Ich habe gerade den HP6 geguckt und mir gedacht: Warum schreibste nich mal was mit Gonni ^^ ... tja und auf die Schnelle is das hier entstanden. Viel Spaß beim Lesen.
lg tinschchen

Seit Tagen hatte sie niemand mehr gesehen. An dem Tag, an dem er starb, war auch ein Teil von ihr mit ihm mitgegangen. Ihr Büro war nun das Einzige, dass sie seit jenem Ereignis zu sehen bekam. Mehr wollte sie auch nicht. Der Schmerz saß tief und sie hatte Angst, was die anderen von ihr denken würden. Niemand hat es gewusst und geahnt. Hatte, verbesserte sie sich im Gedanken. Ihr Herz hatte nur ihm gehört, doch er hatte es nie erwidert. Dennoch, sie hatte die Hoffnung nie aufgegeben. Einmal, so war es ihr immer im Gedanken aufgekommen, einmal würde er es merken und ihre Liebe erwidern. Doch dazu würde es nie kommen, war es nie gekommen. Tränen bahnten sich ihre Wege die Wangen hinunter. Plötzlich klopfte es mal wieder an ihre Türe. „Minerva, bitte mach auf! Ich möchte mit dir reden!" Es war Poppy. Der Einzige, der in ihre Räume durfte, war Dobby der Hauself. Er versorgte sie immer wieder mit Nahrungsmitteln. Mehr brauchte und wollte sie nicht. Minerva McGonagal war gefangen von ihren Gefühlen. Unerträglichen Gefühlen. Es tat weh. Niemand konnte ihr helfen. Dachte sie zumindest. Poppy dachte da anders.

Betrübt stand die Medihexe vor der Türe. Minerva war in ein schwarzes Loch gestürzt, als sie Albus Dumbledore tot auf dem Boden hatte liegen sehen. Der Verlust hatte alle schwer getroffen, doch sie anscheinend am schwersten. Poppy konnte sie verstehen, immerhin war Minerva sehr gut mit Albus befreundet gewesen. Oder steckte doch mehr dahinter? „Bitte Minerva! Es bringt nichts, sich zu verschanzen. Es sind schlimme Zeiten, die da auf uns zukommen. Außerdem was soll ich den anderen sagen? Dass die neue Direktorin nur am Trübsal blasen ist?" Wieder klopfte sie. Erleichtert vernahm sie schlurfende Schritte auf der anderen Seite der Tür. Kurze Zeit später öffnete sich die Tür. Das verweinte Gesicht ihrer Freundin erschien. „ Komm herein", flüsterte Minerva.

Nachdem die beiden Frauen an Minervas Schreibtisch platzgenommen hatten, erschien Dobby und brachte ihnen Tee. Besorgt betrachtete Poppy die ihr Gegenübersitzende. „Wie geht es dir?", fragte sie vorsichtig. Minerva stellte die Tasse ab und seufzte. „Es geht mittlerweile. Aber sein … es tut einfach weh." Wieder stiegen ihr Tränen in die Augen. „Uns alle hat es schwer getroffen. Sein … Ableben … es ist ein schwerer Verlust, besonders in dieser Zeit." Die Medihexe wusste nicht, was sie sagen konnte und durfte. Sie wollte ihre langjährige Freundin nicht noch trauriger machen. „Ach Poppy. Ich vermisse ihn … Seine Art … seine Augen … seine Fürsorge … einfach alles …" Minerva erhob sich. Sie war es leid, den ganzen Tag nur zu sitzen. Sie sah aus dem Fenster und betrachtete die Ländereien. Das Wetter war trüb und regnerisch. Es war fast so, als ob es ihr Inneres wieder spiegeln würde. Nur, dass der unerträgliche Schmerz fehlte. Ihre Arme umschlangen fest ihren Oberkörper. Sie hatte Angst, dass ihr Herz zerspringen könnte. Wie viel sollte die Welt noch ertragen. Sollte sie ertragen. Der Krieg hatte begonnen und bereits sein erstes großes Opfer gefordert. Poppy war hinter sie getreten und hatte ihr die Hand auf die Schulter gelegt. Minerva wandte sich ihr zu. „Du hast ihn geliebt, nicht wahr?" Ihre Blicke trafen sich und in diesem Augenblick wusste die Medihexe, dass sie Recht hatte. „Ohh Minerva. Es tut mir ja so leid!" Die Schulleiterin wandte ihren Blick ab und sah zu Boden. „Schon seit ich ihn zum ersten Mal gesehen hatte. Doch er hat meine Liebe nie erwidert. Ich habe nie aufgegeben." Poppy nahm ihre Freundin in den Arm und hielt sie fest. „Ich habe mir schon sowas gedacht. All die Jahre und niemand hat es je bemerkt." Minerva nickte. „Und es sollte so bleiben. Bitte!" Eindringlich sah sie ihrer Freundin an. Diese nickte. „Dein Geheimnis ist bei mir sicher!"