Irgendwo heulte ein Wolf den Vollmond an. Das Mädchen, das durch den dunklen Wald schlich, hielt inne. Ängstlich war sie noch nie gewesen, nur vorsichtig. Sicherheitshalber zog sie ihren Zauberstab aus der Hosentasche. Aufmerksam auf jedes Geräusch achtend, setzte sie ihren Weg fort. Licht konnte sie keines anmachen, da sie auf keinen Fall auf sich aufmerksam machen wollte. Weder Tier noch Mensch durfte das Mädchen hier entdecken. Es war verboten in diesen Wald zu gehen, in den Verbotenen Wald. Doch sie hatte nicht ohne Grund den Pfad der Tugend verlassen: Ihre Schultasche war verschwunden. Jemand hatte ihr den Tipp gegeben, dass es klug wäre, hier danach zu suchen. Langsam tastete sie sich weiter vor. Es war einfach zu dunkel. „Accio Rucksack!" Nichts geschah, genauso war es bereits bei den vorangehenden Versuchen verlaufen. Müde lehnte sie sich an einen Baum. Seit einigen Stunden irrte sie umher und suchte nach ihrer Tasche. Es wäre nicht so schlimm, wenn diese verschwunden bliebe, wären nicht ihre Zaubertränke Hausaufgaben dort drinnen. Stundenlange Recherchen wären einfach so fort. Seufzend stieß sie sich von dem moosbewachsenen Baumstamm ab und machte sich weiter auf die Suche. Als sie neben sich Geräusche vernahm, beschleunigte sie ihre Schritte. Sie war schon zu tief im Wald, niemand würde ihre Schreie hören. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Es wurde langsam immer kälter, sie konnte sogar ihren Atem ein wenig durch die Dunkelheit schimmern sehen. Wieder war das Heulen zu vernehmen. Diesmal war es noch näher, was die Blonde nicht wirklich beruhigte. Panisch sah sie sich um, als sie in ihrer unmittelbaren Nähe mehrere Wölfe knurren hörte. Wie dämlich sie gewesen war, zu Vollmond in den Verbotenen Wald zu gehen. In Zwischenzeit lief sie schon. Plötzlich blieb sie an einem Ast hängen und fiel hin. Inzwischen waren die Wölfe schon so nah, dass die Blonde das Geräusch der Schritte hören konnte. Das Unterholz knackte unter der Gewalt der Näherkommenden. Das Mädchen schluckte und versuchte aufzustehen. Doch sie war unglücklich gestürzt und hatte sich am linken Bein verletzt. Dennoch schaffte sie es aufzustehen und versuchte weiter zu humpeln. Der Schmerz wurde mit jedem Schritt immer unerträglicher, was sie jedoch nicht zum Anhalten veranlasste. Aufgeben würde sie nicht so einfach, also schleppte sie sich weiter, bis sie an eine mondbeschienene Lichtung kam. Ihr Rucksack lag schön mittig platziert da. Erleichtert lachte sie auf und humpelte auf ihre Schultasche zu. Um sie vor Feuchtigkeit zu schützen, war die dunkelblaue Tasche auf einem flachen Stein gebettet worden. Die Besitzerin warf sich den Rucksack erleichtert über die Schulter und machte sich daran zurück zu gehen. Geschockt blieb sie stehen Ein Rudel Wölfe umzingelte sie. Es waren ungefähr 5, jeder fletschte die Zähne und sah furchteinflößend aus. Das Mädchen rührte sich nicht, doch die Wölfe kamen trotzdem näher. Sie sahen hungrig aus. Die Umzingelte wusste, dass es vorbei war. Sie hoffte nur, dass es schnell und schmerzlos von statten ging. Als der größte Wolf auf sie zu sprang, schloss sie die Augen und öffnete sie nie wieder

Am frühen Morgen war die Große Halle mit schwarzen Bannern geschmückt und ein Bild der Verstorbenen stand vor dem Lehrertisch. Es herrschte gedrückte Stimmung. Traurig sprach der Schulleiter zu seinen Schülern: „Heute Nacht starb die Schülerin Luna Lovegood durch einen dummen Streich! Da ich hoffe, dass die Verantwortliche schon genug leiden und sich melden werden, werde ich keine allzu strenge Strafe verteilen!" Überall waren betroffene und traurige Mienen zu sehen. Nur am Slytherintisch saßen ein blonder Junge und seine Freunde, die böse grinsten.