Disclaimer und Ü/N: Die Charaktere und Handlungsorte gehören SM, die Story gehört eibbil und kann unter anderem hier auf ff net gefunden werden. Dies ist die offizielle deutsche Übersetzung.


Finding the Key

Einleitung


Das langsame, konstante Piepsen war das erste Geräusch, das ich hörte. Ich hielt meine Augen fest geschlossen, als ich versuchte, es einzuordnen. Ohne einen genauen Grund nennen zu können, hatte ich Angst, meine Augen zu öffnen. Ich bewegte mich, spürte ein Ziehen an meiner Hand und die feste Matratze unter mir, und plötzlich wusste ich ohne Zweifel, wo ich war.

Krankenhaus.

Ich holte tief Luft, oder versuchte es zumindest. Es war schmerzhafter, als es hätte sein sollen, und ich begann mich zu fragen, was ich diesmal angestellt hatte. Es fiel mir nicht ein. Langsam begann ich, die verschiedenen Arten von Schmerzen zu analysieren, die mit jeder kleinen Bewegung meine Aufmerksamkeit erregten.

Beine. Brust. Arme. Hände. Rücken. Kopf. Verdammt. Hatte ich noch ein Körperteil, das nicht weh tat?

Nach einem Augenblick beschloss ich, es waren die Zehennägel und die Augenlider. Die waren in Ordnung. Im Großen und Ganzen war das nicht in Ordnung, aber ich konnte vorerst mal damit leben.

Ich begann wieder, meine Erinnerungen zu durchsuchen, was mit mir passiert war. Und wieder kam mir nichts Konkretes in den Sinn. Da waren Bruchstücke, kleine Bilder flackerten auf, die keinen Sinn machten. Es war, als würde man durch geschlossene Gardinen blicken wollen. Man konnte nur Schatten erkennen. Schatten, die überhaupt keinen Sinn machten.

Mit meinen unverletzten Lidern blinzelnd, öffnete ich meine Augen und sah mich in meinem Zimmer um. Eindeutig, es war ein Krankenzimmer. Steril, weiß, langweilig und unbequem. Die wenigen Teile meines Körpers, die ich sehen konnte, ohne mich zu bewegen, waren in Gips gehüllt. Ich seufzte. Plötzlich wurde ich durch eine Bewegung in einer Ecke des Zimmers erschreckt.

„Du bist wach." Eine sanfte, melodische Stimme war zu hören, und ohne einen Grund benennen zu können, war ich plötzlich angespannt. Mein Körper versteifte sich, mein Herzschlag beschleunigte sich. Ich hatte keine Angst, nicht wirklich, aber es war auch keine angenehme Erfahrung. Meine schnellere Atmung verursachte dafür ein bisschen zu viele Schmerzen.

„Ja", antwortete ich sanft und spürte das Ziehen meiner Kopfwunde, als ich meine Augenbrauen vor Verwirrung zusammenzog. Die Stimme kam anscheinend aus der dunkelsten Ecke meines Zimmers, aber ich konnte den Sprecher nicht erkennen. Das nervte mich noch mehr.

„Stimmt etwas nicht?", fragte der junge Mann in meinem Zimmer. Er kam näher an mein Bett heran. Ich schnappte nach Luft. Ich hatte schon viele Fotoausschnitte gesehen, die meine Mitschülerinnen in den Spind geklebt hatten. Männer, die von den Mädchen die ganze Zeit angestarrt wurden. Männer, bei denen sich die Mädchen Luft zufächerten. Ihre Ansicht von männlicher Perfektion.

Der Mann in meinem Zimmer stellte sie alle bei weitem in den Schatten.

Aber unbestreitbare Schönheit oder nicht, es erklärte nicht, wieso er hier war. Oder wer er war.

„Kenne ich dich?", fragte ich schließlich den jungen Mann, als er näher kam. Meine Unbehaglichkeit wegen diesem Fremden war an dem schnelleren Piepsen der Monitore erkennbar.

„Kennst du ...", begann er und zwinkerte, „... Verzeihung?" Seine Augenbrauen waren nun genauso zusammengezogen wie meine, nahm ich an. Verwirrt. Und ich war mir nicht sicher, da er ja ein Fremder für mich war, aber er sah auch so aus, als hätte er Schmerzen.

„Kenne ich dich? Ich meine, arbeitest du hier oder so, bist du deshalb in meinem Zimmer?"

Er blieb stehen und näherte sich mir nicht weiter. Nein, er blieb nicht einfach stehen. Er wurde komplett regungslos. Ich begann, mich zu fragen, welche Drogen sie mir für meine Verletzungen gegeben hatten, wenn ich schon so schlimme Halluzinationen bekam. Menschen bewegten sich nicht so, oder hörten nicht auf, sich so zu bewegen, sollte ich wohl eher sagen.

