First & Ten

Kapitel 4

Die Rede vor dem Spiel


BPOV

Das Hämmern hörte nicht auf. Ich versuchte, meinen Kopf unter dem Kissen zu vergraben, aber das dämpfte den Lärm auch nicht. Ich stöhnte und drehte mich um und plötzlich war da nichts mehr unter mir und mein Arsch knallte mit einem dumpfen Geräusch auf den Boden. What the fuck? Wo war ich? Ich wollte meine Augen nicht öffnen, um es herauszufinden, aber da das Hämmern nicht aufhörte, hatte ich keine andere Wahl. Ich würde das abschalten, was diesen infernalen Lärm verursachte, und hoffentlich dauerhaft.

Ich öffnete meine Augen und sah mich um, aber es war immer noch dunkel, also sah ich nicht recht viel. Anscheinend war ich von einer Couch gefallen. Warum zur Hölle schlief ich auf einer Couch? Ich zog mich hoch und wusste sofort, dass das nicht meine Couch war. Diese hier war viel weicher. Kein Wunder, dass ich hier geschlafen hatte.

Das Klopfen hielt weiter an und ich merkte endlich, dass es von der Eingangstür kam. Wer zur Hölle war bei Anbruch der Dämmerung hierher gekommen? Zur Hölle, der Anbruch war ja noch nicht mal angebrochen, es war immer noch dunkel. Mein Kopf brachte mich beinahe um und das Klopfen machte das auch nicht besser, also machte ich mich, so gut ich konnte, auf den Weg zur Tür. "Verdammt", murmelte ich, als ich gegen einen Stuhl stieß. Mein Schienbein würde später noch einen hässlichen Bluterguss bekommen. Ich klammerte mich an die Wand hinter dem Stuhl und folgte ihr entlang in Richtung des Klopfens. Wer zur Hölle klopfte so lang, bis ich aufgewacht war und die Tür gefunden hatte? Irgendein unbedachtes Arschloch, da war ich mir sicher. Derjenige würde noch sein Fett abbekommen, sobald ich einmal herausgefunden hatte, wie man die Tür öffnete.

Ich fummelte mit der Schließkette und einem Sicherheitsschloss und schließlich auch mit dem Knauf herum, und dann schwang die Tür auf. Ich zuckte automatisch bei all dem Licht zusammen, das vom Gang hereinströmte. Ich war eindeutig nicht in einem Haus. War ich in einem Hotel? Was habe ich gestern Abend getan? Ich blinzelte und versuchte, denjenigen zu erkennen, der vor mir stand, aber mein Blick war noch nicht klar. Ich rieb mir die Augen und versuchte wieder zu sehen, und ich sah eine männliche Brust. Oh shit, ich kannte diese Brust. Nun kam mir wieder alles in Erinnerung, die kribbelnde Berührung, das Flirten, der Beinahe-Kuss, die Tussi, die Handynummer und das Diktiergerät. Wirklich, Gott, musst du so grausam sein? Gestern Abend hatte er mich im schlechtestmöglichen Licht gesehen, und da sah ich noch gut aus, und nun sah ich sogar körperlich miserabel aus. Was hatte ich überhaupt an? Anscheinend ein abgetragenes T-Shirt und eine Boxershort.

Von Jasper, hier war ich wohl. Sein Haus ... oder seine Wohnung, schätze ich. Und offensichtlich war Edward auch hier und weckte mich aus einem mir unbekannten Grund mitten in der Nacht auf. Vielleicht wollte er mich als Miststück beschimpfen und mein Diktiergerät vernichten. Ich hätte es jedenfalls verdient. "Bella?", fragte er ungläubig und ich seufzte, als ich diese Stimme wahrscheinlich zum letzten Mal nach meiner heftigen Reaktion gestern hören durfte. Aber wenn ich schon die Peinlichkeit ertragen musste, dass er mich in diesem Zustand zu sehen bekam, dann durfte ich wenigstens auch seine Perfektion ein letztes Mal bewundern. Ich riss schließlich meinen Blick von seinem Brustkorb und sah nach oben ... er war mindestens einen Kopf größer als ich, nun, da ich keine High Heels trug.

