WITCHBLADE

-Seelenlos-

Vorwort:

Dies ist ein Soloauftritt für Sara Pezzini, meiner –man könnte sagen- zweiten Hauptfigur in meinen Tomb Raider Fanfictions. Diese Fanfiction setzt da an, wo Tomb Raider: Die Macht der Elemente endet. Sara, Chase und Max verlassen England und müssen ihr Leben ohne Lara jetzt organisieren. Sara bekommt schon bald einen neuen Auftrag und stürzt sich in ein neues Abenteuer als Trägerin der Witchblade.

Diese Fanfiction schließt die zweimonatige Lücke zwischen Die Macht der Elemente und Die Engelstriade und dient zum besseren Verständnis meiner Fanfictions. Die Idee eine ganze „Welt" zu erschaffen wird hiermit begonnen, da man die Tomb Raider Fanfictions jetzt nicht mehr nur für sich alleine nehmen kann. Sara Pezzini ist längst ein unverzichtbarer Teil dieser Welt und auch diese Geschichte soll einige Schlüsselfragen beantworten.

Die Idee kam mir bereits bei einer Buffy – The Vampire Slayer Fanfiction, die ich vor Jahren begonnen habe, aber nie beendet hatte. Jetzt wird die Story einfach in eine neue Hülle geschoben und erlaubt mir somit euch meine neuste Kreation vorzustellen. An dieser Stelle gibt es auch wieder den Disclaimer: Witchblade, Sara Pezzini und all die anderen Figuren gehören nicht mir und ich habe auch nicht vor damit irgendwie Geld zu verdienen.

Prolog

Harlem, New York City

Betty Smith war Zeit ihres Lebens Schauspielerin gewesen. Allerdings hatte sie nie den großen Durchbruch geschafft, den sie sich so sehr gewünscht hatte. Ihre größte Rolle war die einer neunzehnjährigen Teenagerin, die in den erste drei Minuten von Butcher – Der Killermetzger geht um ihr Leben lassen musste, um einen Film in Gang zu bringen, der es gerade Mal als DVD auf den Markt geschafft hatte.

Deshalb war auch Bettys langersehnter Umzug nach Hollywood gescheitert und sie saß auch weiterhin noch in New York City fest, in einem Appartement, dass sie sich mit dem hart verdienten Geld in einem China-Imbiss leistete, und träumte von einer großen Rolle. Was Betty Smith wirklich gut konnte, war schreien. In Butcher hatte sie mit ihrem markerschütternden Schrei selbst den Produzenten begeistert. Für die Fortsetzung des Filmes wurde allerdings jemand neues gecastet, jemand jüngeres, wie man ihr gesagt hatte.

Aktuell hatte Betty zwei Castings laufen, eines für eine Nebenrolle in der Sitcom King of Queens und eine für eine Hauptrolle am Theater. Leider würde Betty Smith nicht mehr lange genug Leben, um zu erfahren, dass die Rolle für das Theaterstück tatsächlich an sie würde vergeben werden.

Es war kurz nach Mitternacht, als Betty sich schließlich in ihrem Bett eingefunden hatte und nur einen Augenblick später fiel sie in das Land der Träume. Zwei Minuten später wurde Bettys Wohnungstür von außen aufgeschlossen und eine Gestalt trat in den kleinen Flur ein. Da das Licht überall gelöscht war, konnte die Gestalt nicht viel von der Wohnung erkennen, bewegte sich aber vollkommen geräuschlos durch die Gegend und fand Bettys Schlafzimmer auf Anhieb.

Vorsichtig setzte sich die Gestalt auf Bettys Bettkante und weckte die junge, blonde Frau dadurch.

„Was ist…", schlaftrunken rieb sie sich die Augen und blickte die Gestalt an, ein Schrei wollte ihr über die Lippen kommen, einer der ihre Nachbarn zur Hilfe geholt hätte, aber die Gestalt presst eine schwarze behandschuhte Hand auf Bettys Mund und Nase und drückte sie mit Leichtigkeit zurück ins Bett.

„Aber, aber…", sprach die Person. Die Stimme klang verzerrt, hatte nichts Menschliches an sich. Aber dennoch schien es die Gestalt einer Person zu sein, eines Manns, um genau zu sein. Als der Fremde das lange, im Licht der Straßenlaterne glänzende, Messer hervorzog, brachte Betty einen gequälten, erstickenden Schrei hervor und dann stach der Fremde zu, ohne zu verraten wieso…das letzte was Betty Smith in ihrem Leben sah, war das kalkweiße Gesicht, eine Maske, des Fremden. Die dunklen Schlitze die als Augen dienten und dieser langgezogene, schmale Mund ohne Lippen. Dann schloss Betty ein letztes Mal die Augen und starb leise und ohne Schrei in ihrem Appartement, so völlig anders als in Butcher.

