Zombie: Deutsche Version

Es war spät in der Nacht, als Dr. McKay seltsame Geräusche aus seinem Badezimmer vernahm.

Er grummelte kurz: „Verdammte Ratten!" in sein Kopfkissen, drehte sich auf die andere Seite und zog die Decke fest um seinen Körper, ehe ihm die Augen wieder zufielen. Kurz bevor er endgültig in den Schlaf fiel, erinnerte er sich daran, dass er nicht in seiner billigen Studentenunterkunft, die den Namen „Wohnung" nicht verdiente, war, sondern in seinem Quartier in Atlantis. Und dort liefen keine Ratten herum. Niemals. Was waren das also für Geräusche? Waren da wirklich Geräusche, oder bildete er sich das nur ein? Er lauschte zehn Sekunden, zwanzig Sekunden, dreißig… Da! Da war es wieder! Da war etwas in seinem Bad.

Schlaftrunken erhob er sich aus dem Bett und machte Licht. Grelles, ekelhaftes Licht. Mit einer Hand schützte er seine Augen vor der Helligkeit, während er mit der anderen nach irgendeinem Gegenstand tastete, den er als Waffe benutzen könnte. Das einzige, was er fand, war ein etwa faustgroßer, bunt funkelnder Stein, den seine Wissenschaftler von PXR-366 mitgebracht hatten und der, wie sich bei einer genauen Untersuchung herausstellte, keinen weiteren Nutzen hatte außer gut auszusehen. Eben diesen Stein hielt er nun in seiner rechten Hand fest, bereit ihn einzusetzen, gegen was auch immer ihn hinter der Badezimmertür erwartete.

Er trat an die Tür heran und wollte sie gerade öffnen, als er wieder dieses Geräusch hörte, diesmal ungleich lauter, diesmal ließ es ihn das Blut in den Adern gefrieren.

Es klang wie das Gurgeln eines Menschen, dem man gerade die Kehle durchtrennt hatte und der dennoch versuchte zu atmen, und wie grausam war diese Welt, dass er, der Physiker mit zwei Doktortiteln, überhaupt wusste, wie so etwas klingt?

Angespannt stieß er die Tür zum Bad auf. Er war darauf vorbereitet, sich zu verteidigen, falls… Da war es! Dieses bleiche Gesicht mit unnachgiebigem Blick und blutunterlaufenen Augen. Es starrte ihn an und er konnte im Halbdunkel nicht erkennen, ob es Zorn oder Angst war, was ihm da entgegenblickte. Das Herz schlug ihm bis zum Hals und nur mit enormer Willensanstrengung war es ihm möglich, nicht panikartig davonzulaufen. Mit einem lauten Schrei warf er dieser wahnsinnig wirkenden Grimasse den Stein entgegen.

Der Badezimmerspiegel zerschmetterte in hunderte von Scherben, die sich ohne erkennbares Muster auf dem Boden verteilten. Zur Untermalung der gespenstischen Szenerie gurgelte das Abwasser aus den Quartieren über ihn in den Rohren, sich seinen Weg durch halbverstopfte Leitungen bahnend.

McKay betrachtete die Scherben, und aus jeder einzelnen blickte ihm nun das Gesicht entgegen, das ihm eben noch so viel Unbehagen bereitete. Es war das Gesicht eines Mannes, der dringend Urlaub brauchte.