Broken

Kapitel 36

Ein später Valentinstag


Wieder einen normalen Tagesablauf einzuführen, war schwerer, als Ginny und Draco es sich vorgestellt hatten. Anscheinend hatte sich zwischen ihnen über Nacht alles verändert, obwohl es in Wirklichkeit fast zwei Monate gewesen waren. Einiges war gut, aber das Meiste war nicht gerade förderlich für ihre ohnehin schon angespannte Beziehung gewesen. Etwas so Einfaches, wie Ginny zu küssen, hatte sich für Draco komplett verändert. Er brauchte nicht lange, um festzustellen, dass Ginny nicht mehr die Augen schloss, wenn sie sich küssten. Es war, als würde sie erwarten, dass Draco sich in diesem intimen Augenblick in Potter verwandeln könnte. Draco war auch nicht in der Lage, den Kuss zu vertiefen. Wann immer er das tat, zuckte Ginny zusammen und zog sich zurück. Draco blieb zurück und kam sich wie der größte Idiot in ganz Hogwarts vor.

Es war aber nicht nur so, wenn sie sich küssten. Es gab auch viele kleine Dinge bei Draco und Ginny, die sich verändert hatten. Obwohl Ginny gesagt hatte, es wäre in Ordnung, wenn Draco wieder im selben Bett schlief wie sie, konnte Draco sagen, dass sie noch nicht komplett bereit dafür war, aber Ginny wollte in der Nacht auch nicht alleine sein. Wann auch immer sie schlafen gingen, konnte Draco sie nur halten, wenn sie wach und ihm zugedreht war. Ansonsten begann sie zu zucken und konnte nicht schlafen. Draco wusste, es war, weil er sie berührt hatte, und sie begann, von Potter und dieser Nacht zu träumen. Manchmal kuschelte Ginny sich an Draco, wenn sie schlief, aber das passierte nicht recht oft.

Andere kleine Dinge, wie nicht mehr einfach hinter Ginny auftauchen und sie umarmen oder küssen zu können, ärgerten Draco noch lange nicht so sehr, wie dass er sie nicht mehr Ginny nennen konnte. Zuerst hatte Ginny versucht, so zu tun, als würde es sie nicht stören, aber Draco konnte sagen, dass wann immer er ihren Namen aussprach, sie an Potter dachte. Aber dieses Problem hatte sie anscheinend bei niemandem sonst. Pansy, Blaise und die Zwillinge konnten sie ohne Probleme "Ginny" nennen. Und sie "Gin" zu nennen, funktionierte auch nicht. Also nannte er sie nun Ginevra, denn das war die einzige Bezeichnung, wie Potter sie nicht genannt hatte, und dies machte Ginny anscheinend auch nicht so viel aus. Obwohl Draco der Name gefiel, hasste er den Gedanken, dass sie immer an Potter dachte, wenn er sie anders nannte.

Trotz all dieser Veränderungen war Draco froh, dass er Ginny zurück hatte. Sie war sein, und nichts, das irgendjemand sagen oder tun könnte, würde dies je ändern. Obwohl Draco Ginny nicht länger halten konnte, wenn sie schlief, mochte er es, wenn er sich umdrehte und ein zufriedenes Lächeln auf ihrem Gesicht sah. Sie träumte jetzt immer seltener von Potter.


"Seid ihr alle bereit, euch anzusehen, was wir uns für unseren lieben Freund Harry ausgedacht haben?", fragte Fred, als er eine kleine Kiste aus Holz vor Pansy, Blaise, Draco und Ginny abstellte.

"Ja", sagten sie alle zusammen.

Fred und George hatten sich darüber unterhalten, was sie sich für die nächste Woche ausgedacht hatten. Alle waren gespannt darauf, ihre neuen Erfindungen zu sehen.

"Wir haben beschlossen, sie von unserer lieben Mummy und unserem Daddy aus zu senden, damit sie keinen Verdacht schöpfen", erklärte George.

