First & Ten

Kapitel 3

Bist du sicher, dass du kein Kicker bist?


BPOV

Edward Cullen berührte meine Hand und es fühlte sich an, als würde die Elektrizität von 10.000 Volt über seine Fingerspitzen in meinen Körper fließen. Heilige Scheiße. Das war mir sicher noch nie zuvor passiert! Ich sah, wie seine tollen grünen Augen sich weiteten, bevor er meine Hand wieder los ließ. Hatte er es auch gespürt? Vielleicht waren die Schaltkreise an diesem Ort fehlerhaft. Vielleicht war er ein Roboter. Das machte Sinn. Niemand konnte von Natur aus so unheimlich gut aussehen. Ich konnte schon die Schlagzeile vor meinem inneren Auge sehen: Edward Cullen Roboter ab sofort käuflich zu erwerben! Und darunter das Bild von Horden von Frauen, die angestellt waren wie die zukünftigen Bräute, die beim Ausverkauf vor einem Brautmodengeschäft Schlange standen. Die Kopien von Edward würden die Welt übernehmen, aber niemand würde sich beschweren, weil er so gut aussah. Wie war das nur möglich, dass er als echte Person noch besser aussah als auf all diesen sexy Titelmagazinen? Das war so wahnsinnig unfair.

Ich merkte, dass er mir jetzt gegenüber saß und mich verwirrt beobachtete. Er trommelte mit den Fingern auf dem Tisch herum. Wie lang hatte ich gerade von Edward Robotern phantasiert? Oh Gott, sie sahen mich alle an. Schnell, Bella, sag irgendwas! "Du hast lange Finger", stieß ich heraus. Heilige Scheiße, was hatte ich da gerade gesagt? Ich spürte, wie mein Gesicht rot anlief, und ich dankte Gott dafür, dass es so wahnsinnig düster war an diesem Ort. Vielleicht sahen sie es nicht. Denn sie hatten auf alle Fälle gehört, wie ich gerade das Allerdümmste überhaupt zum heißesten Kerl auf dem ganzen Planeten gesagt hatte. Alice begann zu giggeln und ich hörte, wie Jasper versuchte, sein Lachen hinter seiner Hand zu verbergen.

Edward öffnete seinen Mund und dann schloss er ihn wieder. Er nahm eine dieser umwerfenden Hände und fuhr sich damit durch sein volles, kupferfarbenes Haar. "Ähm, ja, danke. Damit kann ich leichter meinen Football werfen." Er sah dabei auch noch selbstbewusst aus. Was für ein toller erster Eindruck, Bella. Ich bin mir sicher, er ist daran gewöhnt, dass die Frauen mehr mit seinen Fingern machten als sie bloß als lang zu bezeichnen. Vielleicht hättest du sagen sollen, dass du sie gern in dir spüren willst. Die Frauen fragen ihn sicher ständig, ob er nicht ihr eigener, persönlicher Gynäkologe sein will. Wie peinlich.

"Richtig, natürlich. Für den guten Griff und alles." Jesus Christus, warum konnte ich nicht einfach die Klappe halten? Vielleicht sollte ich so tun, als hätte ich einen Herzinfarkt. Später könnte ich behaupten, mein Gehirn hätte nicht genug Sauerstoff bekommen und deshalb habe ich so dumme Sachen gesagt. Außerdem könnte es dazu führen, dass er mir eine Mund zu Mund Beatmung gab. Sein Dad war schließlich Arzt, also konnte er das wahrscheinlich, oder? Gute Idee, Bella. Dann würde dein Herz wirklich stehen bleiben und du würdest sterben. Aber das wäre es total wert gewesen. Man braucht sich nur seine Lippen anzusehen.

Alice und Jasper lachten mich immer noch aus und ich hatte einfach zu viel Angst davor, was wohl wieder aus meinem Mund kommen würde, um ihnen zu sagen, sie sollten einfach die Klappe halten. "Also, woher kennst du Alice eigentlich?", fragte Edward. Er rettete mich davor, wieder etwas Idiotisches zu sagen. Danke.

"Wir waren Zimmerkolleginnen im College", antwortete ich. Es hätte noch so viel mehr zu erzählen gegeben, aber für den Rest der heutigen Nacht würde ich nicht mehr als das absolute Minimum mehr sprechen. Das war der einzige Weg, wie ich weitere verbale Unfälle vermeiden konnte.

Alice begann dann auch zu sprechen. Ich würde ihr ebenfalls gern dafür danken, aber sie hatte mich unvorbereitet in dieses Chaos gestoßen, also schuldete sie mir das und noch jede Menge mehr. "Bella war zuerst in unserem Zimmer und sie hatte ihre ganzen Sachen geordnet. Es sah aus wie in einem Militärlager! Natürlich kam ich dann und habe alles umorganisiert, sodass es aussah, als hätten wir schon unser ganzes Leben lang hier gewohnt. Bella musste aus ihrer Routine ausbrechen und es war meine Aufgabe, ihr dabei zu helfen. Ich hab sie mit auf eine Party geschleppt und seither sind wir Freundinnen."

