Disclaimer: - alle namentlich erwähnten Personen und Orte gehören J.K. Rowling. Die Idee zu dieser Geschichte jedoch stammt von mir ;-)

-~+~- Magische Nacht -~+~-

(Teil 1)

Ein schwarzer Schatten huschte durch einen dunklen Korridor. Zwischendurch blieb die Gestalt stehen um sich zurück blickend zu vergewissern, dass ihr niemand folgte. Schon schlich sie weiter; in Richtung Ausgang. Heute war eine magische Nacht, und nichts inner- oder ausserhalb von Hogwarts Mauern konnten Severus Snape aufhalten, diese gebührend zu feiern. Magie lag in der Luft - wie sonst selten im Jahr. Die Erde selbst hielt gespannt den Atem an und wartete auf die Zusammenkunft ihrer Kinder. Und sie kamen...

Sobald die Türen Hogwarts geschlossen waren, entspannte sich Snapes Haltung und er schlenderte gemütlich Richtung Waldrand. Dort angekommen schritt er nach links, um nach wenigen hundert Metern im Dunkel der Bäume zu verschwinden. Er kannte den Weg gut, schon viele Male war er dem unsichtbaren Pfad gefolgt. Das dörre Laub unter seinen Füssen raschelte leise, der Wind schmiegte sich sanft um ihn und in den Baumwipfeln sangen die Nachtvögel ihre Lieder. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen, als er entfernte Schritte in seine Richtung kommen hörte. Ja, sie kamen...

Abwesend griff er in seine Tasche, in der sich sonst üblicherweise sein Zauberstab befand. Doch er war nicht da. Wieder musste Snape lächeln. Er hatte ihn in seinen Gemächern zurück gelassen, denn in dieser Nacht würde eine andere Art Magie gewoben werden als an Hogwarts unterrichtet wurde. Das Licht des Vollmondes blitzte zwischen den Aesten hindurch und beleuchtete den gewundenen Pfad vor ihm. Er machte sich keine weiteren Gedanken mehr über einen Lichtzauber, denn das fahle Licht genügte um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Wieder war ein Rascheln zu hören, dieses Mal jedoch aus einer anderen Richtung. Sie kamen...

Abrupt hörten die Bäume auf und Snape trat auf eine grosse Lichtung hinaus, in deren Mitte dicke Aeste für ein Feuer aufgeschichtet waren. Bis jetzt war noch niemand sonst zu sehen, aber den Geräuschen nach zu urteilen waren die übrigen nicht mehr fern. Snape sog die erfrischende Nachtluft tief in seine Lungen ein. Er legte seinen Kopf in den Nacken und richtete sein Gesicht mit geschlossenen Augen gegen den Himmel. Es lag in seiner Art, zu früh zu kommen, denn so konnte er die hier noch herrschende Ruhe geniessen. Doch nicht mehr lange. Er hörte sie kommen...

Eine dunkle Gestalt nach der anderen schritt aus dem Wald auf die Lichtung. Mit wissendem Blick lächelten sich die nun Anwesenden zu, Freundschaft und Wiedererkennen blitzte in jedem der Gesichter auf. Snape wartete zusammen mit den übrigen, ob sich in dieser Nacht noch mehr Menschen ihnen anschliessen würden. Ob sich noch weitere unbemerkt von zu Hause fort stehlen konnten und ob neue den Weg hierher finden würden. Sie warteten, und immer mehr kamen...

Nun hörte er hinter sich ein weiteres Rascheln von Laub. Hogwarts? Er hatte nicht erwartet, dass aus dieser Richtung noch jemand ausser ihm käme. Mit gespannter Erwartung drehte er sich um und schaute in den Wald. Ihm stockte der Atem als er die näher kommende Gestalt erkannte. Klein, zierlich, mit wilden, brauen Augen und buschigem Haar. Hermione Granger! Sie zuckte leicht zusammen als sie ihn ebenfalls erblickte, dann straffte sie hoheitsvoll die Schultern und schritt auf ihn zu. In dieser Nacht waren hier alle willkommen. Alle, die den Ruf der Erde gehört hatten und ihm Folge leisten wollten. Snape lächelte wieder und raunte ihr ein freundliches "Willkommen!" zu. Hermione lächelte zurück und nahm den Platz neben ihm ein. Hier gab es kein "zehn Punkte von Gryffindor!", kein "das ist nicht erlaubt!" – in dieser magischen Nacht waren sie alle gleich.

Mittlerweile hatte sich ein stattlicher Kreis von gut zwei Dutzend Menschen gebildet. Eine Frau betrat den Kreis und entzündete mit einer Fackel den Holzstapel in der Mitte. Rasch züngelte das Feuer am trockenen Holz empor und zeichnete rotgoldene Muster auf die Gesichter der Anwesenden. Die Spannung war beinahe fassbar, die Freude über die heutige Nacht spiegelte sich in jedem einzelnen wieder.

