STORY: Weihnachten. Tja!

DEDICATION: To the Grieskind, Branko und Putzel.

DISCLAIMER: Ja ja, nix meins, alles deins!

1 Weihnachten

by Ianis

Weihnachten. Oh. Mein. Gott. Muss das sein? Ich habe ja im Grunde genommen nichts gegen dieses Fest, wirklich. Ich meine, die ganze gespielte Freundlichkeit, das heuchlerische Lächeln und die übertriebene Grußzügigkeit,das macht mir nichts mehr aus. Was mit auf den Senkel geht ist, dass alle von einem erwarten, dass man sich weihnachtlich fühlt und verhält. Sie erwarten ein 24-stunden Standartlächeln, vor Vorfreude glänzende Augen und rote Bäckchen der Gespanntheit, und vor allem erwarten sie, dass ma fröhlich ist.

Die große Halle ist mit weihnachtlicher Dekoration übersäät, Christbaumschmuck mit Bäumchen drunter, Glockengebimmel, künstlicher Schnee und Mistelzweige über jeder Tür. Sogar vor meinem Büro hat irgendeine verdammte Hauselfe einen aufgehängt. Dazu kommt, dass es schneit. Weiße Weihnachten. Hurra! Freut euch! Frohlocket! Mein Herz jauchzt vor Freunde. Meine Kräuterbeete sind zugeschneit. Super. Das tut den Kräutern gar nicht gut! Noch dazu ist es in meiner Wohnung schweinekalt. Morgens habe ich Raureif auf den Zimmerpflanzen und das Wasser gefriert schneller, als man sich damit waschen könnte. Haben Sie schon mal versucht, bei Minusgraden zu duschen? Wirklich sehr erfrischend. Man sagt, dass man beim Frieren Kalorien verbrennt. Wie schön! Im Frühling werde ich eine tolle Figur haben und die Fauen werden mir nachrennen. Sollte ich den Winter überleben.

Minerva meinte, für sie gäbe es nichts schöneres, als an einem Winterabend bei einer heißen Tasse Tee in einem Sessel vor dem Kamin zu sitzen, warm in eine Decke eingekuschelt, ein gutes Buch und draußen Schneit es, Zimt liegt in der Luft. Toll. Mein Tee ist kalt bevor er in der Tasse ist, meine Decke ist gefrohren, das Feuer geht nicht an und mein einziges Fenster liegt so tief, dass es eingeschneit ist. Das Einzige was ich habe ist Zimt. Jede Menge Zimt. In der Hoffnung, es würde mich weihnachtlich stimmen, habe ich Zimt in die Luft gezaubert und kriege es jetzt nicht mehr weg.

Aber die Krönung war Albus, beim Frühstück. Er hat mich gefragt, ob ich denn auch schon meinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann abgeschickt hätte. Ich habe den eben getrunkenen Kürbissaft großzügig auf dem Tisch verteilt und ihn angestarrt. Ich bin derartige Kommentare von Albus gewöhnt, aber ich habe entsetzt feststellen müssen, dass er es offensichtlich ernst meinte. Er setzte sein großzügigstes verständnisvoller-Opa-Lächeln auf und meinte, dass sein Wunschzettel schon abgeschickt sei. Hoffentlich hat er sich ein Gehirn gewünscht, oder wenigstens eine Therapie. Und hoffentlich wird sein Wunsch erhört!

Ich glaube, ich schlafe einfach durch.