Ich lachte bei der Erinnerung an Alices Entrüstung wegen der langweiligen Seite meines Zimmers auf. Sie hatte einen roten Edding genommen und ein Bild von uns beiden an meine Wand gemalt. Es am Ende des Jahres wieder weiß zu übermalen war nicht leicht gewesen, aber es hat Spaß gemacht. Wir hatten immer Spaß gehabt. "Es ist schwer, Alice nicht zu mögen."

Edward lächelte dieses umwerfende, halbe Grinsen, das das Innenleben der Frauen immer zum Zittern brachte. Okay, vielleicht war das nur bei mir so. "Das kann ich mir gut vorstellen."

Alice strahlte ihn an und warf ihre Arme um Jasper. "Siehst du, er mag mich! Ich wusste es doch!"

Jasper zerzauste ihr Haar. "Alice, ich glaube, ich hab dir gesagt, dass es so sein würde. Du warst diejenige, die befürchtet hatte, er würde dich hassen."

Sie schüttelte den Kopf. "Nö, das warst ganz allein du, Jazz. Ich erinnere mich noch entfernt ..." Er unterbrach sie mit einem heißen Kuss, der viel besser ins Schlafzimmer gepasst hätte als in diesen gut besuchten Nachtclub. Ich sah hinüber zu Edward und merkte, dass er mich ansah. Er grinste und neigte seinen Kopf in Richtung des Pärchens, das direkt neben uns herumknutschte, und ich lachte und verdrehte meine Augen.

"Ich bin mir nicht mal sicher, warum sie uns überhaupt eingeladen haben", sagte er mir und lehnte sich an den Tisch, damit ich ihn hören konnte. Gott, er war so groß, ich fragte mich, ob er überall so groß war. Sag das ja nicht laut, Bella. Was war los mit mir? Ich klang wie ein notgeiler Teenager. Das war nicht akzeptabel. Ich würde nicht zu einem dieser Mädchen werden, die ich so hasste. Er war nur ein Mann. Ein brennend heißer Mann, aber immer noch ein Mann. Ich würde ihn genau so behandeln wie jeden anderen auch.

"Das ist eine sehr gute Frage. Tja, da Jasper mir offenbar nichts von sich selbst erzählen kann, warum erzählst du mir nicht ein wenig von ihm?" Edwards Augen weiteten sich und sein Lächeln erhellte den Raum. Er stand auf, zog sich einen Stuhl zu unserem Tisch, näher zu mir, und setzte sich darauf. Es fühlte sich an, als bedeutete seine Nähe für meinen Körper Alarmstufe rot, denn auf meinen Armen kribbelte es und ich bekam sogar eine Gänsehaut. Gott, ich machte mich lächerlich. "Stört es dich?", fragte er und deutete auf seinen neuen Sitzplatz. Öh, nein, wieso sollte es mich stören, neben Edward fucking Cullen zu sitzen? Das einzige, das mich sehr wohl störte, war, wieso er mich nicht so küsste wie Jasper und Alice es gerade taten. Das störte mich sogar ziemlich.

Ich gratulierte mir im Stillen, dass ich diese Tatsache noch nicht laut ausgesprochen hatte, und schüttelte den Kopf. "Ich nahm an, es wäre einfacher, als auf der anderen Seite des Tisches dir gegenüber zu sitzen. So muss ich nicht schreien." Er schenkte mir ein weiteres umwerfendes Lächeln und ich zitterte. Übte er das vor dem Spiegel? "Also, was willst du über Jasper wissen?"

"Ja", schaffte ich es gerade noch auszusprechen. Ich sah hinüber und merkte, dass er und Alice noch immer übereinander herfielen. "Alice hat offenbar einige wichtige Details weggelassen, als sie mir von ihm erzählt hatte. Wie seinen Namen und seinen Beruf. Ich nahm an, mit dem Namen Jazz wäre er so was wie ein Musiker."

Edward stieß das dunkelste, tiefste und hinreißendste Lachen aus, das ich je gehört hatte, und ich umklammerte die Tischkante, damit ich mich nicht auf ihn warf. Du gehörst nicht zu diesen Mädchen, Bella. Er kann gar nicht wissen, welche Wirkung er auf dich hat.

"Jazz ... damit wird er in der Umkleide sicher noch ewig aufgezogen werden. Ich, äh, schätze, du weißt, dass wir Football spielen?" Er sah bei dieser Frage beinah aus, als würde er sich schämen. Das überraschte mich, denn ich hätte erwartet, er wäre kecker gewesen diesbezüglich. Vielleicht war mehr an Edward Cullen, als das bloße Auge erfassen konnte.

Ich ließ wieder locker und beschloss, mich nicht weiterhin dumm zu stellen. Ich würde ihn nach heute Abend wahrscheinlich sowieso nie wieder sehen, also gab es keinen Grund, um durchzudrehen. "Yeah, tja, irgendwie ist es mein Job, das zu wissen."

Er zog eine Augenbraue hoch und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. "Was bedeutet das?"

"Ich bin Sportreporterin für The Republic."

Plötzlich war er derjenige, der angespannt aussah. "Oh."

Er stand langsam auf und ich legte meine Hand auf seinen Arm. "Ich bin nicht wegen einer Story hier. Ehrlich. Ich wusste nicht einmal, mit wem wir uns treffen, weißt du noch?" Er entspannte sich ein winziges Stück, sank zurück auf seinen Platz und ich nahm zögerlich meine Hand von seinem sehr muskulösen Unterarm.

