Epilog

66 Jahre später

Ianto erkannte sofort, als er die Augen aufschlug, wo er war. Es war der Aufwachraum, in dem er 66 Jahre zuvor soviel Zeit verbracht hatte. Der Raum war unverändert, abgesehen von dem Geruch. Es roch nach sehr frischem Kaffee.

Er richtete sich langsam auf und stellte fest, daß vor ihm die Advokatin des Teufels mit einem Becher Kaffee stand, den sie ihm reichte. „Sie sehen keinen Tag als elf Jahre älter aus, Ianto", sagte sie. „Willkommen zurück."

Er nahm den Kaffee entgegen, probierte einen ersten Schluck und genoß den Geschmack. „Sie werden es nicht glauben, aber es gibt Orte in dieser Galaxis, wo es unmöglich ist, anständigen Kaffee oder die Zutaten für anständigen Kaffee zu bekommen."

„Wie geht es Ihnen?" fragte die Advokatin. „War es diesmal in Ordnung, wie Sie gestorben sind?"

Ianto, stand auf, genoß weiter seinen Kaffee und dachte nach. Es waren 66 Jahre mit Höhen und Tiefen gewesen, nicht immer einfachen Tagen, denn weder Jack noch er selbst waren einfach. Doch sie waren zusammengewesen, hatten Planeten gesehen, Aliens getroffen, von denen Ianto nie auch nur zu träumen gewagt hätte, waren manchmal hilfsreich gewesen, manchmal waren sie auch gescheitert.

Ianto hatte es geschafft, 66 Jahre zu überleben; Jack war einige Male bei dem erfolgreichen Versuch gestorben, Ianto zu schützen, aber das waren seine einzigen Tode in dieser Zeit gewesen.

Die letzten zwei Jahre waren ein wenig überschattet gewesen von dem Wissen, daß ihre Zeit begrenzt war, aber sie hatten sich bemüht, jede Minute zu genießen. Einige Monate vor dem Datum, an dem Ianto, wie er wußte, sterben würde, hatte er es geschafft, den Doctor zu kontaktieren und ihm die Situation zu erklären. Er wollte vermeiden, daß Jack allein war, wenn er starb, und er konnte an niemanden denken, den Jack dann lieber um sich haben würde als den Doctor; er spürte auch nicht einen Stich der Eifersucht mehr, denn er wußte, Jack mußte weiterleben, weil er schließlich keine Wahl hatte.

Und er war zufrieden gestorben, während Jack seine Hand hielt und diesmal keinen Grund hatte, sich schuldig zu fühlen oder Worte zu vermeiden.

„Ja, es war in Ordnung", antwortete Ianto schließlich. „Was haben Sie jetzt mit mir vor?"

„Wenn Sie möchten, können Sie Ihren alten Job wieder haben."

„Ihnen Kaffee kochen und das Archiv aufräumen?" fragte Ianto nach.

„Nein, ich dachte mehr an den Aufwachraum."

„Ich gebe zu, daß ich überrascht bin. Nicht negativ", fügte er nach einer kurzen Pause hinzu; die Vorstellung, daß er zumindest gelegentlich Jack würde sehen können, wärmte sein Herz. „Allerdings befürchte ich, daß ich dort nicht so viel zu tun haben werde wie damals."

„Oh, dann betrachten Sie das vielleicht als Nebentätigkeit." Die Advokatin lächelte. „Ihr Freund Jack hat nicht Recht, zumindest was uns angeht."

„Bitte?" fragte Ianto verständnislos. Er konnte sich nicht erinnern, daß Jack jemals über die Hölle gesprochen hatte.

„Er sagte immer, das 21. Jahrhundert würde alles verändern, aber was uns betrifft, ist es das 22. Jahrhundert. Wir müssen mit Alienzugängen fertigwerden, auf die wir nicht vorbereitet sind, weil sie aus anderen Dimensionen, Galaxien oder ähnlichem kommen. Und dafür brauchen wir ein Team von Spezialisten. Nun, ich war nicht faul und habe aus den besten Kräften der Hölle und des Himmels ein solches Team von Freiwilligen zusammengestellt. Aber ich hätte auch Sie gerne dabei. Sie würden perfekt dazu passen."

„Das klingt gut. Die brauchen bestimmt jemanden, der Kaffee kocht und aufräumt."

„Unterschätzen Sie nicht Ihre Erfahrungen der letzten Jahre. Ich möchte, daß Sie das Team koordinieren."

„Einverstanden." Ianto nickte „Ich bin dabei."

„Dann würde ich Ihnen gerne Ihr Team vorstellen." Die Advokatin öffnete die Tür und geleitete Ianto hinaus auf den Gang, wo drei Personen standen. „Ianto Jones, hier sind die anderen Mitglieder des Teams. Suzie Costello, Toshiko Sato und Dr. Owen Harper."

Tosh flog in Iantos Arme, welcher einen Schrei der Überraschung nicht unterdrücken konnte.

„Coffee-boy, laß die Finger von meiner Frau, und sorge lieber für den ersten guten Kaffee seit 67 Jahren", beschwerte sich Owen, schien dies aber nicht wirklich ernst zu meinen, da er gleichzeitig freundschaftlich auf Iantos Schulter schlug.

Suzie blickte nur finster vor sich hin und äußerte ihre Begrüßung in einem Nicken.

„Wie ich bereits sagte, haben wir die geeignetesten Kräfte zusammengestellt", erklärte die Advokatin fröhlich. „Willkommen zusammen bei Torchwood Hell."

Für Shila, die Dalek Caan eine Stimme gab (sie kann aber auch alle anderen Daleks ganz hervorragend), für Yamx, die mir unbeabsichtigt die Vulkan-Idee einflüsterte, und „Costa Coffee", 13a Castle Street, Edinburgh; es hat selten einen besseren Platz zum Schreiben gegeben…