UNMGF

"Deckung!" schrie einer der Marines, als vor ihnen eine Handgranate explodierte.

Zwei seiner Leute und Freunde brachen blutüberstömt zusammen, als sie von den Granatsplittern getroffen wurden. Er und die anderen sprangen sofort hinter die nächsten Felsen, die es hier in dieser gottverlassenen Ecke von Afganistan zu genüge gab. Zwei weitere Privates wurden bei ihren Sprüngen von den beginnenden AK-47 Salven der Taliban getroffen. Einer von ihnen konnte sich noch in Deckung bringen, der andere wurde von den Kugeln regelrecht zersiebt.

Er sah kurz über den Felsen hinter dem er Deckung gesucht hatte und konnte die Köpfe von fünf Taliban erkennen, aber er spürte, das sie zu neunt waren. Neun Ki-Signaturen. Fünf vor seinem Zug, vier hinter ihm.

"Scheiße," murmelte er.

"Es sind neun!" schrie er über den Lärm des Feuergefechtes hinweg," Fünf auf zwölf, vier auf sechs!"

Er griff sein M-4 fester, sprang kurz hinter seiner Deckung hervor, feuerte einige Runden auf einen der Taliban und ging grade noch rechtzeitig wieder in Deckung, als ihm einige AK-Salven um die Ohren flogen.

Neben ihm brach ein Private zusammen. Er war im Brustbereich und am Hals getroffen worden.

"Sarge," flüsterte der Private.

Er sah den Private an und spürte, wie seine Ki-Signatur schwächer wurde. Die AK-Salve hatte sein Herz getroffen.

"Ich bin da, Perkins," sagte er mit einem Lächeln," Wir kommen hier raus."

Private Perkins starb in seinen Armen. Er starrte den erkaltenden Leichnahm einige Sekunden an. Dabei ging ihm der Satz durch den Kopf, den ihm sein Vater in den elf Jahren Martial Arts Training auf der Straße immer wieder eingetrichtert hatte und wegen dem er letzendendes hier war.

"Ein Martial Artist hat die Pflicht, die Schwachen und Hilflosen zu beschützen."

Der Marine, der in seinen Armen gestorben war, war grade erst zwanzig geworden. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 hatte er sich freiwillig für Afganistan gemeldet. Ihm stiegen Tränen in die Augen. Der Tod des Jungen, der nur sieben Jahre jünger war als er, war leider der Auslöser.

Niemand von seinen Leuten würde mehr sterben, wenn er es verhindern konnte. Sein, in den Kampfsituationen seiner Jugend, geschärfter, taktischer Verstand arbeitete auf Hochtouren. Gleichzeitig begann er blau zu leuchten und gespenstische blaue Flammen umwaberten seinen Körper. Vorsichtig legte er Private Perkins zu Boden und griff nach dessen M-4.

Mit je einer M-4 in jeder Hand sprang er in die Höhe. Während er höher stieg, als sich jeder Marine je vorstellen konnte, feuerte er Runde um Runde in Richtung der von vorn angreifenden Taliban. Seine Landung erfolgte auf dem Felsen, der ihm vorher als Deckung gedient hatte. Die AK-Salven, die ihm entgegenschlugen, fielen, abgebremst von seiner gewaltigen Ki-Aura, zu Boden, bevor sie ihn treffen konnten. Als beide M-4 leer waren, fielen keine Schüsse mehr und er konnte aus dieser Richtung keine Ki-Signaturen mehr spüren. Blieben noch die anderen vier.

Er ließ die beiden M-4 fallen und fuhr herum. Die verbleibenen Taliban versteckten sich zusammen unter einem Überhang. Ohne ein Wort feuerte er einen basketballgroßen Ki-Ball auf den Überhang ab, der bei der Berührung pulverisiert wurde, wie von zwei Kilo C4. Der Überhang barst auseinander und begrub die Angreifer unter sich.

Ohne eine Reaktion abzuwarten, sprang er mit einem gewaltigen Satz zu dem Punkt, wo einer der toten Taliban lag. Er wollte sehen, wer Perkins auf dem Gewissen hatte. Als er den toten Körper vor sich in einer sich ausbreitenden Blutlarche liegen sah, erstarrte er und brach auf die Knie zusammen. Seine Ki-Aura verschwand übergangslos.

"Das sind Kinder," sagte er leise.

"Das sind Kinder," hallte er in seinem Kopf wieder, als er schweißgebadet aufwachte.

Er fuhr sich mit der Hand durch sein schweißnasses Gesicht und sah auf den Radiowecker neben seinem Bett. Sieben Uhr einundzwanzig zeigten die roten Digitalziffern an. Er schloß kurz die Augen.

