Titel: Commentarius

Autor: Beedaily

Übersetzt von: frecklemary

Betareader: ElectrifyingChemistry

Rating: frei ab 13

Inhaltsangabe: Lily Evans hat sich selbst immer für gewöhnlich gehalten. Als sie aber ihr siebtes Jahr beginnt, beginnen die Dinge sich zu verändern und Lily fängt an, ein bisschen verrückt zu werden. Plötzlich ist sie Schulsprecherin, ihre Freunde benehmen sich seltsam und es gibt einen neuen James Potter, den sie anscheinend nicht loswerden kann. Basiert auf dem Schreibstil von Meg Cabots `Plötzlich Prinzessin`- Reihe.

Disclaimer: Diese Geschichte basiert auf Charakteren und Situationen, die von J. K. Rowling kreiert wurden und ihr, verschiedenen Verlegern unter Einschluss, aber nicht begrenzt auf Bloomsbury Books, Scholastic Books und Raincoast Books und Warner Bros. Inc. gehören. Dieser Schreibstil gehört Meg Cabot und allen Verlegern und Editoren der `Plötzlich Prinzessin`- Serie. Es wird kein Geld damit gemacht und auch Urheberrechts- als auch Markenrechtsverletzungen sind nicht beabsichtigt. Die Geschichte ist von Beedaily geschrieben worden. Ich übersetze sie nur.

In eigener Sache: Ich habe angefangen die Geschichte zu übersetzen, weil ich von ihr völlig begeistert bin. Sie wird mit jedem Kapitel noch besser. Allerdings benötigt man etwas Geduld. Die Kapitel sind wirklich lang und mit 19 Kapiteln ist die Autorin erst in der Hälfte der Geschichte angekommen. Genauso zeitaufwendig ist die Übersetzung. Wer also Gefallen an der Geschichte findet, den bitte ich um Geduld, denn wir sind ganz am Anfang und es erfordert wirklich viel Arbeit, auch wenn es mir großen Spass macht. An dieser Stelle tausend Dank an ElectrifyingChemistry. Sie bringt den Glanz in die Kapitel und ich bin sehr froh, dass sie absolut sicher und verlässlich diese Übersetzung vergoldet. Der Ruhm geht an Beedaily allein.

Kapitel 1.

29. August Gewöhnlich

"Während das Licht von rot auf grün auf gelb und wieder auf rot schaltete, saß ich da und dachte über das Leben nach. Sollte es wirklich nicht mehr sein als ein Haufen Gehupe und Geschrei ? Manchmal scheint es mir so."

Jack Handey

Freitag, 29. August der Evans- Haushalt

Er ist verrückt.

Eigentlich sind sie alle verrückt. Jeder einzelne dieser so genannten „Professoren" ist ABSOLUT IRRE.

Kein vernünftiger Mensch würde ausgerechnet mich zur SCHULSPRECHERIN ernennen,.

Ich meine ernsthaft, ich muss wohl ernsthaft das gewöhnlichste, langweiligste, meistdesorganiesierteste weibliche Wesen sein, dass jemals diesen Planeten mit seiner Anwesenheit beehrt hat.

Und Schulsprecherinnen sind einfach nicht so. Langweilig, desorganisiert und gewöhnlich, meine ich.

Und das ist noch nicht einmal eine dieser Gelegenheiten, in denen ich sagen könnte, dass ich ausgewählt wurde, weil ich etwas Besonderes bin, denn Neuigkeit! JEDER IN DIESER VERDAMMTEN SCHULE HAT MAGISCHE KRÄFTE! In der siebten Klasse gibt es genügend Hexen, die es verdient hätten, dazu gewählt zu werden! (Die, nebenbei gesagt, im Gegensatz zu mir, alle ein eigenes Leben haben.)

Ganz richtig, ich, Lily Christine Evans, benötige dringend ein Leben. Ganz im Ernst, ich sehe sogar langweilig und gewöhnlich aus. Ich meine, normalerweise fallen Rothaarige wie ich auf wie ein bunter Hund.

Alle anderen Rothaarigen, die ich je gekannt habe, sind entweder:

A: Supermodels

Oder

B: extrem erfolgreiche Karierefrauen, die Supermodels seinsollten.

Aber dann bin da natürlich ich. Mutterseelenallein in Gruppe C - die vollkommen langweilige Rothaarige mit eigenwilligen Haaren, und die allen einfach einen Gefallen tun sollte und sich blond färben sollte, wie jeder andere auch, und so in der Menge verschwinden.

Oder mir andernfalls eine große braune Papiertüte vollständig über den Kopf ziehen, bis dieses so genannte „Haar" grau wird.

Wie auch immer, meine Haare sind nicht mein einziges Problem. Nope. Ich stecke außerdem bei einer Größe von lumpigen 1,73 m fest, was bedeutet, dass ich weder klein noch groß bin. Ich stecke genau in der Mitte dieses genetischen Schlamassels. Und obwohl meine Ärztin darauf besteht, dass 1,73m eine völlig annehmbare Größe ist, versteht sie das einfach nicht.

Sie versteht einfach nicht, dass meine Größe von 1,73m nur ein weiterer Punkt ist, der auf meiner Liste der Gewöhnlichkeiten abgehakt werden kann.

Ist doch egal,dass ich zu dünn wäre, wenn ich noch etwas größer wäre, oder dass ich an der Grenze zum Übergewicht läge, wenn ich etwas kleiner wäre? Zumindest hätte ich dann eine ausgeprägte Eigenheit. Ich könnte sagen „Hey. Ich bin Lily, groß und weit dünner als das, was noch als gesund angesehen wird. Oder "Hi, ich bin Lily, klein und möglicherweise an der Grenze zum Übergewicht". Beides wäre besser, als das sagen zu müssen, zu was ich jetzt gezwungen bin, nämlich einfach nur: „Hi, ich bin Lily, nichts Besonderes und /oder Einzigartiges. Ich bin einfach nur ganz gewöhnlich."

Versteht ihr jetzt, was ich meine? Es ist kompletter Mist.

Und okay, vergessen wir mal die Tatsache, dass mein Aussehen alles andere als perfekt ist, diese Professoren sind immer noch wahnsinnig. Den wisst ihr was? Auch was meine schulischen Leistungen angeht, bin ich nicht gerade einsame Klasse. Ich meine, ich kann überhaupt nichts in Verwandlung. Ich mein`s ernst. Ich bin ungefähr drei Punkte davon entfernt, in diesem blöden Fach durchzufallen.

Wie kann man nur jemanden, der praktisch in einem Hauptfach durchfällt ,zur Schulsprecherin machen? Das macht doch einfach überhaupt keinen Sinn. Obwohl es ehrlich nicht meine Schuld ist, dass ich versage. Professor McGonagall ist einfach zu schnell für mich. Langsam Lernende so wie ich brauchen langsame Lehrer. Wir können nicht alle superschlaue Verwandlungskünstler sein wie meine beste Freundin Emma Vance oder wie James Potter, der verwandelnde Trottel.

So ist das Leben halt. Manche Leute haben`s und andere eben nicht. McGonagall sollte versuchen, das zu verstehen, und mich nicht durchfallen lassen, wenn ich gar nichts dafür kann, denn es ist wirklich nicht meine Schuld, wenn ich es nicht habe. Meine Eltern sind schuld daran, dass sie mir das `It`-Gen nicht mitgegeben haben.

Oh, und was wir auch nicht vergessen wollen, ist dass ich gesellschaftlich ein kompletter Außenseiter bin.

Ich laufe rum und lasse meine vollständig unkontrollierbaren Launen auf die los, die in Hogwarts das gesellschaftliche Sagen haben, ohne mir der Folgen bewusst zu sein. Was bei den so genannten „Opfern" jedoch nicht so gut ankommt, und bei mir dazu führt, dass ich auf der Gesellschaftsleiter noch tiefer rutsche (HA! Als ob es noch tiefer ginge!)

Also frage ich euch jetzt, nachdem ich euch nur ein paar meiner vielen Fehler enthüllt habe:

WAS IN MERLINS NAMEN HABEN DIE SICH DABEI GEDACHT? HABEN SIE ALLE VOLLSTÄNDIG DEN VERSTAND VERLOREN? ICH KANN DIESEM DRUCK NICHT STANDHALTEN !!!!

Entschuldigt mich bitte, während ich mich in einer Pfütze ersäufen gehe!

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Samstag,30. August, Kofferpacken im Evanshaushalt

Zu erledigende Sachen

1. Das vermisste Schulsprecherinnenabzeichen wieder finden. Seht ihr? Ich kann nicht mal auf mein ABZEICHEN aufpassen, geschweige denn meine Arbeit machen! DRUCK !!!

2. Alle Kleider die ich von Grace und Emma geborgt habe, zusammensuchen. Ich bin sicher, sie wollen sie zurück.

3. Winnie ZWINGEN, zurück in den Käfig zu Eule.

4. Mum nach der Fahrt zum Bahnhof fragen. Bitte,bitte, bitte nicht Petunia! Weiter nach einer Pfütze suchen.

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Später, Evanshaushalt

Verdammt!

Jedes Jahr! Jedes verdammte Jahr!!

Wie kann meine Mutter die GEWALTIGE ABNEIGUNG, die meine Schwester und ich für einander empfinden, nicht verstehen? Versteht sie denn nicht, dass wir es nicht deshalb vermeiden, täglich miteinander zu sprechen, weil wir zu beschäftigt sind, sondern weil es schwierig ist, für einen längeren Zeitraum zusammen im selben RAUM zu sein?

Meine Mum ist total verrückt. Muß sie einfach. Es ist die einzige logische Erklärung .