Er fuhr sich mit der Hand durch das Haar und sah mich an. "Also, worüber schreibst du?"

"Nichts Großes momentan. Ich bin erst seit zwei Jahren mit dabei. Hauptsächlich schreibe ich über High School Sportveranstaltungen und mache Datenrecherche. Als Alice mich angerufen hat, weil sie sich mit euch beiden treffen wollte, wühlte ich mich gerade durch deine Pass-Statistiken für einen Artikel, an dem Buddy arbeitet."

Er gluckste. "Hört sich faszinierend an. Hast du etwas Interessantes dabei rausgefunden?"

Ich versuchte, bei seinen Worten nicht zornig zu werden. Er hatte Recht. Das war schließlich nicht die Art von Arbeit, für die man den Pulitzer Preis gewann. "Ich habe rausgefunden, dass du im Spiel durchschnittlich 2,3 Mal öfter zu Jasper wirfst als zu Fitzgerald."

Er warf mir ein Lächeln zu. "Ich schätze, dann muss ich mich darum kümmern, dass Fitz in unserem ersten Spiel den Ball ein wenig öfter bekommt. Ich kann es mir nicht leisten, dass einer meiner Top Receiver böse ist auf mich."

"Das sind beide keine Divas", wies ich ihn zurecht.

Er nickte. "Das ist eine Tatsache, für die ich unendlich dankbar bin. Es gab Gerüchte, dass wir außerhalb der Saison uns nach TO umschauen und ich ..." Er unterbrach sich.

"Was?", fragte ich. Terrell Owens hatte sich in Buffalo mäßig gut benommen, aber er war schon weit über seine besten Jahre hinaus und niemand wusste, wann seine Einstellung wieder ans Tageslicht kommen könnte. Anscheinend wollte es niemand mit ihm riskieren.

"Ich kann nicht wirklich darüber sprechen, das ist alles." Er zuckte entschuldigend mit den Schultern. "Ich hätte nichts sagen sollen." In anderen Worten, er hätte nichts zu einer Reporterin sagen sollen. Was glaubte er, für wen ich arbeitete, für The Enquirer?

Ich legte meine Hand wieder auf seinen Arm und bei der bloßen Berührung spürte ich wieder diesen angenehmen, warmen Funken. "Ich verspreche dir, Edward, ich werde mit nichts, das du zu mir sagst, zu meinen Chefs laufen."

Er legte seine rechte Hand über meine und ich begann bei seiner Berührung fast zu hyperventilieren. "Danke, Bella, das weiß ich zu schätzen. Es ist nur schwer zu wissen, wem man vertrauen kann, und wir haben uns gerade erst kennengelernt, also ..."

"Ich hab's verstanden", sagte ich ihm. Er hatte seine Hand noch immer über meiner und ich hatte meine noch immer auf seinem Arm und ich wusste, ich sollte ihn loslassen, aber es fühlte sich einfach richtig an, ihn zu berühren. Es war komisch, aber es gefiel mir. Wenn er meine Hand hier nicht haben wollte, würde er sie sicher nicht praktisch festhalten, oder? "Es ist nicht leicht, berühmt zu sein, oder?"

Er schüttelte den Kopf und schenkte mir ein reumütiges Lächeln. "Nein. Versteh mich nicht falsch, ich weiß, ich habe es leicht im Vergleich mit tausenden anderen Leuten. Es nervt nur, wenn ich nirgendwo hingehen kann, ohne erkannt zu werden. Manchmal vergesse ich, wer der echte Edward Cullen ist." Das war interessant. War er so anders als der Kerl, den ich jede Woche im Fernsehen sah?

"Also wer ist er?", fragte ich und war geschockt von meiner eigenen Dreistigkeit.

"Ich ... wollten wir uns nicht über Jasper unterhalten?", fragte er nervös. Ein schneller Blick auf das andere Ende des Tisches zeigte, dass Alice und Jasper nach wie vor eng umschlungen waren. Zumindest waren sie noch vollständig bekleidet, aber Gott allein wusste, was unter diesem Tisch vor sich gehen konnte.

"Wir können uns über alles unterhalten, das du willst", versicherte ich ihm. Er fühlte sich sichtlich nicht wohl dabei, sich einer Fremden so zu öffnen. Ich auch nicht, was dies betraf, also wollte ich ihn nicht bedrängen.

Er sah erleichtert aus und warf mir ein weiteres umwerfendes Lächeln zu. "Tja, Jas ist ein guter Kerl. Er ist witzig bis zum Umfallen, obwohl er normalerweise immer zu den Ruhigen gehört, also sieht das niemand. Er hat ein großes Herz und würde dir sein letztes Hemd geben, wenn du das von ihm verlangst. Er kann gut zuhören. Der Mann würde nicht einmal seiner Mutter etwas erzählen, wenn du ihn darum bittest." Ich lächelte bei seiner Beschreibung. Er war überhaupt nicht Alices Typ, aber mit ihrem Typ hatte es ja noch nie zuvor geklappt. Vielleicht war es diesmal anders. "Er igelt sich gerne ein, er zeigt seine Gefühle nicht oft." Das wusste ich, denn er war bekannt dafür, auf dem Feld der Ruhige zu sein, und er war kaum in Auseinandersetzungen verwickelt. Edward gluckste. "Zumindest zeigte er das früher nicht so. Deine Freundin bringt an ihm anscheinend eine neue Seite zum Vorschein."