Der Mann starrte mich weiterhin an. Er starrte und sonst nichts, er zwinkerte nicht einmal.

Und plötzlich war er fort. In der Zeit, die ich brauchte, um selbst zu zwinkern, war die Statue in meinem Zimmer verschwunden. Als ob er nie da gewesen wäre.

Mit einem Seufzen und einer mentalen Notiz, später meinen Arzt zu bitten, mir andere Schmerztabletten zu geben, oder zumindest keine mehr, die Visionen hervorriefen, legte ich meinen Kopf zurück und schloss wieder meine Augen.


Intermezzo – Edward

Der Streit, oder eher die heftige und hitzige Diskussion, ging schon seit Stunden so, seit schmerzhaft klar geworden war, dass Bellas „Sturz über die Treppe" ihr mehr als nur die offensichtlichen Verletzungen zugefügt hatte, obwohl diese selbst schlimm genug waren. Tatsächlich hatte sie keine Erinnerungen mehr an ihre letzten vier Monate außer ihrer Ankunft in Forks. Und dann war sie hier erwacht.

Für unseren Teil, waren Carlisle, Alice und ich in unserer Ecke des Warteraumes geblieben und ließen Charlie und Renée selbst mit einander und mit den Ärzten über Bellas Wohlergehen streiten.

Charlie wollte, dass Bella in ihr vertrautes Zuhause kam. Renée hatte kein solches, also brachte sie vor, dass Bella bei ihr sicherer wäre, wo es keine auf-dem-Eis-schlitternden Vans gab.

Es kostete Charlie eine Menge Körperbeherrschung, aber er hatte Vertrauen in Renée und die Ärzte. Er hatte eingewilligt, sie nach Jacksonville gehen zu lassen, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, und sehr zögerlich zugestimmt, nichts über ihre Zeit in Forks zu erwähnen, wenn sie ihn kontaktierte. Das traf ihn wie ein Faustschlag, man konnte es quer durch den Raum spüren. Ich wusste, welche Distanz sie nach ihrer angespannten Beziehung in den letzten Monaten aufgebaut hatten – und wusste, dass er genauso viel verlor wie er.

Nicht lang, nachdem Renée zurück in Bellas Zimmer gegangen war, um ihr Gesellschaft zu leisten, blickte Charlie in meine Richtung. Ich war vorbereitet, als er den Kopf hob, und wappnete mich für die mörderischen Gedanken, mit denen er mich zuvor konfrontiert hatte – als er mich erstmals im Wartezimmer gesehen hatte. Aber dieser Streit war schon wieder vorüber gegangen, da Carlisle und ich Bellas abrupte Abreise und deren Hintergrund erklärten, genauso wie unsere Anwesenheit hier. Oder zumindest eine Cover Story dieser Gründe.

Jedoch sah ich keine Wut in Charlies Augen, als sie meinen Blick trafen. Kein Zorn in seinen Gedanken. Alles, was ich sah und hörte, war Mitgefühl. Wir saßen beide hier und verloren sie, und es gab nichts, was wir dagegen tun konnten.

Ich sah ihm zu, wie er sich von seinem Stuhl erhob und zu mir trat. Ich stand nicht auf, sondern gewährte ihm den Größenvorteil und die damit einhergehende Beruhigung.

„Ich kenne mein Mädchen, Edward. Sie wird sich da durchboxen und wieder alles wissen. Sie ist eine Kämpferin."

Er erzählte mir nichts, das ich noch nicht wusste, obwohl ich noch ihre Starrsinnigkeit hinzugefügt hätte. Dennoch hörte ich ihm zu.

„Ich will nicht, dass du ihre Genesung gefährdest, indem du sie mit Erinnerungen bedrängst, die sie nicht mehr abrufen kann. Die Ärzte sagen, das wäre schlecht." Der Ausdruck auf seinem Gesicht zeigte deutlich, dass er nicht im Geringsten damit einverstanden war. „Aber wenn die Zeit kommt ... wenn sie Hilfe braucht ... wenn sie fragt ... naja, dann schätze ich, geht's in Ordnung, wenn du es trotzdem versuchst."

Anscheinend hatte er danach den Faden verloren. Seine eigene Trauer über den abermaligen Verlust seiner Tochter beraubte ihn sogar seiner Fähigkeit, vor mir stehen zu bleiben. Er konnte nur seufzen, fuhr sich mit einer Hand durch sein lichter werdendes Haar, und nickte mir einmal zu, bevor er sich umdrehte und davon ging.

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals so viel mit Charlie Swan gemeinsam haben würde wie in diesem Augenblick.


Ü/N: Bella hat also ihr Gedächtnis verloren und weiß nicht mehr, dass sie Edward kennen gelernt und sich in ihn verliebt hat. Wie es wohl weitergeht? Wird ihre Erinnerung zurückkehren? Reviewt!