'Seit sechs Monaten das erste Mal wieder dieser Traum,' dachte er,' Vielleicht leigt es daran, daß ich wieder in Japan bin.'

Ranma Saotome, seit zehn Jahren US-amerikanischer Staatsbürger und Captain des US Marine Corps, setzte sich auf und ging ins Badezimmer. Er sah in den Spiegel.

Er sah einen, für das weibliche Geschlecht, unglaublich attraktiven, einunddreißig jährigen Japaner mit einem muskulösen Körper, strahlend blauen Augen, die die gewisse Traurigkeit eines Soldaten zeigten, der Fronterfahrung hatte, und schwarzen Haaren, die im Nacken in einem Pferdeschwanz zusammengebunden waren. Durch die rechte Augenbraue und über die Stirn ging eine gut zu erkennende Narbe, die Erinnerung an einem Querschläger aus Afganistan.

Er stellte das kalte Wasser an und ließ es sich über den Kopf laufen. Als Ranma wieder in den Spiegel sah, stand dort ein blauäugiger Rotschopf mit Pferdeschwanz und einem Körper, der jedes Supermodell grün vor Neid werden ließ. Ranma's Vorgesetzte wußten von der Tatsache, daß er seit seinem sechzehnten Lebensjahr und einem Besuch im chinesischen Jusenkyo aquatranssexuell war, aber sie wußten bereits seit den 60'ern von diesem Ort und seiner Wirkung. Ranma's jetziger Vorgesetzter war sogar selbst ein Opfer einer Quelle von Jusenkyo.

Eine kalte und dann warme Dusche später, ging er zurück in das Schlafzimmer seines Hotelzimmers und begann mit seinen morgentlichen Übeungen. Einhundert Liegestütze, einhundert Situp's und einige High-Speed-Kata's, die den Raum mit dem Lärm von mehreren Schallmauerdurchbrüchen füllten.

Dann zog er sich an. Eine weite Jogging-Hose, ein graues USMC-T-Shirt und ein Paar Nike's.

Es folgte ein ausgiebiges Frühstück, bei dem der genug aß, um eine vierköpfige Familie zu versogen. Nach dem Essen setzte er sich vor den Fernseher und sah sich einige Anime an. Macross und Gundam. Er lachte sich halb tot, als er die Kampfszenen sah.

Um halb neun klopfte es an der Tür. Er schaltete den Fernseher aus, stand auf und öffnete sie.

"Bereit, Captain?" fragte eine männliche Stimme.

Vor der Tür stand ein dreißigjähriger Man mit dunkelblonen Haaren, grauen Augen und einem starken britischen Akzent.

"Klar, Collins," antwortete Ranma und schloß die Tür hinter sich.

Darryl Collins war Leftenent bei den Britischen Royal Marines. Zum ersten Mal hatte Ranma ihn im Rahmen der UN-Friedenstruppe in Afganistan kennen gelernt und heute waren sie zusammen in der selben UN-Spezialeinheit.

"Hast du schon einen Übungsplatz für uns?"

Ranma lächelte. Und ob er einen hatte. Bevor er in die Staaten gegangen war, hatte er schließlich zwei Jahre in Nerima gelebt.

"Aber klar doch. Es sind nur zehn Kilometer von hier," sagte er.

Sein Englisch besaß nach dreizehn Jahren in den Staaten nur noch einen so leichten japanischen Akzent, daß er normalerweise überhöhrt wurde.

"Zehn Kilometer?" Collins seufzte," Joggen?"

"Yep. Und dann geht es gleich los."

Collins verzog das Gesicht.

"Du wärst ein guter Drill-Sergeant."

Ranma schüttelte lachend den Kopf.

"Nein, ich bin zu gutmütig."

Während sie zum 'Übungsplatz' joggten, dachte Ranma darüber nach, was ihn letztlich wieder nach Japan gebracht hatte."

Ranma stand im Büro von Colonell Dick Swigard, dem Kommandanten der UNMGF, der United Nations Mechanised Guardian Force, einer relativ kleinen UN- Spezialeinheit, in ihrem Hauptstützpunkt in Penzing, Deutschland, dem ehemaligen Stützpunkt des 61. Lufttransportgeschwaders der deutschen Luftwaffe.

Er sah den Colonell an.

"Warum ich, Sir?"

Swigard lächelte.

"Ganz einfach. Zum einen sind sie mein bester Mann und zum anderen sind sie gebürtiger Japaner."

"Wenn Shinoja Enterprises nicht in Nerima wäre, hätte ich ja kein Problem. Aber...."

"Kein Aber, Captain. Ich kenne ihr Problem. Sehen sie es als Change, mit ihrer Vergangenheit ins Reine zu kommen."

Ranma verzog das Gesicht.

"Ja, Sir."

"Eine High-School?" fragte Collins.

