Hallo!

Es ist vollbracht... Die Geschichte ist zu Ende.
Ich danke allen Lesern, die mir einen kleinen, feinen Kommentar hinterlassen haben oder vielleicht noch werden; ganz besonders dir lufa (!). Daher gibt es ein großes Fass Butterbier für alle.
Vieles - an Ideen, mal lustig mal ernst - habe ich angefangen. Doch nur zwei Kleinere bis jetzt fertig. Meine Muse hält mich also auf Trab.
Viel Spaß mit dem letzten Schmankerl!

CU Yu.


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Per Aspera Ad Astra

--- Epilog ---

im August 2005

Jeder Mensch hat einen Schatten, auf dem Weg den er geht. Und jeder, der Brücken schlagen möchte, muss den eigenen Schatten nicht überspringen, sondern ihn akzeptieren. Wenn Menschen einander begegnen, fangen sie entweder zögerlich an, einander zu suchen und zu verstehen, oder sie gehen einfach weiter - ohne Gruß und ohne Erinnerung.

Ein Licht mag anfangs klein und fein im Verborgenen schimmern, genauso wie die Dunkelheit, manch vergessener oder verdrängter Erinnerung, droht einen gänzlich zu verschlucken. Der Weg zweier Menschen, die mit ihrem holpernd und stolperndem Zusammenfinden, ihre eigene Vergangenheit beleuchteten - auch jene Ecken derer erhellten, denen sie auf ihrem Wege begegneten - erkannten den kleinen Schein und griffen nach den Sternen: per aspera ad astra…

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Die Sonne schien hell und satt war das Grün. Die Natur lebte in überschwänglichen Zügen in ihrer Fauna und Flora auf. Schwarze Schuhe - hochpoliert - trampelten die Halme sanft nieder. Ein Fuß wippte mit den Zehenspitzen ungeduldig auf und ab. Bald hörte man ein leises Klacken und zwei flinke Füße mit braunen Lederschuhen huschten zu den Schwarzen. Die kleinen Absätze gingen in die Höhe und ein sanft klingender Schmatzer mit einem verbundenen Seufzer und einem eher akzeptierten Brummen als Antwort darauf folgten.

"Es ist nur ein Essen." beschwichtigte sie.

"Ja, eines bei dem Minerva immer wieder daran erinnert, wie es angefangen hat." schnaufte er leise.

Sie henkelte sich ein, lächelte warm. Doch er lehnte ab, nahm stattdessen seinen Arm um ihre Hüfte und so schritten sie gemeinsam in Richtung 'Drei Besen'. Sein Blick war kühl bis berechnend, die des Rotmilans über ihnen offen bis wachsam.

"Du hast doch wohl keine Angst, Neville zu begegnen?" fragte sie spitz.

"Nein, der ist ja jetzt im Tropfenden Kessel untergekommen." gab er abwertend von sich.

"Oh, du weißt es also noch nicht." nickte sie wissend.

"Was denn?" fragte er etwas irritiert.

Sie liebte es, wenn er ihr diese kleinen Emotionen gestand. "Er wird ab diesem Jahr Kräuterkunde unterrichten."

Ihm entglitten überraschend nicht die Gesichtszüge. "Nun ja", hob er zynisch eine Augenbraue, "dann wird es mir eine Freude sein, sein Talent im Abholen der Bestellungen als Zutatenlieferant der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei sorgfältig zu studieren."

Sie pochte ihm leicht in die Seite. "Du kannst es wohl nicht sein lassen, oder?" spielte sie die Eingeschnappte.

"Ich bin Apotheker, mit einer Genehmigung für das Ministerium zu Brauen und zu forschen. Hinzu kommt unser gemeinsames Projekt, mit dem bereits Ted Lupin erfolgversprechend seine Tunichtgut-Flausen auf einer Muggel-Schule zum Besten gibt und wir den Trankhemmer für magische Kinder auch für Werwölfe weiter verbessern wollten. Da muss ich einerseits als Geschäftsmann meiner Kundschaft gute Qualität bieten, einem frechen Bengel seinen Wunsch erfüllen, dass auch Werwölfe es eines Tages so gut haben, dass ihre Verwandlung sich nur auf eine verstärkte Behaarung auswirkt, während die geliebte Mione in Gerichtssälen der Gerechtigkeit frönt und andererseits meinen Vertrag mit dem Ministerium erfüllen. Es ist unser beider Wunsch und Brot, Hermione."

