Junggesellenabschied

1. Oktober 2029

"Ich fass es nicht, dass ihr mich in einen Stripclub geschleppt habt", rief Albus Potter zum wiederholten Male kopfschüttelnd und sah sich in dem großen, schlecht beleuchteten Raum um. Auf der Bühne verrenkte sich eine spärlich bekleidete Frau auf einem Stuhl.

"Jeder Mann sollte einmal in seinem Leben in einem Stripclub gewesen sein, Brüderchen", verkündete sein Bruder James laut und prostete ihm mit seinem halbleeren Glas zu. "Und dein Junggesellenabschied hat uns die Möglichkeit gegeben, endlich alle Weasley-Männer hierher zu schleppen."

Bei der letzten Hochzeit der Familie, der von Rose und Scorpius, waren Hugo und Fred noch in der Schule gewesen und deshalb leider auch zu jung, um ein derartiges Etablissement zu besuchen. Jetzt hatte allerdings sogar schon Roxanne ihren Abschluss gemacht und es gab kein einziges Weasley-Kind mehr, das Hogwarts unsicher machte. James wollte sich gar nicht vorstellen, wie sehr Neville und Hagrid sich jetzt langweilen mussten. Er hatte regelrecht Mitleid mit ihnen.

"Du spinnst trotzdem", murmelte Al kopfschüttelnd und ließ sich sein Glas auffüllen. "Eine stinknormale Bar hätte auch gereicht, um sich zu besaufen. Und es wäre billiger gewesen", fügte er hinzu. Und obwohl James nicht die Ansicht teilte, dass eine Bar genauso gut war, musste er dennoch zugeben, dass die Getränke hier maßlos überteuert waren.

"Hör auf, Al", sagte er mahnend. "Sieh dich lieber um. So viele Frauen mit so wenigen Klamotten am Leib wirst du nie wieder zu sehen kriegen, wenn du erstmal ja gesagt hast." Und was für Frauen das waren. Große, kleine, blonde, brünette. Hexen, Lehrerinnen, Schülerinnen und versaute Heilerinnen, von denen besonders Scorpius fasziniert zu sein schien.

"Vielleicht solltest du Rose mal vorschlagen, dass sie ihre Arbeitskleidung so umstylt", schlug James ihm grinsend vor.

Scorpius verdrehte die Augen und Hugo verschluckte sich an seinem Drink. "Sowas hat Rose nicht nötig", erwiderte er und trank einen großen Schluck. "Außerdem gefällt sie mir ohne Klamotten sowieso viel besser", fügte er hinzu.

Hugo hielt sich die Ohren zu. "Sowas will ich auf gar keinen Fall über meine große Schwester wissen", sagte er warnend und erschauderte. Scorpius zuckte grinsend mit den Schultern.

James lachte. "Hugo, du weißt, dass sie Sex haben. Wie hätte Diana sonst entstehen können? Windbestäubung?"

Hugo verzog das Gesicht. "Ich weiß, dass sie Sex haben, ich bin doch nicht blöd!", widersprach er genervt, weil James ihn wie ein Kleinkind behandelte. Er war immerhin schon einundzwanzig. Damit war er in jedem Land der Welt volljährig. "Ich will nur nichts davon wissen. Oder soll ich dir erzählen, auf was für Sachen Lily so steht?"

Al spuckte sein Getränk zurück ins Glas und starrte Hugo entsetzt an. "Wag es ja nicht! Es reicht, wenn ich weiß, dass sie es nicht mit McLaggen tut."

Hugo schnaubte verächtlich. "McLaggen würde sie nicht mal anfassen, wenn er der letzte Mensch auf der Welt wäre." Leonard McLaggen war das größte Arschloch, das in der Zauberwelt frei herumlief und hatte Lily das Herz gebrochen. Er hatte dafür bezahlt, aber trotzdem. Lily hatte viel mehr Tränen vergossen, als dieser Idiot wert war.

"Dann ist gut", erwiderte Al und schaute zu seinem besten Freund. "Also Scorp, halt bloß die Klappe, wenn Hugo da ist. Ich will auf keinen Fall wissen, was für eine Stellung Lily bevorzugt."

James verzog angewidert das Gesicht. Er wusste, dass seine kleine Schwester bei weitem keine Jungfrau mehr war (mit einundzwanzig hätte er das von ihr auch nicht mehr erwarten können), aber zu wissen, welche Stellung ihr die liebste war und was für Dessous ihr gefielen, war dann doch zu viel des Guten. Er konnte nicht verstehen, wie Hugo sich das alles seelenruhig anhören konnte, aber bei Rose so ein Theater machte. Bruder oder bester Freund zu sein machte wohl doch einen Unterschied.