Er sah auf mich herab mit einem Gesichtsausdruck, den ich nicht ganz deuten konnte. Verwirrung? Ekel? Hass? Alle drei? Seine grünen Augen waren zusammengekniffen, während er meine zweifellos fürchterliche Erscheinung aufnahm. Ich hob meine Hand und zog eine Grimasse, als ich all die Knoten in meinem Haar spürte. Jepp, definitiv mein schlimmstmöglicher Zustand. Das Karma rächte sich gerade an mir, weil ich ihn gestern so schlecht behandelt hatte.

Er sah mich erwartungsvoll an und ich merkte, dass ich ihm noch nicht geantwortet hatte. "Ja, das bin ich. Was tust du hier mitten in der Nacht?" Das alles kam als heiseres Krächzen hervor, aber er musste es verstanden haben, denn sein Mundwinkel zuckte kurz.

"Es ist nicht mitten in der Nacht. Es ist sechs Uhr früh." Als wäre das besser? Ich musste nicht vor frühestens zehn wach sein, da ich heute Abend arbeiten musste. Äh, arbeiten. Und hier war Edward Cullen, der Star-Football-Spieler, hellwach und aufbruchsbereit um sechs Uhr früh?

"Ich wusste, dass du eine gute Einstellung zu deienm Beruf hast, aber verdammt. Das ist verrückt. Wieso klopfst du um sechs Uhr früh eigentlich an Jaspers Tür?"

Er zog eine Augenbraue hoch. "Was machst du eigentlich bei Jasper um sechs Uhr früh?"

"Ich hatte natürlich mit ihm und Alice einen heißen Dreier. Was denkst du denn?" Der war gut, Bella. Benimm dich wieder wie ein Miststück. Hast du nicht gestern Abend erst geschworen, nie wieder voreilige Schlüsse zu ziehen? Tja, ja, das stimmte, aber er zog wahrscheinlich jetzt gerade seinen eigenen voreiligen Schluss, da ich hier in Jaspers Sachen vor ihm stand und anscheinend eine wilde Nacht hinter mir hatte.

Er warf seinen Kopf zurück und lachte. Tja, verdammt, das war fies. Ich merkte wohl, dass ich scheiße aussah, aber gestern Abend sah ich gut aus. Es gab keinen Grund, warum Jasper und Alice mich nicht bei sich im Bett haben wollten, oder? "Worüber lachst du, verdammt?", zischte ich.

Er hörte auf zu glucksen und steckte seine Hände in die Hosentaschen, was meine Aufmerksamkeit darauf lenkte, was er gerade trug. Heilige Scheiße. Er hatte eines dieser schwarzen Muskel-Shirts an, das seinen Körper perfekt betonte und seine tollen Arme unbekleidet ließ. Perfekt ausgeprägte, gebräunte Arme ... Plötzlich merkte ich, dass ich meine Hand ausgestreckt hatte, um seinen Oberarm zu berühren, und ich riss sie abrupt wieder zurück. Was stimmte bloß nicht mit mir? Und er trug Shorts, unter denen genauso gebräunte und gut definierte Beine zu sehen waren. Tja, da das wohl mein letztes Zusammentreffen war, konnte ich wenigstens diesen Anblick genießen.

"Tut mir Leid, ich ... so wie Alice und Jasper sich gestern benommen haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass es ihnen überhaupt aufgefallen wäre, wenn du im Bett mit ihnen gewesen wärst." Tja, das war eine riesen Beleidigung. Und leider wahrscheinlich die Wahrheit. Aber es war rüde, darauf hinzuweisen.

"Zufällig bin ich sehr gut im Bett. Sie hätten es beide bemerkt, wenn ich da gewesen wäre." Verdammt, kannte ich denn keine Grenzen mehr? Edward sah herab und hustete und fuhr sich dann mit der Hand durch seine Haare. Sehr gut, Bella. Du hast lange Finger und ich bin gut im Bett. Sehen wir mal, ob wir diese beiden Dinge kombinieren und ein wenig Magie daraus machen können, oder? Gott.

