Story: Harry Potter und das Erbe der Elemente

Writer: gondolia (Rebekka und Lea)

Rechte: Alle Rechte liegen bei J.K. Rowling und J.R.R. Tolkien. Neue Charaktere, sowie Handlungsorte und andere Sachen entsprangen unserer Fantasie.


Part 1 Das Medaillon:

Das Licht leuchtet wieder

Es war dunkel, die Nacht hatte sich über das Schloss gelegt und erstickte das Licht des Tages. Nur in einem Zimmer war Lichtschein auszumachen. Es war nicht der übliche warme Kerzenschein, es war kalt und hart.

Das Leuchten war zuerst ganz schwach, bis es sich in alle Richtungen ausbreitete und den ganzen Raum erhellte. Der alte Mann stand vor der Lichtquelle und starrte hinein, als hätte er alle Zeit der Welt. Ohne dass er es gemerkt hätte, lief ihm eine Träne über die Wange und verschwand in seinem langen weißen Bart.

„Endlich!", stieß er hervor. „Wie viel Mühe es mich doch gekostet hat." Vorsichtig ging er auf die Lichtquelle zu. Er streckte die Hand zitternd aus, langsam und mit Bedacht näherte er sich dem vom Licht durchflutetem Spiegel. Würde es klappen? Täte sich die Schleuse auf?

Seine knochigen Finger kamen der Oberfläche immer näher. Jäh stockte er, war es weise, hinüber zu gehen? Er hatte schon um so viel gebeten, dass er sich fast schämte. Doch schließlich berührte er die kalte Oberfläche voller Anspannung. Und die alt vertraute glitschige Masse gab seinen Fingern nach und sie glitten durch das festwirkende Material hindurch. Erst jetzt begann der Spiegel leichte Wellen zu schlagen und seine Finger fanden wieder einen Ausgang aus seinem Inneren, sie glitten hinaus, hin zu etwas eiskaltem.

Er konnte Tropfen auf seiner Haut spüren und nun trat das Gefühl wieder ein, das er jedes Mal verspürte, wenn er im Begriff war hindurch zu gleiten. Er nannte dieses Gefühl Freiheit und das war es auch, was er nun empfand.

Schließlich konnte er nicht mehr an sich halten, seine Armhaare stellten sich auf, sodass er eine Gänsehaut bekam und er schritt durch den Spiegel hindurch. Gleißendes Licht blendete ihn und er schloss die Augen. Die Zeit schien sich zu verlangsamen. Er spürte, wie Regentropfen auf sein Haar hinab fielen. Er roch die alten Kiefern und Tannen. Er hörte den Wind in der Luft. Er wusste genau, wo er war und langsam öffnete er seine Augen. Albus Dumbledore war froh, wieder dort zu sein.

Eine wichtige Entscheidung

Etwas weiter südlich, in Ottery St. Catchpole, war es dunkel. Ein Gewitter lag in der Luft, es schien einen Sturm zu geben. Die Luft flirrte vor Hitze, obwohl die Nacht die Wärme langsam schluckte. Harry James Potter stand am Fenster und sah missmutig in das Dunkel hinaus.

Heute war sein siebzehnter Geburtstag und er wusste, was das bedeutete. Deswegen hatte er schon bald nach dem Beginn der Ferien den Ligusterweg Nummer 14 verlassen und war unbemerkt zum Fuchsbau gereist. Jedenfalls hoffte er, dass es unbemerkt geblieben war. Aber auch ohne einen Beweis dafür zu haben, wusste er, dass dies wohl nicht der Fall war.

Es klopfte und Harry drehte sich der Tür zu. Er sah Ron und Hermine eintreten. Hermine lächelte zaghaft: „Hier bist du also. Komm mit hinunter. Wir wollen anfangen." Harry nickte. „Ich komme gleich. Geht schon mal vor", sagte er. Ron schüttelte den Kopf. „Mum meint, wir sollen nicht ohne dich wiederkommen. Immerhin stehst du schon den ganzen Tag vor dem Fenster und starrst in die Ferne." Hermine nickte zustimmend. „Meint ihr, Voldemort weiß, dass ich hier bin?" Gekonnt ignorierte er das Zusammenzucken seiner Freunde und starrte wieder aus dem Fenster.

„Ich werde mich sobald es geht auf die Suche nach den Horkruxen machen und…" „Nein", unterbrach ihn Hermine. „Das darfst du nicht, noch nicht. Bitte, geh dieses Jahr noch mit zur Schule. Ich bin mir sicher, dass das, was du lernen wirst, dir helfen kann!" Harry blickte auf einen Zeitungsausschnitt, der auf seinem Nachtschränkchen lag. Dumbledores leblose Gestallt nach dem Sturz vom Turm. Wie makaber, ihn so abzulichten, dacht Harry. Während er auf den Artikel starrte, hatte Ron begonnen zu sprechen:

„Typisch Hermine, kann immer nur ans lernen denken." Er setzte nun eine ernstere Miene auf. „Aber ich bin auch der Meinung, dass wir nochmal zur Schule zurückkehren sollten. Hogwarts ist sicher, Harry. Hogwarts wird nie fallen." Doch so sicher schien sich selbst Ron nicht zu sein.