Wie aus weiter Ferne vernahm Hermione die Worte: "Das Feuer brennt, das Ritual beginnt." – Snape neben ihr hatte sie ausgesprochen. Ein Prickeln lief durch ihren Körper, als sie den Anrufungen der Elemente zuhörte und mit jeder Himmelsrichtung spürte sie die Kraft steigen. Götter wurden eingeladen, und auch sie folgten dem Ruf. Ein blauer Schimmer legte sich über die Gemeinschaft als diese die Energien der Erde herauf beschwor und dazu ein leises Lied zu singen begann. Der Gesang nahm zu, und mit ihm das Licht.

Und plötzlich herrschte Stille. Das Lied hatte sein Ende erreicht, und die im Kreis gesammelte Energie wurde an ihr Ziel geleitet. Wieviel Zeit vergangen war, wusste Snape nicht. Wie immer in solchen Nächten hatte er jegliches Gefühl für Zeit und Raum verloren, aber aus Erfahrung nahm er an, dass es vermutlich Stunden gewesen waren. Das Feuer war bis auf die Glut nieder gebrannt. Gemeinsam mit den anderen lauschte er der Verabschiedung der Elemente und spürte die Kraft langsam wieder abnehmen. Wie von selbst hörte er sich die rituellen Worte sprechen: "Der Kreis ist nun offen, doch ungebrochen. Ein fröhliches Treffen, ein fröhlicher Abschied und ein fröhliches Wiedersehen. Seid gesegnet."

Hermione neben ihm begann sich wieder zu regen. Es war mehr, als sie sich hatte vorstellen können. Der Ruf der Erde war in den letzten Tagen und Nächten immer dringender geworden, und als sie es nicht mehr aushalten konnte, war sie ihm gefolgt. Bis anhin hatte sie sich nirgends richtig zu Hause gefühlt, doch in dieser Nacht war sie angekommen: Sie hatte ihre Familie gefunden.

Doch die Nacht war noch nicht vorbei. Das Versprechen gegenüber der Erde musste noch eingelöst werden. Snape lächelte wieder. Ja, das Versprechen. Wie jedes Jahr. Er beobachtete die Gestalten, die im fahlen Licht des Mondes und der dunkelroten Glut paarweise im Wald verschwanden. Seinen Blick von der Lichtung lösend, schaute er zu Hermione herunter, die trotz ihrer 16 Jahre immer noch um einiges kleiner als er war.

Sie hatte seinen Blick auf ihr gespürt und hob den Kopf um ihm in die Augen zu schauen. Ein verschmitztes Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie Snapes Hand in die ihre nahm und mit ihm gemeinsam in den Wald auf der Suche nach einem weichen Platz schritt.

Ja, die Nacht von Beltaine. Eine magische Nacht.

***Ende (Teil 1)***

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---Anmerkungen zu den Review(s)---

Noria: ... Das Ritual hätte vielleicht noch detaillierter sein können - erinnert mich aber auch in der Kürze ein wenig an MZB. Kennst du die "Nebel von Avalon"?...

- Es war schon ziemlich spät, als ich die Geschichte getippselt habe, und da Wicca-Rituale in Wirklichkeit tatsächlich Stunden dauern können, hätte es wohl den Rahmen einer Kurzgeschichte gesprengt (und wir wollen ja nicht alle Geheimnisse ausplaudern, oder? *g*). Vielleicht fällt die Fic doch noch der nächsten Revision zum Opfer und dann wird auch der Ritualteil etwas ausgebaut... und zu MZB: ICH LIEBE IHRE BÜCHER!!!! – es gibt wohl Keines, das ich noch nicht von ihr gelesen habe...

Phaya: ... weiter so(kommt da noch mehr??)...

- vielleicht....? In nächster Zeit jedenfalls nicht.

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O.k., o.k., ich konnte es einfach nicht lassen - muss ich zu meiner eigenen Schande gestehen. Der Gedanke, dass Snape und Hermione im Wald verschwinden, und was danach noch alles so geschehen könnte, liess mir einfach null Ruhe.... ahhhh.... geliebter Severus..... HILFE! – wie komme ich am schnellsten nach Hogwarts??? Ich will hin!

Ich mag diese Story (diesen 1. Teil als eigenständige Snapefic betrachtet), ich mag sie wirklich sehr. Wenn es euch auch so geht, dass ihr die Magie die hier gewebt wurde, so in Erinnerung behalten möchtet, DANN LEST UM DER GÖTTIN WILLEN NICHT WEITER! Es könnte euch völlig aus der Bahn werfen und das Geheimnis, was später noch so alles vorgefallen war / vorfallen könnte, zerstören... Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

*schwelg* - und nun lasst mich weiter träumen... und vor allem schreiben!

*argh*