Er murmelte etwas. Ich konnte es nicht gut verstehen, aber ich hörte ein "na sicher bist du das". Natürlich zweifelte er an mir. Ich habe seine Finger beschrieben, verdammt noch mal. Ich benahm mich schrecklich. Warum musste ich ihn wieder sehen? Ich hätte einen nett formulierten Entschuldigungsbrief Alice geben können, die ihn dann durch Jasper übermittelt hätte, und das wär's gewesen. Aber nein, hier war er, sah aus wie ein Model für Sportkleidung und lachte über meine mangelhaften Fähigkeiten im Bett. Es gab wirklich keinen Gott. Tja, Bella, es ist Zeit, ihm in den Arsch zu kriechen. Wenn wir schon von Ärschen sprechen, seiner sieht wirklich lecker aus. Oh nein, nicht diesen Scheiß schon wieder. Es ist Zeit, sich wie eine normale vierundzwanzigjährige Frau zu benehmen, nicht wie ein notgeiler sechzehnjähriger Teenager.

"Vergiss, dass ich das gesagt habe. Hör mal, Edward, ich weiß nicht, warum du hier bist, aber ..."

Er sah hoch und fixierte mich mit seinem umwerfenden, grünen Blick. "Ich bin hier, um Jasper abzuholen. Er ist nicht ans Handy gegangen und wir gehen immer um diese Zeit vor dem Training ins Fitnessstudio."

"Ihr geht jeden Tag um sechs Uhr früh ins Fitnessstudio?", fragte ich. Meine Stimme klang schockiert.

Er wand sich unter meinem fragenden Blick. "Naja, nicht jeden Tag, aber meistens."

"Und als er nicht ans Handy ging, dachtest du, du kommst hierher und klopfst eine Stunde lang an seine Tür?", fragte ich.

"Ich bin nirgendwohin gefahren. Ich wohne auch in diesem Gebäude." Tja, das war schon ein wenig besser, aber nur ein wenig. "Und Jasper musste sein Handy abgedreht haben, also kam ich hier runter, um ihn aufzuwecken."

"Warum kannst du ihn nicht schlafen lassen? Du weißt, dass er gestern mit Alice zusammen war."

Er verschränkte seine Arme und er zog einen niedlichen Schmollmund. Ich wollte in diese Lippe beißen, trotz dass er mich so verwirrte. "Ich konnte nicht schlafen, daher bin ich der Meinung, er darf auch nicht länger schlafen", murmelte er fast zu leise, als dass ich es hören konnte, aber ich verstand es gerade noch.

"Warum konntest du nicht schlafen?" Warum zur Hölle fragte ich das? Was ging es mich überhaupt an? Es fühlte sich an, als ginge es mich etwas an, und ich wollte es wissen. Verdammt, ich konnte direkt sein.

Sein Blick traf meinen und ich spürte wieder diese Hitze in mir aufsteigen. Er weckte mich heute Morgen auf jede erdenkliche Art auf, verdammt. "Kannst du das nicht erraten?" Natürlich konnte ich es erraten. Ich hatte ihn genervt und er hatte Angst, dass ich nun einen Artikel über seine Casanova-Art schrieb. Wahrscheinlich hatte er die ganze Nacht lang mit seinem Pressesprecher telefoniert.

"Hast du wirklich so sehr befürchtet, ich würde eine Story über dich schreiben?" Ich musste mich immer noch dafür entschuldigen, aber ich wollte wissen, woran er die ganze Nacht lang gedacht hatte.

"Nein. Irgendwann gegen zwei Uhr früh kam ich zu der Schlussfolgerung, dass du nicht wie der Typ gewirkt hast, der mir das antun würde." Sein Blick lag immer noch auf meinem und ich spürte wieder, wie ich wie gestern Nacht von ihm angezogen wurde. Was stimmte bloß nicht mit mir?

"Wieso kamst du zu dieser Schlussfolgerung?" Ich war ehrlich neugierig. Die Tatsache, dass er überhaupt an mich gedacht hatte, war schmeichelhaft, auch wenn es wegen den falschen Gründen war.

"Ich weiß nicht", antwortete er. Er steckte seine Hände wieder in seine Hosentaschen und verlagerte sein Gewicht von einem Bein auf das andere. "Instinkt, schätze ich."