Kapitel Eins

-Alte Welten, neue Regeln-

JFK Airport, New York

Nach einem langen, ermüdenden Flug landete die Maschine aus London endlich am John F. Kennedy Flughafen in New York City. Seit der Schließung der Grenzen, war dies das erste Flugzeug, das auf der Strecke wieder verkehrte und es war das erste Flugzeug, das Sara Pezzini und ihre Begleiter nehmen konnten.

Sie alle waren noch vollkommen erschöpft von den gerade mal zwei Tage zurückliegenden Kämpfen in den Schweizer Alpen und hatten in London nur einen kurzen Aufenthalt genossen. Wenn man denn von Genuss sprechen konnte. Sara Pezzini verließ das Flugzeug mit einer traurigen Mine auf dem Gesicht. Die Ereignisse der letzten Wochen hatten sie nachdenklich gestimmt.

All die Kämpfe, die sinnlosen Opfer.

Ich darf nicht an so etwas denken, ich muss nach vorne blicken.

Aber gab es denn ein vorne? Sie hatte Lara nach der Trennung in den Alpen nicht mehr gesehen. Sie wusste zwar, dass es ihr –mehr oder minder- gut ging und das sie mit Quill abgerechnet hatte, aber das war auch schon alles. So viel belastete sie: Was würde weiter geschehen? Konnte sie denn überhaupt noch nach vorne blicken? Konnte die Welt es?

Gab es für Sara Pezzini, Polizisten des NYPD, überhaupt ein vorne?

Hinter sich hörte sie eine Stimme, eine so vertraute Stimme und doch kam sie ihr in dem Moment so unsagbar fremd vor. Alles war jetzt anders, nicht nur für Amerika, auch für sie, als Person, als Trägerin der Witchblade.

„Jetzt macht sie das schon wieder, siehst du das?!", es war Chase Carver, Freund von Sara Pezzini und Exfreund von Lara Croft. Ein Abenteurer und Halunke, wie er im Buche stand und doch war er ein anständiger Kerl, mit dem Sara, wenn er und sie denn mal die Gelegenheit hatten beide in New York zu verweilen, auch regen Kontakt hielt.

Die Person, zu der er sprach, war niemand anderes als: Maxwell Frys, Sohn des ehemaligen Mafiabosses Corban Frys. Aber anders als sein Vater, zeigte Max keinerlei Ambitionen ins Mafiageschäft einzusteigen. Zusammen hatten sie Seite an Seite die letzten Kämpfe bestritten und irgendwie war es komisch für Sara, dass das alles jetzt anders werden würde.

Jeder würde jetzt wieder seine Wege gehen, Wege die keiner von ihnen genau sah. Aber immerhin schienen sie eine Perspektive zu machen.

„Stimmt.", meinte Max daraufhin: „Sie tut es schon wieder!"

„Was haben wir denn gesagt, Liebes?", Chase trat neben Sara, die gerade am Gepäckband auf die Ankunft ihres kleinen Koffers wartete und legte ihr einen Arm um die Schulter: „Wir haben gesagt: Keine finsteren Mienen!", er lachte auf, obwohl sie beide merkten und wussten, dass es kein echtes Lachen aus tiefster Seele war: „Es gibt jede Menge Gründe glücklich zu sein. Wir leben, haben diesen Alptraum hinter uns gebracht."

„Ja.", Sara versuchte sich an einem Lächeln, wobei sie allerdings kläglich zu scheitern schien, denn Chase blickte sie etwas verwirrt an: „Aber was ist mit Lara…war es…"

Doch Chase fiel ihr ins Wort: „Denk nicht über Lara nach, Süße! Sie ist ein großes Mädchen, sie wird schon wissen, was zu tun ist."

„Vermutlich hast du Recht.", Sara nickte, war aber nicht wirklich überzeugt. Sie wusste selber genau, dass der Alptraum für sie drei vielleicht vorbei sein mochte, aber für Lara war er das nie. Solange Quill dort irgendwo weilte, wenn er es denn noch tat, war Lara immer in Gefahr. Quill würde keine Ruhe geben, nicht jetzt, nicht wo er so kurz vor der Vollendung seiner Pläne gewesen war.

„Hey.", Chase versuchte wieder fröhlichere Themen anzuschneiden: „Das wollte ich schon immer mal sagen. Sonst hört man so etwas immer nur in Filmen, also –aufgepasst meine Damen und Herren- was werdet ihr jetzt mit eurer Zeit anfangen?"

