Chapter 04 - Consequences.



Als nach ein paar Wochen Symptome wie morgendliche Übelkeit einsetzten, dämmerte es Bulma, dass die Affäre mit Vegeta vielleicht nicht ohne Folgen geblieben war.

Ein Besuch beim Arzt bestätigte ihre Vermutung und Bulma musste erst mal nachdenken, ob sie sich über diese Nachricht freuen sollte oder nicht. Als Vater kam nur Vegeta in Frage. Und ob der tatsächlich der geeignete Vater war, das war noch die Frage. Andererseits war Bulma immer schon praktisch veranlagt gewesen. Der Gedanke, Mutter zu werden, hatte sie schon zu Yamcha's Zeiten beschäftigt, nur hatte der sich immer strikt dagegen gewehrt. Bulma freute sich auf das Kind. Wenn Vegeta sich entscheiden sollte, die Vaterrolle zu übernehmen - um so besser. Und wenn nicht, dann würde sie das eben alleine machen. Sie war ja nicht umsonst Bulma Briefs!

Ihren Eltern die Neuigkeit zu erzählen, das war nicht so schwierig. Die waren erst mal drauf und dran, Yamcha anzurufen und zu gratulieren, bis auch zu ihnen durchdrang, dass Vegeta der Vater war. Bulma's Mutter war hellauf begeistert und sagte dazu, Zitat: "Das ist ja wunderbar! Endlich kommt wieder was Kleines ins Haus! Bulma, ich wusste ja dass du dir Vegeta angelst. Der sieht aber auch zu gut aus!" Auch ihr Vater gewöhnte sich schnell an den Gedanken und grübelte schon darüber nach, welches Zimmer er in ein Kinderzimmer umbauen würde und was für hochtechnische Spielsachen er dem Kind basteln könnte.

Vegeta von seiner Vaterschaft in Kenntnis zu setzen, war schon eine ganz andere Sache. Aber Bulma hasste es, Dinge vor sich her zu schieben, deswegen passte sie Vegeta einfach eines Abends vor dem Schwerkraftraum ab und bugsierte ihn ins Wohnzimmer. Er war natürlich ziemlich angenervt und sah aus, als würde er jede Minute wieder verschwinden, also machte sie es kurz und schmerzlos: "Vegeta, es gibt da was, was du wissen musst. Ich bin schwanger. Das Kind ist von dir."

Schweigen breitete sich im Raum aus und Bulma beobachtete gespannt seine Reaktion. Sein Blick schwenkte zu ihrem Bauch und wieder zu ihren Augen, er sah aus als würde er nachdenken. Dann sagte er schlicht: "So ist das."

Er machte Anstalten, den Raum zu verlassen, aber sie verstellte ihm den Weg und sagte mit einem Anflug von Wut: "Nein, so einfach kommst du nicht weg! Ich verlange gar nichts von dir, aber du musst mir wenigstens sagen, woran ich bin. Wirst du hier bleiben und dich mit mir um das Kind kümmern oder hast du vor, abzuhauen?"

"Du sagtest, es ist mein Kind.", antwortete er emotionslos. "Ich überlasse es dir, es zu erziehen und zu versorgen. Ich werde bleiben und es trainieren, wenn es alt genug ist."

"Als sein Vater?", fragte Bulma.

"Ja.", antwortete er schlicht und schaute ihr wieder grade in die Augen. "Ist damit alles geklärt?" Sie nickte resignierend und ließ ihn vorbei. Na das konnte ja heiter werden. Sie hatte nicht erwartet, dass Vegeta sich plötzlich ändern und mit ihr zusammensein wollte. Aber etwas mehr Interesse hatte sie sich schon erhofft. Aber da konnte man nichts machen. Wenigstens würde er bleiben und sich um sein Kind kümmern. Das war in Ordnung. Alles weitere würde sich ergeben.



Entgegen jeder Vermutung veränderte sich Vegeta's Verhalten ihr gegenüber im Laufe der ersten Monate überhaupt nicht. Bulma hatte nicht genau gewusst, was sie von ihm erwartet hatte, aber dass er einfach so weitermachte wie bisher überraschte sie doch. Er war immer noch ein großes Rätsel für sie.