"Du hast einen guten Instinkt, auf dem Spielfeld", sagte ich ihm und er zuckte die Achseln. "Anscheinend auch außerhalb des Spielfeldes." Er schenkte mir ein Lächeln, aber es blieb nicht lang auf seinem Gesicht. Ich vermisste dieses Lächeln, und das war lächerlich, da ich ihn erst seit wenigen Stunden kannte und ich den Großteil dieser Zeit böse auf ihn gewesen war. "Es tut mir Leid, dass ich dich glauben ließ, ich würde einen Artikel über dich schreiben. Das würde ich nie tun." Tja, ich hätte es in Erwägung gezogen, wenn er mit der blonden Schlampe heim gegangen wäre, aber ich hätte es trotzdem nicht getan. Wahrscheinlich.

Er nickte und sah dann den Gang entlang und dann wieder zurück zu mir. Gott, ich war rüde, er stand schon so lang auf dem Gang herum. Ich hoffte, wir hatten die Nachbarn nicht aufgeweckt. "Willst du reinkommen?" Ich musste mich immer noch entschuldigen und ich wollte ihn nicht gehen lassen, bevor ich das nicht erledigt hatte. Alice würde mir das nie verzeihen, wenn ich einen Zank zwischen ihr und Jasper verursachen würde, und es sich mit seinem besten Freund anzulegen, würde wahrscheinlich genau dorthin führen.

Er sah mich eine Sekunde lang an, bevor er antwortete. "Sicher, für ein paar Minuten." Ich trat zur Seide und er kam herein. Sein Arm streifte an meinem und diese elektrische Ladung schoss wieder durch meinen Körper. Es hatte etwas Gutes, dass ich ihn nie wieder sehen würde. Die Wirkung, die er auf mich hatte, war unerhört ... entweder es sprudelten Sachen aus meinem Mund über unangebrachte Themen oder mein Körper war bereit, sofort über ihn herzufallen. Es war verrückt.

Er streckte die Hand nach rechts aus und betätigte den Lichtschalter, sodass das Zimmer in grelles, weißes Licht getaucht wurde. "Äh", murmelte ich, denn meine Augen mochten dieses grelle Licht nicht. Das Licht am Gang draußen war zumindest ein wenig gedämpft gewesen. Edward gluckste und schaltete es wieder aus. Er ging hinüber zu den Fenstern und öffnete die Jalousien ein wenig. Und tatsächlich, die Sonne ging gerade auf. Anscheinend war es wirklich schon Morgen.

Er drehte sich zu mir. "Kann ich dir etwas bringen? Wasser? Ein Aspirin?" Drogen? Er war mein Lebensretter.

"Weißt du, wo er alles aufbewahrt?" Edward grinste und nickte. "Ja, bitte." Er verschwand und ich ließ mich wieder in die weiche Couch sinken. Ich fragte mich, ob es Jasper störte, wenn ich für immer auf seiner Couch blieb. Ich würde überhaupt nicht aufdringlich sein. Ich hörte das laufende Wasser. Das Geräusch sorgte dafür, dass ich für ein wenig Erleichterung am liebsten meinen Kopf unter den Wasserhahn stecken würde, und dann tauchte ein Glas vor mir auf. Ich schnappte es wie einen Rettungsring und nahm ihm die zwei weißen Tabletten aus der Hand, die er mir hingestreckt hatte. Und wieder spürte ich diesen Stromschlag, aber momentan waren die Tabletten wichtiger als Edward zu berühren. Tja ... vielleicht. Es war eine schwere Entscheidung, das war klar. Ich schluckte die Tabletten mit einem großen Schluck Wasser. Mein Mund schmeckte grässlich, aber zumindest klang ich wieder normal, wenn ich sprach.

Edward setzte sich auf den Stuhl, in den ich vorhin hineingelaufen war. Anscheinend war er aus dem selben Material wie die Couch, hatte aber Beine aus Holz. Natürlich. Und natürlich setzte er sich gerade auf das Objekt, das mich verletzt hatte. Das machte auf eine seltsame Art Sinn.

"Sieh mal, Bella", sagte Edward in dem Moment, als ich sagte: "Hör mal, Edward ..." Wir verstummten beide, sahen uns an und lachten, was aber meinem Kopf nicht besonders gut tat. Anscheinend stimmten wir wieder so überein wie gestern Nacht vor diesem Zwischenfall. Ich sah böse drein und deutete ihm, fortzufahren.