"So ist Alice eben. Sie hat das bei mir auch gemacht. Ich habe nie wirklich etwas riskiert, bis sie in mein Leben getreten ist."

Seine Hand drückte die meine. "Was meinst du?"

"Ich war in meiner Jugend unglaublich tollpatschig. Ich habe Sport geliebt, aber ich war schrecklich darin. Ich fiel immer hin und schlug mir die Knie auf, verstauchte mir die Knöchel und in den schlimmsten Fällen brach ich mir sogar Knochen oder bekam eine Gehirnerschütterung."

"Das hört sich derb an! Also ist das der Grund, warum du jetzt über Sport schreibst?", fragte er und sah mich voll Interesse an.

"Naja, ja, ich nehme es an. Ich habe nie so recht darüber nachgedacht, aber klar. Ich kann das, was ich liebe, nicht tun, aber ich kann darüber schreiben. Irgendwie kann ich somit doch mitmachen." Ich war ziemlich erstaunt, dass er das so schnell herausgefunden hatte, wenn es mir doch selbst nicht einmal wirklich aufgefallen war.

"Es ist toll, dass du ein Teil dessen sein kannst, das du liebst", sagte er mir. Er streichelte abwesend mit seinen Fingern über meinen Handrücken.

"Das stimmt." Seine Berührung stellte Dinge mit mir an und ich wollte, dass dies nie wieder aufhörte. "Also habe ich es aufgegeben, auch nur die kleinsten Risiken einzugehen. Ich war zufrieden, wenn ich mich mit einem Buch verkriechen und mich in einer Fantasiewelt verlieren konnte, weißt du?" Er nickte. "Alice hat das aber nicht mehr zugelassen. Sie schleppte mich in die Wälder zum Wandern und zum Tauchen. Wir sind sogar durch den Grand Canyon gewandert!

Er zog eine Augenbraue hoch. "Ist das bei deiner Tollpatschigkeit nicht irgendwie gefährlich?"

Ich lachte und schüttelte den Kopf. "Da bin ich rausgewachsen. Hat nur zwanzig Jahre gedauert oder so." Sein volles Lachen stimmte in meines mit ein und er drückte wieder meine Hand. "Nicht dass ich nicht befürchtet hätte, meine Tollpatschigkeit würde zurückkehren und mich am Ende umbringen, aber hier bin ich nun."

"Ja, hier bist du nun." Sein Blick erwiderte meinen und ich schwöre, ich kam mir vor, als würde ich von ihm angezogen werden, als wäre sein Blick eine Zugmaschine, die mich näher zog. Er lehnte sich zu mir und seine Zunge kam hervor, um sich über die Lippen zu lecken. Holy shit, er wollte mich sicher gleich küssen.

"Verzeihung", ertönte eine hohe, kreischige Stimme, die uns aus unserem Augenblick riss. "Bist du Edward Cullen?"

Edwards Hand fiel von meiner und er drehte sich zu dieser nervigen Stimme um, die gerade das ruiniert hatte, was wahrscheinlich zum besten Moment meines Lebens geworden wäre. Ich nahm meine Hand von seinem Arm und sah das Miststück an, das uns unterbrochen hatte. Sie war natürlich blond. Platinblond mit riesigen, falschen Brüsten. Ihre Zähne waren blenden weiß, wahrscheinlich gebleached. Ich hasste sie vom ersten Augenblick an, was zugegebenermaßen lächerlich war, aber es war eben mein Instinkt.

"Ja", antwortete er.

"Oh mein Gott! Ich habe meinen Freundinnen gesagt, das wärst du, aber sie sagten, du wärst es nicht! Ich bin Sandy? Kann ich ein Foto von dir machen?"

Ich sah, wie seine Schultern vibrierten, und kämpfte gegen das Bedürfnis, meine Hand wieder auf seine zu legen. Ob ich ihn damit beruhigen wollte oder mein Anrecht auf ihn bekunden wollte, da war ich mir nicht ganz sicher. Aber das Letzte, das er wahrscheinlich wollte, war, dass ich ihn vor dieser Aufblaspuppe anfasste, die sich sicher an ihn ranschmeißen wollte. "Sicher", stimmte er zu und schenkte ihr das wunderschöne Lächeln, das noch vor wenigen Sekunden mir gegolten hatte. Ich fühlte mich, als hätte mir jemand in den Bauch getreten. Natürlich wollte er sie.

Sie sah mich an und streckte mir etwas hin. Oh Gott, nein. "Kannst du bitte ein Foto machen?" Ich wollte die Kamera quer durch den Saal werfen, aber ich nahm sie und nickte. Ich konnte über diesen Dingen stehen. Ich konnte auch sicher gehen, dass ihr halber Kopf auf dem Bild abgeschnitten war. Oder vielleicht konnte ich einfach Edward komplett weglassen? Verfluchte Digitalkameras und ihre Displays, aber sie würde sicher sofort dahinterkommen.