"Könnten wir vielleicht das Thema wechseln?", klinkte sich jetzt Ted Lupin in das Gespräch ein. Er war direkt aus dem Krankenhaus hergekommen und sah mehr als erschöpft aus. Seine Schichten dauerten immer sehr lange und er hatte zwei kleine Kinder zu Hause, also war seine Müdigkeit wohl auch kein Wunder. "Ich weiß zwar, dass von euch keiner mehr ein Unschuldsengel ist, aber ihr habt keine Ahnung, wie merkwürdig das ist, zu hören, dass die kleine Lily schon Sex hat." Er erschauderte. Er konnte sich noch daran erinnern, wie sie ihm als kleines Mädchen immer stolz die neuesten Kleidchen für ihre Puppe Evelyn gezeigt hatte und verträumt in ihrer eigenen Welt versunken gewesen war. Und jetzt? Jetzt stand sie womöglich auf Rollenspiele und Peitschen.

"Ach komm, Ted, jetzt sei kein Spielverderber", lachte James. "Du hast eine Veela entjungfert, du hast wahrscheinlich die tollsten Geschichten zu erzählen."

Ted seufzte. "Ich sag das Vic", drohte er. "Und dann gnade dir Gott."

James verschränkte die Arme vor der Brust. "Du musst dich hinter Vic verstecken, Ted? Armselig." Victoire war längst nicht so beängstigend wie seine kleine Schwester oder Rose es sein konnten. Vor ihr hatte er keine Angst.

Ted lachte. "Bild dir bloß nichts ein, James. Ich hab Zugang zu Tränken, die dafür sorgen können, dass du nie wieder einen hochkriegst. Willst du das etwa riskieren?"

Al, Hugo und Scorpius lachten schallend, als sie James' entsetztes Gesicht sahen.

"Was ist denn so lustig?", wollte Louis wissen. Er war gerade von der Toilette zurückgekommen und machte einen etwas verstörten Eindruck, als er einen Stuhl vom Nebentisch zu sich heranzog und sich darauf niederließ.

"Nichts", sagte James hastig. Der Gedanke, nie wieder Sex haben zu können, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Er nahm sich fest vor, Ted und Victoire nie wieder zu ärgern. Das war es ihm nicht wert.

"Ist irgendwas, Louis?", fragte Al und musterte Louis besorgt.

Der zuckte seufzend mit den Schultern. "Eine von den Stripperinnen ist mir auf die Toilette gefolgt. Sie hat sich regelrecht auf mich gestürzt. Nicht mal von meinem Ehering oder der Tatsache, dass meine Frau schwanger ist, hat sie sich ablenken lassen. Die hatte sich nicht mehr alle.", berichtete er erschaudernd. "Ich konnte sie schließlich davon überzeugen, dass ich scharf auf einen Quickie war und hab sie in der Toilette eingesperrt." James und Hugo lachten und auch Scorpius, Al und Ted konnten ein Grinsen nicht unterdrücken.

"Das ist die Veela in dir", vermutete Al. "Die Frauen fliegen sowieso alle auf dich und die eine ist vielleicht besonders darauf angesprungen."

Louis nickte. Das hatte er sich auch schon gedacht. Er musste zugeben, dass das Achtel einer Veela, das in ihm steckte, sehr praktisch gewesen war, als er mit Anfang zwanzig in Paris gelebt und haufenweise Frauen aufgerissen hatte, denn keine hatte seinem Charme widerstehen können, wenn er sie wirklich gewollt hatte. Aber jetzt war er verheiratet und wurde Vater und hatte absolut kein Interesse mehr an Frauen, die sich ihm an den Hals warfen. Er wollte einfach nur seine Ruhe haben.

"Louis, wann hattest du zum ersten Mal Sex?", wollte James dann völlig unpassenderweise wissen. Alle Augenpaare richteten sich auf ihn und er hob abwehrend die Hände. "Was? Ich wollte nur das Thema wechseln." Und interessiert hatte es ihn schon immer.

"Zu sowas?", fragte Hugo mit hochgezogenen Augenbrauen und deutete auf die Stripperin, die ihren BH gerade in die Menge geworfen hatte. "Willst du nicht lieber die Frau anstarren?"

"Ich kann beides", erwiderte James selbstzufrieden. Er warf der Frau einen anerkennenden Blick zu und schaute dann wieder zu Louis. "Also, wann?"

Louis griff nach einem Glas auf dem Tisch und trank einen Schluck. Dann zuckte er mit den Schultern. "Fünfzehn."

James runzelte die Stirn. "Annie?", fragte er verwirrt.

Louis schüttelte den Kopf. "Natalie", erwiderte er. Später hatte er sich gewünscht, dass seine Frau Annie die erste gewesen wäre, aber zu dem Zeitpunkt, als er mit seiner damaligen Freundin Natalie geschlafen hatte, hatte er noch absolut kein Interesse an Annie gehabt. Und er hatte Natalie wirklich gemocht, obwohl sie ziemlich oberflächlich sein konnte. Mehr als oberflächlich, um genau zu sein.

James schaute ihn kopfschüttelnd an. "Ich hab immer gedacht, dass Annie die erste war."

Louis grinste und tätschelte seine Schulter. "Das tut mir wirklich Leid, James. Ich hoffe, ich hab dich nicht zu sehr enttäuscht. Und ich hoffe, ich war nicht jünger als du, als ich zum ersten Mal Sex hatte."

James verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust. "Haha, sehr witzig", murmelte er. "Und nein, du warst nicht jünger als ich. Ich war vierzehn." Ha! Er war sich sicher, dass er die anderen alle geschlagen hatte.

Al verdrehte die Augen. "Zwei Tage später bist du fünfzehn geworden. Jetzt mach das nicht beeindruckender, als es ist." James hatte völlig vergessen, dass er Al davon erzählt hatte. Verdammt!

"Du hattest erst mit siebzehn Sex, also halt die Klappe!", konterte er. Trotzdem war vierzehn seiner Meinung nach ein sehr beeindruckendes Alter. Selbst Louis mit seinem Veelaanteil war nicht so erfolgreich gewesen wie er.

Al zuckte mit den Schultern. "Ja und? Ich wollte nicht mit der erstbesten ins Bett steigen, so wie du."

"Mit wem hast du denn geschlafen?", fragte Hugo interessiert. Er konnte sich nicht daran erinnern, dass Al mit siebzehn irgendeine ernsthafte Beziehung hatte. Nach dem unglücklichen Versuch mit Della Chang hatte er Beziehungen eine ganze Weile gemieden.

"Kelly Donavan."

"Kelly Donovan? Wer zum Teufel ist Kelly Donavan?", fragte Hugo verwirrt. In Hogwarts gab es keine Kelly Donovan. Weder unter den älteren Schülerinnen noch unter den jüngeren. Zumindest erinnerte er sich an keine.

"Sie ist ein Muggel und hat in der Nähe von Mum und Dad gewohnt. Wir sind in der Grundschule in eine Klasse gegangen und haben uns ganz gut verstanden.", erinnerte sich Al mit einem Lächeln. "In den Osterferien in der sechsten Klasse haben wir uns wieder getroffen. Sie hatte einen beschissenen Exfreund und ich hab die Sache mit Della nicht richtig verdaut gehabt ... Wir haben uns ein paar Mal getroffen um über unsere schrecklichen Beziehungen zu sprechen und dann ist es irgendwie passiert."

"Und das war ja so viel bedeutungsvoller als mein erstes Mal", erwiderte James genervt.

"Hey, wir haben uns gemocht", verteidigte Al sich. "Und wir sind in den Sommerferien häufig ausgegangen. Das hast du nur nicht mehr mitgekriegt, weil du zu beschäftigt warst, in deiner neuen Wohnung ständig einen draufzumachen. Kelly war wirklich nett und sie hatte keine Ahnung von Dads Berühmtheit. Aber sie wollte keine Fernbeziehung und das war's dann nach den Sommerferien." Er seufzte. "An Tia kommt sie aber nicht ran." Keine kam an Tia heran. Sie war einzigartig.

"Wär auch ziemlich blöd gewesen", murmelte James grinsend und schaute zu Ted. "Und du? War Vic die erste, mit der du geschlafen hast?" Wenn es so wäre, dann hätte Ted allerdings bis neunzehn auf Sex verzichten müssen und das konnte James sich eigentlich nicht vorstellen.

Ted schüttelte den Kopf. "Ich war über zwei Jahre mit Celia zusammen, glaubst du im Ernst, wir haben nie miteinander geschlafen?" Celia war Teds erste und einzige Freundin in Hogwarts gewesen. Sie hatten sich ein paar Monate nach seinem Abschluss getrennt, weil sie sich durch ihre Arbeit immer weiter entfernt hatten und die Beziehung längst nicht so stabil war, wie sie in Hogwarts immer geglaubt hatten.

Hugo runzelte die Stirn. "Celia? Wer war das?"

"Ich glaub, du hast sie nie getroffen", erwiderte Ted. Er hatte nie das Verlangen verspürt, Celia zu den großen Familientreffen mitzubringen (zum Großteil, weil sie und Victoire sich nie verstanden hatten). "Aber viel hast du nicht verpasst. So toll war sie nicht." Er hatte sie in Hogwarts sehr gemocht und war auch davon überzeugt gewesen, dass er sie geliebt hatte, weil er dachte, dass er sie nach so langer Zeit einfach lieben musste, aber er hatte sich getäuscht. Richtig verliebt war er erst in Victoire gewesen und mit ihr hatte Sex auch erst eine wirkliche Bedeutung gehabt.

"Toll genug, dass du es zwei Jahre mit ihr ausgehalten hast", sagte Hugo nicht überzeugt und nippte an seinem grünen Drink.

Ted zuckte mit den Schultern. "Ich hab damals gedacht, dass ich sie lieben würde."

"Aber richtig geliebt hast du nur meine Schwester", warf Louis dramatisch ein und fing an zu lachen.

Ted musste lachen und nickte. "Ganz genau. Und Vic ist auch um einiges besser im Bett", fügte er grinsend hinzu. Louis verzog das Gesicht, was Ted noch mehr zum Lachen brachte. Als er sich wieder beruhigt hatte, schaute er zu Scorpius. "Und da wir nun schon alle diese privaten Informationen teilen, wie alt warst du?"