"Das bedeutet leider, dass wir nicht allzu kreativ sein konnten", sagte Fred mit einem übertriebenen Seufzen.

"Fred nicht, aber ich habe mir ein paar brilliante Sachen hierfür ausgedacht", antwortete George grinsend.

"Können wir alles kurz ansehen, bitte?", sagte Ginny und verdrehte die Augen.

"Schön, entspannt euch", sagten Fred und George zusammen.

"Also, Mum und Dad schicken immer Süßigkeiten und solch einen Scheiß, also haben wir hier einen Sirup-Fudge", begann George.

"Wie bedrohlich", sagte Blaise, hob eine Augenbraue hoch und betrachtete die Süßigkeit.

"Wenn du uns bitte aussprechen lassen würdest", sagte Fred.

"Also, er sieht gut aus und schmeckt auch gut", begann George.

"Aber nach etwa fünf Minuten bekommt unser lieber Freund schreckliche Blasen und Geschwüre", fügte Fred hinzu.

"Welche wochenlang nicht vergehen werden", beendeten sie.

"Brilliant!", sagte Blaise enthusiastisch, während er den Fudge näher untersuchte.

"Aber wartet ... da ist noch mehr!", sagten die Zwillinge und gruben sich tiefer in die Kiste vor. Sie griffen hinein und zogen etwas heraus, das aussah, wie in Plastik gehüllte Cookies.

"Cookies?", fragte Ginny.

"Ja, Mums unglaubliche, selbst gemachte Cookies", sagte Fred mit sehnsüchtigem Tonfall.

"Aber mit einem 'Weasleys Zauberhafte Zauberscherze' Extrabonus", sagte George mit einem Zwinkern.

"Sie sehen genauso aus wie Mums Cookies. Sie sind sogar auf die gleiche Art und Weise verpackt", sagte Ginny und rutschte näher.

"Ich weiß!", rief George.

"Ist das nicht brilliant?", fügte Fred hinzu.

"Und was ist nun das Besondere daran?", fragte Pansy.

Die Zwillinge sahen sich kurz an. "Sie verursachen einen temporären Gedächtnisverlust", sagten sie lächelnd.

"Gedächtnisverlust?" Ginny zog eine Augenbraue hoch.

"Jepp!" Fred lächelte.

"Das könnt ihr nicht tun", sagte Ginny und verschränkte die Arme vor der Brust.

"Warum nicht?", fragte Blaise.

"Ja, warum nicht?" Die Zwillinge zogen einen Schmollmund.

"Weil wenn er sich an nichts mehr erinnern kann, wäre es nicht fair, ihm etwas heimzuzahlen", sagte Ginny rational.

"Oh. Naja, es ist ja nichts Extremes", begann George zu erklären.

"Er wird nicht alles vergessen", fuhr Fred fort.

"Nur so Sachen wie ...", begann George.

"Was er gerade tun wollte", fuhr Fred fort.

"Wohin er gehen wollte", fügte George hinzu.

"Mit wem er unterwegs ist", sagte Fred.

"Oder wer er ist", sagten sie gemeinsam.

"Fred, George ...", sagte Ginny in warnendem Tonfall.

"Nur ein Scherz." Sie grinsten.

"Was habt ihr noch?", meinte Draco.

Fred griff in die Kiste und zog etwas heraus, das wie eine normale Kakao-Mischung aussah.

"Was ist das?", fragte Ginny und zog ihre Augenbraue hoch.

"Köstliche, heiße Schokolade", sagte Fred lächelnd.

"Mit ein paar ekligen Nebeneffekten", grinste George.

"Natürlich", sagte Ginny und verdrehte die Augen.

"Was kann es denn?", fragte Draco verwirrt.

Die Zwillinge warfen einander einen Blick zu. "Explodierenden Durchfall." Sie grinsten böse.

"Das ist ekelhaft!", rief Pansy.

"Es ist brilliant!" Die Zwillinge taten verletzt.

"Ist das alles?", fragte Ginny, obwohl sie die Antwort darauf bereits kannte.