„Hogwarts ist schon gefallen", rief Harry laut. Hermine versuchte ihn zu beruhigen: „Das wird nicht noch einmal passieren. Snape ist geflohen, McGonagall ist nun Schulleiterin und insgesamt wurden die Schutzzauber um das Schloss noch verstärkt. Bitte, Harry, denk zumindest mal darüber nach." Harry nickte, aber er glaubte nicht an seine Rückkehr nach Hogwarts. „Und jetzt runter mit dir, der Rest wartet.", sagte Ron.

Harry ging zu seinen beiden Freunden und gemeinsam stiegen sie die schiefen Treppen des Fuchsbaus hinunter zur Küche. „Harry, mein Lieber, komm' und setzt dich.", rief Mrs. Weasley ihnen entgegen und drückte sie alle auf Stühle in der viel zu kleinen Küche. Harry wurde neben Ginny auf einen knarrenden, alten Sitz gedrängt und blickte sich um. Zu seiner Überraschung saß neben ihm eine Frau, die er zuvor noch nie gesehen hatte.

Er musterte sie, denn irgendetwas schien anders an ihr zu sein. Er wusste nicht, ob es ihr locker hochgestecktes dunkelrotes Haar, ihre feinen Gesichtszüge mit den dunklen Augen, ihre gebräunte Haut oder ihre ehrwürdige, edle Ausstrahlung war. Aber wahrscheinlich war es ein Zusammenspiel aller dieser Nuancen. Sie bemerkte seinen Blick und lächelte.

„Hallo, ich bin Arya." Ihre Stimme klang ruhig und fast so samtig wie ihr nachtblauer Umhang. „Du musst Harry sein." Er nickte und sie fuhr fort: „Ich habe zufällig Remus getroffen und mich einfach selbst eingeladen. Ich hoffe, zu verzeihst mir meine Unverfrorenheit." Lupin, der ihnen gegenüber saß, lachte. „Und selbst wenn nicht, wäre es dir egal, nicht wahr?", sagte er mit einem Unterton, den Harry nicht zu deuten vermochte. Klang er ein wenig feindselig? Harry sah verwirrt von einem zum anderen. „Seid ihre denn keine Freunde?", fragte er.

Lupin schnaubte, worauf Tonks ihm beruhigend eine Hand auf den Arm legte. Arya war nicht so offen. Sie zog nur für einen kurzen Augenblick ihre Augenbrauen hoch, sagte aber nichts. „Remuns, Liebling, beruhige dich.", flüsterte Tonks. Harry sah ein, dass er wohl nicht mehr erfahren würde und wandte sich endlich den Speisen zu.

„Wow", brachte er gerade noch heraus. „Mrs. Weasley, das…das ist einfach unglaublich." Und tatsächlich hatte sich Mrs. Wealsey wieder einmal selbst übertroffen. Auf dem Tisch standen mehrere Kuchen, die dennoch nichts waren im Vergleich zu der Torte, die direkt vor Harry stand. Sie war einem Schnatz nachempfunden und sah diesem gar nicht unähnlich.

Mrs. Weasley platzte fast vor Stolz, als sie Harrys Lob hörte und forderte alle auf, sich zu bedienen. Schon bald hatten alle mindestens ein Stück Kuchen vor sich stehen und die Gespräche flammten wieder auf. Mr. Weasley sprach mit Bill und Percy über die Verhältnisse im Ministerium, Mrs. Weasley unterhielt sich angeregt mit Fleur, Fred und George redeten mit Charly, Tonks und Lupin flüsterten leise miteinander, Hagrid lachte über einen Witz von Ginny und Ron und Hermine versuchten weiterhin Harry zu überreden nach Hogwarts zurückzukehren. Arya saß ruhig da und lauschte den Dreien gespannt.

„Bitte Harry, es ist doch nur ein Jahr.", sagte Hermine gerade, als Arya nicht mehr an sich hielt und sich einmischte. „Genau, was bedeutet schon ein Jahr, wenn der Dunkle Lord dich so schnell wie möglich umbringen möchte.", meinte sie ironisch an Harry gewandt. „Aber Scherz bei Seite. Was nützt es dir, dich jetzt auf die Suche nach ihm zu begeben, wenn du – wenn ihr noch gar nicht in der Lage dazu seid, ihn und seine Gefolgsleute umzubringen?"

„Was geht dich das an, Arya?", fragte Lupin nun. Arya lächelte leicht und beugte sich zu ihm hinüber. Fast nachtschwarze Augen bohrten sich in braune. „Es geht mich sehr wohl etwas an, wenn meine zukünftigen Schüler vorhaben, Helden zu spielen.", zischte sie beinahe. Die Gespräche verstummten jäh und alle sahen Arya und Lupin gespannt an. Dieser schien geschockt zu sein.

„Du…Sie werden uns unterrichten?", fragte Hermine, die als Erste wieder die Sprache gefunden hatte. Arya stand langsam auf. „In Zaubertränke, sofern ihr denn zur Schule kommt.", antwortete sie, immer noch auf Lupin starrend. Dann fügte sie noch hinzu: „Harry, ich sehe, ich bin unerwünscht. Vielen Dank, Mrs. Weasley, Ihr Kuchen war wirklich ausgezeichnet…" Sie blickte auf Harry, Ron und Hermine. „Und was euch drei betrifft und natürlich auch Ginny, würde es mich freuen, wenn ich euch in Hogwarts wieder sähe."

