Kapitel 12

Dieser Tag würde in die Geschichtsbücher eingehen.

Drei Leute, die eine ganze Armee in die Luft geschlagen hatten. Sowas hatte es sicherlich noch nicht gegeben.

Sin fiel seinem Vater freudestrahlend um den Hals, für ihn war es nur wichtig, dass er endlich wieder mit ihm vereint war.

Auch Sol war erleichtert, dass sie nochmal mit einem blauen Auge davongekommen waren. Er musste sich eingestehen, dass er ein paar Bedenken diesbezüglich hatte

Aber wie hieß es so schön: Ende gut alles gut.

Diese Typen würden es sich sicher zweimal überlegen, ob sie noch einmal versuchen sollten, in diesem Land einzufallen und es würde auch bedeuten, dass die Leute wieder ihre Heimat zurückkehren konnten.

Sol sah der Zukunft dieses Landes positiv entgegen, besonders, wenn Ky wieder die Zügel in die Hand nahm.

Sin hatte sich derweil wieder von Ky gelöst und führte ihn zu Sol.

„Hey Pa, du hast das wichtigste vergessen!" sagte er zu ihm.

„Und was soll das sein?"

Er war überfragt, was Sin damit andeuten wollte.

„Du hast Dad gerettet, aber für ein richtiges Happy End musst ihn noch küssen!"

„Was?"

Das konnte der Zwerg doch nicht ernst meinen, oder?

Was natürlich auch die Frage aufwarf, wo er das schon wieder aufgeschnappt hatte.

„Sag mal Sin, wo hast du denn das wieder gehört?" fragte und versuchte so gut es ging das rotwerden in seinem Gesicht zu vertuschen.

„Die nette Dame aus dem Restaurant hat mir das gesagt."

Die nette Dame aus dem Restaurant? Ky hatte ein ganz schlechtes Gefühl dabei.

„Sag mal Sol, damit meint er doch nicht etwa Jam, oder?"

„Ich fürchte doch...Verdammt ich hatte gehofft, dass sie wenigstens vor einem Kind halt macht. Aber wie es aussieht, habe ich mich getäuscht..."

„Was ist jetzt?" quängelte Sin, „Oder habt ihr euch gar nicht mehr lieb?"

Das sah gar nicht gut aus, sie mussten das jetzt hinter sich bringen, wollten sie Sin nicht in dem Glauben lassen, dass sie sich nicht mehr mochten.

„Jam wird es bereuen, wenn ich sie das nächste mal in die Finger kriege..." knurrte Sol und rückte ein Stück an Ky heran.

„Verpass ihr auch einen für mich..." entgegnete Ky und rückte auch seinerseits ein Stück heran.

Wie gebannt beobachtete Sin das Schauspiel, voller Erwartung, wann sie sich endlich küssen würden.

„Bringen wir es hinter uns, sonst nervt er uns noch den ganzen Tag damit."

Sol versuchte nicht daran zu denken, wen er da küssen sollte, aber es war nicht so einfach, wie er es sich vorgestellt hatte.

Millimeter für Millimeter kamen sie einander näher, auch wenn es Ky immer noch zu schnell ging.

Und dann berührten sich ihre Lippen, dass, auch wenn es für den ersten Moment etwas komisch war, nicht so schlimm war, wie sie vermutet hatten.

„Yay!"

Sin freute sich wie ein Schneekönig, dass seine Eltern sich immer noch lieb hatten.

Also hatte die nette Dame doch recht gehabt.

„Da das jetzt geklärt ist, wie wäre es mit was zu Essen? Ich sterbe vor Hunger," sagte Sol und ignorierte vollkommen die Tatsache dass er gerade Ky geküsst hatte.

„Sol, glaub ja nicht, dass die Sache damit gegessen ist..."

„Aber niemals. Für wen hällst du mich? Ich dachte nur, dass uns eine Stärkung gut tun könnte, bevor wir das hier fortsetzen."

Das hatte gesessen, Ky war rot wie eine Tomate und Sin hörte nicht auf zu fragen, was er denn damit gemeint hatte.

Soviel zu einem ruhigen Leben...

Er bezweifelte, dass er das in Verbindung mit Sol und Sin jemals haben würde. Aber vielleicht war das ganz gut so, schließlich müsste er sich so nicht Sorgen, dass ihm jemals langeilig wurde.