"Fast, liebste Schwester", sagte Fred und tätschelte ihr den Kopf.

"Runter von mir!", sagte Ginny verspielt und rutschte näher zu Draco, der beschützerisch seinen Arm um ihre Schultern legte.

"Das Letzte hier ist unser Favorit!", sagte George zwinkernd.

"Oje", lächelte Ginny.

"So schlimm ist es auch wieder nicht!", sagte Fred defensiv.

George sah Fred mit einer hochgezogenen Augenbraue an. "Nicht so schlimm? Meinst du damit, du würdest sie essen?"

"Natürlich nicht!"

Georges Augenbrauen kamen seinem Haaransatz noch ein Stück näher.

"Aber es ist doch nicht so, als würde es ihn umbringen!", meinte Fred logisch.

"Ich glaube, der Tod wäre besser", sagte George traurig.

"Was ist es denn?", fragte Ginny und wurde langsam ungeduldig.

"Oh! Richtig." George griff in die Kiste und zog eine kleine Schachtel mit Himbeertörtchen hervor.

"Törtchen?", fragte Ginny.

"Was stimmt denn nicht mit ihnen?", fragte Blaise fröhlich.

Fred lächelte böse. "Sie verursachen Impotenz."

"Dauerhafte Impotenz", stellte George klar.

"Außer wir beschließen, ihm den Gegentrank zu geben", wies Fred sie darauf hin.

"Was wir aber nicht tun werden", grinste George.

"Ihr Kerle seid verrückt", sagte Draco grinsend.

"Ich stimme George zu", sagte Blaise mit großen Augen. Alle sahen ihn neugierig an. "Der Tod wäre wirklich besser." Pansy schlug Blaise auf den Arm.


Blaise ging hinaus auf die Ländereien und in Richtung des Sees. Er zog seinen Mantel enger um sich und lief steif in Richtung der großen Eiche. Er konnte nicht verstehen, warum Draco sich hier heraußen mit ihm treffen wollte, wenn es doch im Schloss viele wärmere Optionen gab. Es dauerte nicht lang, bevor Blaise Dracos große, gegen den Baum gelehnte Gestalt erblickte.

"Hey!", rief Blaise und legte die restliche Entfernung laufend zurück.

Draco wirbelte herum und sah, wie Blaise zu ihm gerannt kam. Er wechselte die Position und steckte seine Hände, an denen er lederne Handschuhe trug, in seine Taschen. Er tappte ungeduldig mit dem Fuß herum und warf Blaise einen Blick zu, der sagte, er solle sich beeilen.

"Endlich." Draco verdrehte die Augen, sobald Blaise bei ihm angekommen war.

"Warum wolltest du dich hier mit mir treffen? Es ist eiskalt!", sagte Blaise, der sich auf die Hände hauchte.

Draco bemerkte, dass Blaise keine Handschuhe trug. Er seufzte und zog ein zweites Paar lederner Handschuhe hervor. "Ich muss mit dir sprechen", sagte er und reichte Blaise die Handschuhe.

"Ohne Scheiß", sagte Blaise nickend und nahm die Handschuhe entgegen. "Worum geht es hier, Draco?", fragte er und hob eine Augenbraue hoch, während er sich die Handschuhe überzog.

"Es geht um Ginevra", sagte Draco. Obwohl er sie vor allen Anderen Ginny nennen konnte, fiel es ihm leichter, einfach Ginevra zu sagen, damit es ihm nicht einmal herausrutschte.

"Was ist mit ihr?", fragte Blaise verwirrt.

"Tja ..." Draco begann, um den See zu spazieren. "Ich mache mir Sorgen um sie", sagte er schließlich.

"Warum?"

"Anscheinend geht es ihr überhaupt nicht mehr besser. Wenn überhaupt, dann glaube ich, ist es schlechter geworden." Draco kam sich sehr komisch dabei vor, Blaise dies zu erzählen, aber er wusste, dass Blaise ihm sicher einige Ideen geben könnte.