"Sechzehn", erwiderte Scorpius. "Und bevor einer fragt, ja, es war Rose."

James schaute ihn ungläubig an. "Du hast also wirklich nur mit einer Frau in deinem Leben geschlafen?" Für ihn war das absolut unvorstellbar. Er hielt schon Al für verrückt, weil der sich bereits jetzt an eine einzige Frau binden wollte. Aber dass Scorpius bisher nur eine einzige Frau gehabt hatte ... verrückt. Besonders, weil die halbe Schule auf ihn scharf gewesen war.

"Ja. Und? Rose ist die Richtige für mich. Das wusste ich, seit wir uns zum ersten Mal geküsst haben. Ich muss nicht mit zehn anderen schlafen, um das zu wissen. Ich will Rose und das reicht mir."

"Sehr lobenswert!", rief Louis und hielt sein Glas in die Höhe. "Darauf trinke ich. Auf Sex mit der Richtigen." Alle hoben ihre Gläser und stießen an, bevor sie tranken. Dann kam eine Stripperin vorbei und bot einen Lapdance an. James versuchte Al davon zu überzeugen, aber der lehnte entschieden ab. Mit großem Bedauern schickte James die Frau wieder weg. Al war wirklich ein Spießer.

Ein paar Minuten später kam ein nach Luft schnappender Fred Weasley auf sie zu. Er schnappte sich einen Stuhl von einem der Nachbartische, ignorierte eine andere Stripperin, die sich an ihn schmiegen wollte und nahm dankend ein großes Glas mit klarer Flüssigkeit entgegen, das eine fast nackte Kellnerin ihm reichte.

"Entschuldigt. Ich weiß, dass ich schon früher kommen wollte, aber der Vermieter hat Probleme gemacht. Irgendwas hat mit meinem Nachweis nicht gestimmt und ich musste noch einen im Ministerium finden, der sich darum kümmern konnte. Sonst hätte der Vermieter die Wohnung jemand anderem gegeben und das konnten wir nicht riskieren", erklärte Fred rasch und trank einen großen Schluck, der ihn erschaudern ließ.

Fred und seine langjährige Freundin Ellen hatten sich dazu entschlossen, zusammen zu ziehen. Aber da Ellen muggelstämmig war und wollte, dass ihre Eltern sie auch in ihrer Wohnung ohne Probleme besuchen konnten, hatten sie in eine Wohnung im Muggellondon ziehen müssen. Der Vermieter verlangte einen Arbeitsnachweis und da Fred ihm schlecht sagen konnte, dass er im Zaubereiministerium in der Abteilung für Magische Spiele und Sportarten arbeitete, brauchten sie einen gefälschten Nachweis, der ihm eine Muggeltätigkeit bescheinigte. Es gab eine Abteilung, die im Ministerium eigens dafür eingerichtet worden war, aber nicht immer lief alles so reibungslos, wie man sich das wünschte.

Scorpius stöhnte. "Verdammt!", murmelte er und schaute Fred dann fragend an. "Wer hat sich um deinen Nachweis gekümmert? Perkins?" Fred nickte zögernd. "Das kann ja wohl nicht sein! Ich hab dem Kerl schon die zweite Abmahnung erteilt und ihm gedroht, dass ich ihn in eine andere Abteilung versetzen lasse, wo er sich nur noch um beschissenen Papierkram kümmern darf, wenn er noch einen Antrag versaut."

Alles, was mit Muggeln zu tun hatte, unterstand Scorpius' Abteilung. Mittlerweile war sehr viel mehr aus der Abteilung zum Missbrauch von Muggelartefakten geworden, als man sich zu Arthur Weasleys Zeiten hätte träumen lassen. Scorpius war zwar nicht der Leiter des Ganzen, sondern nur der Stellvertreter, aber der eigentliche Leiter hatte seine Leidenschaft fürs Golfen und zwanzigjährige Oben-ohne-Models entdeckt und überließ ihm die meiste Zeit die Verantwortung. Und Scorpius war ein weitaus besserer Leiter als er.

"Gib ihm noch eine Chance, Scorpius", bat Fred. Er wollte nicht schuld daran sein, dass jemand seinen Job verlor. "Es war bestimmt nur ein Versehen."

Scorpius schüttelte hart den Kopf. "Ein Versehen zuviel. Ich hab ihn gewarnt. Und du hättest deshalb fast deine Wohnung nicht bekommen. Das kann ich ihm nicht durchgehen lassen und das weißt du."

Fred seufzte. Natürlich wusste er es. Aber es tat ihm trotzdem leid. Er trank noch einen Schluck und musste husten. Wow, war das ein starkes Zeug.

"Fred, wann hattest du zum ersten Mal Sex?", fragte James unvermittelt.

