Ich danke den lieben Reviewern für euer Kommentar und hoffe, dass noch viele von den Lesern kommentieren. Ich weiß, dass in den Kapiteln bisher nicht soviel passiert ist, aber die Geschichte baut irgendwie langsam auf und ich hoffe, dass sie im weiteren Verlauf noch "spannender" für euch wird. Hier erstmal ein neues Kapitel.


[8] Ready or Not?

Verwirrt schaute Hermine Granger nun Pansy an. „Kinder?" Die fing nun allerdings an zu lachen als sie das Gesicht der jungen Frau ihr gegenüber sah. „Achja, ich hatte ganz vergessen, dass du und die anderen Gryffindors Draco für den Teufel höchstpersönlich gehalten haben." - Hermine wurde rot, biss in ihr Brötchen und murmelte etwas von „... nicht höchstpersönlich...". Kurz darauf hatte sich die lachende Hexe wieder etwas beruhigt. „Draco ist seit einigen Jahren soetwas wie ein... hmm... die Muggel sagen dazu wohl Kinderarzt." - Verwundert hob die Braunhaarige nun eine Augenbraue in die Höhe, ließ ihr Gegenüber aber weiterreden.

„Jedenfalls hat die Leitung von St. Mungos nach Ende des großen Krieges beschlossen, dass die Heiler in den nächsten Jahren etwas weniger Arbeit zu erledigen haben sollten. Schließlich sind viele von ihnen bereits im Krieg getötet worden oder aber haben solch grauenhafte Dinge gesehen, dass sie selbst in Behandlung mussten. Deshalb gab es auch einen kleinen Mangel an Fachpersonal. Die Verwaltung teilte das Krankenhaus in neue Abteilungen auf und deshalb gibt es nun irgendwie ein eigenes kleines Kinderkrankenhaus, welches natürlich trotzdem dauerhaft mit seinem Hauptsitz verbunden ist. Draco hat sich dort beworben und eine Ausbildung abgeschlossen. Allerdings darf man ihn nicht Heiler nennen, er findet, der Titel würde so mädchenhaft klingen, aber du kennst ja vermutlich seinen Stolz noch aus Schulzeiten. Jedenfalls zieht er die Bezeichnung Doktor vor, was irgendwo lächerlich ist, aber als seine Freundin halte ich mich natürlich an seinen Wunsch." Sie grinste.

Hermine hatte still zugehört und starrte jetzt förmlich die Hexe ihr gegenüber an. - „Was?", fragte diese nun. - „Nichts." Langsam löste sie sich aus ihrer Starre. „Ich glaube, ich habe nur nicht erwartet, dass Draco Malfoy jemals soetwas wie ein Heiler, Verzeihung, Doktor sein könnte. Und noch dazu mit Kindern arbeitet." - „Ja, damit hat Draco wohl alle etwas überrascht, aber es passt zu ihm. Er ist ein ziemlich guter Kinderheiler und seine kleinen Patienten mögen ihn." - Nachdenklich kaute Hermine auf ihrem Brötchen. „Kaum vorzustellen irgendwie."

So saßen die beiden Frauen einige Zeit schweigend am Tisch und frühstückten, bevor Pansy überrascht vom Tisch aufsprang: „Mist, schon so spät? Muss auch dringend los, die Arbeit ruft." Eilig verschwand sie im Wohnzimmer, woraufhin Hermine nur mehrmaliges Rascheln aus dem anderen Raum wahrnahm. Als Pansy wieder erschien, hatte sie bereits ihren Mantel an und eine Tasche über der Schulter. „Man weiß ja nie, wo sie einen heute wieder hinschicken." Sie grinste, wurde aber wieder ernst, als sie die braunhaarige Hexe vor sich sitzen sah. „Du kannst ruhig in aller Ruhe zu Ende frühstücken. Wäre übrigens lieb von dir, wenn du die Sachen anschließend wieder in den Kühlschrank stellen würdest und ja, ich weiß, ist seltsam, aber ich habe solch eine Muggelmaschine. Habe in Frankreich schließlich auch einiges dazugelernt." Jetzt lächelte sie wieder. „Also, bis demnächst mal wieder!" Sie drehte sich um, doch kurz bevor sie apparieren konnte, wurde sie von Hermine zurückgehalten: „Pansy!" - „Ja?" - „Danke. Für alles." Dies war ihr voller Ernst, schließlich hatte sie der anderen Hexe viel zu verdanken. - „Gern geschehen, Hermine. Aber ich denke auch, dass du dich vor allem bei Draco bedanken solltest. Er hat dir gestern nämlich wirklich das Leben gerettet, aber das weißt du vermutlich. Seine Adresse ist bei mir im Arbeitszimmer an der Pinnwand, falls du sie brauchen solltest." Und mit einem „plop" war sie verschwunden.