Sie lächelte, wobei die anderen eher erstaunt waren, dass sie ihre Namen kannte. Arya durchquerte elegant die Küche, man hätte meinen können sie schwebe und blieb noch in der Tür stehen. „Auf Wiedersehen.", waren ihre letzten Worte. Dann war sie in der Dunkelheit verschwunden.

Harry sah zu Lupin. „Woher kennst du Arya?", fragte er ihn. Lupin zögerte erst, begann dann aber zu erzählen: „Sie war mit uns auf der Schule, sie war in Slytherin und ein Jahrgang unter uns. Ich kenne sie nicht genauer, aber du weißt ja, wie wir damals waren…Nun, sie war nie mit dem einverstanden, was wir taten und das zeigte sie auch. James und Sirius haben sich oft Kämpfe mit ihr geliefert."

Harry war überrascht. Diese Frau sollte eine Slytherin gewesen sein? Sie war ihm so nett und edel vorgekommen. „Mehr weiß ich nicht von ihr." Harry nickte. Eine Weile feierten sie in der kleinen Küche weiter. Doch irgendwann verabschiedeten sich Lupin und Tonks und auch Hagrid machte sich auf den Weg. Zum Abschied rief er noch: „ Wir sehen uns dann in Hogwarts."

Harry nickte und lächelte. Hermine griff nach seiner Schulter. Ungläubig fragte sie ihn: „War das gerade ein Nicken?" Harry nickte wieder. „Heißt das etwa, dass du mitkommst?", fragte Ron hoffnungsvoll. Harry blickte nach draußen. Es hatte zu Blitzen und zu Donnern begonnen und Regen prasselte gegen die Scheibe. „Ich glaube Arya hatte Recht. Ich brauche noch mehr Kraft um ihn zu besiegen." Ron lächelte Hermine zu. Die Drei stiegen die Treppen hinauf. Hermine legte ihm eine Hand auf seine Schulter. „Du meinst wohl, dass Wir mehr Kraft brauchen!" Harry lächelte. Er kehrte aber nicht nur deshalb zurück. Arya hatte ihn neugierig gemacht, irgendetwas verbarg sie.

Der alte Mann an der Ecke

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Ron und Hermine waren froh, dass Harry mit nach Hogwarts kam. Harry war wiederum froh, dass er Zeit mit Ginny verbringen konnte. Nun, da er sich erst später Voldemort stellen würde, konnten sie noch ein Jahr miteinander verbringen. So sehr sich die Vier auch entspannen konnten, so sehr war Mrs. Weasley damit beschäftigt ihren Ausflug in die Winkelgasse vorzubereiten. Dabei sollte er erst in zwei Wochen stattfinden. Bill und Fleur waren schon wieder abgereist, Charly und Mr. Weasley waren arbeiten, genauso wie die Zwillinge. Und somit vergingen die Tage. Harry, Hermine, Ron und Ginny spielten gerade eine Runde Quidditch. Oder besser gesagt, Harry, Ron und Ginny spielten, denn Hermine flog nicht besonders gut und blieb deshalb lieber am Boden. Doch ihr Spiel wurde abrupt beendet. Mrs. Weasley rief sie. Kingsley Shacklebolt war gekommen um sie in die Winkelgasse zu begleiten.

Der Tropfendekessel hatte sich nicht sonderlich verändert, es waren nur noch weniger Gäste da als sonst. Die Winkelgasse im Vergleich zum letzten Jahr hatte sich zum Schlechten verändert, auch wenn Harry nicht geglaubt hatte, dass dies noch möglich gewesen wäre.

Nun war fast jedes Zweite Geschäft geschlossen worden, nur wenige hatten sich halten können wie zum Beispiel Flourisch & Blotts, Madame Malkins und die Apotheke. Harry hatte Mrs. Weasley überreden können, ihm, Ron und Hermine allein durch die Gasse gehen zu lassen und so zogen sie schließlich in zwei Gruppen los. Mrs. Wealsey mit Ginny und Shacklebolt und Harry, Ron und Hermine. Hermine brauchte neue Zaubertrankzutaten, weshalb wegen die Drei zur Apotheke gingen. Kurz vorher kam ihnen allerdings eine bekannte Person entgegen. Es war Professor Arya.

Sie war aus einem kleinen Geschäft neben der Apotheke getreten und wurde von einem großen Mann mit weißem Haar und langem Bart begleitet. Ein wenig wirkte der Mann wie Dumbledore, aber er sah noch weiser und noch älter aus. Arya lächelte, als sie Harry, Ron und Hermine erkannte. „Ihr schient auch auf einer kleinen Einkaufstur zu sein, wie? Dann hast du dich wohl dazu entschieden, noch ein Jahr mit der lästigen Lernerei abzugeben.", sagte sie zu Harry gewandt. Dieser nickte. „Das stimmt, Arya…", Hermine stieß ihn in die Seite. „Verzeihung…ähm, Professor Arya." Diese lachte leise auf.