Ich meine ich bin mit diesem pferdegesichtigen Verbrechen von einer Schwester nicht mehr ausgekommen,seit ich vor sieben Jahren meinen Brief aus Hogwarts bekommen habe! Man würde meinen, meine Mutter hätte unsere gegenseitige Abneigung inzwischen mitbekommen, aber das hat sie nicht.

Mist. Das ist einfach ungerecht. Petunia HASST es sowieso restlos, mich zum Bahnhof zu fahren!

WARUM ist mein Leben so grässlich?

Mum denkt offensichtlich immer noch, dass es Hoffnung für uns gibt. Petunia und mich, meine ich. Das ist der Grund, warum sie uns immer wieder so zusammen bringt. Ich meine, wir kamen miteinander aus, als wir jünger waren - das war, bevor wir erführen, dass ich eine Hexe bin. Danach änderte sich alles. Petunia hatte Veränderungen noch nie gemocht. Für sie musste alles perfekt und ordentlich sein; das komplette Bild von Normalität. Als ich jünger war, machte mir ihr Bedürfnis nach Perfektion nicht so viel aus. Immerhin war Petunia meine große Schwester - hübsch und vollkommen in jeder Beziehung. Ich wollte alles machen, was sie machte. So wie sie wollte ich auch sein.Überall wo sie hinging, konntet ihr Gift darauf nehmen, dass ich ihr auf den Fersen folgte. Sie war, um es einfach auszudrücken, mein Idol.

Junge, war ich ein bescheuertes Kind.

Ich kann mich erinnern, dass ich dachte, wie absolut großartig das war, als mein Hogwarts-Brief kam.

Ich dachte, eine Hexe zu sein, war die außergewöhnlichste Sache, die mir jemals passiert ist. Meine Schwester andererseits fand, es war absonderlich und unnormal. Im Grunde hielt sie mich für eine Art Sonderling (was ich auch bin, aber nicht, weil ich eine Hexe bin.) In dem Sommer sprach sie ganze sechs Mal mit mir und all ihre Aussagen waren kurz, schroff und sie sagte nur etwas, wenn es absolut notwendig war( „Fass das nicht an, Lily!", „ Tu diesen Stock weg. Sonst sehen ihn meine Freunde!" Versteck gefälligst diese Eule und mach, daß sie ruhig bleibt! Was werden bloß die Nachbar denken"). Der Sommer nach meinem ersten Jahr war noch schlimmer. Anstelle mich zu ignorieren wie im Sommer davor, wechselte Petunia zu einer neuen Taktik über. Beleidigungen

Von da an gab ich es auf, unsere Beziehung zu reparieren. Ich lernte, Petunia`s blöde Bemerkungen zu ignorieren, und lebte mein Leben einfach geschwisterlos weiter.

Darum verstehe ich nicht, was sich meine Mum dabei habe es akzeptiert, ohne Schwester zu leben, warum kann sie das nicht?

Ich brauche eine Therapie.

Genauer gesagt, braucht meine ganze Familie eine Therapie.

Pah.

Noch zwei Tage! DRUCK!

Erinnerung: ABZEICHEN FINDEN!

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Sonntag,31. August Evans Haushalt

Noch ein Tag bis ich wieder nach Hogwarts gehe. Ich freu mich, trotz der Tatsache, dass ich fälschlicherweise zur Schulsprecherin gewählt wurde und ich nicht soviel in Verwandlungskunst geübt habe, wie ich es McGonagall eigentlich versprochen hatte. ...

Ich freue mich trotzdem. Ingewisser Weise. Irgendwie. Es ist nur so, dass ... Ich meine, versteht mich nicht falsch, Hogwarts ist großartig - ich würde es für nichts in der Welt eintauschen - aber .... selbst die saftigsten Äpfel haben Würmer. Und jetzt mit diesem Ganzen Druck und allem ... ich weiß einfach nicht.

Ich sollte wirklich aufhören, mich zu beklagen. Denn egal wie viele Würmer Hogwarts hat, es wird immer diesen leuchtenden Mittelpunkt haben. Es werden immer meine Freundinnen dort sein.

Grace Reynolds, Emmeline Vance und ich sind seit unserem ersten Jahr in Hogwarts die besten Freundinnen. An diesem ersten 1. September war ich gelinde ausgedrückt etwas verängstigt gewesen.

Ich erinnere mich, wie ich ziellos am Bahnhof Kings Cross auf der Suche nach Plattform 9 3/4 umherirrte, während ich nebenher die ganze Zeit darum betete, dass dieser ganze Traum einer magische Welt, in die ich irgendwie aufgenommen worden war, auch Wirklichkeit war. Das war eine der seltenen Situation, an die ich mich je erinnern könnte, in der meine Eltern so hilfreich waren wie Holzklötze. Sie liefen, sich am Kopf kratzend neben mir her, schauten sich um und scheiterten kläglich beim Versuch, mir zu helfen. Wisst ihr, da ich muggelstämmig bin, hatte ich keine Ahnung, wie die magische Welt so war. Ich sprang kopfüber in eine neue Welt, mit nichts als meinem schnellen Verstand und einem minimalem Wissen über die magische Welt, um durchzukommen.

Als ich Grace das erste Mal traf, stand ich, den Tränen nahe, ziemlich dumm vor der Absperrung herum.(Ich war elf Jahre alt! Elfjährige Muggel kommen nicht auf die Idee, durch Wände zu gehen!),voll panischer Sorge, den Zug zu verpassen, oder schlimmer noch, erkennen zu müssen, dass alles nur ein grausamem Scherz war, den mir jemand gespielt hatte.

„Gehst du auch nach Hogwarts?"

Ich drehte mich mit pochendem Herzen in der Brust um, als ich hörte, wie jemand anderer das Wort „Hogwarts" aussprach. Ich war nicht verrückt! Es war Wirklichkeit! Ich war so aufgeregt, dass ich ganz vergaß, der kleinen Brünetten mit den Zöpfen, die mich gefragt hatte, zu antworten, und sie mich daher noch einmal fragte „Also, gehst du?`"

Ich nickte sofort, während sich ein breites, albernes Grinsen auf meinem Gesicht hauchte schnell ein "Ja!", während die Erleichterung wie ein Lauffeuer durch meine Adern strömte.

Das Mädchen nahm dies mit einem Nicken an." Ich bin Grace Reynolds" Sie streckte mir ihre Hand entgegen.

Ich schüttelte sie begeistert. Meine erste magische Freundin! „Ich bin Lily", stellte ich mich vor . „Lily Evans."

Grace lächelte, während ihre blauen Augen leuchteten. „Gehst du zum Bahnsteig?"fragte sie mich.

„Meine Mum meint es wäre noch ein bisschen früh, aber wir müssen noch unsere Koffer einladen und alles."

Ich setzte zum Nicken an, stoppte aber, als ich mich erneut an meine fünfzehnminütige Suche nach dem besagten Bahnsteig erinnerte. "Ähm, das hatte ich vor, aber..."Ich schaute mich erneut um, um zu sehen, ob der Bahnsteig nicht plötzlich aufgrund meiner neuen Freundin aufgetaucht war."Wo genau ist er?" Grace` Augenbrauen runzelten sich, „Was meinst du „Wo ist er"? Er ist genau hier!"

Sie deutete auf die Wand.

Ich schaute um sie herum. Über sie hinweg. Ich schaute mich sogar nach einer Geheimtreppe um, die unter ihr entlang führte. Es war nichts zu finden. Es war nur eine Wand.

Ich versuchte nicht zu lachen, als ich mich zu Grace umdrehte. „Äh... was?"

Erneut warf mir Grace einen eigenartigen Blick zu, die Verwirrung deutlich ins Gesicht geschrieben, bis ihr schließlich ein Licht aufging. „OH!" begann sie und schlug sich an die Stirn. „Du bist eine Muggelgeborene, nicht wahr?"

Ich starrte sie ausdruckslos an. "Was bin ich?"

Grace lächelte. „Sind deine Eltern Zauberer?" fragte sie mich.

Ich schüttelte meinen Kopf. „Nein", antwortede ich „Nur ich. Sonst ist niemand, den ich kenne, -" Ich versuchte, das alberne Lächeln von meinem Gesicht zu bannen, während ich dies sagte "magisch."

Grace nickte. „Das erklärt es." sagte sie. Daraufhin warf sie mir grinsend den Arm um meine Schulter.

„Nun ja, sieht so aus, als gäbe es einiges, dass ich dir beibringen muss, Lily Evans."

Ich nickte ihr zu, gleichermaßen begeistert wie nervös. Wenn sie bereit war mich zu lehren, war ich bereit zu lernen.

Nachdem ich mich ein letztes Mal von meinen Eltern verabschiedet hatte, half mir Grace, durch die Absperrung hindurch (nachdem ich endlich verstanden hatte, dass die Mauer selbst die Absperrung war), während sie mich in die wichtigsten Gegebenheiten der Zaubergemeinschaft einführte, die ihr einfielen , während wir den Zug bestiegen. Grace ist reinblütig und wusste all das, was ich nicht wusste. Es war erst, als wir im Hogwarts Express auf der Suche nach einem Abteil waren, das nicht mit einschüchternden Fünft- und Sechstklässlern gefüllt war,dass wir Emma trafen.

„Können wir uns zu dir setzen? Die meisten der anderen Abteile sind voll", fragte Grace Emma, als wir fast am Ende des Zuges Emmas Abteil erreicht hatten. Als der kleine Bücherwurm, der sie ist, machte sich Emma nicht einmal die Mühe, von dem Wälzer in ihrem Schoß aufzublicken, um uns zu

antworten; sie nickte nur und las weiter. Emma jedoch erregte sofort meine Aufmerksamkeit.

