You say you hate me

Itachi-centrist. Meine erste FF überhaupt!

Charakter und Orte gehören alle Masashi Kishimoto!


Es ist schon tiefe Nacht und ich sitze auf einem riesigen Felsen. Nur der Mond leuchtet wie eine grosse Scheibe vor mir. Der restliche Himmel ist mit grauen Wolken verhangen. Ich starre in das helle Licht des Mondes, ohne ihn wirklich wahr zu nehmen. Alle meine Gedanken sind an einem ganz anderen Ort.

Bei dir.

Ein kaum hörbarer Seufzer entweicht mir. Warum seufze ich eigentlich? Ich schliesse die Augen und richte mein Antlitz gegen den Himmel. Langsam spüre ich, wie mein Gesicht durch den kalten und frischen Tau nass wird. Ich kann meine Gefühle zwar vor jedem verbergen, aber mich selber zu belügen, bleibt mir verwehrt. Ohne es zu wollen, erinnere ich mich immer wieder an früher. Ja früher. Damals warst du noch ein kleines Kind. Fröhlich, unbekümmert und naiv. Aber jetzt, was ist jetzt? Du bist verschlossen, kalt und einsam. Dein Land und deine Freunde hast du verraten. Du hast sogar deinen Körper und deine Seele verkauft. Alles nur wegen Macht. Macht, um mich zu töten. Der Gedanke daran schmerzt mich.

Alles nur wegen mir.

Ich lasse mich nach hinten fallen und liege nun so ziemlich der Länge nach auf dem Boden. Beim Aufkommen entsteht ein dumpfes Geräusch, doch Schmerzen oder ähnliches empfinde ich dabei nicht. Das einzige was ich überhaupt noch fühle, ist die unendliche Leere und den innerlichen Schmerz. Auch 'Trauer' verspüre ich nicht mehr. Noch immer sind meine Lider geschlossen.

„Hasse mich!"

Das waren in der Tat meine Worte. Ich bestreite dies nicht und sage auch nicht, dass ich es nicht so wollte. Wobei 'wollte' hier nicht ganz passend ist. Es ist nun mal besser so. Für uns beide. Der Hass gibt dir ein Ziel und die Kraft weiter zu leben. Ich habe es bewusst so gemacht. Dennoch fühlt es sich immer wieder wie ein Stich ins Herz an, wenn du mir sagst, dass du mich hasst und mir das auch klar zu spüren gibst. Es ist schon seltsam, dass jemand wie ich solche Sachen denkt. Langsam aber sicher begreife ich, dass ich auf Dauer nicht mit deinem Hass klarkommen kann. Der Gedanke daran stört mich enorm. Warum muss das auch so sein? Erneut entweicht mir ein Seufzer. Und schon wieder sind meine Gedanken bei damals. Ich wünsche mir diese Zeit nicht zurück, nein, beim besten Willen nicht. Aber ich sehne mich nach den Ereignissen, die zwischen uns waren. Als ich noch dein geliebter Nii-san war. Ich denke gerne an das und wäre froh, wenn dies wieder so werden könnte. Dennoch weiss ich genau, dass es nie wieder so wird. Und ich weiss auch, dass du mir meine Taten nicht vergeben kannst. Ich bin deswegen auch nicht wütend oder enttäuscht. Ich kann dich nur zu gut verstehen. Wie du wohl reagieren würdest, wenn du die Wahrheit wüsstest? Ich will es lieber nicht wissen. Vielleicht weil ich Angst davor habe? Ja, ich fürchte, dass ist es. Es würde vermutlich dich und damit auch mich endgültig zerstören. Ich will das nicht. Aber das was ich getan habe, wird früher oder später wohl mit dem selben Ergebnis enden. Wieder so ein wahnsinnig schmerzvoller Gedanke. Eigentlich wollte ich sie nie töten. Aber ich hatte keine andere Wahl. Mir tut es Leid, dass ich dich damit so verletzt habe. Ich wollte das doch nie. Wenn du die Wahrheit, meine Gefühle und Gedanken kennen würdest, würde es dir dann Leid tun, dass du mich so verletzt? Oder würdest du Gefallen daran finden? Ich wüsste es gern. Jetzt habe ich mit einem Mal keine Probleme mehr damit, dass ich solche Gedanken hege. Niemand konnte je in mein Inneres sehen. Und das wird auch immer so bleiben. Das ist gut so. Langsam werden meine Gedanken und Sinne schwächer. Ich schlafe ein. Es ist unvorsichtig, ich weiss. Aber im Moment scheiss egal. Ob du wohl auch gerade am Schlafen bist? Wirst du auch von einem Alptraum verfolgt? Wie ich? Ich hoffe es nicht für dich. Meine letzten Gedanken waren mal wieder bei dir.

Ach Otouto...