Überrumpelt verschluckte Fred sich an seinem Drink und musste schon wieder husten. Ted klopfte ihm beherzt auf den Rücken. "Was?", fragte er verwirrt, nicht sicher, ob er James richtig verstanden hatte.

"Sex. Wann hast du zum ersten Mal jemanden vernascht?", fragte James grinsend und musterte seinen Cousin gespannt. "Komm schon, Fred. Wir anderen haben auch schon alle gestanden. Oder bist du etwa noch Jungfrau?"

Fred schüttelte lachend den Kopf und stellte sein Glas vor sich ab. "Also wenn du es unbedingt wissen musst, James, ich war siebzehn." Er nahm sich ein paar Erdnüsse aus der Schale, die auf dem Tisch stand. Durch das ganze Chaos im Ministerium hatte er noch nicht zu Abend gegessen und wenn er weiter so starkes Zeug trinken würde, dann würde er in einer halben Stunde schon nicht mehr stehen können.

"Ellen?", fragte Louis lächelnd.

Fred nickte. "Ellen." Ellen war die erste, mit der er wirklich hatte schlafen wollen. Sicher, er hatte vor ihr schon ein oder zwei Freundinnen gehabt und welcher Teenager dachte nicht an Sex? Aber bei Ellen hatte er zum ersten Mal das Gefühl gehabt, dass es richtig war, Sex zu haben und darauf war es ihm angekommen.

James schüttelte den Kopf. "Noch jemand, der nur mit einer Frau geschlafen hat in seinem Leben."

Fred runzelte die Stirn. "Und? Was ist so schlimm daran?" Er sah fragend in die Runde. Er hatte keine Ahnung, warum James das als etwas so negatives darstellte. Dann hatte er eben nur mit einer Frau geschlafen, was soll's. Wenn sie die Richtige war?

Scorpius verdrehte die Augen. "Ignorier ihn. Er war noch nie verliebt. Deshalb hat er auch keine Ahnung, was so toll daran sein kann, nur mit einer Frau zusammen zu sein, anstatt mit zehn verschiedenen ins Bett zu hüpfen."

James wollte etwas erwidern, aber er ließ es sein, denn letztendlich hatte Scorpius Recht. Er verstand wirklich nicht den Reiz daran, nur mit einer Frau Sex zu haben, mit ihr zusammen zu sein oder sie sogar zu heiraten, wie so viele andere, die hier am Tisch saßen. Er liebte die Abwechslung, die ihm die ganzen Frauen bieten konnten, mit denen er zusammen war.

Fred sah in die Runde. "Und haben jetzt alle erzählt, wann sie das erste Mal Sex hatten?", fragte er neugierig.

James nickte. "Jep." Er zeigte auf Ted. "Sechzehn?", fragte er, weil er sich nicht daran erinnern konnte, dass dieser eine Zahl genannt hatte.

Ted schüttelte den Kopf. "Siebzehn", erwiderte er und aß die Cocktailkirsche, die in seinem Drink gewesen war.

James deutete auf Al. "Auch siebzehn." Dann zeigte er auf Scorpius. "Sechzehn." Dann Louis. "Fünfzehn." Stolz schaute er dann in die Runde. "Und vierzehn, meine Wenigkeit", sagte er grinsend. Dann viel sein Blick auf Hugo. "Hey, Hugo, du hast uns noch gar nicht gesagt, wann dein erstes Mal war."

Hugo wurde rot und wandte den Blick ab. Er trank einen großen Schluck aus seinem Glas und seine Hände verkrampften sich. James legte den Kopf schief. Konnte es etwa sein, dass Hugo noch nie ...? Er runzelte die Stirn. "Komm schon, Hugo. Du musst dich nicht schämen. Wenn du noch nie -" Er war erst einundzwanzig. Es war vielleicht etwas ungewöhnlich, aber es gab schlimmeres.

"Oh, ich hatte schon Sex", erwiderte Hugo schnell. Das wollte er dann doch nicht auf sich sitzen lassen. "Ich bin nur nicht sonderlich stolz auf das erste Mal."

James lehnte sich gespannt vor. Das interessierte ihn. "Ach ja? Was ist passiert?"

Hugo seufzte und starrte stur auf den Tisch. "Es war auf irgendeiner von deinen Partys in Hogwarts, James. Ich hab irgendwas wahnsinnig alkoholhaltiges getrunken, ohne das wirklich zu wissen und war am Ende so blau, dass ich keinen ganzen Satz mehr zu Stande gebracht habe. Ich hab keine Ahnung, wie es passiert ist, aber irgendwann hab ich mit einem Mädchen rumgeknutscht und dann hat sie mich in meinen leeren Schlafsaal gezerrt und dann ... dann haben wir es getan." Er kratzte sich am Kopf. "Ich war allerdings so betrunken, dass ich mich kaum dran erinnern kann." Er zuckte mit den Schultern.

James runzelte die Stirn. Seine Partys im Raum der Wünsche waren in Hogwarts legendär gewesen. Und die wenigsten Getränke, die er dort gehabt hatte, waren alkoholfrei gewesen. Aber das Hugo seine Unschuld völlig betrunken verlieren würde ... wer hätte das gedacht. Ausgerechnet Hugo.