„Ich sehe schon, wir werden uns gut verstehen. Aber nun muss ich leider weiter. Macht's gut bis dahin.", damit nickte sie dem Fremden zu und die Beiden gingen zielstrebig Richtung Tropfenden Kessel. Harry hatte so ein komisches Gefühl und plötzlich rannte er los. „Warten sie!", rief er Arya zu. Er spurtete ihr und dem Fremden hinterher, dichtgefolgt von Ron und Hermine. Doch Arya machte keine Anstalten stehen zu bleiben. Erst kurz bevor Harry sie erreicht hatte, wandte sie sich ihm zu und hielt an. Der alte Mann wirkte etwas irritiert, wartete aber auch.

Harry kam schlitternd zum stehen und fragte keuchend: „Warum verstehen sie sich nicht mit Remus?" Das interessierte ihn wirklich, denn er konnte sich nicht vorstellen, welche Differenzen die Beiden gehabt haben könnten. Arya musterte Harry kühl und sagte dann, vielleicht eine Spur zu gelassen: „Ich glaube nicht, dass das von Belang ist, Harry. Außerdem hat er…", sie nannte ihn nicht beim Namen, dennoch wusste Harry, wen sie meinte. „…es dir bestimmt schon erzählt." Damit wandte sie sich erneut ab, aber Harry fixierte nun den Fremden, der bisher schweigend zugesehen hatte. „Und wer sind sie?", fragte Harry ein wenig schroff.

Der Angesprochene lächelte sanft und musterte Harry mit regem Interesse. Doch seine Antwort war nichts sagend: „Das wirst du noch früh genug erfahren, mein Junge." Damit drehte er sich um und schon kurz darauf waren Arya und der Alte verschwunden und Harry drehte sich Ron und Hermine zu. „Harry", fing Hermine sofort an. „Wie kannst du nur so etwas fragen? Denkst du nicht, dass sie es dir sagen würde, wenn sie der Meinung wäre, es ginge dich etwas an?", entrüstete sie sich, woraufhin Ron ihr den Arm um die Schulter legte. Doch Harry hatte so oder so nicht zugehört, er stand da und blickte zu dem kleinen Laden neben der Apotheke.

Nachdenklich murmelte er: „Vielleicht finden wir etwas über den Mann heraus, wenn wir in den Laden gehen, den er vorhin verlassen hat." Ron wirkte erstaunt. „Harry, willst du da jetzt wirklich hinein spazieren und den Verkäufer nach ihm ausfragen?", wollte er wissen. „Warum nicht?", fragte Harry und ging los. Ron und Hermine folgten ihm schweigend, tauschten aber hinter seinem Rücken vielsagende Blicke aus.

Als sie den Laden erreichten, stockte Harry kurz wie um Mut zu sammeln. Dann drückte er die Klinke der Tür hinunter, es quietschte und die Tür schwang geräuschvoll auf. Muffiger Geruch drang ihnen entgegen. Harry konnte gerade noch einen Blick auf das Mobiliar des Geschäfts werfen, als er plötzlich schon wieder auf der Straße stand.

„Was ist los?", fragte Ron. „Keine Ahnung.", erwiderte Harry erstaunt. „Ich, ich bin doch drin gewesen, oder? Ich meine, ich habe den Laden doch betreten und plötzlich stand ich wieder draußen, so als hätte ich die Tür niemals berührt.", stammelte er verwirrt. Hermine schien nachzudenken. „Vielleicht ist der Laden ja geschützt durch eine Barriere oder einen Zauber. Und es können nur Mitglieder oder auserwählte Leute hinein.", überlegte sie voller Eifer. Harry schien verstimmt und Ron sah Hermine bewundernd an. „Na toll", meinte Harry.

„Dann können wir doch jetzt unsere Einkäufe erledigen.", schlug Hermine vor. Ron nickte zustimmend und schon bald hatten sie alles zusammen, was sie brauchten und trafen sich ohne weitere Zwischenfälle wieder mit den anderen im Tropfenden Kessel. Auch in den nächsten Ferienwochen passierte nichts, was hier genauer zu Papier gebracht werden wüsste und so saßen Harry, Ron, Hermine und Ginny in gewohnter Weise am ersten September im Hogwartsexpress, der mit ihnen gen Norden fuhr.

Eine elementare Überraschung

Harry verließ den Zug schweigend, während viele andere lachten und scherzten. Doch Hogwarts war für ihn nicht mehr das, was es einmal gewesen war. Denn es war unwiderruflich zu spüren, dass Dumbledore fehlte, und Harry fühlte sich nicht mehr geborgen. Dichter Nebel stieg ihm entgegen, als er den Bahnsteig entlang ging. Ohne dass er es merkte, folgten Hermine und Ron ihm schweigend. Auch sie waren nicht in bester Stimmung, merkten sie doch, dass ihr Freund Trübsal blies. Nebel waberte umher und erstickte das Licht der Laternen.

Fast hätte Luna sie umgelaufen, doch als sie ihre düsteren Mienen sah, schreckte sie zurück. „Was ist denn mit euch los?" Ron starrte auf die kunterbunt gekleidete Ravenclaw hinunter und lächelte. „Nichts ist los. Wir sehen nur nicht allzu viel." Sie blickte sich um. „Aber Nebel ist doch schön." Harry starrte sie an. „Wieso?" „Weil man sich dann nicht zu verstecken braucht." Hermine nickte verständnislos. „Aha. Kommt lasst uns noch die Kutsche erwischen, ich habe keine Lust zu laufen!"