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Wütend knallte Draco seine Tasche auf den Tisch. Warum schaffte es diese Frau in auch nach all den Jahren, die sie sich nicht gesehen hatte, so sehr zu reizen? Er ärgerte sich in diesem Moment ungemein über Hermine Granger und gleichzeitig über sich selbst. Wie hatte er nur so die Fassung verlieren können, normalerweise war er die Coolheit in Person, wie es sich für einen Malfoy eben gehörte. Das war ja vorhin wie in alten Hogwartszeiten gewesen. Einfach zum Verrücktwerden. Durch ein vorsichtiges Klopfen an der Tür wurde er jedoch in seinen Gedanken unterbrochen. „Was gibt es?" blaffte er verärgert.

Eine blonde, junge Frau erschien daraufhin vorsichtig in seinem Zimmer. „Ich störe ja nur ungern, Mr. Malfoy, aber die Patienten warten." Als der Angesprochene jedoch nur abwesend aus dem Fenster schaute, schloss sie vorsichtig die Tür hinter sich und kam mit breitem Grinsen und verführerischem Hüftschwung um den Schreibtisch herum. „Was ist denn los, Herr Doktor? Ganz verärgert heute?" Und schon hatte sie sich auf Dracos Schoß gesetzt. Dieser erwachte daraufhin aus seiner Starre und schob sie sogleich sanft, aber bestimmt von sich. „Lass das, Amy. Das kann ich gerade gar nicht gebrauchen." „Sonst kannst du das in verärgerter Stimmung doch auch gebrauchen.", erwiderte Amy nun, immer noch mit einem verführerischen Grinsen. Als Draco jedoch anfing, die Akten auf seinem Tisch durchzugehen und sie weiter ignorierte, drehte sie sich schmollend um. „Aber sag nicht, dass ich es dir nicht angeboten hätte!" Und schon war sie aus dem Zimmer verschwunden, das allerdings gleichzeitig von Theo betreten wurde.

„Wow, also wenn Amy nicht heiß ist, weiß ich auch nicht." Lachend ließ er sich wieder einmal auf den Stuhl vor Dracos Schreibtisch fallen. Dieser hob nur verwundert eine Augenbraue und widmete sich wieder seinen Unterlagen. „Oh man, deine schlechte Laune ist ja wirklich richtig schlecht, Draco." Lachend schüttelte Theo seinen Kopf und legte die Beine auf den Tisch.

„Was willst du, Theo? Und das hier ist nicht dein Wohnzimmer." Und mit diesen Worten schob Draco Theo Notts Beine wieder von der Tischkante. „Nunja, hab gerade gehört, dass Mr. Malfoy mal wieder einen seiner richtig schlechten Tage inklusive übler Laune haben soll und dachte mir, dass schau ich mir doch persönlich an." Ungläubig schüttelte Draco den Kopf. Das konnte doch nicht Theos Ernst sein, oder? „Oh doch, ist mein Ernst.", erwiderte dieser grinsend auf die Gedanken seines Freundes, „Also, was ist passiert?" „Nichts. Jedenfalls nichts, was dich angehen würde. Und jetzt bitte ich dich auch zu gehen. Meine Patienten brauchen mich." Draco Malfoy war jetzt hinter seinem Schreibtisch aufgestanden und hielt Theo die Tür auf.

„War ja nur eine Frage, Kumpel. Und so als Empfehlung von mir: Amy könnte dich sicher ablenken und so, wie die gerade hier raus kam, würde sie das auch gerne jederzeit machen. Ihre Nummer hast du ja sicherlich." Und mit einem Zwinkern war Theo aus dem Zimmer und um die nächste Ecke verschwunden. Verärgert schüttelte Draco seinen Kopf. Was wollte Theo eigentlich von ihm? Aber in einer Sache hatte er Recht, er brauchte dringend eine Ablenkung von der letzten Zeit.