"Hmmm", war alles, das Blaise sagte.

"Und?"

"Und was?"

"Irgendwelche Ideen? Hast du irgendwas dazu zu sagen?" Draco wurde wieder ungeduldig.

"Draco, Ginny hat gerade erst etwas Schreckliches durchgemacht", begann Blaise vorsichtig.

"Ich weiß, und ich wünschte, sie würde uns Potter Stück für Stück auseinander nehmen lassen", sagte Draco durch zusammengebissene Zähne.

"Nein, nicht nur Potter", sagte Blaise. Draco sah ihn mit einer erhobenen Augenbraue an.

Blaise verdrehte die Augen. "Du auch, Kumpel. Denk darüber nach. Wegen dem, was du gesagt hast, hast du sie durch die Hölle gejagt. Du hast sie glauben lassen, dass du sie hasst, was schon schlimm genug war, aber dann gehst du los, um sie zu retten. Sie ist wirklich verwirrt, Kumpel", sagte Blaise.

"Aber wir haben doch darüber gesprochen."

"Glaubst du wirklich, dass ihr euch alles gesagt habt, das es zu sagen gab?"

"Ja."

"Habt ihr alles geklärt?"

"Was meinst du mit alles? Ich habe ihr meine Gründe gesagt und warum ich in dieser Nacht zu ihr gekommen war."

"Habt ihr zwei euch über eure Gefühle für einander unterhalten?", fragte Blaise mit einem spitzen Blick. Er konnte nicht glauben, dass er diese Unterhaltung ausgerechnet mit Draco Malfoy führte!

"Äh ..." Draco dachte eine Minute lang nach. Er wusste, dass er ihr gesagt hatte, dass es die Hölle für ihn war, ohne sie zu sein, aber war es das? Hatte er nicht gesagt, warum es so schlimm für ihn gewesen war? Nein, hatte er nicht. Verdammt.

"Sprich mit ihr. Mach ihr klar, dass sie weiß, was sie dir bedeutet. Mach es zu etwas Besonderem", sagte Blaise, der noch immer nicht glauben konnte, dass er diese kitschigen Worte ausgesprochen hatte.

"Ich will sie nicht bedrängen, nach allem, das passiert ist", gab Draco zu.

"Dann eben nicht. Es gibt nur einen Weg, wie du einer Frau sagen kannst, was sie für dich empfindet, ohne dass sie sich überrumpelt oder besorgt vorkommen."

"Okay", seufzte Draco. Er hatte schon eine Idee, was er tun konnte.

"Gut. Sind wir jetzt fertig? Dieser ganze Weiberkram macht mich krank." Blaise machte neben Draco würgende Geräusche.

"Ja, ja, sind wir. Jetzt kann ich dich in einem Spiel Mann gegen Mann fertig machen", grinste Draco. Blaise hatte gar nicht gemerkt, dass Draco mit ihm zum Quidditch Feld gegangen war.

"Oh verdammt."


Draco wartete außerhalb des Raumes der Wünsche auf Ginny. Eine Woche war vergangen, seit er mit Blaise gesprochen und beschlossen hatte, seinen Ratschlag zu befolgen. Draco musste Ginny zeigen, was sie ihm bedeutete. Es war ihm nur so fremd, so un-Malfoyisch. Draco hörte Schritte am anderen Ende des Ganges und er sah, wie Pansy und Blaise Ginny zu ihm führten, die eine Augenbinde trug. Draco verdrehte die Augen. Sie trieben das Ganze ein wenig zu weit. Als sie näher kamen, öffnete Draco die Tür und führte sie hinein. Pansy und Blaise setzten Ginny an den Tisch und gingen ohne ein weiteres Wort.

"Das ist nicht witzig, Draco", schmollte Ginny.

"Ich weiß. Aber ich habe ihnen nicht gesagt, sie sollten dir die Augen verbinden", sagte Draco, als er ihr sanft das Tuch abnahm.

