AN: Dies ist meine erste Fanfic überhaupt. Wenn ihr Fehler, Ungereimtheiten oder sonstige Dinge entdeckt, die euch auffallen, so lasst es mich bitte wissen. Ich bin für konstruktive Kritik stets offen und dankbar.

Dear readers, I plan on translating this story into English once it is finished, but in order to do so I will definitely need a beta reader, for English is not my native language. Plus, as I am not sure how my patterns of narration and style could be properly translated into English (I am trying to use the "old fashioned" ways of back then) I will need advice and assistance of someone who knows how to keep things fluent and yet in style.

If you do have any questions or suggestions, please feel free to ask or contact me, I won't bite^^


Bei allem was unheilig war, wie konnte es so weit kommen? Eben noch hatte er als Höhepunkt des Mitternachtsballes sein bezauberndes Sternkind gebissen, war endlich in den langersehnten Genuss ihres köstlichen Blutes gekommen, hatte den Ewigkeitsvampiren den Professor und seinen Assistenten als Mitternachtsmahl kredenzt, und jetzt fand er sich, von unsagbaren Schmerzen gepeinigt, auf dem Boden seines Ballsaales vor. Wie hatte er, Breda von Krolock, erfahrener Vampir und Menschenkenner, den alten Kauz und seinen schwächlichen Assistenten, der sogar vor seinem eigenen Schatten Angst zu haben schien, derart unterschätzen können?

Die Wut über die Flucht der Drei und der Befehl an Koukol, die Flüchtigen zurückzubringen, hatten ihn weiter seiner Kräfte beraubt, so dass er erstarrt und kraftlos auf dem Boden kauerte. Herbert, selbst noch von der unerwarteten Attacke geschwächt, war dem verheerenden Symbol glücklicherweise nicht so intensiv ausgeliefert gewesen und eilte, so schnell es seine Kräfte zuließen zu seinem Vater. Mühsam gelang es ihm, den älteren Vampir aufzurichten, ihn zu stützen und mit langsamen Schritten in die Gruft zu bringen. Dort half er seinem Vater vorsichtig in den Sarkophag, schob den Deckel zu und kletterte anschließend erschöpft in seinen eigenen Sarkophag. Bredas letzter Gedanke, bevor ihn der Schlaf umfing galt seinem Sternkind."Bring sie mir zurück, Koukol!"

In der Zwischenzeit hatte Koukol, dem Befehl seines Meisters gehorchend, sich auf den Weg gemacht, die Flüchtigen zum Schloss zurückzubringen. Da er wusste, dass es ihm ob seiner Gestalt nicht möglich sein würde, den Professor, Alfred und Sarah rasch einzuholen, hatte er die schwarze Kutsche des Grafen eingespannt und unter den donnernden Hufen der schnellen Pferde machte sich das Gefährt an die Verfolgung.

Weiter weg vom Schloss, die Morgendämmerung war noch gute zwei Stunden entfernt, hatten sich der Professor, Alfred und Sarah zu einer Verschnaufpause niedergelassen. Während der Professor enthusiastisch und schon vom Nobelpreis träumend seine Notizen niederschrieb, waren Sarah und Alfred in ihrer eigenen Welt gefangen, träumten von Freiheit und fernen Plätzen, von täglichem Badevergnügen und Zweisamkeit – allerdings nur, bis in Sarah der Vampir erwachte und sie Alfred ebenfalls auf die Seite der totalen Finsternis zog. Von alledem bekam der Professor jedoch erst reichlich spät etwas mit. Als er von seinen Notizen aufblickte, sah er einen sehr blassen und blutbefleckten Alfred an seiner Seite stehen, der in eindringlich musterte.

Abronsius sah ihn fragend an:" Junge, was ist mit Dir? Du bist so blass, Du blutest, hast Du Dich verletzt?" Alfred lächelte seinen Mentor nur entschuldigend an, dabei kamen seine spitzen Fangzähne zum Vorschein. Dem Professor fielen vor Schreck fast die Augen aus dem Kopf „Alfred, was, wieso… Weshalb hast Du Fangzähne? Was ist passiert?" Irgendwie hatte ihn bei diesem Anblick seine sonst so hochgelobte Logik gänzlich verlassen.

„Na was wird wohl passiert sein, Professor?" meldete sich grinsend eine immer noch blutverschmierte Sarah zu Wort. Als sein Verstand wieder zu arbeiten begann und er realisierte, dass er zwei Lebendtoten gegenüberstand, wollte der Professor panisch ein Kruzifix aus seiner Tasche holen, doch diese ließ sich – gottseidank – nicht öffnen. Sarah beobachtete den Professor amüsiert. Sie wusste, Alfred würde etwas essen bzw. Blut trinken müssen, so wie sie vor kurzem und so zog sich etwas zurück. Der Professor hätte gegen Alfred und dessen erwachten Hunger sowieso keine Chance, ob er wollte oder nicht, er würde zur Mahlzeit werden. Doch obgleich er Hunger hatte, konnte sich Alfred jedoch nicht dazu durchringen, den Professor einfach anzufallen und, dem Blutdurst nachgebend, auszusaugen, wie Sarah es mit ihm getan hatte, als sie das erste Mal der Hunger nach Blut überkam. Seine ihm eigene Schüchternheit überwog den in ihm nagenden Hunger, der neuen Gier nach frischem Blut.