Ihr müsst wissen, meine beiden Freundinnen sind von der ziemlich hübschen Sorte. Sie sind wie ein Duo vollkommener, lebensgroßer Barbiepuppen- nur nicht aus Plastik, versteht sich. Und vielleicht auch nicht mit so großen Brüsten. Aber dennoch Barbies. Mit Persönlichkeit meine ich. Ein wenig sonderbare Persönlichkeiten, wenn man es genau nimmt.

Emma ist die eher Ruhigere der beiden, mit dem hübschesten strohblondem Haar und kristallblauen Augen. Sie ist auch die Fleißigste von uns allen

(zumindest ist sie es, seit ich mich zu dem Faulenzer entwickelt habe, der ich jetzt bin. SO schlimm war ich früher nie. Ehrlich. Ich war nicht immer der professionelle Zauderer, der ich jetzt bin. Es ist einfach passiert.)

Obwohl sie diese sonderbare Besessenheit mit fremdartigen und absonderlichen Dingen hat. Sie bringt sie immer aus ihren Ferien von irgendwo her mit, oder kauft sie in diesem alten wirklich zwielichtigen Laden in Hogsmeade. Als sie einmal mit ihrer Familie nach Indien reiste, bekam sie diesen smaragdgrünen Schal und bestand darauf, ihn die ganze Zeit zu tragen. Jeden Tag fand sie eine neue Art, ihn zu tragen. Grace und ich fanden das ziemlich eigenartig, waren inzwischen aber an Emmas absonderliche Faszinationen gewohnt. Wie auch immer, wir setzten diesem Wahnsinn an dem Tag ein Ende, an dem wir aufwachten und Emma mit einem neuen smaragdgrünen Turban auf dem Kopf fanden (ich weiß jedoch, dass Emma ihn immer noch hat, den Schal, meine ich. Ich sah ihn einmal, als ich Emmas Koffer durchsuchte.)Emma ist wie „Barbie, die Klassenbeste (enthält einen besonderen smaragdgrünen Schal. Find selbst heraus auf wieviele Arten sie ihn tragen kann.)"

Und Grace? Sie wäre vermutlich eine Art Ärgermachende Theresa. Das Mädchen hat bei weitem zu viel Energie und die Aufmerksamkeitsspanne einer Erbse. Sie wird vollständig zur Verrückten, wenn sie nicht irgendetwas zu tun hat, was ihr - von Emma und mir ganz zu schweigen - mehr als einmal eine Menge Ärger beschert hat. Wie dieses eine Mal, als sie nichts zu tun hatte und beschloss, dass es Spaß machen würde, etwas Eis aus dem Eisschrank in der Küche von Hogwarts zu holen.... natürlich machte es nur um drei Uhr morgens „Spaß". Also schleppte sie eines Nachts, um drei Uhr dreißig morgens eine protestierende Emma und mich noch im Halbschlaf mindestens 14 Treppen hinunter zur Küche. Das allein wäre schon schlimm genug gewesen, aber dann schafften wir es irgendwie, uns in dem blöden, bescheuerten Eisschrank einzuschließen, als Grace aus Versehen beim Reingehen die von selbst schließende Türe zuzog. Als fünf Stunden später ein Hauself den Eisschrank endlich öffnete, wurden wir alle in den Krankenflügel gebracht.

Und wisst ihr was? Während wir alle von Kopf bis Fuß gefroren im Krankenflügel lagen, beschloss Grace, dass wir das irgendwann noch einmal machen sollten( was natürlich NICHT passieren wird, denn ich ziehe es vor, meine Finger und Zehen zu behalten, und sie nicht durch Erfrierungen zu verlieren). Versteht ihr was ich meine? Verrückt! Dazu kommt, dass Grace irgendwie auch die Schönheitsgene vererbt bekommen hat. Sie hat langes dunkelbraunes Haar und immer leicht gebräunte Haut. Sie hat eine etwas lange Nase, was ihr aber eher ein charakteristisches Aussehen verleiht, und nichts ist, über das man sich den Kopf zerbrechen müsste.

Und ich? Nun ja, ich bin die rothaarige Barbie, die ein Auslaufmodel ist, weil sie niemand mag.

Wie es mir möglich war, mich mit diesen Supermodeln ähnelnden Mädchen anzufreunden, werde ich nie verstehen.

Aber darum ging es ja gar nicht. Wo war ich stehen geblieben ... ja genau, der Zug. Also wie auch immer, die ersten zwanzig Minuten verbrachten Grace und ich damit, über uns zu plaudern, bis Emma wirklich keine andere Wahl mehr hatte als mitzumachen. Es ist eigenartig, wie drei Leute, die so verschieden sind, so gut miteinander auskommen können, aber irgendwie schafften wir es. Wir haben nur ungefähr zwei Dinge gemeinsam, aber das schien nie von Bedeutung zu sein.

„Meine Mum war in Ravenclaw, aber ich wäre lieber in Gryffindor," sagte Emma, als wir über die Einführungsfeier diskutierten, die später an diesem Abend stattfinden würde.

„Meine ganze Familie ist seit Jahen in Gryffindor."Grace zuckte mit den Achseln. „Ich hoffe einfach ,dass ich auch dort hinkomme." Dann drehte sie sich zu mir. „Was ist mit dir, Lily? In welchem Haus möchtest du sein?"

Auf die Frage war ich nicht vorbereitet. Ich begriff den Unterschied zwischen all den Häusern nicht wirklich. Grace` kurze Beschreibung besagte, daß alle üblen Kinder nach Slytherin gestekt wurden, alle mutigen Kinder nach Gryffindor, alle klugen Kinder nach Ravenclaw und alle netten Kinder nach Hufflepuff. Ich dachte nicht, dass ich irgendeiner dieser spezifischen Gruppen angehörte, aber ich wollte mit Grace und Emma zusammen sein, also gab ich auch Gryffindor zur Antwort.

„Wäre es nicht das Größte, wenn wir alle zusammen in Gryffindor wären?" fragte Emma mit einem strahlenden Lächeln.

„Das wäre großartig.", bekräftigte Grace kopfnickend. „Aber bei meinem Glück werde ich wohl ganz allein nach Slytherin gesteckt." Bei diesem Wort machte sie ein angewidertes Gesicht, was uns alle zum Kichern brachte. Unser Gelächter wurde allerdings kurzerhand abgeschnitten, als die Türe unseres Abteils gewaltsam aufgerissen und mit gleicher Eile wieder zugeschlagen wurde, wobei eine der vielen schlechten Seiten Hogwarts enthüllt wurde.

James Vollidiot Potter.

(Na ja, nicht nur ihn. Drei der vier Herumtreiber waren auch da. Überhaupt, welche Art von Leuten gibt sich selbst den Namen „Herumtreiber"? Ich meine, ich kann mich nicht einmal an eine Zeit erinnern, in der sie nicht als „Herumtreiber" bezeichnet wurden. Ich weiß, sie verursachen Ärger und all so was, aber mal ehrlich, wie bescheuert.)

„Gracie!" rief ein sehr amüsierter und sehr schmutziger (bis heute habe ich noch keine Ahnung warum) Sirius Black. Sirius ist einer von Graces vielen Cousins. Das ist noch so etwas in der Zauberwelt - jeder ist irgendwie mit jedem verwandt. Ernsthaft. Na ja, in den reinblütigen Familien jedenfalls. Grace und Sirius sind zwar nur sehr weitläufig und weit entfernte Cousins, aber nichtsdestotrotz Cousins. Sirius ist ziemlich beliebt unter uns Hogwartskids, weil ihn alle für so wunderbar und gut aussehend halten. Dieser Ansicht kann ich nicht viel entgegensetzen, da er sehr witzig ist und auf eine dunkle,mysteriöse Weise ziemlich attraktiv, aber ich würde ihn niemals als möglichen Freund in Betracht ziehen. Ich meine, er ist viel zu unreif. Es wäre, als würde man auf einen Sechsjährigen stehen.

„Black!" Grace lächelte ihren Cousin grüßend an. Sie warf den anderen drei Jungs einen Blick zu, da alle sehr schmutzige Umhänge trugen. „Was in Merlins Namen treibt ihr?"

„Sie haben darauf bestanden, Snape einen kurzen Besuch abzustatten" sagte der zweite Gefährte, Remus Lupin und wies mit seinem Daumen ruckartig in die Richtung seiner Freunde. Remus ist etwas anders als die anderen „das-Leben-dreht-sich-um Streiche-und-trotteliges -Verhalten Herumtreiber". Er ist eher fleißig und nimmt seine Schularbeit wirklich ernst, im Gegensatz zu den anderen dreien, die nie zu lernen scheinen und den Unterricht lediglich als eine Zeit zum Schlafen und Streiche planen betrachten.

Obwohl wir die letzten drei Jahre zusammen Vertrauensschüler waren, kenne ich ihn nicht so gut, aber es scheint, als wäre er nicht so besessen, wenn es darum geht, Ärger und Schwierigkeiten zu bereiten, als es der Rest der Herumtreiber ist. Er sieht auch nicht gerade schlecht aus, wenn auch auf eine andere Weise als Sirius . Remus hat helles Haar und braune Augen, und obwohl er etwas rätselhaft ist (welcher Kerl ist das nicht), ist er nicht im eigentlichen Sinn „dunkel". Finde ich jedenfalls.

„Ihr seid solche Trottel", schnaubte Grace.

„Jetzt komm schon, Gracie. So schlimm sind wir gar nicht", beharrte der dritte und letzte Gefährte.

Merlin, wie ich ihn verabscheue.