Sie kniete sich neben Edward, der auf seinem Stuhl sitzen blieb. Ich konnte seinen Gesichtsausdruck nicht recht deuten, aber er sah nicht gerade glücklich aus. Wahrscheinlich fühlte er sich nicht wohl dabei, mich wegen dieser Barbie Puppe fallen gelassen zu haben. Tja, ich würde es ihm einfach machen. Das Mädchen schlang ihren Arm um seinen Hals und ich biss die Zähne zusammen. "Bereit?", fauchte ich mit knirschenden Zähnen. Sie nickte und zwei wunderschön lächelnden Personen waren am Display zu erkennen. Ich schoss das Foto und gab ihr die Kamera rasch zurück, in der Hoffnung, dass sie gleich wieder verschwinden würde.

"Also, Edward, was machst du heute Abend so?", fragte sie in einem verführerischen Tonfall, wodurch ich sie ihr am liebsten an den Kopf geworfen hätte. Natürlich hatte ich kein Glück mit ihr, dass sie ihre Kamera nahm und wieder verschwand. Vielleicht war ich diejenige, die gehen sollte.

"Ich bin hier, um mit ein paar Freunden etwas zu trinken", antwortete er und deutete auf uns. Alice und Jasper bekamen davon nichts mit, obwohl sie sich jetzt nicht mehr küssten. Sie sahen einander bloß in die Augen. Ich hatte sie noch nie so wie jetzt erlebt.

"Tja, wenn du dann fertig bist, könntest du mich anrufen und wir könnten zusammen abhängen?" Sie nahm eine Serviette vom Tisch und schrieb ihre Nummer auf mit einem Stift, den sie rein zufällig mit dabei hatte. Schlampe.

"Ähm, yeah, tja, ich weiß nicht, ich muss mich für das Spiel fertig machen", murmelte er. Er nahm ihr die Serviette aus der Hand und faltete sie zusammen. Natürlich nahm er ihre Nummer an. Typisch. Sie hatte kein Interesse daran, den "echten Edward Cullen" kennenzulernen, aber das störte ihn ja anscheinend nicht, oder?

"Ich kann dich doch fertig machen", schnurrte sie. Ernsthaft, mir würde gleich schlecht werden, wenn sie noch eine weitere Minute hier bleiben würde. Edward schenkte ihr wieder dieses Lächeln und nahm die Serviette, um sie in seine Hosentasche zu stecken. Ich weiß nicht, von wem ich enttäuschter war, von ihm oder von mir, weil ich gedacht hätte, er wäre anders. Hatte ich nichts aus meiner Beziehung mit James gelernt? Ich, Bella Swan, bin eine Idiotin.

Die Schlampe ging zurück zu ihren Freundinnen, denen sie sicher gleich von ihrem baldigen Date mit Edward Cullen erzählte. Er drehte sich zurück zu mir und lächelte. "Wo waren wir?", fragte er und griff nach meiner rechten Hand. Meinte er das jetzt ernst? Dachte er wirklich, ich wollte, dass er mich küsste, wenn er doch gerade Pläne geschmiedet hatte, später ein anderes Mädchen zu vögeln?

"Wir waren nirgendwo", sagte ich ihm gefühlskalt.

Das Lächeln verschwand von seinem Gesicht und er sah verwirrt aus. "Was? Es tut mir Leid, dass wir unterbrochen wurden. Das passiert leider manchmal. Ich würde wirklich gern mehr von dir erfahren." Seine Stimme sank und klang sehr verführerisch. Er schenkte mir seine Sex-Stimme, direkt nachdem er die Nummer eines anderen Mädchens angenommen hatte. Vielleicht dachte er, ich würde bei ihren Sexkapaden mitmachen. Arschloch.

"Da bin ich mir sicher, Edward." Von meiner Stimme bekam er jetzt sicher Frostbeulen. "Ich habe kein Interesse mehr, etwas von mir zu erzählen. Aber vielleicht könnten wir uns über dich unterhalten."

Er sah verwirrt aus, während er sich wieder mit der Hand durch seine Haare fuhr. "Okay, was willst du wissen?"

"Wie ist es so, der begehrteste Junggeselle in ganz Arizona zu sein? Oder bist du jetzt schon der begehrteste Junggeselle Amerikas?", fragte ich giftig. Ein falsches Grinsen lag auf meinem Gesicht. Ich bin mir sicher, dass ich lächerlich aussah, aber ich konnte nicht anders.

"Bella, warum fragst du mich das? Ist es wegen diesem Mädchen? Das war gar nichts." Natürlich war es gar nichts, nur ein normaler Abend im Leben des großen Edward Cullen. Die Verbinung zu ihm hatte ich mir sicher nur eingebildet.

"Natürlich nicht", antwortete ich und versuchte, gelangweilt zu klingen. "Ich dachte, vielleicht könnte ich eine Story über dich schreiben. Vergiss die Statistiken. So etwas wollen die Leser wirklich wissen." Ich machte eine Show daraus, in meine Tasche zu greifen und mein digitales Diktiergerät herauszuholen. Er sah es eine Sekunde lang mit offenem Mund an, dann starrte er mich böse an.

"Also du hast mir dein Interesse nur wegen einer Story vorgeheuchelt? All das über wer ist der echte Edward Cullen war nur eine Show?" Er hatte die Frechheit, dabei verletzt zu klingen, wenn ich doch diejenige war, deren Herz gerade zersplittert war.