„Professor, wenn sie Ihr Leben, Ihre menschliche Existenz retten wollen, sollten Sie JETZT fliehen, so schnell sie können und solange ich mich noch beherrschen kann! Ich will Sie nicht aus heiterem Himmel anfallen und in einen Vampir verwandeln, dazu schätze ich Sie zu sehr."

Bei diesen Worten sah er Sarah vorwurfsvoll an und immerhin hatte Sarah den Anstand, rot zu werden.

„Entschuldige Alfred, ich hatte plötzlich solch einen Hunger, woher sollte ich denn wissen, dass ich ein Vampir geworden bin? Ich spürte nur diesen unglaublichen Hunger und den Drang, Dir in den Hals zu beißen". Beschämt sah sie zu Boden.

Der Professor, nunmehr fasziniert anstelle ängstlich, sprang auf „Siehst Du Junge? Wie der Graf auf den Zinnen uns sagte – nur ein Biss und es ist geschehen – sehr interessant!" Und schon machte sich der Professor, die Gefahr in der er sich befand völlig ignorierend, wieder daran, seine Aufzeichnungen fortzuführen.

Man sah ihm dabei förmlich an, wie es in seinem Kopf arbeitete und mit einem neugierigen „Junge, wenn Du mich jetzt beißen würdest, würde ich doch auch zum Vampir?" wandte er sich unvermittelt an seinen Assistenten.

Alfred sah den Professor erstaunt an „P-P-Professor, s-soll das heißen, Sie WOLLEN von mir gebissen werden?"

„Aber Junge, wo bleibt denn Deine LOGIK? So kann ich DIE perfekten Studien aus erster Hand betreiben, der Nobelpreis ist mir gewiss!" Der Schnurrbart des Professors zitterte, so freudig und aufgeregt war der Wissenschaftler. Kichernd und sich des Nobelpreises nun absolut sicher, trat er auf Alfred zu „Na nun mach schon, Junge! Worauf wartest Du?" Zögerlich trat Alfred vor, man merkte ihm an, dass er mit sich kämpfte, seine ihm eigene Schüchternheit und Wohlerzogenheit kämpfte mit der neuen, unbekannten dunklen Seite seines Wesens, doch letztlich überwog der Hunger und ein „aufmunternder" Stoß des Professors in die Rippen tat ein Übriges dazu, dass er seine Fangzähne in Abronsius' Hals versenkte. Mit dem ersten Schluck Blut hatte Alfred das Gefühl, dass alles um ihn herum strahlender, bunter und intensiver wurde, seine Sinne kamen ihm ungleich schärfer vor, alles schien in neuen Farben zu erstrahlen, unzählige neue Gerüche und Geräusche, die er zuvor nie wahrgenommen hatte, attackierten seine Sinne.

Vorsichtig ließ er den toten, vielmehr bald untoten, Professor zu Boden gleiten. In diesem Moment war donnernder Hufschlag zu hören und in rascher Fahrt kam eine imposante schwarze Kutsche auf sie zugerast – mit Koukol auf dem Kutschbock. Alfred und Sarah wollten schon entsetzt zur Seite springen, doch Koukol brachte das Gefährt rechtzeitig zum Stehen. Nachdem er mit einem Blick die Lage erfasst hatte, sprang er herunter, trug den Professor in die Kutsche und drängte mit wilden Gesten und unmissverständlichen Lauten darauf, dass sie gefälligst schnell einsteigen sollten. Alfred hatte noch nicht einmal recht die Kutschentür hinter sich geschlossen, als sich das Gefährt auch schon wieder in halsbrecherischer Geschwindigkeit in Bewegung setzte. Ein Blick aus dem Fenster zeigte, dass auch alle Eile geboten war, wollten sie das rettende Schloss noch rechtzeitig erreichen, denn schon langsam verfärbte sich der Himmel in Ankündigung des nahenden, und damit tödlichen Sonnenaufgangs.

Koukol trieb die edlen Pferde unbarmherzig an, wusste er doch, dass jede Sekunde zählte. In voller Fahrt schafften sie es gerade durch das Schlosstor in die dunklen Stallungen bevor die ersten Sonnenstrahlen die Kutsche treffen konnten. Im Schutze des dunklen Gemäuers verließen sie das Gefährt und folgten Koukol, der den Professor geschultert hatte, durch einen Verbindungsgang in die Gruft. Dort angelangt, gab der Bucklige zu verstehen, dass sie warten sollten. Kurze Zeit später kam er auch schon mit drei Holzsärgen zurück. In einen legte er den immer noch bewusstlosen Professor, während sich Alfred selbst in einem anderen Sarg zur Ruhe begab. Sich an den bei ihrer Flucht am Boden kauernden, schmerzgepeinigten Grafen erinnernd, wollte Sarah sehen, wie es ihm ging und machte sich vergeblich daran, den schweren Deckel des Sarkophags zurückschieben, sie war zum einen schlichtweg zu schwach und zum anderen hinderte sie insbesondere Koukol daran und machte ihr unmissverständlich klar, dass sie dies zu unterlassen habe. Zunächst schmollte Sarah und weigerte sich, sich in den Sarg zu begeben, doch schließlich siegte die Müdigkeit und mit einem letzten „Morgen ist auch eine Nacht, dann sehe ich ihn endlich wieder!" fiel sie, kurz nachdem Koukol den Sarg geschlossen hatte, in einen tiefen Schlaf.