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Nervös ging Hermine Granger im Arbeitszimmer auf und ab. Immer wieder ging ihre Hand dabei zur Pinnwand, an der ein kleiner gelber Zettel hing, auf dem in großen, schwarzen Buchstaben 'Draco' geschrieben stand. Bevor sie sich in jedoch nehmen konnte, zuckte ihre Hand immer wieder zurück und weiter ging das unruhige Umherlaufen.

Was machte sie ihr eigentlich gerade? Überlegte sie wirklich, sich bei Draco Malfoy für ihr Verhalten zu entschuldigen? Hermine konnte es selbst kaum glauben. Hatte sie nicht schon genug Probleme in ihrem Leben? Wann hatte das angefangen, dass nun auch Malfoy eine Rolle darin spielte? Wenn sie so überlegte, hatte es alles mit ihrer Rückkehr nach London begonnen. Warum war sie nicht einfach in Frankreich geblieben? Wütend schmiss Hermine ihre Schuhe in die Ecke und ließ sich genervt auf das Sofa im Arbeitszimmer fallen. Sie wusste genau, warum sie nicht in Frankreich geblieben war. Dort waren die Erinnerungen noch schlimmer als in London, deshalb war sie zurückgekommen; auch in der Hoffnung, endlich die Erlebnisse der letzten Jahre hinter sich lassen zu können. Gerne wäre sie wider die alte Hermine, doch das war immer einfacher gesagt als getan. Doch heute würde sie damit anfangen! Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf sprang sie enthusiastisch auf, riss sich den Zettel mit Dracos Adresse von der Pinnwand und zog schnell ihre Schuhe an, ehe sie die Tür zu Pansys Wohnung hinter sich zufallen ließ.

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Seit einer Stunde saß Draco nun bereits mit Amy in diesem Restaurant und wenn er ehrlich war, hatte er ihr in der ganzen Zeit nicht einmal richtig zugehört. Sicher, Amy war hübsch und eine aufstrebende, junge Medihexe in St. Mungos, mit ihr würde er sicherlich die richte Partie machen, wie sein Vater früher zu sagen gepflegt hätte, doch etwas störte ihn, er wusste nur nicht was es war.

Mit ihren langen, blonden Haaren, den hellblauen Augen und dem perfekten Körper, fand nicht nur Draco die junge Frau attraktiv; die halbe männliche Belegschaft war hinter ihr her. Doch sie hatte sich Draco ausgesucht und anfangs war dieser ebenso berauscht von ihr und der Aufmerksamkeit, die sie ihm zukommen ließ. Und ja, wenn er ehrlich war, ließ sie ihm oft „Aufmerksamkeit" zuteil werden. Doch heute konnte selbst sie ihn nicht richtig ablenken.

„Was ist los, Draco? Ich habe das Gefühl, dass du mir in den letzten Minuten überhaupt nicht zugehört hast!", fragend und enttäuscht schaute die Blonde ihn an. Und wie Recht sie doch mit ihrer Aussage hatte, nur konnte er ihr das ja schlecht sagen. „Tut mir Leid, Amy. Momentan ist einfach so viel auf der Arbeit los, da bin ich einfach auch jetzt noch abgelenkt." Und während er einen Kellner an den Tisch rief und um die Rechnung bat, spürte er plötzlich Amys Fuß an seinem Bein, der nun immer höher kam. „Amy, was...?" Überrascht blickte der junge Zauberer sein Gegenüber an, die jedoch nur mit einem Grinsen antwortete: „Genieß es doch einfach, Draco. Ich tue jedenfalls, was ich kann, um dich auf andere Gedanken zu bringen."

Verdammt, wer konnte es ihm schon vorwerfen, dass er auch nur ein Mann war und es war ja nicht das erste Mal, dass er mit Amy nach Hause ging. Warum also nicht auch heute? Eine Ablenkung würde ihm wohl wirklich gut tun und Amy hatte schon lange gewusst, wie sie ihn ablenken konnte. Nun machte sich auf seinem Gesicht ein Grinsen breit und gemeinsam apparierten die beiden, nachdem er bezahlt hatte, zu Draco nach Hause.


Freue mich nun über jedes Kommentar. Wie gefällt es euch bisher oder das Kapitel? Schreibt mir doch einfach eure Meinung =)