„Erwartest du von mir eine Antwort die in das Klischee passt?", wollte Max wissen und kassierte einen freundschaftlichen Hieb mit der Faust auf die Schulter.

„Ich werde wohl wieder arbeiten gehen.", antwortete Sara schließlich.

„Was denn? Aus der Arbeit, in die Arbeit?", Chase schüttelte seinen Kopf: „Du bist unverbesserlich, fast so schlimm wie jemand, der nicht genannt werden darf, weil sonst unsere Laune wieder in den Keller sinkt."

„Laras Namen werden wir wohl noch sagen dürfen.", fuhr Sara ihn –lauter als gewollt- an: „Immerhin hassen wir sie nicht!"

„Schon gut, schon gut.", schließlich schien Chase sein Gepäck erkannt zu haben und jubelte erfreut auf: „Endlich! Ich werde mich erst Mal richtig volllaufen lassen.", er griff nach seinem Rucksack und umarmte Sara zum Abschied: „Mach es gut und mach dir vor allem nicht so ein Kopf!", im weggehen drehte er sich noch mal zu ihnen hin: „Adios muchachos! Und vergesst nicht euch ab und an zu melden!"

Dann verschwand er in der Menge und ließ Sara und Max allein zurück. Die Polizistin blickte ihn an, lächelte und versuchte ein Thema zu finden, über das sie würden reden können: „Der Verrückte!"

„Ein sehr lebhafter Kerl.", pflichtete Max ihr bei: „Wirklich sehr lebhaft und reichlich amüsant."

„Dabei hatte ich eigentlich früher gedacht ihr beide würdet euch noch an die Gurgel gehen!", scherzte Sara und als sie sah, wie Max Miene sich verdüsterte, tat es ihr für einen Moment leid, dann setzte auch er ein Lächeln auf: „Dachte ich auch! Na ja, wir haben da so unsere Geschichte."

„Ja.", Sara nickte: „Hab ich gehört. Oder besser gemerkt. Gut das ich da im Koma gelegen habe, wie?!"

Sie merkte, wie sich Max Blick auf die Witchblade heftete, die Waffe, von der er vorher noch nie gehört hatte. Er schien irgendwie besorgt zu sein.

„Ist sie wach?", flüsterte er zu ihr hinüber.

„Ja, ist sie, oder er. Was das Geschlecht angeht, bin ich mir nicht sicher.", flüsterte Sara zurück, merkte aber wie albern es war. Sollte die Witchblade doch hören, was die beiden besprachen, was erwidern konnte sie sowieso nicht. Während sie sich so unterhielten, drehte Saras Gepäck in der Zwischenzeit noch eine zweite Runde.

„Ist das nicht ein komisches Gefühl?", hakte Max weiter nach und irgendwie wurde Sara nervös.

Was sollen die Fragen?

„Man gewöhnt sich an alles.", gestand sie schließlich und als ihr Gepäck zur Runde zwei ansetzte, griff sie es vom Gepäckband und auch Max fand schließlich seinen Koffer. Während sie auf den Hauptausgang zugingen, wand sich Sara an ihn: „Was wirst du denn jetzt machen? Ich meine jetzt abseits von allen Klischees!"

„Ich weiß es nicht.", Max zuckte mit den Achseln: „Das Einzige was ich bisher getan hab, war auf die Kosten meines Vaters zu leben. Ich war selber nie in diesem Business tätig, habe auch immer meine Finger da raus gehalten und mein Vater hat mir dabei geholfen, meinen Namen rein zu halten…aber jetzt wo er weg ist, weiß ich wirklich keine Antwort."

Irgendwie wusste Sara in dem Moment nicht, was sie sagen sollte. Den Sohn eines Mafiabosses konnte sie nicht festnehmen, da er –wie er selbst sagte- keinerlei illegale Aktivitäten verfolgte. Ihn aber ermutigen, dass er es schon meistern würde, kam Sara auch irgendwie komisch vor.

Eine merkwürdige Situation, wie sie fand. Während ihres Abenteuers mit Lara hatte sie keine Zeit gehabt irgendwelche Fragen zu stellen oder auch nur anzumerken, dass Max eventuell die falsche Begleitung sein könnte. Aber er hatte sie als würdig erwiesen, hatte sie nicht hintergangen oder ähnliches. Deshalb war es wohl berechtigt, dass Sara ihm ein wenig Vertrauen entgegenbrachte.

„Hmm.", machte sie, als sie aus dem gekühlten Flughafen hinaustrat. Es war Spätsommer und für diese Jahreszeit war es erstaunlich warm in New York.