Harry, Ron, Luna und Hermine setzten sich in eine Kutsche und sie fuhr an. Langsam ging es durch den Wald, der Weg war holperig und voller Steine, doch die Kutsche war gut gepolstert, sodass es nicht weh tat. Schon bald kam das Schloss Hogwarts in Sicht, doch Harry fehlte die beruhigende Ausstrahlung. Außerdem waren nur wenige Fenster erleuchtet, weniger als üblich. „Es wirkt fast unbewohnt.", sagte Hermine. „Was ist hier los?" Ron zuckte mit den Schultern. Langsam stieg der Weg an. Das Tor kam in Sicht und die Kutsche hielt nach einigen Metern vor der langen und steilen Treppe, die hinauf zum Schloss führte. Sie stiegen aus. Auch hier waberte der Nebel umher und verdeckte alles in der Ferne liegende. Harry blickte hinauf zum Vorplatz, die vielen Stufen müsste er noch steigen und er war dort, wo Dumbledore aufgekommen war, als er tot vom Turm gefallen war. Er schluckte und unterdrückte den Würgreiz. Ron bemerkte seine Blicke. „Ein Jahr noch Harry, ein einziges Jahr." Harry verzog den Mund. „Es geht mir nicht um das Jahr, es geht mir um den Ort." Hermine lächelte traurig. „Kommt, gehen wir hinauf. Wir sind die Letzten."

Die große Halle, die Gänge und Flure, die Zimmer, überall lag eine gewisse Nebelschicht am Boden und die Temperatur schien sich abgekühlt zu haben. Die Lampen gaben nicht mehr das Wärme spendende Licht von sich, sie beleuchteten noch nicht einmal gut. Harry ging in die große Halle. Ginny lächelte, als sie Harry sah. Er setzte sich ihr gegenüber. „Wie geht es dir?", fragte sie leise. „Mir ist kalt.", sagte er leise.

„Hey, hey Leute. Ist ziemlich ka…kalt, was? Muss McGonagall Zauberkraft sparen?" Neville stand zitternd vor ihnen und bedachte sie mit einem freundlichen Blick. Er nahm neben Ginny Platz und blickte zum Lehrertisch. Die großen Türen schlossen sich und es wurde leise.

Die Stille schien Harry erdrücken zu wollen, nervös stampfte er mit seinen Füßen auf und ab. Auch hier war das Licht getrübt und nur noch kleine Flammen flackerten in den großen Lüstern an den Wänden, auch alle Kerzen waren verschwunden. Professor McGonagall erhob sich und schritt die lange Tischreihe der Lehrer entlang. Als sie schließlich an das Rednerpult trat, erschrak Harry und Hermine zuckte zusammen.

Minerva McGonagall sah schrecklich aus. Sie ging etwas gebeugt und sah ziemlich geschwächt aus. Sie hatte rote, verquollene Augen und dunkle Augenringe. Ihre Falten schienen sich noch vertieft zu haben und waren größer geworden. Sie trug ein langes schwarzes Kleid, indem sie viel zu mager wirkte und einen grünen Umhang. Sie stand dort vorne am Pult und blickte in die Menge. Ihr Blick blieb an Harry haften, doch sie sagte nichts.

Dieser wendete die Augen von diesem traurigen Anblick ab und lies seinen Blick am Lehrertisch entlang schweifen. Professor Sproute saß aufgequollen in einem dunkel grünen Gewand am Tisch und blickte nachdenklich drein. Flitwick hatte den Kopf auf die Arme gestützt und blickte zu Boden. Harry blickte am großen Stuhl vorbei, hinüber zur anderen Tischseite. Er stockte, schluckte und wurde rot vor Wut und Ärger. Dort, angeregt in ein Gespräch mit Professor Arya vertieft, saß Professor Severus Snape. Er schluckte abermals und blickt hinüber zu Ron, der seinen Blick verfolgt hatte. „Was macht der denn hier?", fragte Harry wutschnaubend. Ron warf Hermine einen warnenden Blick zu. „Was macht dieser Verräter hier?", fragte er laut. Doch bis zu Professor McGonagall schien es nicht gedrungen zu sein. Harry blickte noch einmal zu Arya, sie unterhielt sich immer noch mit ihm und lachte einmal herzlich auf.

Ohne dass er es gemerkt hatte, hatte er seine Serviette so fest zusammen gedrückt, dass sie zerdrückt zu Boden fiel. Nun drehte sich Snape der Halle zu und schaute in Harrys Richtung. Sein Blick blieb auf ihm haften. Er betrachtete ihn mit einer Mischung aus Überlegenheit und Abscheu. Harry kochte vor Zorn. Plötzlich trieb ihn ein Impuls nach oben. Er stand auf. Blicke richteten sich auf ihn und McGonagall sah ihn erstaunt an. Harrys kalter Blick ruhte auf Snape. „Ich werde ihn fertig machen.", zischte er. Er wollte gerade auf den Gang treten, doch da zog Ron ihn wieder zurück. „Lass es Harry, er ist es nicht wert!", sagte Ginny leise. Sie blickte ihn liebevoll an und er besann sich eines Besseren. Als er sich setzte, merkte er wie seine Hand sich von seinem Zauberstab in seiner Innentasche des Umhangs löste. Nur langsam erlosch seine so plötzlich aufgekommene Wut und er entspannte sich.