Ginny blickte sich im Zimmer um. Es sah absolut umwerfend aus. Die Wände waren in einem schönen Smaragdgrün und der Boden bestand aus schwarzem Marmor. Sie saß an einem langen Esstisch mit hohen Stühlen und einem köstlich aussehenden Abendessen vor ihr. Es gab auch eine Couch, einen Zweisitzer, einen Kamin und ein riesengroßes Bett in diesem Zimmer.

"Das hatte ich nicht bestellt", sagte Draco, nachdem er gesehen hatte, dass sie zum Bett blickte.

Ginny lachte. "Aber sicher."

Draco setzte sich Ginny gegenüber hin und nahm ihre Hand. Er konnte nicht glauben, dass er das alles für sie getan hatte. Malfoys waren für viele Dinge berüchtigt, aber Gastfreundschaft gehörte nicht dazu.

"Das sieht alles wunderschön aus", seufzte Ginny. "Warum hast du das alles getan?", fragte sie neugierig.

Draco ließ Ginnys Hand los und servierte ihr das Essen. "Betrachte es als unseren gemeinsamen Valentinstag", sagte er und zuckte die Achseln.

"Danke. Ich brauche sowieso etwas Zeit."

Das Pärchen wurde still und aß. Das essen schmeckte genauso köstlich, wie es roch, und im Nu waren ihre Teller leer. Draco führte Ginny zu dem Zweisitzer vor dem Kamin und sie lehnte sich an seine Brust.

"Draco?", hauchte Ginny.

"Mmm?"

"Warum hast du das alles wirklich gemacht?", fragte Ginny. Sie kannte Draco gut genug, um zu wissen, dass er so etwas nicht einfach nur machte, weil sie keinen gemeinsamen Valentinstag erlebt hatten.

Draco seufzte. "Ich habe mir Sorgen um dich gemacht", sagte er ehrlich.

Ginny zog sich von Draco zurück und sah ihn neugierig an.

"Die Dinge haben sich alle in letzter Zeit ein wenig verändert, Ginevra. Ich verstehe warum, aber ich wollte bloß ein Wochenende, an dem du alles vergessen kannst, das kürzlich passiert ist." Draco seufzte wieder. Er wollte nicht, dass Ginny seine Absichten falsch verstand.

"Ich weiß, es war in letzter Zeit schwierig mit mir", sagte Ginny und mied seinen Blick.

"Stimmt nicht."

"Oh doch. Du kannst mich nicht einmal Ginny nennen. Wir küssen und kuscheln nicht wie sonst immer. Es tut mir Leid. Ich will, dass alles wieder normal ist, und ich dachte, das könnte ich auch, aber es ist schwerer, als ich dachte", sagte Ginny. Stille Tränen rollten über ihre Wangen.

"Ginevra, sieh mich an", sagte Draco mit mehr Kraft, als notwendig gewesen wäre.

Ginny sah ihn mit feuchten, ängstlichen Augen an.

"Ich habe dir gesagt, du bist mir die Wartezeit wert. Ich habe nicht gelogen. Ich weiß, dass es dauern wird, und ich werde mich für diese Zeit zurückziehen. Ich habe nur versucht, dir beim Entspannen zu helfen, wenn auch nur für einen Tag", sagte Draco ehrlich.

Er wischte ihre Tränen weg und blickte ihr tief in die tränennassen Augen. Draco öffnete den Mund, um wieder zu sprechen, aber überlegte es sich dann anders. Stattdessen neigte er langsam den Kopf und legte seine Lippen in einem sanften Kuss auf Ginnys Mund.

Ginny hob langsam ihre Arme hoch und legte sie um Dracos Nacken. Sie begann, mit seinem Haar zu spielen, und spürte etwas, das sie schon sehr lange nicht mehr gespürt hatte. Sie hatte das Bedürfnis nach körperlichem Kontakt. Ginny begann, den Kuss zu vertiefen, und war geschockt, als Draco ihn beendete.