Ranma nickte.

"Furrikan-High. Hier bin ich zu Schule gegangen. - Ich denke Direktor Kuno hat kein Problem damit, wenn wir den Sportplatz benutzen."

Er lächelte etwas, als sie sich dem Sportplatz näherten. Er konnte sich noch gut an seine Kämpfe mit Ryoga, Kuno un den anderen erinnern. Er sah sich um.

In den Betonwänden gab es immer noch die Abdrücke von menschlichen Körpern uns Brüche von Bracking-Point's. Er ging auf einen der Abdrücke zu.

"Hey, Collins."

Er deutete auf den Abdruck.

"Das war ich," sagte er lächelnd.

Collins pfiff beinahe anerkennend.

"Wie tief? Zehn Zentimeter?"

"Kommt in etwa hin."

"Darf ich raten? Ryoga?"

Ranma schüttelte den Kopf.

"Nein. Akane, als sie, wie immer, sauer war."

"Uhh," machte Collins und verzog das Gesicht.

Ranma zuckte mit den Schultern.

"Hey, ihr Essen hat versucht mich zu essen."

Er deutete auf den leeren Sportplatz.

"Lass uns anfangen."

Die beiden sprangen auf das Sportfeld. Während Collins in eine Kampfstellung ging, die ein wenig an Jacky Chan Filme erinnerte, stand Ranma gegenüber, die Hände auf dem Rücken.

Nach einigen Sekunden griff Collins an. Ein linker Hacken war auf Ranma's Kopf gezielt, traf aber nur Luft. Ein nachfolgender Spin-Kick brachte das selbe Ergebnis.

Zwei Minuten lang wich Ranma den Tritten und Schlägen von Collins einfach aus. Dabei hätten sie ausgereicht, um bei der nächsten Olympiade Platin zu gewinnen. Dann schlug Ranma einmal zu und traf Collins' Bauch. Der Schlag drückte Collins die Luft aus den Lungen und warf ihn drei Meter nach hinten. Hätte Ranma etwas stärker zugeschlagen, wäre Collins' Wirbelsäule gebrochen und er hätte einen hübschen Eindruck hinterlassen, in einer der Wände. Er stand ächzend auf hielt sich mit einer Hand den Bauch.

"Lass mich raten," sagte er," Defensive?"

"Bingo," antwortete Ranma," Der Kandidat erhält hundert Gummipunkte."

Er ging auf Collins zu und klopfte ihm auf die Schulter.

"Bist nicht der einzige mit so 'ner Scheiß Defensive. Die von Akane war genauso schlecht."

Kurz nachdem er das gesagt hatte, traff ihn ein Tritt von hinten in der rechten Seite. Vollkommen überracht stürzte er zu Boden.

"Wessen Defnsive ist jetzt Scheiße?" fragte eine weibliche Stimme.

Ranma schüttelte eine leichte Benommenheit aus seinem Kopf. Dann rappelte er sich auf und sah die Sprecherin an. Was er sah verschlug ihm den Atem.

Blau-schwarze Haare und das attrakitvste Lächeln der Welt.

"Holy Shit," entfuhr es ihm," Akane?"

Sie lächelte breiter. Ein eindeutiges Ja. Sie hatte sich in den letzten dreizehn Jahren seit dem Kuno-Vorfall verändert. In Ranma's Augen nur zu ihrem Besseren.

Er schüttelte den Kopf, um seine Gedanken ein zweites Mal zu klären. Dann sah er sie skeptisch an.

"Was willst du? Die Scheiße aus mir raus prügeln?"

Ihr Geschicht wurde ernst.

"Du denkst noch an den Vorfall vor dreizehn Jahren?"

"Woran sonst?"

Darauf grinste sie breit.

"Kuno hat sich vertan. Er hatte die Informationen von einem Ranma Saotame aus Kyoto. Hat sich zwei Tage nach deinem Verschwinden herausgestellt."

Damit stürzte sie sich auf Ranma und drückte ihn ganz fest an sich. Ranma ließ nur ein heiseres Gurgeln höhren.

"Ich habe dich vermisst."

Ranma wurde rot. Ein plötzliches, lautes Lachen brachte die beiden auseinander, bevor es zu einem Kuss kommen konnte. Sie sahen, wie sich Collins vor lachen auf dem Boden wälzte.

"Was gibt es da zu lachen?" fragte Akane laut.

Collins konnte sich nur mit Mühe zusammenreißen.

"Ich werd' nicht mehr," stieß er zwischen den Lachern hervor," Captain Ranma 'Ich reiß jede Frau auf' Saotome wird rot. Zum Todlachen!"

Akane sah Ranma fragend an.

"Captain?"

Ranma verbeugte sich leicht, lächelte und hoffte, da sie nicht alles mitbekommen hatte.

