A/N: Inspiriert von etwas, was Jewel Staite getwittert hat.

Das Kind

Sie wollten nicht um jeden Preis ein Kind. Entweder würde es klappen, oder es würde nicht klappen. Mehr hatten sie nie besprochen. Einmal – wirklich nur ein einziges Mal – sprach Jennifer Rodney darauf an, dass er sehr oft radioaktiver Strahlung ausgesetzt gewesen war. Er hörte ihr nicht richtig zu, nickte nur dann und wann. Sobald die Worte „Mutationen", „Fruchtbarkeit" und „Du" in einem Satz vorkamen, wollte er gar nicht richtig zuhören.

Sie haben nicht wieder darüber gesprochen. Irgendwann wurde Jennifer schwanger. Rodney war überrascht. Jennifer auch.

Natürlich war er bei der Geburt dabei. Als das Kind zu Welt kam, starrte er es mit einer Mischung aus Unglaube und Entsetzen an. Er konnte den Anblick des Kindes nicht ertragen und wandte seinen Blick zur Hebamme, die ihn voller Mitleid anguckte. Ohne ein Wort verließ er das Krankenhaus und haderte mit sich und der Welt. Die ganze Nacht strich er ziellos umher. Am Morgen trugen ihn seine Füße wieder zurück zum Krankenhaus.

Am Krankenhauskiosk kaufte er einen völlig überteuerten Strauß Blumen. Sie waren nicht besonders schön und nicht besonders frisch, aber es ging um die Geste.

Jennifer war die Frau, mit der er sein Leben verbringen wollte. Er konnte sie jetzt nicht allein lassen. Der Stationsarzt wollte ihn erst nicht zu seiner Lebensgefährtin lassen, weil er das Schlimmste befürchtete. Dann aber erkannte der Arzt, dass von dieser müden und traurigen Gestalt vor ihm keine Gefahr ausging.

Rodney schwor Jennifer, dem Kind ein guter Vater zu sein. Sie zweifelte nicht an seinen Worten.

Einige Monate später brachte Rodney sein Kind ins Bett. Er stupste das Mobile an, welches über dem Bettchen hing und die Planeten des Sonnensystems zeigte. Er hatte es selbst gebaut. Das Kind gluckste vergnügt und Rodney war glücklich. In diesem Moment wurde ihm klar, dass er sich irgendwann an den Anblick seines Kindes gewöhnen würde – auch wenn es Ronon wie aus dem Gesicht geschnitten war.