"Und wer war's?", fragte Louis jetzt auch neugierig. Er war leider schon fertig gewesen mit Hogwarts, als James mit den Partys angefangen hatte und ihm tat es Leid, dass er sie verpasst hatte. Nach allem, was er gehört hatte, waren sie wirklich spektakulär gewesen.

Hugo seufzte. "Wenn ihr es unbedingt wissen müsst ... Es war Suzy Finnigan.", gab er schließlich zu.

James verschluckte sich an seinem Drink. Suzy Finnigan war in Als Jahrgang gewesen und eines der heißesten Mädchen der ganzen Schule. Er selbst hatte eine ganze Weile versucht, sie dazu zu bringen, mit ihm ins Bett zu gehen, aber sie hatte immer abgelehnt. Und Hugo, der drei Jahre jünger war als James und zwei Jahre jünger als Suzy, hatte es geschafft, sie ins Bett zu kriegen? Sturzbetrunken? Nie im Leben!

"Das ist nicht dein Ernst!", sagte er schließlich heiser.

Hugo zuckte mit den Schultern. "Du kannst sie gerne fragen, wenn du mir nicht glaubst. Sie hat die Nacht um einiges besser in Erinnerung als ich." Er grinste. Er hätte sich zwar gewünscht, dass sein erstes Mal etwas besonderes gewesen wäre, aber schon allein der Gesichtsausdruck von James war es doch wert gewesen. Und Suzy war ein sehr nettes Mädchen gewesen. Sie hatte sogar mit ihm zusammen sein wollen, aber Hugo war nicht in sie verliebt gewesen und hatte sich beim besten Willen nicht vorstellen können, wo die Beziehung hätte hinführen können. Schließlich war sie zwei Jahre älter als er gewesen.

James schüttelte stur den Kopf. "Nie im Lieben. Nie im Leben hast du mit Suzy Finnigan geschlafen." Das brachte sein ganzes Weltbild ins Wanken. Er war schließlich davon überzeugt gewesen, dass Suzy überhaupt nicht an Sex interessiert gewesen war, wenn sie ihn nicht gewollt hatte. Er konnte nicht glauben, dass sie seinen drei Jahre jüngeren Cousin ihm vorgezogen hatte.

"Und wie alt warst du?", fragte Fred jetzt sehr gespannt, der sich angesichts James' Reaktion ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Genau wie der Rest der Männer. Wer hätte schon gedacht, dass ausgerechnet Hugos Sexleben James aus der Bahn werfen würde?

Hugo seufzte. "Ich war vierzehn." Noch etwas, auf das er eigentlich nicht stolz war. Betrunken Sex auf einer Party zu haben war schon nicht so toll, aber Sex zu haben, obwohl er sich dafür eigentlich noch nicht wirklich bereit gefühlt hatte, war noch weniger toll. Er hatte nur Glück gehabt, dass Suzy den Verhütungstrank bereits geschluckt hatte, sonst hätte er vielleicht noch das Pech gehabt, mit vierzehn Vater zu werden und dazu hatte er sich wirklich noch nicht bereit gefühlt.

James schien einer Ohnmacht nahe. "Vierzehn?", fragte er entsetzt und musste sich an der Tischplatte festhalten. "Du warst vierzehn? Bist du sicher? Warst du nicht vielleicht schon fünfzehn?", fragte er mit einem letzten Hoffnungsschimmer.

Hugo schüttelte den Kopf und konnte das breite Grinsen jetzt wirklich nicht mehr aufhalten. So hatte er James noch nie gesehen. "Vierzehn und vier oder fünf Monate."

James wäre vom Stuhl gefallen, wenn Al und Ted ihn nicht aufgehalten hätten.

Louis schüttelte sich vor Lachen und Scorpius klopfte seinem Schwager anerkennend auf den Rücken. "Respekt, Hugo. Ich hätte nicht gedacht, dass es irgendwas geben könnte, was James beim Thema Sex schocken könnte, aber du hast es geschafft."

James stöhnte gequält und ließ seinen Kopf auf die Tischplatte fallen. "Ich glaub das nicht", murmelte er. Wie hatte ausgerechnet Hugo ihn schlagen können? Hugo? Wenn es wenigstens Scorpius oder Louis gewesen wären. Nach Louis waren die Mädchen schon immer verrückt gewesen und auch auf Scorpius waren einige scharf, bevor und auch nachdem er mit Rose zusammen gekommen war. Aber Hugo? Für ihn hatten die Mädchen verhältnismäßig wenig Interesse gehabt und er hatte vielleicht eine oder zwei Beziehungen in Hogwarts gehabt (James hatte nicht darauf geachtet und trat sich jetzt dafür in den Hintern). Dass ausgerechnet Hugo der erste von ihnen gewesen war ... und dann noch mit jemandem wie Suzy Finnigan ... Am besten wäre es, wenn James sich gleich im Klo ersaufen würde.