„Sieht so aus, als würden sich unsere Wege hier wohl trennen, wie?", Sara reichte Max die Hand. Für mehr schien ihr die Beziehung zu einander noch nicht stark genug.

Dabei sollte man meinen die Welt zu retten würde einen zusammenschweißen…

„Sieht ganz so aus.", erwiderte Max und winkte ein Taxi herbei, das in dem Moment vor dem Hauptgebäude des Flughafens ankam: „Deine nächste Reisemöglichkeit!", sein Lächeln war echt, das merkte Sara und deshalb schenkte sie ihm auch eines. Max war ein attraktiver Mann, wie sie in dem Moment feststellen musste.

Allerdings hatte sie im Moment die Nase gestrichen voll von attraktiven Männern. Der Letzte, der ihr Interesse geweckt hatte, hatte sie um die Witchblade betrogen und hatte darüber hinaus auch noch beinah den Verstand verloren. Ian Nottingham war der Name dieses Mannes gewesen und er war ein Mitarbeiter von Kenneth Irons, dem Mann der Sara überhaupt mit der Witchblade zusammengebracht hatte. (Später hatte Sara erfahren müssen, dass Irons nur daran interessiert gewesen war einen Weg zu finden selber Hand an die Witchblade legen zu können –die allerdings nur von weiblichen Trägern getragen werden konnte.)

Mittlerweile besaß Nottingham das männliche Pendant zur Witchblade, die sogenannte Excalibur, eine antike Waffe die angeblich schon König Artus getragen haben soll. Sara verdrängte die unangenehmen Erinnerungen und stieg dann in ihr Taxi. Bevor sie die Tür schloss, wand sie sich noch mal an Maxwell.

Es schien ihr, als wäre eine Warnung angebracht.

„Solltest du in den nächsten Tagen einem Mann namens Jackie Estacado begegnen, dann mach einen großen Bogen um ihn, versprochen?", ja, die Warnung war gerechtfertigt.

Max, der zwar selber niemals irgendwelche illegalen Geschäfte getätigt hatte, aber sich in dem Metier ein wenig auskannte, nickte.

Jackie Estacado war ein Killer, der für seinen Onkel –der ebenfalls Mafiaboss in New York war- Leute aus den verschiedensten Gründen eliminierte. Dass er nebenher auch noch Träger des Darkness war, einer alten Waffe die von Vater zum Sohn weitergegeben wurde, konnte er allerdings nicht ahnen.

Er wusste nur die offizielle Geschichte, die sein Vater ihm erzählt hatte. Außerdem wusste er noch, dass die zwei Familien immer blendend miteinander ausgekommen waren. Was wohl hauptsächlich daran lag, dass sie zwei verschiedene Stadtteile beherrschten.

Max nickte als Antwort: „Versprochen!", fügte er nach kurzem Zögern dann doch noch hinzu und dann schloss Sara Pezzini die Tür, nannte dem Fahrer ihre Adresse und ließ sich nach Hause bringen. Während der Fahrt gingen ihr noch ein Mal die Gedanken vom Flughafen und die Erlebnisse der letzten Monate durch den Kopf.

Wer hätte ahnen können, dass ein einfacher Auftrag solche Konsequenzen haben würde. Dabei hatte alles mit einem einfachen Mafiosi begonnen, einem Mann ohne Skrupel und Moral, von dem Sara fürchtete, er hätte einige seiner Eigenschaften auf seinen Sohn übertragen.

Ich wünschte ich hätte dich nie da mit hineingezogen, Lara…

Auch wenn Chase und Max das nicht sahen, sie befanden sich in einer anderen Welt, als vor diesem Desaster. Es mochte sie vielleicht lokal nichts verändert haben, aber es herrschten neue Regeln und diese würde Sara Pezzini in den nächsten Tagen zu spüren bekommen.

Fortsetzung folgt:

An dieser Stelle werde ich wohl etwas erklären müssen. Ich habe zwar während des Schreibens der letzten Fanfiction Bezug auf Legend und spätere Spiele genommen, werde diese aber in dem Moment revidieren. Sobald ich noch mehr Zeit habe, werde ich „Die Scheibe der Sonne" und „Die Macht der Elemente" angleichen und eine Biographie für Lara erstellen, die auf den ersten Stunden basiert, also auf der Zeit noch vor den Comics und der wirklich langweiligen Familiengeschichte aus Legend und Underworld.

Chase, Zip und Alister werde ich allerdings beibehalten, da ich die Figuren sehr spaßig finde und das ist ja das tolle an Fanfictions: Es geht alles nach dem Kopf des Schreibers. ^^

So, wie hat euch meine Fanfiction denn bisher gefallen? Ich erwarte Reviews…