James Potter muss wohl das meist ichbezogene, meist eingebildete, überheblichste männliche Exemplar sein, das jemals die Erde betreten hat. Er hat den aufgeblasensten Kopf von allen Leuten, die ich kenne.

Ernsthaft. Und er ist gemein - na ja, okay, nicht zu allen, aber zu mir. Alle anderen finden, dass er total nett ist, das liegt aber nur daran, dass SIE sich nicht davor fürchten, ihm auch nur im Flur zu begegnen. .Ja, so sehr geht er einem auf die Nerven. Nur weil er klug ist und Quidditch spielt, denkt jeder, dass er einsame Klasse ist, obwohl er nie etwas anderes tut als Angeben. Er denkt, er ist Merlins Geschenk an die Welt! Es ist erbärmlich. Und wenn er zufällig den genetisch Intelligenz-Jackpot geknackt hat, na und wenn schon? Und SO gut aussehend ist er auch wieder nicht. Sein Haar ist IMMER durcheinander, seine Augen sind zu nussbraun, und nicht jeder mag einen von Quidditch durchtrainierten Körper ...

Na gut, er ist wahnsinnig gut aussehend, aber der Punkt ist, dass er es weiß es. Er ist total eingebildet

„Wer ist Snape?" flüsterte Emma mir zu, während Grace weiter plauderte . Ich zuckte mit den Achseln.

Grace redete noch mindestens fünf Minuten weiter, völlig ungeachtet der Tatsache, dass Emma und ich uns auch noch im Abteil befanden. Wir hatten natürlich immer noch keine Ahnung, um wen es sich bei diesen seltsamen Eindringlingen handelte.

„Oh! Das hab ich völlig vergessen!" sagte Grace, als sie endlich zum ersten Mal zu Emma und mir herübersah. "Lily, Emma, das sind Remus Lupin, James Potter und mein Cousin Sirius Black. Jungs, das sind Emma Vance und Lily Evans. " Wir schüttelten uns alle die Hände und nickten uns zur Begrüßung zu.

Und dann begannen die legendären Evans-Potter Kriege.

„Weißt du," sagte Potter zu mir, „dein Haare sehen aus als würden sie brennen"

Er, so wie auch Remus und Sirius, schien diese Bemerkung wahnsinnig witzig und absolut urkomisch zu finden, und sie fingen alle ziemlich laut an zu lachen. Ich andererseits empfand das als ziemlich beleidigend. Ich weiß selbst, dass mein Haare absolut schrecklich sind, und ich verabscheue es zutiefst, aber das HEISST NICHT, dass ich mich von einem Arsch wie James Potter deswegen beleidigen lasse.

„Tut es nicht!" blaffte ich wütend und schob die verunglimpften Locken hinter mein Ohr.

„Und ganz nebenbei, dein Haar sieht aus wie ein alter, schmutziger Wischmopp! Hast du es schon mal mit Kämmen versucht?"

Was absolut wahr ist. Das mit seinen Haaren, meine ich. So weit ich weiß, ist Potters Haar entweder einfach von Natur aus unordentlich,

(was beweißt, dass es wirklich jemanden mit noch schlimmerem Haar gibt als mich) oder, dass es ihn schlicht und einfach nicht kümmert (was beweißt, dass ich weiterhin Preisträgerin der Auszeichnung für die schrecklichsten Haare weltweit bin).

Bedauerlicherweise schien mein total witziges und ultimativ beleidigendes Comeback den großen James Potter nicht im Geringsten zu berühren. Stattdessen verwuschelte er sein Haar, wie er es immer tut und lachte weiter.

„Die sind wirklich seltsam," flüsterte Emma, während sie zusah, wie das Trio wie eine Meute Hyänen weiter lachte.

„Jungs", seufzte Grace als, wäre damit alles erklärt.

Und dann, als ich dachte, dass die Situation nicht mehr schlimmer werden konnte, (immerhin lachte eine Gruppe möglicher Klassenkameraden über mich) wurde sie noch schlimmer.

SIE kam rein.

Der wahre Grund, warum Hogwarts die Hölle auf Erden sein kann.

Hogwarts` WAHRE lebensgroße Barbie kam in unser Abteil getanzt(welches zu diesem Zeitpunk sowieso schon recht voll war. Total gefährlich im Brandfall, was ich zu der Zeit jedoch nicht bemerkte.)

„James! Sirius!" kreischte sie, während sie grüßend mit ihrer perfekt manikürten Hand winkte. „Ich habe gehofft, ich würde euch treffen! Und ist das Remus Lupin? Dich hab ich seit einer Ewigkeit nicht gesehen!"

Dass die Herumtreiber endlich aufhörten zu lachen, war das einzig Gute, dass aus diesem ganzen Szenario hervorging.

„Elisabeth" sah ich Potter langsam hervorwürgen. „Erh...wie geht es dir?"

Wisst ihr, in dem Moment hat mir Potter vielleicht sogar ein bisschen leid getan.... eh nein, vergesst es.

Nicht mal die hochnäsige, herablassende, künstliche Schönheit Elisabeth Saunders könnte mich dazu bringen, mit diesem blöden Trottel Mitleid zu haben.

„Sehr gut", gurrte Elisabeth, während sie sich zwischen die drei Jungs setzte, die alle aussahen, als hätten sie etwas Ekelhaftes verschluckt. „Meine Mutter hat mich diesen Sommer mit nach Paris genommen. Ich war so aufgebracht darüber, dass ich nicht zu deiner Sommer-Party kommen konnte. Ich hatte mich so darauf gefreut, dich zu sehen."

„Wirklich?", fragte Grace, sich ins Gespräch einklinkend. „Wir haben deine Gesellschaft wirklich überhaupt nicht vermisst."

Elisabeth begann, ihr finstere Blicke zuzuwerfen. Grace lächelte triumphierend.

„Hab ich dich nach deiner Meinung gefragt, Reynolds?", blaffte Elisabeth. Grace warf ihr einen wütenden Blick zu „Ich denke nicht."

Und dann, obwohl ich nichts mit dieser kleinen Fehde zu tun hatte und ich die anderen kaum kannte, überwältigte mich mein auf eigene Faust handelndes, unkontrollierbares Temperament (ich hab euch ja gesagt, wie schrecklich es ist).

„Nun ja, ich glaube auch nicht, dass wir darum gebeten haben, mit deiner Anwesenheit beehrt zu werden, aber wie du siehst, so ist das Leben."

In dem Moment, in dem die Worte aus meinem Mund heraus gebrochen waren, wünschte ich, ich hätte sie zurücknehmen können. Auf meine unverschämte und völlig aus dem Blauen kommende Beleidigung hin wand Elisabeth ihren wütenden Blick sofort weg von Grace und mir zu. Im ersten Moment sah sie schockiert aus, aber ihre Augen öffneten sich weit, als sie meine Erscheinung wahrnahm: Mugglekleider. Sie ließ ein sehr Elisabeth-haftes Schnauben hören. Mir war nicht klar, dass das Schnauben mir galt. Ich wusste nicht, dass etwas nicht stimmte. Ich war zu beschäftigt damit, einschüchternd zu wirken. Ich versuchte, meine Augen wütend blickend zusammen zu kneifen, aber ich glaube, ich rümpfte dabei einfach nur meine Nase. Ich sah zu, wie Elisabeth sich langsam zu Grace zurückdrehte.

„Gracie, Gracie, Gracie...", seufzte sie, während sie ihre Hand auf vorgeblich tröstende Weise auf Grace` Schulter legte. „Ich hätte nie gedacht, dass ich den Tag erleben würde, an dem du dich mit Schlammblüternanfreunden würdest. Was wohl die anderen davon halten werden?"

Ich sah, wie Emma die Kinnlade herunterfiel und ich hörte ein wütendes, grollendes Geräusch aus Grace hervorbrechen, und sogar die Herumtreiber sahen verärgert aus, nur ich blieb still sitzen und tat gar nichts. Ich hatte keine Ahnung, was es da zu glotzen gab. Ich wusste nicht, was ein Schlammblut war. Ich wusste nicht, dass Elisabeth mich gerade auf die übelste Art und Weise beleidigt hatte.

„Verschwinde. Sofort," befahl Grace mit einer sehr kalten Stimme.

Elisabeth lächelte nur, stand anmutig von ihrem Sitz auf und ging zur Abteiltür, und dann,als käme ihr nachträglich noch ein Gedanke, drehte sie sich zu mir um.

„Nimm dich in Acht Schlammblut. Du willst es dir mit gewissen Leuten sicher nicht verderben."

Und damit war sie verschwunden. Ich wünschte, ich hätte sie getreten oder an ihrem perfekten Haar gezogen oder sie beschimpft, bis ich Kopfweh bekam. Irgendetwas. Egal was. Aber nein, ich hatte weiterhin keine Ahnung, von was sie geredet hatte. Ich warf ihr nur weiter „böse" Blicke zu, bis meine Nase anfing wehzutun.

Und das war´s.

Und hier bin ich, sieben Jahre später, nicht besser dran als damals. Elisabeth und ich verabscheuen einander weiterhin vollständig, und durch einen sonderbaren Umstand, kamen sie - ebenso wie Emma, Grace, die Herumtreiber und ich - alle nach Gryffindor. Ihr könnt euch nur eine vage Vorstellung davon machen, wie es in unserem Schlafsaal zugeht. Es ist kein Spaß. Ich könnte dir einige verrückte Geschichten darüber erzählen -

Hey.

Wartet mal ne Sekunde.

Gerade ist mir klar geworden ....

Ich bin Schulsprecherin.

Was auch bedeutet ... Ellisabeth ist es nicht!

JA!!!!!!!!!!!

ICH WUßTE, ES GIBT EINE GUTE SEITE AN DER GANZEN SACHE!!!!!

