Ein menschliches Kind unter den Lebendtoten

Title: Ein menschliches Kind unter den Lebendtoten

Author: Sainz de Rouse

Beta: Rippenkitten

Pairings: Wird nicht verraten. ^^

Genre: Drama/Romance

Rating: PG-13

Warnungen: Vorsicht, die Fiction könnte süß sein. ^^

Inhalt: Der Graf von Krolock findet ein kleines Menschenkind und nimmt es bei sich auf.

Zeit: Frühes 19. Jahrhundert. Ein paar Jahre vor dem Film/Musical.

Wichtig: Es ist süß und es wird lang. *grins*

Disclaimer: Alles gehört Roman Polanski! Mir nichts, außer die Kleine und so manch andere Charaktere. Mist. Was soll's, man kann nicht alles haben.

A/N: Seid gegrüßt Vampirfreunde! Ich bin ein großer Fan von „Tanz der Vampire", natürlich auch von Steve Barton. *schnurr* Diese Stimme ist einfach genial. *sabber* *verschmitzt grins* *hüstel hüstel* Naa jaa, ist ja auch egal. Ich habe natürlich auch den Originalfilm und finde diesen natürlich auch spitze. Vor allem der Professor. *grins* Was soll's, zurück zum Thema. Ich dachte mir ich schreib mal eine Fanfic, da mich meine Muse mal wieder geküsst hat. (Ginge es nach ihr, wären wir wohl nur am knutschen.) *lol* Die Charaktere nehme ich aus dem Musical, nicht aus dem Film.

Viel Spaß beim Lesen!!!

Folgt mir nach, vertraut der Nacht!

Sie nur kann eure Seele retten.

Flucht dem Tag und seiner Macht!

Löst die Sehnsucht von allen Ketten.

Folgt mir nach, komm, fühlt die Nacht!

Wirklich ist nur, woran wir glauben.

Flieht vor dem was euch bewacht.

Lasst euch nicht eure Träume rauben.

*grins*

Kapitel 1

Es war im frühen 19 Jahrhundert in den Südkarpaten Transsilvaniens, als ein Ehepaar im tiefen Winter, nur mit einer Fackel in der Hand des Mannes bewaffnet, durch den Wald streiften und das Dorf aus dem sie kamen, langsamen Schrittes hinter sich ließen. Seine junge Frau hielt ein Bündel an ihre Brust gedrückt und folgte ihren Mann mit hängenden, von stummen Heulkrämpfen geschüttelten Schultern, und ließ nur ab und zu ein leises Schluchzen von sich hören. Sie waren nun schon seit Stunden unterwegs und die Sonne würde bald untergehen, sie mussten sich beeilen, ehe die Geschöpfe der Nacht erwachten.

Am Waldrand angekommen, blieben sie stehen und suchten einen geeigneten Platz für ihr Bündel. Sie wollten nicht etwa ein Nahrungsvorrat für den Winter anlegen, nein, sie wollten eine Untat begehen, was man sonst nur den Blut aussaugenden Wölfen zuschrieb. Es dauerte nicht lange bis sie ein trockenes Plätzchen gefunden hatten. Es war im Inneren eines Baumes, groß genug für ihre Bürde. Starr blickte die Frau in die Höhle des Baumes und wieder beträufelten stumme Tränen ihre nassen kalten und vor Kälte rot gewordenen Wangen. „Wir müssen es tun Weib. Sonst jagen sie uns auch noch fort. Besser sie als wir."

Mit einem weltweiten Blick sah die junge Frau - vom einfachen Bauernleben in die Jahre gekommen und von ihrer Jugend nicht mehr viel erkennend – zu ihrem Mann hinauf. Sie wollte es nicht tun. Gott wusste sie wäre am liebsten zusammen mit ihr gestorben, doch ließ ihr Mann es nicht zu und schlug sie jedes Mal, wenn sie davon sprach oder Andeutungen machte. Sie hatte geweint, geklagt, sich die Seele aus dem Leib geschrieen, war in der Kirche und hatte gebetet, Tag für Tag. Sie hatte den Pfarrer um Asyl für ihren Herzensschatz gebeten, doch wollte er dieses erst exorzieren, ehe er darüber nachdachte es aufzunehmen, war es doch die Brut des Satans, bei denen es bekanntlich nicht half. Die einzige Möglichkeit war der Tot, doch hätte es die Mutter nicht übers Herz gebracht ihr Leben brennen zu sehen. Sie hatte den Plan gefasst das Kind dennoch zu behalten, doch ließ ihr Mann das nicht mit sich machen. Er wollte das „Ding" loswerden, genau wie die anderen Dorfbewohner, schämte er sich für diesen Fehlschlag.

Dieser hatte eigentlich vor sich von seiner Frau - die wohl eindeutig die Geliebte des Höllenfürsten sein musste, käme doch sonst nicht so ein Bastard heraus - loszusagen, doch hielt er es für klüger, sie noch ein wenig sein Eigen nennen zu können. Denn sie kam für die ärmlichen Verhältnisse dieses Dorfes, das mitten in den Bergwelten Transsilvaniens lag, aus einem guten Haus und die Eltern hatten ihm eine gute Mitgift gegeben. „Träum nicht Weib, mach schnell, die Sonne geht bald unter und ich will nicht von Wölfen angefallen werden", schimpfte er, etwas abseits seiner Frau. Er wollte dem Kind nicht beim Abschied in die Augen sehen und es so schnell wie möglich hinter sich haben, damit er in Frieden weiterleben konnte.

