Kapitel 1:
Ich hörte Schritte hinter mir, spürte einen Schlag auf meinem Kopf und dann wurde alles dunkel...
Als ich aufwachte war das Erste was ich fühlte ein dumpfes Pochen in meiner Schädelgegend.
Rasende Kopfschmerzen raubten mir fast den Verstand aber darum durfte ich mich, Professor Abronsius, im Moment nicht kümmern.
Meine Erinnerung kehrte allmählich zurück!

Ich weiß noch, ich war mit meinem Lieblingsstudent und Assistenten Alfred nach Transsylvanien gefahren, wo 9 Monate im Jahr Schnee lag und der Wind von dem Bergen pfiff, um endlich meinen hochverehrten Kollegen in Königsberg und letztendlich auch mir zu beweisen, dass es die grausamen Bestien gab, von denen ich immer erzählte:

Vampire!

Geschöpfe, die über Tag in Särgen schliefen und den Lebenden das Blut aus dem Hals saugten um sich zu ernähren... Geschöpfe der Dunkelheit und der Nacht!

Als wir dort ankamen, hatten wir uns in dem Wirtshaus von Yoine Chagal einquartiert.
In dem Haus lebten und arbeiteten neben dem Wirt noch 3 andere Menschen:
Chagals Frau Rebecca, eine zänkische und sehr korpulente Dame, dann noch Magda, die Magd und Chagals Tochter Sarah.
Ich muss nebenbei anmerken, dass sogar ich sie sehr ansehnlich fand.

Das Wirtshaus an sich war klein, schnuckelig und sauber.
Es stank allerdings durchdringend nach Knoblauch, denn der hing hier in jeder Ecke-natürlich zur Abwehr von Vampiren, wie ich mir gleich dachte!
Eine sehr erfreuliche Tatsache, denn ich stellte mit der mir gegebenen Logik fest, dass ich eine Spur hatte.
Zu meinem Leidwesen muss ich allerdings sagen, dass Alfred den vielen Knoblauch gar nicht bemerkte, denn er hatte nur Augen für Chagals Tochter Sarah.

Meine Ahnung wegen der Vampire wurde schon fast zur Gewissheit, als ein Buckliger namens Koukol 2 Dutzend Kerzen bei Chagal holte und Chagal ihm hinterher rief:

„ ...Meine Empfehlung an ihre Exzellenz und erinnern sie ihn gelegentlich an die offenen Rechnungen!"

„Aha! Exzellenz! Hier gibt es also entweder einen König, Herzog oder Graf!" dachte ich und dann ging alles sehr schnell.

Sarah wurde, wie ich später erfuhr, von dem Grafen in sein Schloss zu einem Mitternachtsball eingeladen. Sie folgte dieser Einladung natürlich und lief zum Schloss des Grafen.
Kein Wunder, Chagal sperrt sie ja auch immer in ihr Zimmer ein, obwohl sie fast schon 18 war.
Der törichte Chagal wollte sie zurückholen, wurde in einen Vampir verwandelt und damit ich und Alfred ihm nicht mit Hammer und Pflock die Seele retteten, zeigte er uns den Weg zum Schloss des Grafen.

Als wir dort ankamen, war es immer noch tiefste Nacht.
Das Schloss thronte über uns wie eine Klippe über dem Meer.
Es war dunkel, groß, gruselig und bedrohlich.
Doch das schreckte mich nicht ab.
Ich ging auf das Schloss zu doch da kam der Graf.
Er stellte sich und seinen Sohn Herbert vor( „Ich bin Graf von Krolock, dieses Schloss gehört mir ... ") und ich weiß noch dass ich mich sehr geschmeichelt fühlte als er mir sagte, dass er mein Buch „Die Fledermaus" gelesen hatte und es genial fand.
Er war mir sehr sympathisch deswegen entschuldigte ich mich für die späte Störung doch die tat er mit einem Schulterzucken ab.
Er sei ein Nachtschwärmer und tagsüber nicht zu gebrauchen. (oder sich schnell erkältet- kleiner Scherz am Rande).

Da wusste ich es!

Ich war hier richtig

...

Und das wurde mir später zum Verhängnis!

Ich fand immer mehr über den Grafen und seine Sippe heraus, bis er mir irgendwann sogar mit den Worten drohte:

„He, ho, he wirklich treffend Professor. Nur ein Biss und es ist passiert!"

Außerdem verliebten sich Alfred und Herbert ineinander.
Zum Schluss ließ Alfred sich auch von ihm beißen.
Ich war und bin darüber immer noch sehr traurig und verärgert.

Mein Lieblingsstudent und Assistent!

Sarah wurde auch zum Vampir.
Sie wurde vom Grafen während des Mitternachtsballes gebissen.
Ich bin mir nicht sicher warum, aber ich finde diese spezielle Sache immer noch nicht gut.

Na ja ... verhindern konnte ich nichts mehr, also musste ich fliehen und mit verstärkten Kräften wieder zurückkehren.
Dass es Vampire gab, konnte ich ja jetzt dank meiner Forschungen beweisen.
Ich hatte nicht mehr den geringsten Zweifel, dass ich auch meine debilen Kollegen in Königsberg davon überzeugen konnte.

Leider bin ich mit dem Schnee und der Kälte Transsylvaniens nicht so gut zurecht gekommen wie ich geplant hatte.

Ich verirrte mich in dem Wald vor dem Schloss und kam nur langsam voran.

Und dann...tja und jetzt lag ich diesem Loch.