Er lehnte sich zurück und trommelte mit diesen eleganten Fingern auf dem gemütlichen Stuhl herum. Er schüttelte den Kopf und hielt in seinen nervösen Bewegungen inne. Er sah mich an. "Ich habe, nachdem ich gestern gegangen bin, nichts anderes getan, als über das Geschehene nachzudenken." Ich war überrascht. Er musste sich doch für das Eröffnungsspiel der Saison fertig machen, oder? Aber andererseits sagte er auch, er hätte gegen zwei Uhr früh gemerkt, dass ich keine Story über ihn schreiben würde. "Und ich meine, ich weiß, dass sich alles verändert hatte, als dieses Mädchen zu unserem Tisch gekommen war, aber ich weiß wirklich nicht warum." Seine Finger fuhren wieder durch sein Haar. Gott, er war so schön. Ich wollte ihn berühren. Aber dennoch ...

"Du weißt nicht warum?" Ich wusste, dass Edward nicht dumm war. Er hatte sein Studium an der University of South California mit Auszeichnung innerhalb von drei Jahren abgeschlossen, während er daneben Football gespielt hatte. Er hätte auf jede Uni im Land gehen können, inklusive die Universitäten Notre Dame und Stanford, also konnte er nicht dumm sein. Aber wieso wusste er das nicht? Vielleicht war er ein Idiot Savant oder so ... in allen Bereichen intelligent, außer was Frauen anbelangte. War das möglich bei jemandem, der so erfahren war wie er?

Er rutschte auf seinem Stuhl herum und sah mich leicht böse an. "Ich weiß, dass du böse warst, als das Mädchen zu uns gekommen war. Ich bin sie so schnell wie möglich wieder losgeworden. Es tut mir Leid, dass sie dich gebeten hat, ein Foto von uns zu machen, aber ich dachte wirklich, das wäre die beste Art, sie wieder loszuwerden."

"Du dachtest, ich wäre böse, weil sie mich gebeten hat, ein Foto zu machen?" Ich lachte ihn aus, obwohl er in Wirklichkeit Recht hatte. Ich war böse gewesen, als sie mich darum gebeten hatte. Aber das war nicht der Grund, warum die zickige Bella zum Vorschein gekommen war.

Er zog eine Augenbraue hoch. "Naja, ich sah dein Gesicht und deine zusammengebissenen Zähne, also ja." Hmm, ich schätze, ich hatte meine Verwirrung nicht halb so gut verborgen wie gedacht. Dennoch ...

"Was passierte, nachdem ich das Foto gemacht hatte, Edward?"

Er spitzte seine unglaublich küssenswerten Lippen. "Sie fragte, was ich später vorhatte, und ich sagte, ich war mit dir hier."

Idiot. Ich verdrehte meine Augen. "Du sagtest, du seist mit deinen Freunden hier, nicht mit mir im Speziellen." Er hatte ihr nicht den Anschein vermittelt, als wäre er mit mir hier. Aber eigentlich war er das ja auch gar nicht, ich hatte bloß so reagiert als ob. Zumindest hatten wir uns beide idiotisch verhalten.

"Okay, Semantik, aber sicher, ich sagte, ich wäre mit meinen Freunden hier." Siehste, er war nicht dumm. Er hatte das Wort Semantik verwendet. Vielleicht war er nur sozial minderbemittelt? Vielleicht war das mit dem Idiot savant gar nicht so weit hergeholt.

"Was ist dann passiert?", fragte ich und half ihm.

"Sie machte es deutlich, dass sie sich später mit mir treffen wollte, und gab mir ihre Nummer", antwortete er.

"Aha!", rief ich und zuckte zusammen, da das Geräusch zu viel für meinen Kopf war.

Er sagte: "Pst!", und ich sah mich schuldig um. Alice wurde nicht einmal von einer Bombe aufgeweckt, aber ich wusste nicht, ob dies bei Jasper ebenso der Fall war. Ich sollte leise sein.

"Das hat mich aufgeregt, Edward, nicht das Foto."

Er neigte seinen Kopf zur Seite und musterte mich, als wäre ich ein interessantes, wissenschaftliches Experiment. "Es hat dich aufgeregt, dass ich ihre Nummer angenommen habe?"

"Wohl oder übel!" Upps, das war schon wieder irgendwie zu laut und ich zuckte bei dem Schmerz in meinem Kopf zusammen.

"Aber ich hab sie weggeworfen, direkt neben dir und sobald sie davongegangen war", meinte er.