Ängstlich, mit zitternden Händen, teilte sie das Tuch, das das Gesicht des Kindes verdeckte und küsste ihr Kleines auf die Stirn, blickte es tief in die Augen, damit sie das Bild tief in sich einbrennen konnte, um sie ihren Lebtag nicht zu vergessen. Sie setzte das Bündel in den Baum und wickelt es recht gut zu, damit es in der Nacht nicht so sehr friere. Dann nahm sie sich die Kette vom Hals, an dem ein Medaillon mit einem Bild von ihr darin hing, und legte es ihrem Kind um den Hals, damit es seine Mutter immer bei sich hatte und sie nie vergas. „Ich liebe dich!", flüsterte sie ihr in die Ohren, so, damit ihr Gatte es nicht hören konnte.

Noch einmal sah sie es sich an und bevor ihr Mann sie wieder tadeln konnte, drehte sie sich um und ging zu ihm, mit dem Blick auf den schneebedeckten Boden gerichtet, damit er ihre erneuten Tränen nicht sehen konnte und sie deswegen schlüge. Schnellen Schrittes lief der Mann voraus, seine Frau trottete leise schluchzend hinter ihm her, blickte sich mit jedem Schluchzer, der aus ihrer Kehle kam, zu dem Baum um, in dem sie ihre erstgeborene Tochter ausgesetzt und so zum Tode verurteilt hatte. „Mach schneller Weib!" Der Mann dachte schon nicht mehr an das Kind und plante mit seiner Frau heut Nacht noch ein weiteres zu zeugen, in der Hoffnung es würde diesmal ein strammer Bursche werden.

Ein letztes Mal blickte die Frau zu dem Baum zurück, den sie durch den dichten Wald nicht mehr sehen konnte, aber dennoch ganz sicher wusste, dass dieser sich dort befand und ihr Kind in sich barg. Sie war sich sicher dass es in der Nacht sterben würde, entweder durch Hunger, Kälte. Oder es würde gar den blutrünstigen Wölfen zu Opfer fallen, denn es war sehr unwahrscheinlich, dass sie jemand hier finden und mit sich nehmen würde. Doch sie war nicht mehr sehr traurig, denn sie wusste dass sie bald wieder mit ihrer Tochter vereint sein würde. Sie hatte vor, sich nachdem ihr Mann sie mal wieder mit Gewalt genommen hatte - denn sie wusste schon von seinen weiteren Kinderplanungen - und eingeschlafen war, das Leben zu nehmen.

Während dessen hockte das Kind noch immer im Baum und wartete geduldig auf ihre Mutter. Ihre Eltern hatten sie schon öfter mit aufs Feld genommen, auf dem sie stundenlang auf sie warten mussten, bis sie fertig waren. Doch waren normalerweise noch mehr Erwachsene dort um zu arbeiten und auch einige ältere Kinder um auf die Jüngeren aufzupassen. Aber heute schien es ganz anders. Sie war allein, es war kalt und überall lag das weiße glänzende Pulverzeug. Es war ihr langweilig, doch wartete sie dennoch auf ihre Eltern, die irgendwo weiter hinten sein mussten, da sie sie nicht sehen konnte. Sie war, wie andere Kinder leichtgläubig und naiv, und so dachte sie, es wäre alles in bester Ordnung. Es war eine Zeitspanne von etwa einer Stunde in der sie vor sich hin schaute und wartete. Aber sie wurde von großem Hunger geplagt und fror. Die Sonne war fast untergegangen. Nirgends eine Mutter die sie mit Brei, ja nicht einmal mit der Brust fütterte.

Schreien war das einzige was ihre Mutter wieder zu ihr brachte, hatte sie gelernt. Aber sie konnte schreien und klagen, so lange sie wollte. Ihre Mutter kam und kam einfach nicht. Es war bereits dunkel und plötzlich erklangen laute lang gezogene Laute. Sie klangen wie Gesänge von unbekannten Wesen. Das Kind verhielt sich ganz still um die gruseligen Laute keine Chance zu geben, zu ihr zu finden. Sie zitterte immer mehr und ihr Magen beklagte sich mit einem beträchtlichen Geräusch. Mit letzter Kraft wieder nach ihrer Mutter schreiend, krabbelte sie nun aus dem schützenden Stamm, in der Hoffnung, auf der großen weißen Fläche vor ihr, ihre Eltern zu erblicken. Es verging nicht viel Zeit bis sie merkte, dass sie ganz allein war. Den Tränen wieder nahe, blickte sie sich noch einmal um und schlang ihre kleinen Ärmchen, durch die Kälte instinktiv um sich. Doch war es nicht nur durch die Kälte, sondern auch durch die fühlende Einsamkeit.