Heute Nacht werde ich schöne Träume haben! JA!

Oh, und ich habe mein Abzeichen wieder gefunden. Irgendwie hat es sich an meinem Umhang für morgen aufgefunden. Tja, wer es dort wohl angebracht hat? Möglicherweise jemand Verantwortungsbewusstes... und Ordnetliches ...und nicht so völlig Gewöhnliches.

Nicht ich.

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Montag 1. September. Im Wagen auf dem Weg zum Bahnhof Kings Cross

Meine Schwester ist bescheuert.

Ich meine wirklich, wirklich bescheurt. Es ist fast schon lustig, wie bescheuert sie ist.

Sie glaubt wirklich, dass niemand sie erkennt, wenn sie eine Sonnenbrille trägt.

Das ist völlig lächerlich, weil ich weiß, dass man sie erkennen kann. Denn es leben nicht so viele pferdegesichtige, giraffenhalsige, knochige Frauen in Little Whinging. In der Tat glaube ich nicht einmal, dass viele pferdegesichtige, giraffenhalsige, knochige Frauen in England leben. Oder auf der Welt, was das angeht. Versteht ihr, was ich sagen will? Sie ist einfach dumm.

Ich muss wirklich aufhören, so gemein zu sein. Ich mag es nicht, wenn Leute so gemein zu mir sind, warum sollte ich also gemein zu Petty sein? Es ist doch so, dass das, was man aussendet, zu einem zurückkommt, und mein Karma ist sowieso schon schlecht genug.

„Also, Petty. wie geht`s dir?" Mit dem Versuch, nett zu sein, beginne ich ein Gespräch mit meiner Schwester.

Sie grunzt und gibt mir keine Antwort.

Nun gut, dieser Versuch einer Unterhaltung scheiterte kläglich.

Wisst ihr was? Petunia hat gerade gegrunzt. Ich denke nicht, dass Petunia so grunzen sollte.

Schweine grunzen. Petty ist kein Schwein. Sie hat ein Pferdegesicht und ein Hals wie eine Giraffe, aber sie hat keine schweineähnlichen Eigenschaften. Pferde und Giraffen grunzen nicht. Darum sollte sie nicht grunzen. Ich denke, es geht gegen die natürliche Ordnung, oder so was.

Verflixt, ich bin schon wieder gemein. Ich muss wirklich aufhören. Ich werde lernen, nett zu sein. Vielleicht bitte ich Emma, mir Unterricht zu geben. Sie ist die netteste Person, die ich kenne.

Ja, ich glaube, das mach ich....

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Später im Hogwarts Express

Irgendwas stimmt hier nicht.

Irgendwas stimmt hier ganz fürchterlich, schrecklich nicht.

Entweder das, oder irgendetwas WIRD hier bald fürchterlich, schrecklich nicht mehr stimmen.

Während ich hier sitze, Emma beim Lesen und Grace beim Schlafen zusehe, mache ich mir ernsthaft Sorgen.

Ich mache mir deswegen ernste Sorgen, weil wenn es stimmt, dass das, was gerade passiert ist, wirklich passiert ist, eines der beiden Dinge zutrifft:

A. Mir wird in naher Zukunft von den Herumtreibern ein übler Streich gespielt.

Oder

B. Ich habe gerade während einer richtigen Unterhaltung mit James Potter geflirtet.

Ja, ich denke auch, es ist A

Lasst es mich erklären, denn ich muss es loswerden und ich fürchte mich davor, wie Emma und Grace darauf reagieren würden, wenn ich es ihnen erzähle. Also folgendes ist passiert ...

Ich kam viel früher, als ich erwatet hatte, in Kings Cross an. Anscheinend war Petty sehr begierig darauf, mich endlich los zu werden, denn obwohl sich mein Koffer immer noch im Auto befand, fuhr sie schon davon. Wie ich daraufhin dem Wagen auf dem Parkplatz nachjagen musste, bis sie endlich an einem Stoppschild 100 Kilometer vom Eingang des Bahnhofs entfernt anhielt, war wirklich kein schöner Anblick.

Glücklicherweise gab es dort einen verlassenen Gepäckwagen, auf dem ich meinen Koffer abladen konnte, um dann die 100 Kilometer zurück zu laufen(okay, es waren eher 100 Meter, aber es schien weiter).

Als ich am Eingang ankam, war es immer noch erst 9 Uhr 55. Also lief ich ein wenig umher.

Mir war noch nie aufgefallen, wie groß Kings Cross wirklich ist. Ich meine, da es ein Bahnhof ist und alles, war es ja zu erwarten, dass er groß ist, ich hatte nur noch nie wahrgenommen wie groß er genau ist. Neben Bahnsteig 15 spielte sogar eine kleine Band. Für einen Haufen alter Musiker, die auf einem Bahnsteig spielen, waren sie wirklich gut, also warf ich ihnen etwas Kleingeld hin.

Als ich auf Bahnsteig 9 und 10 ankam, war es etwa 10 Uhr 15. Ich dachte mir, es ist besser zu früh zu sein als zu spät, und ging durch die Absperrung. Es war sogar ziemlich einfach.

Letztes Jahr war da dieser Mann, der nicht damit aufhörte, Emma nachzusehen, bis Emmas Vater ihn schließlich ablenken musste, während wir durch die Absperrung rannten. Das war kein Witz. Im Nachhinein ist es schon ein bisschen lustig, aber damals war es kein guter Witz.

Der Bahnsteig war nicht so voll wie gewöhnlich, aber dennoch waren genügend Leute da. Es standen einige Schüler am Bahnsteig, die sich mit ihren Eltern unterhielten, aber ich kannte keinen. Da sie keine Spuren irgendwelcher Hausfarben trugen, nahm ich an, dass es Erstklässler waren.

Ich blickte mich noch einmal kurz um, bevor ich zur Haupttüre des Zuges ging, um meinen Koffer in den Zug zu heben und den Zug zu besteigen.

Dann passierte es.

Von den Jungs, die einem wie früher üblich die Koffer in den Zug hievten, war keiner da. Ich hatte tatsächlich noch nie selbst meinen Koffer in den Zug heben müssen, da diese hilfreichen Kerle bisher immer da gewesen waren, um es für mich zu machen, doch ich war mir ziemlich sicher, dass es nicht allzu schwer sein konnte. Frauen wurden doch heutzutage immer stärker. Ich hatte diesen Sommer diesen Muskelwettkampf der Frauen im Fernsehen gesehen, in dem sie Autos hoch hoben, weshalb sollte ich also nicht meinen Koffer hoch heben können? Ich bin ein starkes, muskulöses, junges Mädchen. Ich konnte es schaffen.

Ja. Sicher. Genau.

Warum bin ich manchmal nur solch ein Dummkopf?

Ich hob gerade meinen Koffer in den Zug, als er plötzlich entschied, sehr schwer zu werden, extrem schwer. Und nein, ich rede nicht von Nein-Mum-ich - kann - meine - Wäsche - nicht - in - mein - Zimmer - bringen,- sie-ist-zu-schwer schwer. Es entsprach mehr meinem - doppelten - Körpergewicht schwer. Ich muss zugeben, dass es ziemlich dumm war, wenn ich jetzt so darüber nachdenke. So dumm wie Petunia.

Ich hätte einfach auf einen dieser starken Kerle warten sollen, der ihn für mich hätte hinein heben können. Die Tatsache, dass ich überhaupt keine Muskeln habe, schien mir in diesem entscheidenden Moment entfallen zu sein. Ich war viel zu beschäftigt damit , an all die muskulösen Frauen zu denken, die meinen Koffer mit einem Finger hätten hoch heben können, um die Tatsache, dass ich keine von ihnen war, auch nur in Betracht zu ziehen. Da stand ich also, mit meinem Koffer blöde in die Luft gestemmt, kurz davor ihn fallen zu lassen. Ich wartete nur darauf, dass meine Arme einfach nachgeben würden, mein Koffer runterfallen und aufspringen würde, seinen Inhalt, alles was ein Mädchen besser in ihrem Koffer verborgen hält, enthüllend ... aber nichts davon geschah.

Mehr noch, mein Koffer wurde eindeutig aus meinen zitternden Händen und in den Zug gehoben, bevor ich überhaupt die Chance hatte zu begreifen, dass er weg war. Im ersten Moment hatte ich keine Ahnung, was gerade passiert war. Zuerst dachte ich, dass bei dem Versuch zu verhindern, dass meine Unterwäsche, die kurz davor war aus dem Koffer zu fallen und für alle sichtbar auf dem Bahnsteig zu landen, aus bloßer Verzweiflung ein Adrenalinstoß meiner Kraft einen Schub versetzt hatte und ich ihn hatte hinein heben können. Dann bemerkte ich, dass jemand neben mir stand und da war mir alles klar.

„Danke", sagte ich, während ich mich zu dem Fremden, meinem Ritter in strahlender Rüstung, umdrehte.

Nur, dass es kein Fremder war, der hinter mir stand.

Und er war verdammt sicher auch nicht mein Ritter.

Er war James Potter.

„ Gern geschehen", antwortete er, seine Stimme hatte nicht den üblichen James-Potter-redet-mit-Lily-Evans -Ton.

In Anbetracht der Tatsache, dass wir nie wirklich nett zueinander waren, war dieser nette und freundliche Ton einer, den ich noch nie zuvor gehört hatte. Ich schaute ihn skeptisch an, und wartete darauf, dass er mit einem gemeinen Kommentar darüber heraus platzen würde, dass ich nichts hochheben könne und was ich doch für ein Schwächling sei... aber nichts davon geschah. Er stand einfach nur da, und lächelte zu mir runter ... und damit meine ich runter, denn er ist nicht so wie ich mit einer Größe von 1,73 Meter gestraft, sondern hat eine schöne, stattliche, männliche Größe von 1,88 Meter. Aber es war nicht seine Größe, die mich beunruhigte. Es war sein Lächeln, das mir Sorgen bereitete.

