös zu mir um. Ich war es gewöhnt, dass Leute über mein Grundstück liefen, um schwimmen zu gehen oder Boot zu fahren oder was auch immer. Es störte mich nicht wirklich. „Fahrt ihr beiden weit raus?"

„Ähm, ja. Wir wollten ein paar Meilen raus, um die Sterne zu sehen." sagte der Junge. „Ist das in Ordnung?" Ich lächelte, als ich näher zu ihnen kam.

„Nein, dass ist perfekt. Es stört mich wirklich nicht." erklärte ich „Macht was immer ihr möchtet. Es ist nur… könnt ihr mir einen Gefallen tun?" Er nickte. Ich gab seiner Freundin die Flasche „Wenn ihr weit genug draußen seid, könnt ihr das raus werfen? Ich will sehen, ob sie irgendwo ankommt, okay?" Die beiden lächelten mir zu und versprachen es, bevor sie mir eine gute Nacht wünschten. Ich grinste in mich hinein als ich sie den Strand hinunter laufen sah.

Ich drehte mich zurück zum Haus und fühlte mich plötzlich wie ein Idiot. „Ahh, das ist entweder das Genialste, was ich je gemacht habe, oder das Idiotischste. Definitiv das Dümmste. Ich wünschte, ich hätte sie ihnen nicht gegeben. Anscheinend liebe ich neuerdings Spontanität. Ich werde jetzt aufhören mit mir selber zu reden. Okay." Alice würde lachen, wenn sie mich jetzt hören könnte, wie ich mit mir selbst rede. Ich seufzte und ging müde hoch zur Bäckerei, um die Brote auf dem Ofen zu nehmen und fragte mich, was mit meinem Brief passieren würde.

Natürlich… die Antwort würde in einigen Monaten kommen.