Al lachte. "Meine Güte, davon geht die Welt doch wirklich nicht unter, James. Du hast doch auch mit vierzehn Sex gehabt." Aber er war fast fünfzehn gewesen. Und sie war in keinster Weise an Suzy Finnigan herangekommen. Sie war nur willig gewesen, es mit ihm zu tun und das hatte ihm völlig gereicht.

"Du hast ja keine Ahnung", murmelte James leidend. Da wäre es doch besser gewesen, wenn Hugo jetzt noch Jungfrau gewesen wäre.

"Ich hätte doch die Klappe halten sollen", erwiderte Hugo. Die einzige, die davon bis jetzt gewusst hatte, war Lily, und die hatte geschworen, niemandem etwas davon zu erzählen.

Louis schüttelte energisch den Kopf. "Nie im Leben, Hugo. Den Moment werde ich nie wieder vergessen", sagte er schwärmerisch und hob sein fast leeres Glas. "Darauf trinke ich. Auf Hugo und Suzy Finnigan und die Nacht, die James jetzt bis ans Ende seines Lebens verfolgen wird."

Alle hoben lachend ihr Glas, nur James ließ seinen Kopf auf der Tischplatte liegen. Er würde viel Sex brauchen, bis er diese Demütigung verdaut hatte. Sehr viel Sex. Aber er war hier in einem Club voller Stripperinnen, also konnte das ja nicht so schwer werden.

Stöhnend erhob er sich. "Ich geh mal eben an die Bar", sagte er und deutete in die Richtung. Er brauchte etwas Abstand von dem ganzen, sonst würde er durchdrehen. Was hatte Hugo nur, was er nicht gehabt hatte?

"Das Stärkste, was da ist, bitte", sagte er, sobald er am Tresen angekommen war. Die Barkeeperin, die ein Glitzertop trug, das ihre Brüste ganz verhüllte und einen Rock, der ihr bis über den Hintern ging und die damit die wohl angezogenste Frau in dem ganzen Club war, lächelte ihn an und stellte ein Glas vor ihm ab. Sie kippte irgendeine Flüssigkeit hinein, die James in einem Mal herunterstürzte. Er stellte das Glas hin. "Noch einen bitte." Die Frau lächelte ihn an und füllte es wieder.

Sie beugte sich vor und gewährte James einen guten Einblick in ihr recht beeindruckendes Dekolleté. "Sag mal", sagte sie und lehnte sich zu ihm, damit er sie besser verstehen konnte. "Was ist der Grund für eure Männerrunde da hinten?", fragte sie interessiert und deutete auf den Tisch, an dem alle erneut lachend anstießen. James wollte sich gar nicht vorstellen, um was es jetzt schon wieder ging. Vielleicht darum, dass Hugo auch noch mit mehr Frauen geschlafen hatte als er.

"Es ist der Junggesellenabschied meines Bruders", erklärte er und deutete auf Al.

Die Frau nickte. "Ah ja", grinste sie und lehnte sich so nahe zu James, dass der ihren Atem an seinem Ohr spüren konnte. "Und dieser gutaussehende Mann da neben dem Mann mit den blauen Haaren", fragte sie und zeigte auf Hugo, der gerade etwas zu Louis sagte, der daraufhin in schallendes Lachen ausbrach, "ist der auch schon verheiratet?"

James schüttelte misstrauisch den Kopf. Er ahnte schlimmes. "Nein. Der ist gerade Single." Und war es auch schon seit einer ganzen Weile, soweit James sich erinnern konnte. Aber was wusste er schon von Hugos Leben? Praktisch gar nichts. Sein Cousin war ein völlig Fremder für ihn, der es hinter seinem Rücken mit heißen Frauen trieb.

"Oh", lächelte die Frau zufrieden und leckte sich über die Lippen. "Könntest du mir vielleicht seine Nummer geben? Er hat doch ein Handy, oder?"

James stöhnte gequält auf. Stand denn jede heiße Frau auf diesem Planeten auf Hugo? Das konnte doch nur ein schlechter Scherz sein.

"Haben Sie was zu schreiben?", hörte er Als Stimme hinter sich und drehte sich rasch um. Sein Bruder war unbemerkt an die Bar gekommen und streckte jetzt die Hand nach der Feder und dem Pergament aus, das die Barkeeperin ihm hinhielt. Schnell kritzelte er Hugos Nummer darauf und reichte sie der zufrieden dreinblickenden Bardame. Dafür bekam Al den selben Drink, den James schon genießen durfte und der jetzt Nachschub forderte. Dann verlange ein Mann am Ende der Bar etwas und die Barkeeperin ließ die beiden Brüder alleine.

"Das kann doch alles nicht wahr sein, Al", murmelte James deprimiert und trank auch diesmal die Flüssigkeit in einem Zug aus. Frustriert schaute er in das leere Glas. "Meinst du, Hugo hat das alles nur erfunden, um nicht so schlecht dazustehen?", fragte er dann hoffnungsvoll. Vielleicht war er wirklich noch Jungfrau. Merlin, wäre das herrlich!