"Captain Ranma Saotome, United States Marine Corps. Stets zu Diensten."

Dann wurde Akane plötzlich rot vor Wut und eine rote Ki-Aura baute sich um sie auf.

'Uh Oh.'

"'Ich reiß jede Frau auf'?" schrie sie.

Ranma sah Collins von der Seite an.

"Dafür krieg ich dich morgen dran, Collins," sagte er, bevor er sich dem Tendo Dojo auf einer ballistischen Flugbahn näherte und in einem nur allzubekannten Koi-Teich landete.

Eine triefnasse, weibliche Ranma löste sich aus dem Teich. Dabei fluchte sie wie ein Rohrspatz. Ranma hatte den 'American Way of Life' so sehr verinnerlicht, daß man ihn/sie ohne weiteres für eine/n gebürtige/n Amerikaner/in halten konnte. Und dazu gehörte nun mal das Fluchen. Obwohl selbst jeder der in der Southside von LA aufgewachsen war, tiefrot geworden wäre.

'Aber eins muß man ihr lassen,' dachte sie,' Sie zielt immer noch verdammt gut.'

Dann sah sie den Teich an. Die Koi schwammen aufgescheucht hin und her.

'Die haben sich an meine Abwesenheit gewöhnt.'

"Ranma!"

'Uh Oh.'

Das nächste was Ranma merkte, war wie jemand versuchte das Leben aus ihr heraus zu quetschen. Die Umarmung war stark genug um Ryoga auf die Knie zu bringen. Wieder war nur ein Gurgeln ihr erster Kommentar. Dann lief sie blau an.

"Luft," stieß sie keuchend hervor.

Die Umarmung lockerte sich und sie konnte erkennen, wer sie umarmte.

"Guten Tag, Tendo-san," sagte sie mit einer leichten Verbeugung.

Soun Tenso hatte sich nicht sehr verändert, wenn man von den inzwischen grauen Haaren und den erstaunlich wenigen Altersfalten absah. Genau so war er ein emotionales Wrack, leicht an der Tränenflut zu erkennen.

"Ranma-chan!" schrie eine zweite Stimme.

Sie bekam eine Gänsehaut und es ließ ihr kalt den Rücken herunter. Das nächste was sie merkte, war die Landung eines Körpers auf ihrer Brust. Besagter, etwa sechzig Zentimeter langer Körper klammerte sich fest und rieb sich am dem nassen T-Shirt.

"Hallo, Happi," sagte sie mit einer eisklalten Stimme, die Helium zum gefrieren bringen konnte," Schade, daß du noch lebst, aber das läßt sich ändern."

Ranma meinte den letzten Teil nur zu etwa 95% ernst. Sie griff denn kleinen, runzeligen Gnom, der ein Martial Arts Großmeister war. Aber Ranma war es inzwischen ebenfalls. Zumal sie jetzt auch andere Kampfsportarten, wie das südamerikanische Capuera, beherrschte. Sie hob Happosai auf Augenhöhe und lächelte kalt.

"Ich denke es ist Zeit mein Handycap zu verbessern."

In der anderen Hand erschien aus dem Nichts ein Golfschläger, genauer gesagt ein Neuner Eisen. Happosai bekam große Augen. Ranma setze ihn auf den Boden und hielt ihn mit einem Fuß fest. Dann hohlte sie auf.

"Nein!"

Der Golfschläger bekam Kontakt mit Happosai's Seite und schleuderte ihn in die Mauer, die das Dojo und das Haus umgab. Dreißig Sekunden später fiel er aus dem Eindruck, den er hinterlassen hatte, und blieb bewegungs- und bewußtlos liegen.

Der Golfschläger ruhte inzwischen auf Ranma's rechter Schulter. Sie seuftze.

"Naja, ein perverser, alter Gnom ist nun mal kein Golfball."

Dann lächelte sie.

"Aber vielleicht eignet er sich als Baseball. Oder als Ziel beim Tontaubenschießen."

Sie sah Soun an.

"Ich kann ja wohl mal eben ins Bad, oder?"

Soun nickte, noch immer positiv geschockt von dem plötzlichen Auftauchen Ranma's und seinem/ihrem Verhalten Happosai gegenüber. Er stürzte zum Telefon. Genma mußte es unbedingt erfahren.

Im Bad machte Ranma, was sie in diesen Fällen immer machte. Ihre Ki-Aura flammte auf und trocknete ihre Kleidung im Handumdrehen. Es folgte ein kurzes Kopfbad mit warmen Wasser und ein Gang zur Toilette.

Einige Minuten später betrat er den Wohnraum und wollte sich von Soun verabschieden, aber er hörte, wie jemand die Haustür öffnete. Akane und Collins kamen kurze Zeit später in den Wohnraum.