"Ja", sagte ich ihm und stieß ein kleines Lachen aus. Ich würde ihn nicht wissen lassen, dass er mir unter die Haut ging. Dass ich gedacht hatte, dass vielleicht jemand wie er jemanden wie mich haben wollte. Er würde bloß lachen, wenn er das wüsste.

Er rutschte vom Tisch zurück und stand abrupt auf. "Ich muss gehen." Natürlich musste er gehen. Er wurde doch zu einer sexgefüllten Nacht mit der Barbie Puppe erwartet. "Alice, es war schön, dich kennenzulernen. Jas, wir sehen uns morgen früh." Sie sahen auf. Endlich.

"Du gehst schon?", fragte Jasper und klang überrascht. "Aber ich dachte ..." Er verlor den Faden und sah zwischen mir und Edward hin und her. Was auch immer er sah, sorgte dafür, seinen Satz nicht zu Ende zu sprechen. "Okay, wir sehen uns." Edward nickte und ging davon. Warum fühlte ich ich so leer, jetzt, wo er weg war? Ich wollte doch, dass er ging. Er war nichts als ein Player.

"Jazzy, kannst du mir etwas zu trinken holen?", fragte Alice ihn.

Er nickte und stand auf. "Bella, kann ich dir etwas mitbringen?"

"Ja, ich möchte vier Tequilas, bitte." Innerhalb einer Sekunde war mein Abend von unglaublich zu beschissen geworden und ich wollte mich wieder gut fühlen. Jasper zog eine Augenbraue hoch, aber ging los, um die Drinks zu holen.

"Bella, was ist passiert? Es sah doch aus, als hättet ihr euch gut verstanden." Alice zog an meinem Arm.

"Als ob du das wirklich bemerkt hättest! Du warst doch viel zu sehr mit Jasper beschäftigt!"

Sie seufzte und schüttelte den Kopf. "Ja, aber das bedeutete nicht, dass ich nicht aufgepasst hätte. Ihr habt euch gut verstanden, also beschloss ich, euch reden zu lassen. Er ist toll und ihr habt Football als Gemeinsamkeit. Anscheinend habt ihr euch gegenseitig gefallen. Also was ist passiert?"

"Was ist passiert? Er hat die Telefonnummer von irgendeinem Mädchen angenommen, direkt nachdem wir uns wunderbar unterhalten hatten", antwortete ich verstimmt und legte den Kopf in meine Hände. Ich wollte nicht darüber reden, ich wollte mich nur betrinken und vergessen, dass ich je dumm genug gewesen war, um zu glauben, dass Edward Cullen mich haben wollte.

Alices graue Augen weiteten sich. "Wirklich? Das ist schrecklich! Ich hätte nie gedacht, dass er so einer wäre. Von allem, das Jasper mir erzählt hatte ..."

"Tja, sie sind Freunde und ich bin mir sicher, dass er seiner Freundin nicht gleich erzählt, dass sein bester Freund eine männliche Schlampe ist", informierte ich sie eisig.

"Bella, das tut mir Leid. Ich habe wirklich gedacht, ihr beiden versteht euch. Ich hätte besser aufpassen sollen." Tränen stiegen ihr in die Augen und ich schlang meinen Arm um sie.

"Es ist nicht deine Schuld, Alice. Ich habe das auch gedacht. Ich hätte es besser wissen sollen."

"Nicht jeder Kerl ist wie James, Bella", sagte sie mir sanft.

"Ich weiß, Alice." Ich wollte nicht mehr daran denken und zum Glück tauchte Jasper mit unseren Drinks auf. Ich warf den ersten Tequila hinunter und spürte, wie sich die Wärme in meinem Körper ausbreitete. Es kribbelte und erinnerte mich daran, wie ich mich gefühlt hatte, als er mich berührte. Ich kippte den nächsten Tequila. "Jemand wird mich heute nach Hause bringen müssen", sagte ich ihnen und fühlte mich schon ein wenig besser, da der Alkohol seine Wirkung zeigte. Ich hatte heute nicht viel gegessen und es würde nicht lang dauern, bis ich komplett betrunken war.

"Jasper wohnt ganz in der Nähe. Ich fahre deinen Wagen dorthin und wir schlafen beide bei ihm, okay?", fragte Alice.

"Ist für mich okay, Pyjamaparty bei Jazzy!" Ich kippte den nächsten Drink und grinste sie an. Langsam fühlte ich mich wieder gut. Edward wer? Ich rutschte auf meinem Stuhl herum und meine Zehe stieß an etwas, das unter dem Tisch lag. Was war das?

Ich bückte mich und meine Finger ergriffen etwas Weiches. Ich hob es vom Boden hoch. Es war eine Serviette. Ich legte sie wieder auf den Tisch und in dem Moment fiel mir etwas auf. Es war nicht irgendeine Serviette. Es war die Serviette, die das Mädchen Edward mit ihrer Nummer darauf gegeben hatte. Er hatte sie gar nicht in seine Hosentasche gesteckt. Er hat sie auf den Boden geworfen. Ja, ich war eine riesen Idiotin.

"Alice, ich hab's vermasselt."