Professor McGonagall betrachtete noch wenige Augenblicke den Raum, als sie begann. „Liebe Schülerinnen und Schüler, Willkommen zu einem neuen Jahr in Hogwarts. Ich freue mich, dass ihr so zahlreich erschienen seid. Ich habe zwei Neuankündigungen zu machen, einmal Professor Arya, sie wird euch im Fach Zaubertränke unterrichten anstatt des ehrwürdigen Professors Slughorn und Professor Bakner, welcher mein altes Fach Verwandlung übernehmen wird. Willkommen liebe Kollegen.", sie setzte eine kleine Pause ein und bedachte die neuen Kollegen mit einem freundlichen Blick. Arya schaute Harry an, doch dieser erwiderte ihr Lächeln nicht und Professor McGonagall fuhr fort.

„Ihr wisst alle, dass Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf zurückgekehrt ist und versucht die Macht an sich zu reißen. Viele Eltern und besorgte Leute haben mich gefragt, ob Hogwarts denn auch sicher sei. Sie alle wollten sichergehen, dass ich es ihnen versichern konnte. Doch das kann ich nicht, ich kann es nicht, da kein Zauberspruch der Welt für solche Bösartigkeit ausreicht, aber wenn wir alle zusammen halten und an uns und das Gute glauben, dann werden wir auch den stärksten Feind besiegen…Glaubt an euch, so wie es Albus, ich meine Professor Dumbledore immer getan hat und…" Ihre Stimme versagte. Harry meinte Tränen auf ihrem Gesicht zu erkennen, aber schließlich fuhr sie mit fester Stimme fort: „Der Glaube ist die stärkste Waffe, die ihr alle habt.- Noch eine Neuankündigung ist zumachen. Da Professor Albus Dumbledore verstorben ist, werde ich ab dem heutigen Tage diese Schule in seinem Schatten weiter leiten. Ich hoffe, ich kann euch auch nur eine halb so weise, gute und vertrauenswürdige Schulleiterin sein, wie Professor Dumbledore es war. Ich hoffe, ich werde auch nur annähernd so viel Intelligenz aufbringen wie er es tat, bevor er verstarb und…" Minerva McGonagall stockte, ein lautes Räuspern war zu hören. Es kam aus dem vorderen Teil der Halle und hallte in dem ruhigen Raum wieder.

Ein Mann trat aus dem Schatten. Harry glaubte nicht was er dort sah, auch Hermine, Ron und alle anderen in der Halle rissen ihre Augen und Münder weit auf. Wie konnte das nur möglich sein? Wie konnte er hier vor ihnen stehen? Der alte Mann trat auf das Lehrerpult zu. „Minerva, ich halte sie für eine ganz besonders weise Regentin und wenn ich ehrlich sein darf, fühle ich mich lebendiger als je zuvor."

Minerva starrte nach vorne, mit weit aufgerissenen Augen. Sie wagte es nicht, sich umzudrehen. Doch schließlich, als sich der Mann neben sie stellte, da schnellte ihr Blick in seine Richtung. Sie begann zu zittern und brachte keinen Ton heraus. Währenddessen war Snape aufgestanden und betrachtete das Szenario wachsam. Harry konnte den Blick nicht von dem Mann lassen, der nun auf Professor McGonagall zuschritt und vor ihr stehen blieb. Eine Träne lief ihr über die Wange. Der alte Mann wischte ihre Tränen mit seiner Hand aus ihrem Gesicht.

„Die, die weinen, trauern. Doch du sollst heute nicht trauern und Trübsal blasen." Er schaute sie mit einem viel sagendem Blick an und zwinkerte. „Al…Albus?", fragte Minerva leise. Dieser lächelte. „Wie ist das möglich? Das kann nicht wahr sein! Du…ich meine…sie sind tot!" Er lächelte immer noch. „Sehe ich so aus, meine Liebe?", fragte er beherzt. Zum ersten Mal lächelte sie, fast schon ein wenig scheu. Ohne etwas zu sagen, schritt sie vom Pult weg und nahm schweigend Platz. Dumbledores Augen huschten zu Snape hinüber, der immer noch stand ohne sich zu bewegen. Doch als er den Blick des alten Mannes auffing, da setzte er sich stockend auf seinen Platz. Professor Arya legte ihm intuitiv die Hand auf den Arm. Harry hatte in all der Zeit nicht einen Blick auf jemand anderen als Dumbledore geworfen. Er hatte gesehen, wie er getötet worden war, er war bei seiner Beerdigung gewesen und er hatte ihn vom Turm stürzen sehen. Was war passiert, war alles nur ein Traum gewesen?

Aber nun stand Albus Dumbledore quick lebendig vor ihm. Er stellte sich hinter das Pult und lächelte in die Totenstille hinein. Als Dumbledore einige Schüler sah, die sich gegenseitig kniffen oder die sich die Augen rieben, begann er zu schmunzeln. „Ich bin keine Illusion, die in einigen Minuten wieder verfliegt. Ich gebe euch mein Wort! Selbst das undeutlichste Spiegelbild, vermag den Menschen und seine Blindheit zu täuschen und jede noch so unwirkliche Illusion ist in der heutigen Zeit in der Lage, lebendig zu wirken." Er verstummte und lies seinen Blick durch die Halle schweifen. Bei Harry blieb er stehen. „Und auch wenn man denkt, die Realität zu kennen, sollte man auf sein Herz hören und die Hoffnung nicht verzagen lassen." Er zwinkerte Harry zu.