Ich biss mir auf die Lippe und zuckte verlegen mit den Schultern. "Das habe ich nicht gesehen. Alles, das ich sah, war, dass du ihre Nummer angenommen und dich dann umgedreht hast, als wäre nichts passiert. Und kurz bevor sie herüber kam, dachte ich ..." Ich brach ab und verfluchte mich, weil ich weitergesprochen hatte.

"Was dachtest du?", fragte er, lehnte sich näher auf seinem Stuhl, stützte seine Ellenbogen auf seine Knie und legte sein Gesicht in seine Hände. Ich hätte gern sein Gesicht in meine eigenen Hände genommen, mich vorgelehnt und ihn geküsst.

Ich seufzte. "Tja, bevor sie herüberkam, haben wir uns wirklich gut verstanden und es sah aus, als würdest du ... du weißt schon."

Er grinste mich an. "Was wollte ich tun?" Arschloch. Ich würde ihm das nicht beantworten. Ich starrte ihn böse an und er gluckste. "Dich küssen?", fragte er und wackelte mit den Augenbrauen. Er sah lächerlich aus und ich lachte mit ihm mit.

"Vielleicht." Zumindest waren wir jetzt anscheinend wieder auf der selben Wellenlänge. Er sah nicht abgestoßen von dieser Idee aus und er lachte nicht darüber. Oder doch?

"Also, du dachtest, ich würde direkt von einem Beinahe-Kuss mit dir zu einer Date-Vereinbarung mit einem Groupie übergehen und dann wieder versuchen, dich zu küssen?" Tja, wenn er es so sagte, hörte es sich ziemlich dumm an. Das gefiel mir gar nicht.

"Vielleicht", sagte ich wieder.

Er ließ sich in seinem Stuhl zurücksinken und lachte wieder. Er streckte seine langen Beine von sich. Wenn ich mich ein kleines Stück bewegen würde, könnte ich ihm vielleicht unter die Beine der Shorts sehen und dort ... halt, Bella. Du weißt, du willst bloß wissen, wie lang er ist, das hast du ihn praktisch schon gefragt, als du ihn kennengelernt hast. Seufz. Die kleine Perverse in mir hielt nicht die Klappe.

"Tja, kein Wunder", sagte er und lachte leise. "Ich glaube, ich bin dankbar, dass du mir nur mit einem Artikel gedroht hast." Wegen seiner verständnisvollen Art sollte ich mich gut fühlen, aber stattdessen kam ich mir ziemlich schlecht vor. Ich hätte mich nicht so benehmen sollen, egal aus welchem Grund. Er gehörte mir nicht.

"Nein, ich hatte wirklich nicht das Recht, dir das anzutun", sagte ich ihm. "Du schuldest mir gar nichts und ich habe überreagiert. Ich habe mich aufgeführt, als wäre da mehr zwischen uns, als es der Fall ist, und ..."

Er lehnte sich vor und legte dann seine Hand auf meinen linken Arm. Es fühlte sich an, als wäre ich in einen Stromkreis geraten. "Nein, Bella, du hattest jedes Recht, wütend zu sein. Ich war mir sicher, dass du gesehen hast, wie ich die Nummer fallengelassen habe, und ehrlich, das war einfach dumm von mir. Es ist nur ..." Er brach ab und zog eine Grimasse. "Dies wird sich wahnsinnig egoistisch anhören, aber das ist die volle Wahrheit. Die Mädchen geben mir tagtäglich ihre Handynummern. Egal wohin ich gehe, mindestens eine lässt mir ihre Nummer zukommen. Am Anfang habe ich versucht, sie ihnen zurückzugeben oder ihnen zu sagen, dass ich kein Interesse hatte, aber das funktionierte einfach nicht. Sie blieben hartnäckig und stritten und versuchten, sie mir in meine Hose zu stecken oder mir noch näher zu kommen, mir herumzufolgen ... Es ist eben einfacher, die Nummern anzunehmen und sie in dem Glauben zu lassen, ich würde sie anrufen. Ich schätze, das ist irgendwie feige, aber es funktioniert. Ich habe nicht einmal daran gedacht, wie das für dich aussehen könnte, und das tut mir Leid." Seine Worte waren voll Ehrlichkeit und in seinen Augen konnte ich die Wahrheit lesen.