Es war keines dieser ich-bin-besser-als-du-und-kann-schwere-Koffer-heben -Lächeln, das ich in einem solchen Moment von James Potter erwartet hätte. Es war mehr ein Ich-bin-ein-netter-Kerl-und-du-willst-mich-wirklich-gern-haben Lächeln, daß ich nie erwartet hätte.

Ich war zu sehr damit beschäftigt, sein Lächeln und seine Handlungen zu überdenken, um wahrzunehmen, dass ich wohl irgendwie auf sein „Gern geschehen" hätte reagieren sollen. Ich stand einfach nur da und starrte total unhöflich vor mich her. Er schien das natürlich nicht zu bemerken. Entweder das, oder es kümmerte ihn einfach nicht.

„Du bist Schulsprecherin?" fragte er, unterbrach damit meinen lächerlichen Gedankengang und brachte mich in die Wirklichkeit zurück. Er deutete auf mein Abzeichen, das an meinem Umhang festgemacht war.

„Ähm - ja. Ja das bin ich". Ich blickte hinunter auf mein schönes, glänzendes Abzeichen, das mich jetzt völlig zu verspotten schien. „Eigentlich" sagte ich, die Worte fielen aus meinem Mund, bevor ich sie stoppen konnte, "warte ich noch darauf, dass jemand kommt und es mir wieder abnimmt. Du weißt schon, dass jemand mir sagt, dass das alles nur ein Versehen war und es jemandem wie Elisabeth Saunders gibt oder so was."

Warum hab ich ihm das erzählt? WARUM? War das irgendwie nötig? Was ist mein Mund bloß für ein Verräter?

„Warum sollten sie das tun?", fragte er mich mit einem wirklich besorgt klingenden Ton. Das kam nun wirklich völlig unerwartet, und haute mich um. Ich hatte keine Ahnung, warum er so nett zu mir war- nun ja nicht direkt nett, soweit ging es noch nicht, aber das war mit Sicherheit nicht sein übliches Verhalten. Er hatte mich noch nicht beleidigt, was ich als einen großen Rekord verzeichnete.

„Na ja, weil ich völlig chaotisch und gewöhnlich bin", erwiderte ich, die Worte wieder wie von alleine aus meinem Mund kommend. "Ganz zu schweigen davon, dass ich nicht im Mindesten klug bin. Warum sollte man sie mir geben, wenn man den perfekte Gesellschaftsliebling Elisabeth haben kann?" Das war nur allzu wahr, aber ich hatte eigentlich nicht die Absicht gehabt, irgend jemandem davon zu erzählen. Ich habe keine Ahnung, warum ich plötzlich James Potter mein Herz ausschüttete. Ich gebe allein meinem verräterischen Mund die Schuld dafür.

Dann fing er an zu lachen.

Aber es war diesmal kein gemeines oder eingebildetes Lachen, wie das, was ich gewöhnlich zu hören bekam. Es war ein freundliches, wohlwollendes Lachen (das sollte ich wirklich nicht sagen, denn schließlich mag ich James Potter noch nicht mal, weshalb sein Lachen auch nicht wohlwollend klingen kann).

„Sei nicht albern", sagte er noch immer auf die gleiche Weise lachend. "Sie müssten verrückt sein, Elisabeth dir vorzuziehen."

Mein Kiefer fiel beinahe bis zum Boden.

Ich hatte James Potter unter Garantie noch nie etwas so Nettes zu mir sagen hören. Zumindest hatte er es bisher nie ernst gemeint, doch das war es diesmal. Ich hatte eher etwas erwartete in der Art: „Ha! Wie Recht du hast! VERLIERER!", aber nein, er musste total nett zu mir sein, was bei mir nur zu überwältigendem Kopfweh führte.

Dann kam mir ein Einfall.

Das konnte alles nur ein Streich sein.

Irgendwo hier versteckte sich der Rest der Herumtreiber und wartete darauf, mir etwas auf den Kopf fallen zu lassen, oder mich auf die Gleiße zu stoßen oder etwas gleichermaßen Hintertriebenes. Das war die einzige, logische Erklärung, die mir dafür einfiel. Also begann ich damit, wie jede andere Person in meiner Lage auch, mich umzusehen und die Umgebung nach irgendwelchen Spuren von den Herumtreibern abzusuchen oder nach einem Eimer oder einem Seil oder sonst einem verdächtigen Objekt Ausschau zu halten.

Obwohl es mir vollkommen logisch erschien, hatte Potter offenbar keine Ahnung, was ich da machte.

„Ähm, Lily? Was machst du?

Ich stoppte sofort meine Herumtreiber/Eimer/Seil Suche, mein Körper wie erstarrt. In meinem Kopf drehte sich alles.

Er hatte mich Lily genannt.

Lily.

Er nennt mich NIE Lily. Für ihn war ich immer Evans. Nie Lily.

An der Stelle schaltete mein verräterischer Mund in Misstrauensmodus um und ließ es diesen Blödmann wissen.

„Warum bist du so nett zu mir?", fragte ich mit Nachdruck, meine Augen verengt, als auf Potters Gesicht weiterhin ein feines Lächeln lag. „Ist das irgendeine Art Streich oder so etwas? Werd ich gleich von etwas getroffen oder vielleicht irgendwohin gestoßen -" Mein sinnloses Verhör wurde kurzerhand beendet, da Potter wieder anfing zu lachen.

„Darf ich nicht nett zu dir sein?", fragte er mit einem seltsamen Ausdruck auf dem Gesicht. „Ich bin nett und du denkst sofort, dass es ein Streich ist? Denkst du wirklich so von mir?" Trotz seines Lachens schien er fast gekränkt zu sein, dennoch, mir konnte er nichts vormachen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass es meinem Benedict Arnold Mund genauso gegangen wäre.

„Ist das eine rhetorische Frage?", hörte ich mich sagen. Doch, siehe da, mein treuloser Mund machte meine Rede erneut zunichte, denn anstelle vollkommen ernst zu klingen, wie meine Bemerkung sich eigentlich hätte anhören sollen, hörte es sich an, als wollte ich mit ihm flirten, was bestimmt NICHT meine Absicht war. Ich wünschte, ich hätte Potter von meinem Verräter- Mund erzählen können, denn er schien ziemlich geschockt darüber, diesen speziellen Ton in meiner Stimme zu hören.

Mir ging es genauso.

„Du willst, dass ich gemein zu dir bin?" fragte er halb flirtend, aber seine Stimme hatte er einen ernsteren Ton als meine.

Ich frage mich, ob wohl auch Potter einen rebellischen Mund hat. Wenn ja, war diese halb/viertel flirtend gemeinte Bemerkung unbeabsichtigt. Das war einfach gar nicht anders möglich.

„Na ja..." seufzte ich, nach einer Antwort auf seine Frage ich, dass er gemein zu mir ist? Ich denke nicht, dass ich das will .... aber.... Potter und freundlich? Das wäre einfach nur merkwürdig. Ich meine super- merkwürdig. Und das sagte ich ihm.

Der blöde Mistkerl warf mir nur eines seiner blöden Ich- bin-ein-netter-Kerl Lächeln zu, was ab jetzt auf meiner Liste der Dinge steht,die ich hasse (zusammen mit seinem Lachen ) und schaute mich nachdenklich an.

„Merkwürdig?", fragte er, rieb sich das Kinn und tat so als würde er über meine Antwort nachdenken.

Darauf MUSSTE mein idiotischer Mund natürlich dieses alberne, kleine Lächeln aufsetzen. Ich hätte selbstverständlich überhaupt NICHT lächeln dürfen, wenn man bedenkt, dass die alte, noch-nicht-von-ihrem -Mund-kontrollierte Lily NIEMALS über IRGENDETWAS, das James Potter sagen oder tun würde, gelächelt hätte. Auch wenn er total witzig aussah, wie er so sein Kinn rieb." Ja, das denk ich mir", sagte er, mit einem Lächeln (das, das ich nicht ausstehen kann) mein Lächeln (dessen Vorhandensein, wenn ich euch daran erinnern darf, NICHT mein freier Wille war) erwidernd.

„Ja" nickte ich, während ich immer noch versuchte, mir dieses dämliche selbständige Lächeln vom Gesicht zu wischen. „Sehr merkwürdig."

Dann war Stille. Ich bin mir sicher, dass dieses ganze Szenario auf jeden, der dabei zusah, ziemlich seltsam gewirkt haben muss. Sicher hätte niemand je damit gerechnet, Lily Evans und James Potter gemeinsam vor dem Hogwarts Express stehen zu sehen, sich dabei wie zwei Idioten anlächelnd (obwohl ich ziemlich sicher bin, dass beide Lächeln absolut unbeabsichtigt waren) und dabei allem Anschein nach ein normales Gespräch führten. Ich bekäme es mit Sicherheit mit der Angst zu tun.

„Also" sagte er mich von meinem inneren Kampf ablenkend(mein Kopf gegen meinen Mund)."Du weißt nicht zufällig, wer Schulsprecher ist?"