"Alles Okay, Captain?" fragte Collins mit einem sehr stark akzentbehafteten Japanisch.

Ranma lachte auf.

"Als ob mich so etwas umbringen würde. Zum einen bin ich daran gewöhnt, daß Akane fester zuschlägt und zum anderen war meine letzte schwere Verletzung ein Beinbruch, nachdem die Navy einen Paveway-Abwurf vermurxt hat."

Soun sah Ranma verwirrt an.

"Captain?" fragte er, wie zehn Minuten früher seine jüngste Tochter.

Ranma machte da selbe wie vor zehn Minuten. Er verbeugte sich leicht und lächelte.

"Captain Ranma Saotome, United States Marine Corps. Seht's zu Diensten."

Jetzt war Ranma froh, nicht zu nahe an Soun zu stehen. Der nahm nämlich seine zweite Funktion als Bewässerunganlage war. Collins sah ihn zwinkernd an.

"Ist der immer so?"

"Yep. Seit ich ihn kenne."

Nach einigen Minuten hatte sich Soun beruhigt.

"Du bist Soldat?"

"Ich bevorzuge die Bezeichnung Marine."

Akane nahm Ranma jetzt etwas genauer unter die Lupe. Er war etwas älter, aber immer noch gut aussehend, die etwas stärker ausgeprägten Muskeln machten ihn sogar noch gutaussehender als vor dreizehn Jahren.

'Aber immer noch der Mann, in den ich mich verliebt habe,' dachte sie.

"Woher hast du die Narbe?"

Ranma fuhr sich mit dem Zeigefinger über die Narbe.

"Ein Hinterhalt in Afganistan," sagte er leise," Drei meiner Leute sind dabei draufgegangen."

Er senkte den Blick.

"Es waren gute Jungs."

"Du warst in Afganistan?" fragten Soun und Akane unison.

Ranma sah wieder auf und lächelte.

"Ja. Vor euch steht der Mann der Bin Laden aus aus seinem Versteck gezerrt hat."

Eine weibliche Ranma, gekleidet in viel zu große Wüstentarnkleidung, stand in einem kleinen betonausgekleideten Raum. Die Waffen waren ihr alle abgenommen worden. Sie wußte was jetzt kam. Sie hatte es schon einige Male mitgemacht.

Zwei Taliban hatten ihre AK's auf sie gerichtet und ein weiterer hielt ihre Arme auf dem Rücken fest, damit sie nicht fliehen konnte.

Die schwere Stahltür die zu dem Raum führte, öffnete sich und drei Männer kamen herein, Zwei von ihnen waren Taliban mit amerikanischen M-16 und der dritte war der Mann, den Ranma zu hassen gelernt hatte.

Osama Bin Laden. Der Mann der Kinder in den Krieg schickte, der Unschuldige umbrachte. Der Mann der den geballten Zorn der USA und der restlichen westlichen Welt auf sich gezogen hatte.

Bin Laden musterte Ranma von oben bis unten. Er verzog das Gesicht zu einem Grinsen.

"Jetzt schicken die Ungläubigen schon schwache Frauen in den Kampf," sagte er in bestem Oxford-Englisch.

Ranma riß sich zusammen und beschloß ein wenig zu spielen. Sie versuchte sich zu befreien, was mißlang, wie sie es wollte, da sie nur einen Bruchteil ihrer Kraft einsetzte.

"Besser als Kinder, du Schwein," zischte sie und spuckte Bin Laden ins Gesicht.

Bin Laden wischte sich das Gesicht und schlug Ranma viermal mit der flachen Hand ins Gesicht.

"Dafür wirst du bezahlen, Weib," schrie er.

Dann lachte er hämisch.

"Ich wollte immer schon mal wissen, wie sich Asiatinnen im Bett machen."

"Träum weiter," schrie Ranma mit voller Lautstärke und versuchte sich ein weiteres Mal zu befreien. Auch dieses Mal scheiterte und sie spuckte ihm ein zweites Mal ins Gesicht.

"Eure Arroganz wird euch nicht helfen, der Djihad wird die USA und die sogenannte westliche Welt vernichten."

'Scheiße, der Typ glaubt auch noch an das was er sagt,' dachte Ranma.

Sie setzte ein breites Lächeln auf und ihre Ki-Aura erwachte um Leben.

"Nicht wenn ich es verhindern kann," sagte sie gefährlich leise.

Eine geschickte Bewegung ließ den Mann hinter ihr durch die Luft in eine der Wände fliegen. Eine weitere Bewegung brachte sie zur Tür und schlug sie zu. Nach dieser Schrecksekunde eröffneten die vier Wächter das Feuer, aber die Kugeln fielen in der Ki-Aura zu Boden. Wohlgezielte Tritte schugen zwei der Wächter KO und brachen den beiden anderen das Genick. Dann stand sie Bin Laden gegenüber, immer noch in ihre Ki-Aura gehüllt.

