Chapter 01 – One Night Stand.



Die Zeit, als Vegeta und die Namekianer ins Haus kamen, war sehr aufreibend für Bulma und ihre Familie. Ständig gab es etwas zu tun, jemand der Hilfe brauchte oder nach ihr suchte, gleichzeitig noch die Suche nach den Dragonballs und so weiter.

Erst als die Namekianer dann nach einem halben Jahr die Erde verließen, wurde es ruhiger. Die Namekianer waren weg, aber Vegeta blieb. Er hatte ja auch kein zu Hause mehr. Es störte Bulma auch gar nicht. Vegeta war undankbar, aber unaufdringlich und zurückhaltend. Meistens trainierte er sowieso im Schwerkraftraum und ließ sie in Ruhe. Bulma war schon ein wenig neugierig, was ihn anging, aber es gab scheinbar keinen Weg, an ihn heranzukommen. Und damals hatte sie auch nicht weiter großes Interesse daran gehabt.

Dann, irgendwann nach dem Auszug der Namekianer, kam die Trennung von Yamcha. Es war zu erwarten gewesen, nachdem sie beide sich so lange schon nicht mehr richtig verstanden hatten und immer öfter getrennte Wege gegangen waren, trotzdem war es eine einschneidende Veränderung gewesen. Bulma hatte schon immer schlecht alleine sein können. Und nach der Trennung, mit einem plötzlich so leeren, großen Haus fühlte sie sich einsam. Es kam, wie es kommen musste...

Es war ein Frühlingstag.

Draußen war es schon seit Tagen drückend heiß, richtig schwül gewesen, und nun türmten sich dichte, dunkle Wolken am Himmel. Ein Regenguss und vielleicht auch ein Gewitter standen unmittelbar bevor. Die Luft war aufgeladen, roch nach Frühling und Regen.

Bulma saß allein am Tisch im Esszimmer über ein paar Blaupausen, den Konstruktionsplänen für einen Scouter. Sie hatte das Licht aus, obwohl sie so nicht so gut sehen konnte. Sie wollte durch das große Fenster ein wenig den Himmel beobachten. Sie liebte Gewitter. Irgendwie waren sie romantisch.

Ihre Eltern waren weg, auf einem Kongress für ein paar Tage, und solange hatte Bulma die Leitung der Firma übertragen bekommen, so wie die Versorgung der Gäste, die zur Zeit eben nur aus einem, nämlich dem undurchschaubaren Saiyajinprinzen, bestanden. Der war am späten Nachmittag, wie schon den ganzen Vormittag, im Schwerkraftraum und trainierte was das Zeug hielt. Das war Bulma ganz recht. Manchmal machte er sie nervös. Sein Blick war einfach zu geheimnisvoll, so undeutbar, sie wusste nie, ob er auf eine Sache starrte, weil sie ihn interessierte, oder einfach weil er in Gedanken war. Überhaupt wusste sie über ihn immer noch kaum mehr als am Tag seiner Ankunft. Vegeta war ein Meister darin, seine Geheimnisse zu hüten und nichts von sich preis zu geben.

Draußen grollte der Himmel bereits und Bulma hob den Kopf, um vielleicht einen ersten Blitz zu erspähen. In den Augenwinkeln machte sie eine Bewegung aus und als sie den Kopf drehte, stand Vegeta im Türrahmen. Bis gerade eben hatte auch er aus dem Fenster geschaut, jetzt traf sein Blick ihren und sie bekam wieder eine Kostprobe seines durchdringenden, undeutbaren Blickes.

Er trug die schwarze Trainingshose, die sie ihm gekauft hatte, ansonsten nur ein weißes Handtuch um den Hals. Endlose Sekunden sah er Bulma in die Augen, dann senkte sie zuerst den Blick und er löste sich vom Türrahmen und ging rüber in die Küche. Ah, er hatte nur Hunger. War ja auch seltsam, dass der kontaktscheue Vegeta einfach so bei ihr aufkreuzte.

Bulma wollte sich wieder auf die Pläne konzentrieren, aber schon kam der Saiyajin wieder aus der Küche, allerdings ohne Essen. Mit nackten Füßen tappte er durch den Raum und blieb vor ihrem Tisch stehen. „Es gibt kein Essen mehr.", sagte er knapp.

„Mh, ich bin noch nicht zum einkaufen gekommen. Ich mach dir später was.", murmelte Bulma und sah absichtlich nicht noch mal von ihren Papieren auf. Der komische Kerl machte sie nervös und das wollte sie nicht.

