Dunkelheit

Ich habe früh gemerkt, dass ich anders bin.

Ich wollte nie sein wie die anderen.

Ich wollte nicht zur Schule gehen, eine Familie gründen, arbeiten, sterben, ein normales Leben führen und dann vergessen werden.

Ich wollte, dass man meinen Namen mit Ehrfurcht ausspricht, ich wollte Macht.

Ich hatte immer Angst vor der Dunkelheit, vor den bodenlosen Abgründen, die in der Nacht nach mir zu greifen schienen.

Aber ich sollte keine Angst haben, nichts und niemand sollte mir Angst einjagen können.

Ich strebte nach Stärke, verbarg mich hinter einem neuen Namen und lehrte die Welt meine Furchtlosigkeit – aber das Kältegefühl blieb, das Zittern, sobald sich die Sonne senkte, das namenlose Grauen, das mir immer neue Alpträume bescherte.

Natürlich durfte davon niemand wissen und der größte Schrecken meines Lebens wurde zu einem Zeichen unter dem ich meine Herrschaft aufbaute.

Eine Herrschaft über all die Unwissenden, diejenigen, die mich immer mit Verachtung und Hohn gestraft hatten, weil ich nicht war wie sie, eine Herrschaft, die Tod und Verderben für all jene brachte, die versuchten sich mir in den Weg zu stellen.

Doch mein Ziel ist mit dieser Macht nicht erreicht, ist doch mein einzig wahrer Feind noch nicht besiegt.

So strebe ich nach Unsterblichkeit und weiß, dass ich sie bekommen werde, egal wie viele Opfer den vorangegangenen noch folgen werden, wie viele grausame Dinge mir noch nachgesagt werden.

Denn ich verspüre keine Reue, da mir nichts je Angst einjagen können sollte.