"Ich glaube dir. Und es ist schön von dir, zu sagen, dass ich das Recht hatte, wütend zu sein, aber wir waren nicht zusammen. Und ich habe mir das wahrscheinlich nur eingebildet ..."

"Das eingebildet?", fragte er und strich mit seinem Zeigefinger meinen Arm entlang nach oben. Ich spürte wieder diesen Blitz und zitterte unter seiner Berührung. Ich nickte stumm und sah diesen tollen Fingern zu, wie sie über meinen blassen Unterarm strichen. "Also bilden wir uns das dann beide nur ein?" Sein Gesicht war nur noch wenige Zentimeter von meinem entfernt. Ich könnte diese Distanz in weniger als einer Sekunde überbrücken und mir diesen Kuss holen, von dem ich dachte, dass ich ihn nie mehr bekommen konnte. Außer der Tatsache, dass ich wahrscheinlich nach Tequila stank und mit meinem Atem ein Nilpferd umhauen konnte. Das würde sicher nicht passieren.

"Schätze nicht", antwortete ich und lehnte mich zurück, damit ich ihn nicht mit meinem Todesatem umbrachte. Sein Zeigefinger malte träge Kreise auf meinen Arm und ich schloss meine Augen und genoss das Gefühl seiner Berührung. Ich dachte wirklich nicht, dass das je noch einmal passieren würde, aber hier saß ich. Vielleicht träumte ich. Shit, das war es wahrscheinlich, ich schlief noch und das war alles nicht real. Tja, aber da konnte ich es doch genauso genießen. Ich öffnete meine Augen und er war noch da und sah so real aus, wie man nur aussehen konnte. Wenn das ein Traum war, dann war das ein ziemlich guter.

Er strich mit seinem Finger über meine Hand und nahm sie dann in seine. "Ich habe mir weisgemacht, ich hätte mir das alles nur eingebildet, weißt du", murmelte er. "Aber dann warst du da, du standest in Jaspers Tür, hattest Jaspers Sachen an und wildes, zerzaustes Haar vom Schlafen." Ich versuchte, ihm meine Hand zu entreißen, aber er lachte und hielt sie weiter fest. "Und du warst für mich immer noch genauso schön wie gestern, als du schön zurechtgemacht und gepflegt warst."

Ich schnaubte. "Komm schon, Edward, sieh mich an! Du warst mit Supermodels und Schauspielerinnen zusammen, Herrgott noch mal! Ich bin nichts verglichen mit ihnen!"

Seine Hand hielt meine fester. "Ja, ich war mit ein paar berühmten Frauen zusammen. Aber weißt du was? Keine von ihnen hatte so eine Wirkung auf mich wie du."

"Du brauchst mir nichts einzureden, Edward. Es ist ziemlich klar, dass ich an dir interessiert bin, da ich ja bereits wie die eifersüchtige Freundin reagiert habe."

Er schüttelte den Kopf. "Ich will dir nichts einreden, Bella. Ich konnte dich seit unserer ersten Begegnung nicht mehr aus meinen Gedanken vertreiben. Ich habe versucht, die Aufzeichnung der Saints anzusehen und konnte mich wegen dir nicht konzentrieren. Ich kann sonst immer alles ausblenden, wenn es darum geht, eine Aufzeichnung durchzugehen. Ich war im selben Zimmer mit einer Tanya, die gezetert und mit Sachen geworfen hatte, und ich habe nichts bemerkt, weil ich so in das Spiel vertieft war. Nichts durchbricht meine Konzentration. Oder durchbrach, weil dann kamst du." Ich wusste nicht, wie ich darauf reagieren sollte. Ein Teil von mir fühlte sich geschmeichelt, ein anderer Teil hatte Angst. Ich wollte sein Spiel nicht vermasseln.

"Das ...", versuchte ich, war mir aber nicht sicher, was ich sagen sollte.

"... ist ein riesen Durcheinander?", fragte er mich mit einem reumütigen Lächeln. "Ja, das ist es. Ich glaube, das ist nur, weil ich mich so zu dir hingezogen fühle, aber dann ging alles daneben und ich war enttäuscht. Ich wollte mich das nächste Jahr über von Mädchen fernhalten, das war ein Versprechen, das ich mir selbst gegeben hatte, nachdem meine letzte Beziehung zu Ende ging. Aber dann habe ich dich kennengelernt und etwas noch nie dagewesenes gespürt. Ich will das erforschen, Bella. Das heißt, wenn du das auch willst."