"Eine schwache Frau, was?"

Ihre rechte Faust brach Bin Laden die Nase und er taumelte zurück. Tritt.

"Das ist für das World Trade Center."

Drei Rippen in der rechten Körperhälfte brachen. Tritt.

"Und für das Pentagon."

Die linke Schulter brach an zwei Stellen. Schlag.

"Für die Antrax-Toten."

Der Kifer brach und es lösten sich drei Backenzähne. Tritt. Breites Lächeln.

"Und das ist für mich."

Der Tritt traf die Lenden und hinterließ eine Hodenquetschung, die Bin Laden das Bewustsein verliehren ließ.

"Naja, damals war ich Gunnery Sergeant und habe einen Orden bekommen und konnte eine Akademie besuchen."

Ranma sah seine 'Immer-noch-Verlobte' an.

"Und was ist mit dir?"

Akane lächelte ihn an. Das Lächeln bewirkte, daß Ranma regelrecht dahinschmolz.

"Ich bin Lieutenant bei der JSDF. - Was machst du hier in Japan, wenn du Marine bist?"

Ranma wurde leicht nervös. Konnte er es Akane sagen, ohne ein Geheimnis auszuplaudern? Er zuckte mit den Schultern. Was konnte schon schiefgehen?

"Ich bin in einer UN-Spezialeinheit, wie mein Freund hier."

Er deutete auf Collins.

"Lieutenant Darryl Collins, Royal Marines," sagte er lächelnd.

"Wir sind hier," fuhr Ranma fort," um uns bei einem unserer Zulieferer einen neuen Prototypen anzusehen und zu unserer Basis in Deutschland zu überführen. Wir sollen hier auch einen neuen Transfer treffen."

Akane wurde hellhörig.

"Wie heißt eure Einheit?"

"UNMGF."

Damit grinste Akane breit.

'Uh Oh,' dachte Ranma,' das bedeutet nichts gutes.'

Er wurde von der Haustür in seinen Gedanken unterbrochen.

"Wir sind wieder zu hause!" hörte er eine junge Stimme.

Wenig später standen zwei Kinder im Wohnraum. Beide waren etwa zwölf Jahre alt. Das eine war ein Junge mit roten Haaren in einem Zopf und braunen Augen. Das andere war ein Mädchen mit blau-schwarzen, langen Haaren und meerblauen Augen. Beide trugen Uniformen der Mittelschule, die neben der Furrikan-High stand.

Akane sah die beiden tadelnd an.

"Warum seit ihr schon zu hause?" fragte sie, wie es nur eine Mutter konnte.

Die beiden studierten mit plötzlichem Interesse den Fußboden.

"Ihr habt euch wieder geprügelt," stellte sie fest," Und ihr seid von Direktor nach Hause geschickt worden."

Keiner der beiden antwortete.

"Geht nach oben und zieht euch um. Und dann kommt ihr wieder nach unten."

"Ja, Mom," sagte sie unison.

Die ganze Sache machte Ranma ziemlich nervös.

"Sind die beiden Zwillinge?" fragte er und bemühte sich seine Nervosität zu verbergen.

"Ja," war Akane's simple Antwort.

"Und wie heißen sie?"

"Akama und Ranko."

Ranma bemerkte wie plötzlich die Zimmerteperatur stieg und er anfing zu schwitzen.

"Und wer ist der Vater?"

"Du bist der Vater."

Er bekam große Augen und begann leicht zu zittern.

"Bist du dir da sicher?" fragte er mit ebenfalls zitternder Stimme.

"Ja. Du warst der Einzige mit dem ich vor ihrer Geburt..."

Den Rest bekam er nicht mit, als er von einer beruhigenden Ohnmacht begrüßt wurde. Collins, der das ganze relativ uninteressiert verfolgt hatte, sah seinen Freund und Vorgesetzten an. Er schüttelte den Kopf.

"Behält in einem Minenfeld die Nerven," sagte er," aber bei so etwas wird er ohnmächtig."

Kurze Zeit später kamen Ranko und Akama wieder in den Wohnraum. Beide trugen für ihr Alter normale Kleidung. Als Ranko den ohnmächtigen Ranma sah, ging sie sofort in die Küche und kam mit einem Glas Wasser zurück, daß sie in Ranma's Gesicht entleerte.

Beide bekamen große Augen, als sich Ranma in eine Frau verwandelte und zu sich kam. Ranko ging gleich wieder in die Küche, um warmes Wasser zu hohlen. Mit Ryoga, Shampoo und Genma in der Nähe waren sie an solche Transformationen gewöhnt. Nachdem auch das warme Wasser verwendet worden war und Ranma wieder bei Bewustsein war, sah Akama seine Mutter an.