Und als ob Albus Dumbledore aus einem Traum erwacht wäre, breitete er seine Arme aus und fuhr fröhlich glucksend fort: „Gut, da ich wieder da bin, habe ich eine Ankündigung zu machen. Wir haben dieses Schuljahr Besuch bekommen." Schlagartig wurde es noch kälter und der Nebel stieg nun, allen Gesetzen völlig zum Trotz, bis fast hoch zu den Kerzenleuchtern. „Ich kann sie edle Freunde nennen und weise, sehr weise Freunde." Und nun klatschte er in die Hände und rief laut:

„Willkommen in Hogwarts, Lumiel!" Und während sich noch alle fragten, wer diese Lumiel war, glitten die Türen der Großen Halle langsam und bedächtig auf. Noch dichterer Nebel waberte herein. Es war totenstill, doch plötzlich setzte Gesang ein. Eine hohe Frauenstimme sang ein leises und ruhiges Lied. Die großen Türen waren nun vollends offen. Doch keiner kam. Auch Dumbledore schaute etwas irritiert in Richtung Eingang.

Doch nach einigen Momenten erkannte man eine Gestalt aus dem Nebel auftauchen. Sie trug einen langen weißen Umhang und eine große, weite Kapuze. Aus ihr fielen lange, golden schimmernde Haare. Die Frau hielt ihre Hände vor sich verschränkt und ging langsam durch den breiten Gang. Harry erkannte, dass sie die Augen geschlossen hielt. Doch als hätte diese seine Gedanken lesen können, öffnete sie sie blitzschnell. Sie waren tiefblau, voller Weisheit und Hoffnung, mit langen Wimpern und keiner Spur von Alterung. Sie schritt langsam und bedächtig auf Dumbledore zu.

Plötzlich, als sie fast bei ihm war, erhellte gleisendes Licht die Halle, sodass keiner etwas sehen konnte. Ein aufbrausender Wind jagte durch die große Halle und brachte verdorrte Blätter und den Geruch von Wald und Natur mit sich. Harry hielt sich die Hände vor sein Gesicht, das Licht brannte zu stark. Doch nun meinte er, durch das weiße Licht einige dunklere Gestalten zu erkennen, und ehe er sich versah, schritten durch den Gang einige Männer und Frauen. Das Licht schwächte wieder ab. Sie gingen langsam, sie schienen zu schweben.

Die Szenarie war so unwirklich, dass Harry dachte, er träume. Er erkannte, dass die jungen Frauen und Männer alle in vier verschiedenen Farben gekleidet waren: in hellblau, dunkelblau, hellgrün und hellrot. Alle waren in feine Stoffe gehüllt und die Mädchen trugen lange bis zum Boden fallende Kleider, die Männer ein Wams bis zu ihren Knien, von dort abfallend, eine glänzende Hose und Lederne Stiefel. Harry erkannte, dass die Männer ein Messer in einer Scheide mit sich am Gürtel führten. Sie kamen wie ein „V" zusammen, die zuerst erschienene Frau, augenscheinlich Lumiel, schritt vorneweg. In der Mitte liefen noch drei weitere Gestalten, eine Frau und zwei Männer. Sie trugen weiße Kleider und jeder ein kleines Diadem, selbst die beiden Männer.

Sie machten aus ihrem Auftreten keine Vorstellung, so wie Durmstrang oder Beauxbatons es getan hatten, damals zum „triemagischen Turnier". Als die Formation den Gang hinter sich gelassen hatte, teilten sie sich in zwei Gruppen auf, welcher jeder sich an eine andere Wand zurückzog. Währenddessen waren die drei in Weiß und diese Lumiel stehen geblieben und warteten nun darauf, von Dumbledore begrüßt zu werden. Professor Dumbledore schritt auf die Frau in Weiß zu. Er breitete seine Arme zum Gruß aus und verneigte sich leicht. „Lumiel…!", sagte er mit einem noch nie dagewesenen Respekt in der Stimme, dass sich Ron und Harry erstaunt anblickten.

Auch Lumiel verneigte sich dezent und drehte sich leicht zur Seite. Sie deutete auf die drei Schüler in Weiß, doch sie sagte nichts. Die drei verneigten sich tief, da hob das Mädchen unter ihnen plötzlich die Hand und hielt sie zum Himmel empor. Ein grelles, grün angehauchtes Licht trat aus ihr hervor, sodass einige Schüler sich erschreckten. Zuerst geschah nichts, doch dann konnte man Klickgeräusche auf dem kalten Boden hören und schließlich vernahm man ein leises Knurren und nun sah man gewaltige Pranken aus dem Nebel erscheinen.

Ein riesiger brauner Bär trat aus dem weißen Dunst und schritt mit erhobenem Haupt auf sie zum. Er blieb vor dem Mädchen stehen und sie nahm etwas von seinem Rücken und überreichte es Professor Dumbledore. Dieser wickelte das Geschenk aus seiner Hülle und ein langes und breites Schwert zeigte sich. Plötzlich, als er das Schwert in die Hand nahm, zuckten Blitze vom Himmel und Donnerhall erschütterte die Grundfesten des alten Gemäuers.