Es war nicht das erste Mal, dass mir diese spezielle Frage gestellt wurde. Ich bin mir sicher, dass jede andere organisierte, beliebte, nicht-gewöhnliche Schulsprecherin genau gewusst hätte, mit wem sie zusammen arbeiten würde, aber, da ich natürlich keine dieser besagten Qualitäten aufweisen konnte, hatte ich keine Ahnung, wer es sein würde. Ich betete heimlich, dass es Amos Diggory wurde, er war ein Hufflepuff und ich war seit einer Ewigkeit in ihn verknallt. Das Letzte, das ich gehört hatte, war, dass er in der engeren Auswahl war, und vielleicht hatte Dumbledore ja beschlossen mir eine Chance zu geben und hatte ihn gewählt.

„Natürlich nicht", antwortete ich mit einem Schulterzucken. „Nur eine verantwortungsbewusste und zu recht gewählte Schulsprecherin wüsste das, und in Anbetracht dessen, dass ich sowieso bald aus diesem Amt enthoben werde, haben sie sich erst gar nicht die Mühe gemacht mich darüber zu informieren." Diese Erklärung hatte ich sowohl meiner Mutter als auch mir selbst gegeben, als sie mir diese Frage gestellt hatte, darum sah ich keinen Grund, sie nicht auch James Potter zu geben, da ich ihm dummer Weise sowieso schon von meiner Unsicherheit bezüglich meiner Ernennung erzählt hatte.

„Haben wir das nicht gerade geklärt?", neckte er mich kopfschüttelnd. Dann musste er auch noch hingehen und mir seine Hände auf die Schultern legen, eine Geste, mit der er versuchte, fest und überzeugend zu wirken, was nicht nur VÖLLIG unerwartet war, sondern auch noch einen ungewollten Schauer meine Wirbelsäule runter schickte. „Du wirst NICHT deines Amtes enthoben, alles klar? Sie hätten niemand Besseren für diese Arbeit wählen können. Hast du das verstanden?"

Ich wünschte mir, mich hätte jemand im Voraus gewarnt, dass all das passieren würde. Auf die Art hätte ich mich mental auf all die Freundlichkeit und Flirterei vorbereiten können, und wäre nicht so völlig sprachlos gewesen, wie ich es in dem Moment war. Wahrscheinlich sah ich wie ein völliger Idiot aus, wie ich so nickend dastand, während James Potter mich an den Schultern hielt. Natürlich wäre mir selbst mit vorheriger Warnung vermutlich nichts eingefallen, was ich darauf hätte erwidern können.

„Gut," sagte er, als er mich schließlich aus seinem Griff entließ. Mir war nicht bewusst gewesen, dass ich die Luft angehalten hatte, aber anscheinend hatte ich das, so lange wie ich ausatmete, nachdem er mich losgelassen hatte.

Du weißt nicht zufällig, wer es ist, oder?" fragte ich, nachdem ich meine Fassung wieder gewonnen hatte. James zuckte nur mit der Schulter, offenbar gefiel ihm das Thema nicht. Da erst viel mir wieder ein, dass auch James, trotz all dem vielen Unruhestiftens ein Hauptkandidaten für das Amt als Schulsprecher gewesen war, und ich fühlte mich sofort schrecklich dafür, dass ich davon angefangen hatte.

„Eines weiß ich jedoch", sagte er sehr leise. „Wer immer es ist, ist sicher ein Glückspilz."

„Wie das?" fragte ich dümmlich. Es war offensichtlich, dass James Schulsprecher hatte werden wollen und jetzt darüber bedrückt war, dass er das Amt nicht bekommen hatte.

Zumindest dachte ich, er wäre es.

„Na ja," antwortete er sehr sanft und kam einen Schritt auf mich zu. „Er darf mit dir arbeiten, nicht wahr?"

An DEM Punkt verstand ich die Welt schließlich überhaupt nicht mehr. Nein ehrlich, ich verstand ABSOLUT überhaupt gar nichts mehr.

Jungs wie James Potter sagen solche Dinge einfach nicht zu Mädchen wie mir. Vielleicht zu Mädchen wie Elisabeth Saunders, oder zu welchen, die aussehen wie Grace Kelly, aber NIEMALS zu einem Mädchen wie mir. Es geht einfach gegen jede Regel der gesellschaftlichen Ordnung. Und lasst uns nicht vergessen, dass Potter und ich uns vor diesem ganzen Gespräch absolut UNAUSSTEHLICH fanden.

Also tauchte bei mir die Idee wieder auf, dass das ganze nur ein Streich sein konnte, denn ich war mir ziemlich sicher, dass das was er da gerade gesagt hatte, gegen alle Regeln der Natur ging.

Es war ein verdammtes Wunder, dass sich der Rest der Herumtreiber genau diesen Moment ausgesucht hatte, um James einzusammeln, denn trotz meines Verdachtes, dass das hier nur ein Streich war, war mein verräterischer Mund kurz davor etwas zu sagen, was ich später mit Sicherheit bereuen würde, wie etwa „Ich wünschte du wärst es," oder etwas ähnlich Unpassendes.

„KRONE!" rief Sirius, als er Remus und Peter Pettigrew - der vierte und letzte Herumtreiber- zu Potter und mir herüberkamen. James wich sofort von mir weg, wofür ich äußerst dankbar war. Ich sah zu, wie Sirius sich zu uns rüber katapultierte, und James ohne Zögern in den Schwitzkasten nahm.

„Ich glaube, er freut sich dich zu sehen Krone," lachte Remus, als Sirius anfing, gnadenlos James Haare zu zerzausen, was sein Opfer dazu veranlasste, an seinen fest um ihn geklammerten Armen zu ziehen.

James gab als Antwort auf Remus Bemerkung ein lautes, Protestgeräusch von sich. Ich konnte ein Kichern nicht zurückhalten, was unvermeidlich dazu führte, das Sirius feststellte, daß ich auch da- bei stand. Natürlich ließ er daraufhin von James ab und stürzte sich auf mich. Typisch, mein Glück.

„EVANS!", schrie er, und umarmte mich dabei überschwänglich." Junge, es ist echt großartig, dich zu sehen! Ich glaube, ich hab dich den ganzen Sommer lang nicht gesehen!" Ein schwacher, zustimmender Laut entwich meiner Kehle, während ich über Sirius Schulter die anderen Herumtreiber ansah. Remus und Peter lachten laut über meine erdrückend missliche Lage, und James schien seine durch seinen eigenen Angriff verschobene Brille wieder zurecht zurücken. Er hatte jedoch einen seltsamen Gesichtsausdruck, fast als wäre er ein wenig enttäuscht. Ich an seiner Stelle wäre überhaupt nicht enttäuscht. Ich freute mich schon sehr darauf, MEINE Freundinnen wieder zu sehen. Warum freute er sich nicht?

Als ich an meine Freundinnen dachte, viel mir auf, dass ich mich schon vor einer ganzen Weile mit ihnen in unserem traditionellen Abteil hatte treffen wollen. Plus, ich brauchte eine Entschuldigung, um von hier weg zu kommen.

„Hast du deine Cousine gesehen?", fragte ich Sirius, als er mich aus seinem Todes-Griff entließ.

„Gracie?" fragte er und rieb sich das Kinn, genau wie James kurz zuvor (natürlich lächelte mein treuloser Mund nicht, während SIRIUS dies tat. Verdammter, idiotischer Mund). Ich nickte. Jetzt wurde mir klar, dass ich wirklich nicht „Cousine" hätte sagen sollen, wenn man bedenkt, dass die halbe Schule irgendwie mit Sirius verwandt ist, da ich aber sowieso nur auf der Suche nach Grace hätte sein können, nehme ich an, das es in Ordnung war. „Sie ist vor ein paar Minuten in den Zug gestiegen" erzählte mir Sirius wenige Sekunden später. „Ich glaube, dass sie nach dir gesucht hat."

„Danke! Ähm, also tschüß." Dann beeilte ich mich, so schnell wie möglich von den Herumtreibern wegzukommen. Ich sprang in den Zug und ging schnell den Flur hinunter zum Ende des Zuges. Unser Abteil war das Sechste von hinten. Wir saßen seit dem ersten Jahr immer in diesem Abteil und wir trafen uns dort immer zu Beginn des Schuljahres.

„Lily!" rief Grace, als ich die Tür zu unserem Abteil aufzog. Bei dem vertrauten Anblick meiner Freundinnen musste ich sofort lächeln. Wie gewöhnlich las Emma, auf dem mittleren Sitz platziert,in einem großen Buch, und es sah so aus, als hätte Grace ihr übliches Schlafkissen bereits rausgeholt und es sich auf dem Sitz auf der rechten Seite bequem gemacht. Ich umarmte Grace sofort und Emma stand auf, um auch umarmt zu werden. Es war eine augenblickliche Erleichterung festzustellen, dass sie sich zumindest nicht verändert hatten. Davon hatte ich entschieden genug für einen Tag.

„Wo warst du", fragte Emma mich, als ich mich auf meinen gewohnten Sitz neben ihr setzte.

Ich hatte wirklich keine Lust, ihnen zu erzählen, was mich aufgehalten hatte, denn ich fürchtete mich davor, was sie dazu sagen würden, oder das sie auf das Offensichtliche hinweisen würden (was nicht das war, was ich hören wollte). Also log ich stattdessen.

„Verkehr", gab ich zögernd an. „Ich wurde auf dem Weg hierher aufgehalten."

Ich war erleichtert, dass sie auf das Thema nicht weiter eingingen.