"Was tust du, Ginevra?", fragte er ehrlich neugierig.

"Etwas, das ich schon seit langer Zeit tun sollte", sagte Ginny und küsste ihn wieder.

Diesmal vertiefte Draco den Kuss. Er schlang seine Arme um Ginnys Hüften und zog sie näher an ihn heran. Ginny verlagerte sich selbst, sodass sie auf seinem Schoß saß. Sie spürte, wie sich sein Griff um ihre Hüften verstärkte und er zögerlich den Kuss unterbrach.

"Tut mir Leid", sagte Draco und sah einen Moment lang besorgt aus.

"Nicht", sagte Ginny und stand von ihm auf. Sie richtete sich auf und ging davon.

Draco saß einen Moment lang da und verfluchte sich im Stillen, weil er sie bedrängt hatte. Er hatte genau das getan, das er vermeiden wollte.

"Kommst du?", hörte er Ginny rufen.

Draco drehte den Kopf und sah, dass Ginny nicht das Zimmer verlassen hatte. Sie wartete nicht einmal bei der Tür auf ihm. Ginny saß auf dem Bett.

"Was tust du?", fragte er wieder.

Ginny zuckte die Schultern. "Ich dachte, das Bett wäre bequemer", sagte sie mit einem Lächeln.

Draco stand langsam auf und ging hinüber zum Bett, ohne seinen Blick von ihr abzuwenden. Er blieb am Fußende des Bettes stehen und lehnte sich näher zu Ginny.

"Wir müssen gar nichts tun", sagte Draco, um sicher zu gehen, dass sie wusste, dass er sie nicht bedrängen wollte.

"Ich tue nichts, das ich nicht tun will", sagte Ginny.

Sie schnappte Draco an seinem Hemdkragen und zog ihn herab zu ihr. Seine Lippen krachten auf ihre. Ginny ließ sich langsam zurückfallen und zog Draco auf dem Weg nach unten über sich. Bald lag Ginny auf dem Bett und Draco befand sich direkt über ihr und küsste sie hitzig.

Ginny fühlte sich immer wohler und mutiger mit jedem Kuss, den Draco ihr gab. Sie begann, ihm das Hemd auszuziehen und stöhnte beinah aus Protest, als Draco sie aufhielt.

"Was tust du?", fragte er wieder.

Ginny verdrehte die Augen. "Du musst aufhören, mich immer das zu fragen", sagte sie, als sie wieder an seinem Hemd zog.

Sie warf Draco einen Blick zu, der ihm sagte, dass sie wusste, was sie hier tat, und er ließ es zu, dass sie ihm das Hemd komplett auszog. Ginny begann, Küsse auf Dracos Hals und seinem Schlüsselbein zu verteilen, und sie grinste, als sie ihn aufstöhnen hörte. Als Dracos Lippen auf ihr eigenes Schlüsselbein trafen, flatterten Ginnys Lider und sie hörte, wie ihr eigenes Stöhnen ihren Lippen entkam. Er war so liebevoll und sanft, er kümmerte sich um sie, er war nicht Harry. Ginny zog sich zurück und sah ihm in die Augen. Das war Draco, ihr Draco.

Das war richtig.

Ginny zog an Dracos Hose und er sah sie mit großen Augen an. Ginny nickte.

"Ich will."

"Bist du dir sicher?", fragte er und blickte ihr tief in ihre zimtfarbenen Augen.

"Ich bin bereit." Sie nickte.

"Wir müssen nicht.

"Ich will aber", sagte Ginny bestätigend.

"Ich glaube nicht, dass du das solltest. Ich will nicht, dass du es dann bereust", sagte Draco, obwohl er wusste, dass er den Augenblick ruinierte.

"Nein. Ich muss wissen, dass es nicht so sein muss wie mit Harry", begann Ginny. Dracos Augen verengten sich. "Je länger ich warte, desto eher glaube ich, dass es immer so sein muss. Bitte, Draco", sagte Ginny und küsste wieder sein Schlüsselbein. "Zeig es mir", flüsterte sie.