Tagsüber trainierte er, würdigte sie keines Blickes. Nachts kam er zu ihr wenn er Lust hatte, alles wie gehabt. Ganz so als gäbe es dieses Baby nicht, obwohl ihr Bauch ständig wuchs. Bulma konnte nicht mal sagen, ob diese Entwicklung jetzt positiv war oder nicht. Wenigstens hatte ihn die Vorstellung, ein Kind zu haben, nicht abgeschreckt, teilweise hatte sie ja befürchtet, er würde sich einfach wieder in das Raumschiff setzen und ins Weltall abzischen.

Mehrmals versuchte sie, seine Gefühle zu diesem Kind zu begreifen, aber Vegeta blieb verschlossen wie eh und je, vielleicht noch mehr. Sogar als sie ihm sagte, dass es ein Junge war, blieb sein Gesichtsausdruck eisern. Wieder war sein Kommentar dazu nur: "Ich verstehe."

Gegen Ende der Schwangerschaft war er fast nur noch im Schwerkraftraum. Natürlich kam er nie auf die Idee, wenn er gerade mal in der Küche war und Bulma mit ihrem dicken Bauch angeschlurft kam, ihr zu helfen oder sie zu fragen, ob alles in Ordnung sei. Immer sah er nur kurz hoch und manchmal nickte er ihr sogar zu.

In Zeiten von hormonell bedingten Stimmungsschwankungen heulte Bulma wegen seiner Kälte Rotz und Wasser, nahm sich vor, ihn nie wieder an sich heranzulassen oder wurde stinksauer, jeden Tag was anderes. Aber auch davon zeigte er sich unbeeindruckt.



Es kam der Tag, an dem der kleine Trunks geboren wurde. Bulma hatte nicht erwartet, Vegeta an ihrem Bett im Krankenhaus zu sehen, aber als sie mit dem Kind auf dem Arm aus dem Krankenhaus kam, war Vegeta nicht da. Von ihren Eltern hatte er gewusst, dass sie kommen würde und trotzdem war er im Schwerkraftraum geblieben. Es war verletzend. Zum ersten Mal zweifelte Bulma ernsthaft an ihrer Entscheidung, diesem Saiyajin ihr Herz zu öffnen.

Ihre Eltern stürzten sich natürlich mit Ausrufen des Entzückens auf das Baby, ihr Vater verschwand schon bald, weil ihm beim Anblick des Jungen ein neues Spielzeug eingefallen war, dass er konstruieren würde. Ihre Mutter knuddelte den kleinen Trunks, dann wieder ihre Tochter und ließ sich immer wieder darüber aus, wie ähnlich der Junge seinem Vater sah. Schließlich sah auch sie ein, dass Bulma müde sein musste und beschloss - wie üblich - etwas Tee zu kochen und ihre Tochter nach oben zu schicken.

Oben im zweiten Stock, auf dem Flur der zu ihrem Zimmer führte, erlebte Bulma eine Überraschung. Da stand Vegeta. Wie immer sagte er nichts, aber die Geste, dass er wenigstens einmal sein Training zurückgestellt hatte, rührte sie und ließ sie ihm sofort alles vergeben. "Schau, Vegeta, das ist dein Sohn!", sagte sie und kam mit dem Kind auf dem Arm zu ihm.

Vegeta sah auf das ruhig gewordene Baby runter. "Er ist stark.", sagte er knapp. "Hohe Kampfkraft."

Bulma nickte, obwohl ihr die Kraft des Kindes im Grunde egal war. Sie lächelte. "Er sieht aus wie du. Er hat deinen Blick."

Vegeta zog eine Augenbraue hoch und nahm fast schon vorsichtig ein paar Strähnen des flaumigen Haares zwischen Daumen und Zeigefinger. "Er hat lila Haare?", fragte er spitz, was Bulma zum Lachen brachte. Vegeta warf seinem Sohn noch mal einen kurzen Blick zu und ihm fiel noch was ein. "Wie heißt er?"

"Ich werde ihn Trunks nennen!", antwortete Bulma fröhlich.

Vegeta nickte. "Hm, so ist das." Er machte einen Schritt zurück und verschränkte die Arme wieder vor der Brust. "Ich gehe wieder trainieren." Sagte es und marschierte von dannen. Bulma starrte ihm glücklich hinterher.

Alles war vergeben und vergessen. Vegeta hatte sein Training unterbrochen um seinen Sohn kennenzulernen. Das gab Anlass zur Hoffnung. Außerdem hatte sie jetzt einen wunderschönen Sohn der genauso cool wie sein Vater in die Welt schaute.