Wir setzten uns und plauderten darüber, was wir alle während des Sommers gemacht hatten. Emma war den ganzen Juli über in Rom gewesen. Sie hatte sich dort von einem der Gebäude einen alten Stein geangelt und ihn auf ein Band aufgefädelt, sodass sie ihn als Halsband tragen konnte. Wir beide, Grace und ich, „ahhh" ten über das merkwürdige Schmuckstück, obwohl ich persönlich ihn eher für einen hässlichen Stein hielt und er eher in die Mülltonne als um Emmas Hals gehört. Grace war den ganzen Sommer über damit beschäftig gewesen, von einem Familienfest zum nächsten zu reisen. Sie sagte, es wäre absolut langweilig gewesen, da Sirius, der jetzt bei den Potters wohnte(ich glaube, wegen einem Familienzerwürfnisses), auf keinem dabei gewesen war und sie niemanden zum Reden gehabt hatte (was sie wirklich meinte, war, daß sie niemanden hatte, mit dem sie etwas hatte anstellen können ). Ich hatte natürlich den ganzen Sommer zu Hause gesessen und hatte absolut nichts gemacht,außer zu essen und fern zu sehen. Sie freuten sich beide sehr über meine Wahl zur Schulsprecherin (ich hatte ihnen noch im gleichen Moment, in dem ich mein Abzeichen per Brief erhalten hatte, davon geschrieben) und beharrten wieder darauf, daß ich zu recht gewählt worden war und nicht aus dem Amt geworfen werden würde.

Psh. Was für Lügner.

Und jetzt bin ich also hier.

Wow.

Ich fühl mich schon viel besser.

Vielleicht werde ich es Grace und Emma erzählen.

Wir werden sehen.

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Später im Mädchenchlafsaal der 7. Klässler

ER HAT MICH ANGELOGEN!

DIESER KLEINE SCHLEIMIGE MISTKERL HAT MICH ANGELOGEN!

DAS GLAUBE ICH EINFACH NICHT!

Ich saß glücklich am Gryffindor Tisch und plauderte mit Grace, Emma und ein paar der neuen Erstklässler, als Dumbledore aufstand, um seine jährlich Willkommensrede zu halten.

„Herzlich willkommen, Schüler von Hogwarts!" rief er lächelnd, als er seinen Blick in der Großen Halle umherschweifen ließ. "Willkommen zu einem weiteren Schuljahr in der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei. Bevor wir alle jetzt gleich mit dem Fest beginnen können, habe ich noch ein paar Ankündigungen zu machen. Erstens bitte ich alle Schuljahre zur Kenntnis zu nehmen, dass der Verbotene Wald genau das ist: verboten." Ich war mir ziemlich sicher, dass er, als er dies sagte, die Herumtreiber dabei direkt ansah, da es allgemein bekannt ist, daß sie bei mehr als einer Gelegenheit dort waren. Warum sie jedoch an einen so gruseligen Ort, voll von Monstern, wie der Verbotenen Wald gehen, werde ich nie verstehen. „Zweitens", fuhr Dumbledore fort, seine Augen funkelten von der vom Kerzenlicht erhellten Großen Halle. „Mr. Filch hat mich gebeten, alle Schüler daran zu erinnern, dass sämtliche Produkte aus Zonkos Scherzartikelladen nicht im Schloss verwendet werden dürfen Eine Liste aller verbotenen Gegenstände kann neben Filchs Büro im Korridor im vierten Stock eingesehen werden. Drittens möchte ich alle Hogwarts Schüler ab der dritten Klasse aufwärts darüber informieren, dass das erste Hogsmeade - Wochenende für den achtzehnten Oktober anberaumt wurde. Und als Letztes", sagte er, während er sich in der Großen Halle umsah und mich einen kurzen Augenblick ansah, „ möchte ich die diesjährigen Schulsprecher bekannt geben, es sind Miss Lily Evans aus Gryffindor," ich stand langsam von meinem Sitz auf (es war eher so, dass mich Grace zum Aufstehen zwang, aber trotzdem, ich stand), als alle leicht zu klatschen anfingen. „Und unser Schulsprecher", sprach Dumbledore weiter, als ich mich wieder setzte, während ich im Stillen betete, Dumbledore möge Amos Name ausrufen, „ist Mr. James Potter, auch aus Gryffindor."

James Potter

Er war es.

ER war Schulsprecher!

Ich benötigte die ganze Willenskraft, die ich in mir finden konnte, um nicht aufzuspringen und Potter zu erwürgen. Stattdessen saß ich einfach nur mit offenem Mund da und starrte den verdammten Idioten an. Und wisst ihr was? Es kümmerte ihn nicht einmal, dass er mich angelogen hatte. Und wisst ihr, warum ich wusste, dass es ihn nicht kümmerte, dass er mich belogen hatte? Weil er mich dabei anschaute. Und weißt du, was er gemacht hat?

ER HAT GELÄCHELT!

Und warum in aller WELT würde jemand LÄCHELN, wenn er wissentlich GELOGEN hatte und einem Mädchen Hoffnung gemacht hatte? WARUM WÜRDE ER SO ETWAS TUN? ICH HATTE ANGENOMMEN, ER HÄTTE BESCHLOSSEN, FREUNDLICH ZU SEIN? WAS IST LOS MIT IHM?!?

Und er hatte mir sogar LEID getan! Er mit seinem blöden „Lass-uns-nicht-darüber-reden"- Ton. Eines ist jedenfalls sicher, James Potter wird mir NIE wieder Leid tun! Ich werde vielmehr überhaupt nie wieder mit James Potter REDEN! NIEMALS! In meinem ganzen, armseligen Leben nicht.

Und der Abend wurde sogar noch schlimmer. Nicht nur, dass ich mich während des ganzen Willkommensfestes absolut elend fühlte ( da ich mich schon sehr darauf gefreut hatte, mit Amos Diggory zusammen zu arbeiten, der mich, da war ich mir sicher, nie anlügen würde, da er in jeder Hinsicht einfach perfekt ist), sondern ich musste auch noch da sitzen und Graces und Emmas Versuchen zuhören, mich zu trösten. Doch sie verstanden es einfach nicht.

Und das ist noch nicht mal das SCHLIMMSTE! Denn nachdem ich all die geschwätzigen Erstklässler zum Gemeinschaftsraum von Gryffindor geführt hatte (auf soviel Abstand zwischen Potter und mir achtend, wie es menschenmöglich war), wollte ich nur noch nach oben in mein Himmelbett gehen und einschlafen und diesen schrecklichen Abend vergessen, aber natürlich war das, Merlin weiß warum, einfach nicht möglich. Für Lily muss ja ALLES schief gehen.

ELISABETH SAUNDERS MUSS SICH EINFACH IN MEINE SCHLAFENSZEIT DRÄNGEN!!

„So" sagte sie giftig, mit gedehnter Stimme, als ich den Schlafsaal betrat. Ich schaute auf, überhaupt nicht in der Stimmung zu einer Auseinandersetzung, mit ihr, wusste aber, dass es unvermeidlich dazu kommen würde. Elisabeth saß, wie immer perfekt aussehend, auf ihrem Bett, neben ihr saß ihre ergebene Kumpanin Carrie Lloyd ( auch eine Siebtklässlerin aus Gryffindor). „Du bist Schulsprecherin."

Ich biss mir auf die Zunge, um nichts darauf zu erwidern. Ich wollte mich nicht mit ihr auseinandersetzen, ich wollte mich nicht von ihr aufziehen lassen. Auf mein Schweigen hin schüttelte sie reumütig mit ihrem Kopf. „Es war wirklich ein absoluter Schock für mich, Evans." Ein kleines arrogantes Lächeln spielte um ihre Lippen. „Denn, immerhin, wer würde schon eine wie dich in eine solche Position wählen. „Dann drehte sie zu Carrie um. „Mein Vater hat immer schon gesagt, daß Dumbledore nicht mehr ganz dicht ist." Dann drehte sie sich mit ihrem dummen, drohenden Lächeln wieder mir zu. „Ich denke, das beweißt dann wohl nur, dass er Recht hat."

Ich hatte mich während der ganzen, kurzen Unterhaltung nicht von der Tür wegbewegt, und stand einfach nur mit weit offenem Mund da, unfähig etwas darauf zu erwidern. Sie hatte schließlich Recht. Ich SOLLTE nicht Schulsprecherin sein. Ich hatte IMMMER gewusst, dass ich die Falsche für den Posten war.

Vielleicht lag es an dem ganzen, miesen Tag,dass meine Gefühle schließlich mit mir durchgingen, oder an der Tatsache, dass es Elisabeth war, die auf die offensichtliche Wahrheit hingewiesen hatte, aber was immer der Grund dafür war, ich tat das Dümmste, was ein Mädchen in meiner Situation nur tun konnte.

Ich fing an zu weinen.

Es war so dumm, ich weiß, aber ich konnte es nicht mehr zurückhalten. Es war so ein schrecklicher Tag gewesen. Und es war auch einfach nur ungerecht, denn normalerweise bin ich keines von den Mädchen, das wegen jeder Kleinigkeit in Tränen ausbricht. Ich bin gewöhnlich recht gut darin, Tränen auf das Nötigste zu beschränken. Ich könnte mich nicht einmal daran erinnern, wann ich das Letzte mal geweint hatte. Aber nichts destrotz stand ich jetzt im Eingang und versuchte mit aller Macht, die Tränen zurückzuhalten, die überzulaufen drohten.

„Oh, hab ich da etwa einen wunden Punkt getroffen, Evans?" machte sich Elisabeth über mich lustig, als sie und Carrie zu mir herüber kamen. Ich bewegte mich keinen Zentimeter zur Seite, was Elisabeth jedoch nur noch mehr Befriedigung bereitete, als sie und Carrie sich an mir vorbeidrängten und nach unten in den Gemeinschaftsraum gingen.

So, das bin ich. Die Schulsprecherin ist eine große, alte, Heulsuse. WARUM haben sie mich für den Job ausgewählt? Dadurch wird dieses ganze Jahr nur noch tausendmal schlimmer.

Merlin, was hab ich bloß für ein grässliches Leben.