Die Gäste verneigten sich vor Dumbledore und dem Schwert, er hielt es hoch und der Bär stellte sich auf seine Hinterfüße und brüllte los. Als Dumbledore das Schwert wieder in seine Scheide steckte, war alles wieder vorbei. Er blickte nun die Schülerin an, die ihm dieses prunkvolle Geschenk überreicht hatte und nickte ihr zu. Diese hob abermals die Hand. Es gab einen leisen Knall und der Bär verschwand in einer Nebelwolke und stieg zum Himmel empor, bis er gänzlich nicht mehr zu sehen war.

Die Gäste setzten sich auf die freien Bänke, keiner Sprach ein Wort. Auch die Schüler Hogwarts waren zu beeindruckt um etwas zu sagen. Dumbledore hob einmal seinen Zauberstab und der Nebel verflog, so wie er gekommen war, aus dem Nichts. „Unglaublich, was ein bisschen Nebel doch bewirken kann. Ihr seht so versteinert aus wie Trolle, die in Sonnenschein geraten sind." Er gluckste und stellte sich wieder hinter sein Rednerpult. Dumbledore betrachtete seine Schüler und nun blickte er zu seinem Gastgeschenk, dem Schwert hinüber, welches in ungefähr zwei Meter Höhe in der Luft schwebte und im Licht der Kerzen, die wieder aufgeflackert waren, verführerisch glänzte.

Etwas ernster fuhr er fort: „Ihr habt gerade alle gesehen, welchen Eindruck ein solches Kampfobjekt auf euch machen kann. Unsere Freunde kommen aus einem Land Namens Angband, ein kleines Land, im Vergleich zum Kontinent auf dem es liegt. Dieser Kontinent wird schlichtweg Mittelerde genannt und ist…" Gemurmel trat ein. Einige Schüler schienen zu wissen, was Mittelerde war und wo es lag. Unter ihnen war auch Hermine, die sich aufgeregt nach vorne beugte und mit Pavati sprach. Doch durch ein Zeichen Dumbledores, verstummten sie. Er fuhr fort:

„Dieses Land ist weitaus älter, tückischer und gefährlicher als es selbst unsere Welt ist. Wagt es nicht euch mit unseren Freunden zu duellieren. Ihnen liegt Bosheit und Grausamkeit fern, doch sie duellieren sich in ihrer Welt nicht, um Spaß zu haben oder einen Wettkampf zu gewinnen. Bei ihnen geht es nicht um gewinnen oder verlieren, bei ihnen geht es um nichts weniger als das Leben oder den Tod. Und genau das Letztere erwartet euch, wenn ihr versucht gegen sie anzutreten. Doch ich weiß, ihr werdet die Gabe der Freundschaft erfahren, wenn ihr mit ihnen Zeit verbringt. Sie sprechen eure Sprache und werden auch an eurem Unterricht teilnehmen. Und nun will ich das Wort an meine hochwürdige Kollegin Lumiel weitergeben. Direktorin der Schule für elementare und elbische Zauberei und Königin Angbands und Herrin der großen Grotten."

Er endete und begann zu klatschen. Auf sein Zeichen taten es ihm Harry, Ron, Hermine und alle anderen nach. Lumiel erhob sich, erreichte das Rednerpult und stellte sich, wie Dumbledore es zu tun pflegte, dahinter. Der Saal verstummte und es wurde totenstill und die Elbin begann:

„Liebe Schüler Hogwarts, es ist mir eine Ehre euch kennen zu lernen. Ich bin mir im Klaren darüber, dass dieser Tag euch immer in Erinnerung bleiben wird, nicht zuletzt wegen des Heimkehrens und Wiedersehens eines der größten Direktoren, die diese Schule je sah und je sehen wird. Die Warnung Dumbledores ist ernst zu nehmen, auch wenn Elben nicht dazu im Stande sind, bösartige Gedanken zu spinnen, bitte ich euch nur um eines: meine Schüler denken, sprechen und zaubern anders. Wenn ihr sie einmal nicht versteht, aus welchem Grunde auch immer, fragt ihr sie ein zweites Mal. Meine Schüler werden auf eure Häuser aufgeteilt und werden mit euch lernen. Darauf bin ich sehr stolz und ich danke euch für eure Aufmerksamkeit."

Harry blickte sich langsam um. Jeder schien an ihren Lippen zu hängen, an ihrer samtigen, reinen und klaren Stimme, die so geheimnisvoll und trotzdem so vertraut wirkte. Selbst Draco Malfoy, der auf Harrys Höhe zwei Tische weiter saß, betrachtete sie mit einem verträumten Blick, als Lumiel langsam zu ihrem Platz ging. Auf halber Höhe drehte sie sich noch einmal um und sagte: „Man benötigt nur einen einzigen Funken um in die Dunkelheit Licht zu bringen." Und mit diesen Worten setzte sie sich wieder auf ihren Platz neben Dumbledore. Was Harry und die anderen nicht sahen, war, dass Lumiel Prof. McGonagall einen vielsagenden Blick zu warf.


Und wie hat es euch gefallen??? Falls jemand übringens Fragen zu ANgband oder so hat, die Geschichte ist nämlich eigentlich ziemlich durch geplant, dann soll er einfach fragen!! Okay, also, über Anregungen, etc. würden wir uns freuen! Liebe Grüße, Gondolia :)