EPOV

Was zur Hölle war gerade passiert? Diese Worte gingen mir immer wieder durch den Kopf, während ich mir meine Weg zum Club hinaus bahnte. Im VIP Bereich war es ruhig gewesen, aber außerhalb dieser Türen herrschte das Chaos. Die Leute riefen meinen Namen und obwohl ich es normalerweise schaffte, zu winken und zu lächeln, hielt ich meinen Kopf diesmal unten und ging einfach weiter. Ich wollte verdammt noch mal nach Hause und herausfinden, wie dieser Abend so schnell von völlig richtig zu völlig falsch geworden war.

Ich gab dem Parkservice mein Ticket und ignorierte die Gruppe Mädchen, die mir aus dem Club hinaus gefolgt war. Ich nahm mein Handy heraus und tat so, als würde ich telefonieren, damit sie mich hoffentlich nicht ansprachen. Das funktionierte nicht immer, aber manchmal verjagte es ein paar meiner weniger hartnäckigen Fans. Sie bewahrten zu meiner Erleichterung etwas Distanz. Ich atmete tief ein, als mein Mercedes vor mir anhielt. Ich gab dem Parkservice ein Trinkgeld und stieg in meinen Wagen für die kurze Heimfahrt. Die ganze Zeit über lief der Abend in meinem Kopf nochmals ab und ich versuchte herauszufinden, ab wann alles schiefgegangen war.

Bella war den Großteil des Abends über erfrischend gewesen. Sie hatte diese Sachen über meine Finger hervorgesprudelt, was mich immer noch verwirrte, aber dann hatte sie sich anscheinend davon erholt und wir hatten uns wirklich unterhalten. Und sie war klug und wunderschön und bezaubernd. Sie behandelte mich wie einen normalen Kerl und nicht wie eine Berühmtheit und das war selten für mich. Und dann war da sie ... sie war so interessant. Dieses Mädchen, das Sport liebte, selbst aber nicht spielen konnte, also entscheid sie sich stattdessen, darüber zu schreiben. Sie meinte, sie wäre langweilig und strukturiert, und doch ließ sie sich von ihrer Freundin zu all diesen Abenteuern mitschleppen. Sie liebte Alice. So viel war klar gewesen. Anstatt mich zu drängen, etwas von mir zu erzählen, was die meisten Frauen taten, hatte sie mich nach Jasper gefragt.

Und dann war da noch die Sache mit der Elektrizität zwischen uns. Als sie meinen Arm berührte, fühlte es sich an, als wäre ich getasert worden, nur ohne die Schmerzen. Und das hatte ich schon mal erlebt, dank Emmett und seinen dummen Streichen, also wusste ich genau, wie sich das anfühlte. Eine Frau hat noch nie solche Gefühle in mir erweckt wie sie es in nur wenigen Augenblicken geschafft hatte. Und dann tauchte diese blöde Tussi auf und alles ging den Bach hinab.

Ich bin kein Dummkopf. Ich habe ziemlich schnell herausgefunden, dass dieses Mädchen Bella irritierte. Ich dachte, wenn ich sie dieses Foto machen ließ, würde sie rasch wieder verschwinden und Bella und ich konnten uns weiter unterhalten. Oder ... Naja, was sonst eben so passiert wäre. Ich war nur noch etwa fünf Sekunden davon entfernt gewesen, sie zu küssen, und es hatte alles den Anschein erweckt, als würde sie mich mit Sicherheit auch küssen wollen, bis dieses Mädchen zu uns kam. Nun, ich hatte nicht mehr wirklich erwartet, dass sie mich küssen würde, nachdem sie das gesehen hatte, aber dass sie sich so gegen mich wenden würde, hätte ich auch nicht erwartet.

Und nun fragte ich mich, ob sie die ganze Zeit nur mit mir gespielt hatte. War die süße, irgendwie tollpatschige Frau, mit der ich gesprochen hatte, nur geschauspielert, damit sie zu ihrer Story kam? Das wäre nicht das erste Mal gewesen, dass ein Journalist sich mir so aus dem Hinterhalt genähert hätte. Aber es war das erste Mal, dass es mich wirklich störte, weil ich sie so attraktiv fand. Sie war wirklich schön, besonders als sie nach ihrem Kommentar über meine Finger errötete. Ihre Augen funkelten vor Belustigung und Intelligenz und ihr Körper in diesem kleinen, schwarzen Kleid ... verdammt! Warum musste dieses Mädchen herüber kommen?

Aber ich sollte ihr dankbar sein, weil wenn Bella mich wirklich nur für eine Story benutzt hatte ... dann hatte sie jetzt ausreichend Stoff dafür. Ich wollte sie küssen, in Gottes Namen, und dann wäre Gott weiß was geschehen? Ich hatte das Bedürfnis verspürt, sie einzulassen, damit sie mich kennenlernen konnte, und das, obwohl ich sie gerade mal seit einer Minute kannte. Welches Desaster hätte das gegeben, wenn sie mich benutzt hätte, damit sie selbst bekannt wurde? Ich wollte noch nie zuvor einem Mädchen so schnell vertrauen, und natürlich lag ich bei der Ersten, bei der ich das wollte, komplett falsch. Aber nie wieder.

Ich parkte meinen Wagen in der Garage und stieg in den Fahrstuhl, wo ich den Knopf für den neunten Stock drückte. Ich hatte eine Penthouse Wohnung in der Nähe des Stadiums, weil das einfacher war für mich. Ich hatte keine Zeit für ein Haus mit Garten, obwohl ich es manchmal gerne hätte. Dieses kahle, moderne Gebäude war bequem und machte Sinn für einen Quarterback namens Edward Cullen. Ich war eben praktisch veranlagt.