Sie seufzte. "Und die Brötchen, die ich verdiene?" fragte sie.

"Sind mir die liebsten." sagte er leise und innig und gab ihr einen Kuss an die Schläfe. Seine Augen glitzerten dabei regelrecht verschmitzt. Noch immer zog er sie mit seinen ihm so eigenartigen Humor auf, einen den sie bis heute so liebte wie er eben war - prägnant und treffend. Für eine Gryffindor genau der Schürhaken, den sie brauchte, um ihr Feuer immer warm zu halten und erneut auflodern zu lassen.

Beide liefen stumm nebeneinander her. Ihre Schatten verschmolzen und ihre Augen ruhten auf die etwas holprig wirkende Straße vor sich; immer darauf bedacht, jeden Schritt sicher und Seite an Seite, gemeinsam zu gehen.

"Hast du wirklich vor, dich mehr für die Hauselfen einsetzen zu wollen?" fragte er, als sie gerade an der Post vorbei kamen.

"Ja. Narzissa meinte, dass manch fauler Halunke von reinblütigem Schnösel sich ruhig einmal selbst die Finger schmutzig machen könnte und auch Ginny und Harry haben nicht vor, wenngleich ihr zweites Kind im Anmarsch ist, sich einen Diener zu holen, außer er hat Urlaubsansprüche und bekommt ein wenig Gold für seine getane Arbeit. Natürlich schließt das Geschenke aus wie Kleidungsstücke. Das wäre zu viel des Guten und Hauselfen würden es falsch verstehen. Sie haben ihre eigenen Weltblick." und grinste.

Er blieb still und Hermione stehen. Sie hielt ihn an der Hand fest und auch er hielt inne. Er schaute eher wie ein ertappter Schulbub, als dass er ihre Konfrontation mit Harry Potter, nicht guthieß. Er war eben noch immer in sie verliebt, wie am ersten Tag.

"Möchtest du wenigstens nicht einmal mit zu Ginny und Harry. Es bedeutet mir sehr viel, Severus. Wir fangen gerade ganz neu an - Harry und ich - und es wäre schön, wenn auch du es als einen Neuanfang mitgestalten könntest."

Er suchte die Straße ab, bevor er sie ansah. "Wie wollten sie den Knirps doch gleich nennen?" fragte er trocken.

"Albus Severus." sagte sie mit unterdrückter Freude, da sie wusste, wie empfindlich er gerade bei diesem Thema war.

Er nickte. "Vielleicht, wir werden sehen."

Und Hermiones Augen leuchteten auf.

Beide küssten sich eher zaghaft, als jemand aus den 'Drei Besen' kam, registrierte das Fawkes bereits über der Eingangstür sich ein Fleckchen auf der Dachrinne gesucht hatte, um dann seufzend zu den beiden engumschlungen dastehenden Ehepaar zu blicken. "Wir fragen uns schon, wo ihr solange bleibt." sagte Nevan mit einem leicht amüsiertem Kopfschütteln.

"Was hält die beiden denn nur so lange auf?" fragte Minerva, rückte sich ihre Brille zurecht und kam auch heraus. Sie seufzte nur laut auf. "Immer das gleiche." flüsterte sie zu ihrem Mann.

"Ja, Liebes." flüsterte er ihr zurück.

"Familienplanung." meinte Severus laut und staubtrocken, so dass sich einige auf der Straße nach den beiden empört umdrehten.

Beider leuchtende Augen - die einen pechschwarz, die anderen haselnussbraun - versanken tief ineinander, als wäre jeder dem anderen das Licht in einstiger Dunkelheit und Severus versiegelte Hermiones Lippen bevor sie auch nur ein Wort dazu erwidern konnte, als sie die Bedeutung seiner Worte und die Bestätigung im Blick seiner Augen realisierte.

Nur die Gegensätze lehren einen die Welt kennen:
Wer nicht ums Dunkel weiß, kann das Licht nicht erkennen.

(aus Japan)

"Durch das Dunkle zum Licht." flüsterte Minerva ersichtlich gerührt. "Für mein Licht in Dunkler Zeit." nahm Nevan stolz ihre Hand in seine.

--- ENDE ---