Rasch fiel ihr auf, das das Geheule der unbekannten Wesen langsam verstummte und ein neues zu den Nächtlichen Wald- und Wiesengeräuschen hinzukam, allerdings nicht zu ihnen gehörte. Sie kannte das Geräusch aus ihrem Dorf, doch erschrak sie dennoch und verkroch sich vorerst hastig in ihrem Baumstamm. Als das Geräusch aber näher kam, streckte sie ihr Köpfchen hinaus und sah einen ungeheuer großen Schatten auf einem nur sehr schlecht im Mondlicht sehenden Weg fahren. Die zwei riesigen Tiere kannte sie aus ihrem Dorf, die zwei Personen jedoch nicht. Eine komisch geformte Person saß auf dem Kutschbock, lenkte die Pferde und die andere saß hinten in der Kutsche.

Sie lief auf die Kutsche geradewegs zu, in der Hoffnung, diese Menschen würden sie wieder zu ihren Eltern bringen. Ihr Tuch um sich geschlungen rannte sie nun drauf los und fiel oft über, durch den Schnee unsichtbaren Steine und alten Maulwurfshügel. Doch bevor sie den Weg erreichen konnte stolperte sie abermals und dieses Mal konnte sie nicht aus eigenem Antrieb aufstehen, da es zu sehr schmerzte. Sie begann wieder zu klagen und zu schreien. Aus Verzweiflung und wegen dem pochenden Schmerz an ihrem Knie. Auch Tränen aus Wut über ihre Situation kamen zum Vorschein. Wo waren ihre Eltern? Wollten sie sic nicht mehr? War sie böse gewesen? Sie hatte die Vase aber doch nicht absichtlich vom Tisch fallen lassen. Sie hatte nur bei einen ihre Laufversuche das Gleichgewicht verloren.

Die Kutsche war schon fast bei ihr, doch das kümmerte sie nicht mehr. Sie weinte nur noch und wollte endlich nach Hause. Die Droschke hielt vor ihr an, sie war nicht mehr weit vom Weg, doch das realisierte sie nicht im ersten Moment. Eine dunkle Gestalt stieg elegant aus der Kutsche und lief direkt auf das Mädchen zu, kam vor ihr zum stehen und sah auf ihr hinab. Sie fühlte sich sichtlich unwohl und wagte nicht ihn anzusehen, doch war es ihr nicht möglich, denn ihre Neugier - oder war es doch eine unbekannte anziehende Macht? - brachte sie zum aufsehen. Sie sah einen erhabenen stolzen Mann mit weißen langen glatten Haaren und vom Mond angeleuchteten Augen. Er sah sie mit ausdruckslosem Gesicht an und sie war sich nicht sicher was sie tun sollte.

Sollte sie was sagen, sollte sie still sein oder sich wenigstens bewegen? Doch es war egal. Irgendetwas musste sie tun. Sie war müde, hungrig, durstig, ihr war kalt und sie hatte die Hoffnung der fremde Mann könne sie zu ihren Eltern bringen. Langsam und unsicher sah sie ihn mit ihren feuchten Augen an und streckte ihm langsam ihre kleinen Ärmchen entgegen, in dem Glauben das er sie dann mitnehmen würde. Erst tat er nichts und blickte sie weiterhin nur starr an, schien dann auch für eine weile in seiner Gedankenwelt abzudriften und nur durch sie hindurch zu sehen. Für sie war es ein unbehagliches Gefühl einem fremden die Arme entgegen zu strecken während er sie nur starr anblickte. Bevor sie ihre Hände sinken lies, bewegte sich der Fremde mit einem Ruck und nahm sie auf dem Arm. Sie schlang auch gleich ihre Arme um seinen Hals, legte ihren Kopf dankbar auf seine Brust und kuschelte sich an ihm, damit es noch wärmer für sie wird, doch fühlte er sich eiskalt an.

Der Mann trug sie zur Kutsche, platzierte sie neben sich und deckte sie mit der dicken Winterdecke zu, damit sie nicht weiter frieren musste. Sein Kutscher sah die ganze Szenerie verwundert an, sagte jedoch nichts. „Zurück zum Schloss!", sagte der Mann zu ihm und schon ging es weiter. Die Pferde drehten die Droschke mühsam herum und traben den Bergen entgegen. Das kleine Mädchen kuschelte sich weiter in ihre Decke. Doch trotz der Decke kamen von Vorn, links und rechts der Gegenwind und brachten ihren kleinen Körper zum erzittern. Durch die unerträgliche Kälte kam ihr die Fahrt wie eine Ewigkeit vor, doch war nach einer halben Stunde Fahrt bereits ein Berg mit einem Schloss darauf zu sehen. Eine Zeitlang sah sie sich das Schloss erstaunt, neugierig und ehrfürchtig an, doch werte es nicht lange, denn ihre Augenlieder wurden immer schwerer, bis sie sie nicht mehr Stand halten konnte und ihr Kopf zur Seite fiel. Sie rutschte direkt auf den Schoss ihres Retters, doch spürte sie nicht mehr seine Verspanntheit unter ihrer Berührung.

Fortsetzung folgt …