Durch das offene Fenster hörte sie, wie es draußen zu regnen begann. Das wurde auch Zeit. Die Luft war so dicht gewesen, die ganze Atmosphäre irgendwie angespannt.. eine Abkühlung tat sicher gut.

Ohne darüber nachzudenken, sagte Bulma laut: „Kannst du mir bitte mal helfen? Ich sitze gerade an den Plänen für einen neuen Scouter." Sie verfluchte sich selbst, noch bevor sie den Satz zu Ende gesprochen hatte, aber es war zu spät, um jetzt noch einen Rückzieher zu machen. Sie hob den Kopf und sah in sein Gesicht, das wenigstens annähernd so etwas wie eine Regung zeigte.

Sie war sich absolut sicher, er würde ihre Frage einfach ignorieren und aus dem Zimmer gehen. So waren bisher seine Reaktionen auf ihre Kontaktversuche ausgefallen. Aber zu ihrer Überraschung blieb er am Tisch stehen und grollte schlicht: „Fein, von mir aus. Was willst du?"

Bulma nahm an seiner groben Antwort keinen Anstoß. Sie sah ihn an, während seine dunklen Augen sie taxierten oder vielleicht auch einfach durch sie hindurch schauten. Er war ihr so nah wie selten zuvor. Trotz der Tatsache, dass er trainieren gewesen war, fand sie seinen Geruch extrem anziehend. Sie war wohl schon zu lange von Yamcha getrennt. Irgendwie kam von ganz tief aus ihrem Bauch heraus plötzlich ein warmes Gefühl und der Wunsch, von ihm im Arm gehalten zu werden. Eigentlich ein absurder Wunsch, aber in dem Moment konnte sie sich nicht dagegen wehren.

Sie zeigte auf die Pläne und Vegeta stützte sich mit einer Hand auf der Tischplatte ab und beugte sich darüber. Sie war ihm noch nie vorher so nah gewesen. Erst noch ein wenig nervös zeigte sie auf den Teil, der den Display beschrieb, und sagte: „Wir kommen mit dem Zahlensystem nicht zurecht. Mit was für einem System arbeitet es?"

Vegeta antwortete ungewöhnlich leise: „Fünfzehn. Aber da-", er zeigte auf eine Stelle, „kann man es umstellen auf alle möglichen Zahlensysteme." Er wollte sich wieder aufrichten weil er seine Aufgabe für erledigt ansah.

Er und Bulma hoben gleichzeitig den Kopf. Die zwei hielten inne, als sich ihre Blicke trafen. Von draußen strömte der Geruch von Regen in den Raum. Es lag immer noch diese knisternde Anspannung in der Luft. Bulma ließ ihren Stift fallen und fand sich plötzlich gefangen in seinem Blick.

Einen Augenblick lang bewegte sich keiner von ihnen.

Dann, und es war ihr hinterher nicht mehr klar, wer von ihnen den ersten Schritt gemacht hatte, waren sie plötzlich gefangen in einem innigen Kuss. Ihr war, als habe sich ihr Verstand ausgeschaltet. Sie war so einsam gewesen und Vegeta war plötzlich aufgetaucht, er hatte die Macht sie für kurze Zeit aus dieser Einsamkeit zu befreien.

Schließlich hielten sie beide inne, um zu Atem zu kommen. Sie sahen einander an, und noch immer war in seinen Augen keine Regung zu sehen. Aber diesmal sprach sein Körper eine eigene Sprache. Er atmete schneller als sonst. Schwerer. Die letzte Gelegenheit für sie beide, jetzt noch diese Sache zu beenden, verstrich ungenutzt.

Als sie sich ein zweites Mal küssten, verschwanden jede Hemmungen und während draußen der Sturm aufzog und Blitze über den Himmel zuckten, rissen sie einander im Halbdunkel des Esszimmers die Kleider vom Leib.

Irgendwann zwischen heftigen Küssen und erregten Berührungen, hob Vegeta Bulma auf seinen Arm und brachte sie ins Schlafzimmer, wo sie dort weitermachten, wo sie im Esszimmer aufgehört hatten.

Während draußen der Sturm tobte und immer wieder Blitze das Zimmer hell erleuchteten, verbrachten die beiden ungleichen Partner eine unglaubliche Nacht, ohne ein einziges Mal an das Morgen zu denken. Eine Nacht lang musste keiner von ihnen mehr allein sein.