"Ist das der Typ, den du vorhin auf eine Flugreise geschickt hast, Mom?"

Akane nickte einfach.

"Und was sucht er hier?"

"Er ist euer Vater."

Die Wiederhohlung der Aussage schickte Ranma wieder in die weit geöffneten Arme der Ohnmacht, während ihn die Zwillinge ansahen.

"Der Typ ist unser Vater?" fragte Ranko überrascht," Ich habe ihn mit irgendwie anders vorgestellt."

"Du hast Recht, Schwesterchen. Ich hab' ihn mir größer vorgestellt. Und auch nicht so wie Großvater."

Collins lächelte die Zwillinge an.

"Ich schwöre, in Afganistan war er noch nicht so."

Diesmal kam Ranma von selbst wieder zu sich und richtete sich auf. Akane sah ihn leicht besorgt an.

"Ist alles okay?"

Ranma nickte.

"Kein Problem. Es kommt nur nicht jeden Tag vor, daß einem seine eigenen Kinder vorgestellt werden."

Dann lächelte er nervös.

"Bit du verheiratet, Akane?"

"Nein. - Und du?"

"Auch nicht."

"Dann könnt ihr ja endlich heiraten," sagte Soun und bewässerte wieder seine direkte Umgebung.

"Ich schätze so einfach ist das nicht," sagte Ranma," Wir sind beide Militärangehörige. Zum einen stehe ich im Rang über Akane und zum anderen diene ich in den Staaten. Und ich schätze, da sind die Vorschriften des Corps eindeutig."

Soun's Wasserdurchsatz verdoppelte sich und der Wasserspiegel im Wohnraum stieg auf fünf Zentimeter. Collins sah Soun interessiert an.

"Jeder andere wäre längst an Dehydrierung gestorben," stellte er fest.

"Ranma," schrie eine wütende Stimme.

Ein sehr wütender Happosai betrat den Wohnraum. Eine ziemlich große, rote Aura umgab ihn und strahlte seine Wut aus.

"Wie kannst du es wagen, deinen Meister so..."

Er wurde von einem lauten Lachen unterbrochen. Die Quelle der Lacher war Ranma. Das machte Happosai nur noch wütender.

"Du..." zischte er.

Ranma, immer noch leise lachend, wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel.

"Ein guter Witz, Happi. Du und mein Meister."

Er lachte wieder laut auf. Happosai's Wut wurde stärker.

'Was bildet sich Ranma ein?' dachte Happi wütend,' Ich bin der einzige der hier lachen darf und sonst niemand!'

Er sprang Ranma an, bereit ihn fertig zu machen. Zu seiner Überraschung fing ihn Ranma in der Luft ab und schleuderte ihn in den Garten zurück.

"Lass es uns drausen klären, alter Sack," sagte Ranma toternst.

Dann stand er vor dem Koi-Teich und sah Happosai an, die Arme vor der Brust verschränkt. Happosai stand dort auf, wo er gelandet war. Seine Ki-Aura expandierte zu ihrem Maximum. Ranma gähnte.

"Bist du bald fertig?" fragte er.

Früher hätte Ranma vor der Aura das Weite gesucht, aber seitdem er in Afganistan gewesen war schockte ihn nichts mehr.

Happosai grinste dämonisch. Bisher hatte er immer gewonnen. Fast. Aber heute war für Ranma Zahltag.

"Happodaikiri," schrie er.

Eine schwarze Kugel mit einer Zündschnur flog auf Ranma zu. Er fing die Kugelbombe, zog die Zündschnur heraus und warf die entschärfte Bombe lässig über die Schulter in den Teich.

"Happi, fang," sagte er.

Reflexartig fing Happosai das zigarettenschachtelgroße Kästchen auf, das ihm Ranma zugeworfen hatte. Er sah es an. Es war schwarz und eine rote Leuchtdiode blinkte an der Stirnseite. Er sah Ranma an, der lächelte und auf den Knopf einer Fernbedienung drückte. Die Leuchtdiode wurde grün und das Kästchen explodierte. Happosai fand sich auf einer ballistischen Flugbahn nach Jubaan wieder. Alle, bis auf Collins, starrten Ranma an.

"Was war das?" fragte Akama.

Ranma lächelte immer noch.

"50 Gramm C4 mit Fernzünder. Kleine Spielerei von mir."

"War das der Meister?" fragte eine männliche Stimme, während eine weibliche Ranma's Namen rief. Zum dritten Mal an diesem Tag fand sich Ranma in einer, im Sinne des Wortes, atemberaubenden Umarmung wieder.