Al lachte und setzte sich neben James. "Ach komm, James, das glaubst du doch nicht wirklich. Hugo ist nicht der Typ, der sich sowas ausdenkt. Das wäre eher deine Art."

James seufzte. Da hatte Al leider Recht. Mit allem. Trotzdem. Dass ausgerechnet Hugo ihn geschlagen hatte ...

"Danke übrigens", sagte er dann unvermittelt in einem ernsten Tonfall.

James schaute ihn verwirrt an. "Was meinst du? Dass ich mich zum Gespött des Abends gemacht habe?"

Al schüttelte den Kopf. "Nein, dass du diese Junggesellenparty organisiert hast. Mir hätte was ruhigeres zwar auch genügt, aber der Abend ist trotzdem toll." James nickte. Bis auf dieses Geständnis von Hugo war er das wirklich gewesen. Er konnte sich nicht erinnern, schon mal so viel Spaß mit den Jungs gehabt zu haben. Und die Frauen, die sich ständig auf der Bühne auszogen, waren auch nicht ohne. Obwohl sie alle oben ohne waren.

"Ich bin froh, dass Scorpius mir den Teil überlassen hat", erwiderte James. Scorpius war Als Trauzeuge und eigentlich wäre es auch seine Aufgabe gewesen, diesen Abend zu organisieren. Doch Scorpius hatte liebend gerne darauf verzichtet, weil er wusste, dass James es hundertmal besser machen würde als er.

Al trank einen Schluck. "Ich auch", murmelte er und schaute James dann ernst an. "Macht es dir was aus?"

James zog die Augenbrauen hoch. "Was? Dass Hugo vor mir Sex hatte mit der heißesten Frau in Hogwarts? Ja, das macht mir was aus." Wie konnte es nicht?

Al schüttelte lachend den Kopf und schubste James freundschaftlich in die Seite. "Nein. Ich meine, dass Scorpius mein Trauzeuge ist und du nicht."

James war überrascht. So eine Frage hatte er nicht erwartet. Er hatte noch nie darüber nachgedacht. "Nein. Natürlich nicht. Warum sollte es?"

Al kratzte sich verlegen am Kopf und wandte den Blick ab. "Naja, du bist mein Bruder. Eigentlich solltest du das machen."

James schüttelte den Kopf. "Nein, sollte ich nicht. Und das weißt du auch. Scorpius ist der Richtige für den Job. Ich finde es immer noch bescheuert, dass du heiraten willst." Es wäre wirklich nicht die beste Idee, ihn mit so einer Einstellung an den Altar zu stellen. Er war auch nie enttäuscht oder beleidigt oder auch nur überrascht gewesen, weil Al Scorpius darum gebeten hatte, sein Trauzeuge zu sein. Seit die beiden Freunde geworden waren, wusste James, dass Scorpius einmal Als Trauzeuge sein würde. Und das war auch gut so.

"Du findest es bescheuert?", fragte Al verletzt. "Ehrlich?"

James zuckte mit den Schultern. "Hör zu Al, ich bin von der Ehe nicht überzeugt. Ich seh nicht den Sinn darin, mich an eine Frau zu binden. Ich verstehe nicht, was so toll daran sein soll, nur mit einer einzigen zusammen zu sein, ihr treu bleiben zu müssen und jeden Tag neben ihr aufzuwachen. Ich versteh das nicht und ich verstehe nicht, wieso ihr das alle so toll findet." Und das taten die anderen wirklich. Der einzige, der gerade nicht wenigstens in einer ernsten Beziehung steckte, war Hugo. Schon wieder Hugo ... "Ich versteh das nicht und dann ist es doch nur verständlich, wenn ich es bescheuert finde."

Al seufzte und schaute traurig in sein Glas.

"Aber", fuhr James fort, "ich weiß, dass es dir viel bedeutet. Du standest schon immer auf Liebe und Beziehungen und diesen ganzen Scheiß. Du bist glücklich mit Tia. Sie macht dich glücklich. Und ich freu mich für dich, Al, wirklich. Ich freu mich, dass du gefunden hast, was du willst."

"Ehrlich?" Al schaute ihn glücklich an und James nickte. Er hatte seinen kleinen Bruder noch nie so glücklich und zufrieden erlebt.

"Ja. Aber deshalb muss ich trotzdem nicht dein Trauzeuge sein. Den besten Teil von dieser Aufgabe hab ich ja trotzdem gekiegt", grinste er und deutete auf die Bühne. "Auch wenn Hugo mir den Abend gründlich versaut hat.", fügte er grimmig hinzu.


A/N: Ich weiß, dass es sich fast nur um das eine gedreht hat, aber ich fand es interessant, auch mal dieses Thema zu beleuchten. Es ist nicht viel passiert, aber trotzdem ist das einer der One-Shots über die nächste Generation, der mir am besten gefällt. Ich hoffe, euch hat er auch gefallen.