Draco nickte und begann, langsame, federleichte Küsse auf ihrem Hals zu verteilen. Er bewegte sich ihren Hals hinab zu ihrem Schlüsselbein und bald darauf zog sich Ginny ihre eigene Bluse aus. Draco verteilte leichte Küsse auf ihrer Brust und bewegte sich weiter zu ihrem Bauch. Ginny stöhnte mit jedem Kuss und jeder Berührung seiner Zunge. Er kam zu ihrem Gürtel und sah sie wieder an, um sicher zu gehen. Ginny nickte und langsam öffnete er ihre Jeans und zog sie ihr die Beine hinab. Er küsste sich ihre Waden und Oberschenkel entlang hoch zu ihrem Bauch. Draco fand wieder Ginnys Lippen und fing sie wieder in einem heißen Kuss ein. Ginny kratzte mit ihren Nägel über Dracos Brust und seinen strammen Bauch, bevor sie begann, seine eigene Hose aufzuknöpfen. Sie zog sie ihm über die Beine hinab und Draco kickte sie zur Seite, ohne den Kuss zu unterbrechen.

In kürzester Zeit waren sowohl Draco, als auch Ginny nackt und starrten einander mit verdunkelten und mit Leidenschaft gefüllten Blicken an. Ginny bewegte ihre Beine, damit sie links und rechts von Draco lagen, und zog ihn für einen weiteren Kuss näher. Draco positionierte sich direkt vor ihrem Eingang und sah ihr einen Augenblick lang tief in die Augen.

"Sag mir einfach, wenn ich aufhören soll", sagte Draco und küsste ihren Hals.

Ginny nickte und zog ihn näher, sodass sie ihm schweigend mitteilen konnte, dass sie bereit war. Draco drang langsam in sie ein. Er war so sanft, wie es ihm möglich war. Draco sah Schmerz auf Ginnys Gesicht. Er sah ihr in die Augen und schob sich weiter in sie. Als er ganz vorgedrungen war, hielt er einen Moment inne, damit sie sich an seine Größe gewöhnen konnte.

"Bist du okay?", fragte er und küsste sanft ihre Stirn.

"Ja", hauchte Ginny.

Einen Moment später bewegte Ginny ihre Hüften und Draco begann, sich langsam herauszuziehen. Ohne seinen Blick von Ginnys Augen abzuwenden, stieß er wieder sanft in sie vor. Draco behielt ein langsames Tempo bei. Er wurde nicht schneller oder härter, wenn Ginny es ihm nicht sagte.

Ginny stöhnte mit jedem Stoß lauter. Es war so anders als das, das sie mit Harry erlebt hatte. Harry war hart und schnell vorgegangen, Draco war sanft und langsam. Ginny hob gleichzeitig mit Dracos Stößen ihre Hüften an und begann, seinen Namen zu stöhnen. Bald war sie komplett in diesem Augenblick verloren. Alles brach davon, es gab nur mehr sie und Draco. Ginny kam eine Sekunde vor Draco zum Höhepunkt und sie hauchte seinen Namen, während sie ihre Nägel in seinem Rücken vergrub.

Draco brach auf Ginny zusammen und verteilte sanfte Küsse auf ihrer Brust. Langsam kletterte er von ihr herunter und zog die Decke hoch. Ginny kletterte darunter, kuschelte sich an Draco und seufzte zufrieden. Keiner von ihnen sprach, denn es war nicht notwendig. Sie wussten beide, was der Andere dachte, ohne dass ein Wort gesagt wurde.

Ginny schlief friedvoll in Dracos Armen ein. Draco sah ihr zu, wie ihre Brust sich mit ihren Atemzügen hob und senkte. Er konnte nicht glauben, dass der Engel in seinen Armen wirklich zu ihm gehörte.

"Ich liebe dich", flüsterte Draco zu dem schlafenden Rotschopf, bevor er selbst in den Schlaf driftete.