"Luft," keuchte er, diesmal ohne vorher zu gurgeln.

Ranma sah die Frau an , die ihn umarmt hatte. Es war seine Mutter. Sie war etwas älter geworden, hatte aber nur wenig Falten.

"Mom."

Diesmal war es an Ranma seine Mutter zu umarmen. Die Umarmung dauerte einige Minuten. Dann sah Noboka ihren Sohn an. Ihr fiel sofort die Narbe auf seiner Stirn auf.

"Woher hast du die Narbe?"

"Ein Querschläger. Ich bin mit meinen Männern in Afganistan in einen Hinterhalt geraten."

Genma fixierte seinen Sohn.

"Du bist bei der Armee?"

"US Marine Corps. Mit dem Rang eines Captains."

"US Marine Corps?"

"Ich bin seit zehn Jahren amerikanischer Staatsbüger."

Noboka hatte ein Glitzern in den Augen.

"So männlich," flüsterte sie.

Ranma lächelte breit und sah seiner Mutter in die Augen.

"Wenn ich nicht grade eine Frau bin."

Genma sah seinen Sohn immer noch an.

"Du hast dich daran gewöhnt?" fragte er ungläubig.

Ranma zuckte mit den Schultern.

"Was bleibt mir anderes überig? Es existiert keine Heilung und außerdem kam es von Zeit zu Zeit ganz nützlich sein."

Er lächelte.

"Was meinst du, wie ich an Bin Laden herangekommen bin?"

Er sah auf seine Uhr. Es war bereits zwölf Uhr. Dann lächelte er alle Anwesenden an.

"Wisst ihr was. Ich lade euch alle ins Nekohaten ein."

Akane sah ihn warnend an. Ranma hob abwehrend die Hände.

"Hey, ich will nur mal wieder anständig chinesisch essen. Das was man in den Staaten als chinesisches Essen verkauft ist, gelinde gesagt, schrecklich."

"Ihr hättet das Gesicht von meinem Drill-Sergeant sehen sollen. Einfach zum schreien," erzählte Ranma, als er die Tür zum Nekohaten öffnete," Und den anderen Rekruten wären fast die Augen ausgefallen."

"Nihao, Willkommen im..." begann Shampoo, verlohr aber die Worte, als die Ranma erkannte.

"Hallo Schampoo," sagte Ranma und ließ sich nicht unterbrechen," Als ich dann vor dem Kommandanten stand und meine Geschichte heruntergeleiert hatte, sagte er er würde mit glauben."

Inzwischen standen auch Cologne und Mousse neben Schampoo und starrten Ranma an.

"Hat sich herausgestellt, daß der Colonell selber mal in Jusenkyo war und in eine der Quellen gefallen ist. Könnt ihr euch vorstellen, daß Saffron vor tausend Jahren selber mal dort ertrunken ist?"

Damit beendete er seine kleine Geschichte, immer noch etwas lachend. Dann sah er die drei Amazonen an.

"Wie wär's mit einem Tisch für acht?"

Er lächelte Cologne an.

"Na, hat man dich wieder aus dem Gruselkabinett herausgeschmissen?" fragte er sie.

"Hast du immer noch keinen Respekt vor dem Alter?" fragte sie im Gegenzug, wobei ihr Stock auf Ranma's Kopf zielte. Immer noch lächelnd fing er den Stock ab und entwand ihn ihr mit einer geschickten Bewegung. Einem direkt folgendem Angriff wich er problemlos aus und griff sie zeitgleich an. Capuera war dafür schließlich wie geschaffen. Gleichzeig angreifen und ausweichen. Dabei berührte er einen Shinatsu-Punkt, der Colongne's Körper paralysierte. Er hielt sie sich vor sein Gesicht.

"Ich werde jederzeit mit dir fertig. Und wenn du irgendwas versuchen solltest. Ich habe einige Bekannte bein CIA, die mir noch einen Gefallen schulden."

Er ließ dieses Statement in der Luft stehen.

"Und außerdem solltest du ein wenig mehr Respekt vor dem Mann haben, der Osama Bin Laden aus deinem Bunker geschleift hat."

Cologne lächelte jetzt ihrerseits.

"Du wirst mich noch anflehen."

"Mal wieder?" fragte er gelangweilt," Verklag mich doch einfach. Aber ich bin so wieso nicht lange hier."

Ranma setzte Cologne auf den Boden und drehte sich um.

"Ich schätze das war keine gute Idee. Gehen wir lieber zu Ucchan."

Die Zwillinge lächelten breit. Kurz später verließen sie das chinesische Restaurant, um auf dem Weg zu Ucchan's mit Kuno zusammenzutreffen, der sich anscheinend kein bischen verändert hatte. Nur der Maßanzug passte ihm nicht so recht.