Das erste, das ich tat, nachdem ich meine Tür geöffnet und meine Schlüssel auf den Kaffeetisch geworfen hatte, war, meine Schuhe auszuziehen und mir ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen. Ich setzte mich auf die Couch und angelte mir die Fernbedienung. Ich konnte den Film nun doch noch ansehen, da die Nacht so abrupt ein Ende gefunden hatte.

Ich schaltete die Aufzeichnung des Super Bowls ein, wo die Colts gegen die Saints verloren hatten, und beobachtete, wie Bree sich an der defensiven Front verhielt. Freeney schummelte ein wenig an der Linie, er lehnte sich ein wenig mehr auf seine rechte Hand, als der gegnerische Angriff kam. Nichts Neues hier. Jasper hatte Recht, ich kannte die Aufzeichnungen schon auswendig und sie jetzt noch anzusehen, war zu viel des Guten. Ich versuchte bloß, nicht an eine bestimmte Brünette zu denken.

Sie war heute so schön gewesen, auch als sie am Ende dort wütend auf mich gewesen war. Ich war erstarrt, als sie das Diktiergerät hervorgeholt hatte. War sie wirklich nur hier gewesen, um eine Story zu ergattern? Es hatte nicht so ausgesehen und normalerweise konnte ich Frauen ziemlich gut deuten. Ich dachte, sie wollte mich nur ehrlich kennenlernen. Fuck ... warum waren Frauen so verdammt verwirrend? Das war der Grund, warum es leichter war, eine Beziehung mit so verrückten Mädchen wie Tanya zu führen. Ja, sie war verrückt, aber zumindest hatte ich immer gewusst, was sie von mir wollte.

Alles war gut gewesen, bis dieses Mädchen aufgetaucht war, und dann war nichts mehr gut. Also war sie vielleicht nur eifersüchtig? War das möglich? Konnte sie womöglich glauben, ich hätte an diesem Silikon-Mädchen Interesse, wenn sie direkt vor mir saß und ich mich wegen ihr unglaublich fühlte? Lebendig ... das war es. Wegen ihr fühlte ich mich so wie sonst nur auf dem Football Feld, wenn eine 300 Pfund Defensive ungebremst auf mich zukam. Alles verlangsamte sich in diesem Moment und ich konnte meinen eigenen Herzschlag hören. Ich konzentrierte mich auf mein Ziel und es war, als wäre der einzige Sinn in meinem Leben, den Ball wegzukriegen, bevor der Aufprall kam. Ich fragte mich, wie Bella sich wohl fühlen würde, wenn ich sie mit einem Lineman verglich, aber ich nahm an, sie würde es kapieren. Sie war wohl die einzige Frau, die das verstehen würde, und nun war sie fort.

Ich musste gehen, bevor ich etwas Dummes sagte oder tat. Wenn sie hinter einer Story her war, musste ich ihr fernbleiben. Und wenn nicht ... dann habe ich wohl etwas Großartiges verpasst, und das nur, weil ich zugelassen hatte, dass ein Fan unseren Abend ruinierte. Aber wenn Bella nicht damit umgehen konnte, dann könnte ich sowieso nicht mit ihr zusammen sein. Das passierte ständig. Ich konnte unsere Beziehung nicht nur in der Privatsphäre meiner Wohnung mit ihr führen, oder? Diese Idee klang eigentlich ziemlich verlockend, aber das war sowieso ein sinnloser Gedankengang. Unsere Beziehung war zu Ende, noch bevor sie richtig begonnen hatte.

Warum machte mich das so verdammt traurig? Ich war mit diesem Mädchen für maximal eine Stunde zusammen gewesen, aber sie ging mir ordentlich unter die Haut. Warum konnte alles nicht einfacher sein? Warum konnte ich nicht ein normaler Kerl sein, der sich für ein Mädchen interessierte und einen Abend lang Zeit hatte, sie kennenzulernen? Und warum saß ich hier und bemitleidete mich selbst, wenn ich mich doch auf die Aufzeichnung des Spiels konzentrieren sollte?

Ich lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf das Spiel und zuckte vor Mitleid zusammen, als Peyton Manning einen riesen Schlag von Will Smith abbekam. Er hatte sich bei diesem Spiel seine Schulter verletzt, obwohl er nicht aus dem Spiel herauskam. Ich sah ihn zusammenzucken, als er sich abrollte und aufstand, und seine Pässe waren ab diesem Moment leicht aus der Bahn geraten. Der Kommentator kümmerte sich nicht weiter darum, ich aber schon. Wenn ich mich doch heute Abend nur um jemand anderes gekümmert hätte.

Und hier war sie wieder in meinem Kopf. Verdammt. Fuck this. Ich brauchte keine Frau und das würde auch so bleiben. So war das Leben einfacher. Ich schaltete den Fernseher ab und ging in mein Schlafzimmer, wo ich mein Hemd und meine Jeans auszog und unter die Decke schlüpfte. Ich musste mich für ein Spiel fertig machen und durfte mich sowieso nicht von wunderschönen Brünetten mit Rehaugen ablenken lassen. Bella würde morgen nichts weiter als eine vage Erinnerung sein.