Warum zur Hölle sollte ich nicht sollen? "Warum sollte ich nicht wollen?" Zumindest schaffte ich es, das "zur Hölle" wegzulassen, als ich ihn fragte. Toll gemacht, Bella.

Er sah aus, als fühlte er sich unbehaglich, und drückte wieder meine Hand. "Tja, weil das gestern Abend ... das wird wieder passieren, wenn wir ausgehen. Ich meine, ich werde vor dir keine Nummer mehr annehmen, diese Lektion habe ich gelernt, aber sie werden immer wieder kommen. Das ist Teil des Gesamtpakets, das du mit mir bekommst." Er zog eine Grimasse. "Mir gefällt es aber auch nicht mehr als dir."

Hmm, also um mit dem heißesten Kerl auf dem ganzen Planeten zusammen zu sein, musste ich mit anderen Frauen umgehen können, die sich ihm vor die Füße warfen. War das all diesen Ärger wert? Ein Blick in diese umwerfenden, grünen Augen und ich hatte die Antwort. "Ich glaube, ich würde das gerne versuchen. Das heißt, wenn du dich mit meinen gelegentlichen besitzergreifenden Anwandlungen herumschlagen willst."

Seine Augen funkelten und er grinste mich an. "Ein besitzergreifendes Mädchen stört mich nicht. Dadurch komme ich mir auf eine seltsame Art wie etwas Besonderes vor. Aber ich könnte genauso reagieren, wenn dir ein Kerl zu nahe kommt."

Ich verdrehte meine Augen. "Als würde das je passieren. Ich garantiere dir, dass die Kerle viel eher auf dich abfahren als auf mich." Er lachte, widersprach meinen Worten aber nicht. Natürlich musste man mit beiden Geschlechtern umgehen können, wenn man mit Edward Cullen zusammen sein wollte.

"Also, ich kann an Freitagen und Samstagen nicht wirklich ausgehen, wegen dem Training und den Spielen. Vielleicht könnten wir am Sonntag was machen, nach dem Spiel? Wenn du willst?" Er sah tatsächlich nervös aus, was ich überraschend und gleichzeitig schnuckelig fand. Konnte ihm jemals jemand etwas ausschlagen?

"Liebend gern. Aber Edward?"

"Ja, Bella?"

"Du warst zu mir ehrlich wegen deines Lebens und warum du die Nummer angenommen hast und sie danach so wieder losgeworden bist. Ich habe das Gefühl, dass ich auch mit dir ehrlich sein sollte."

"Worüber?"

"Ich biss mir auf die Lippe und versuchte, ihm meine Hand zu entziehen, aber er hielt sie fest. Ich seufzte und betrachtete sein umwerfendes Gesicht. "Im College war ich mit einem Kerl zusammen, und naja, er war das Du aus Arizona."

"Das mich aus Arizona? Was bedeutet das?" Er sah perplex aus und ich wollte ihn am liebsten küssen, hielt mich aber zurück.

"Der große Mann auf dem Campus. Er war kein Sportler, aber er war der Studentensprecher und Präsident des Studentenverbindung und Homecoming King und all das. Mr. Popular könnte man wohl sagen. Und aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund wollte er mich, so wie du jetzt." Er öffnete den Mund und ich schüttelte den Kopf, damit er mich nicht unterbrach. "Ja, ich weiß, ich habe ein verkorkstes Selbstwertbewusstsein, das musst du mir nicht extra sagen. Alice meckert deswegen schon seit Jahren an mir herum." Er lachte. "Jedenfalls besuchten James und ich die Mediengesetz-Vorlesung zusammen und wir verstanden uns gut und er hat mich von den Socken gehaut." So wie Edward Cullen das mühelos tun konnte. Das machte mir eine Heidenangst.

"Wir waren sechs Monate lang zusammen und ich dachte, alles wäre perfekt, bis ich herausfand, dass er hinter meinem Rücken mit mehreren anderen Mädchen geschlafen hatte. Wahrscheinlich waren es mehr, aber ich weiß von dreien. Während ich von meinem Abschluss und einer gemeinsamen Wohnung geträumt hatte, hatte er mit einer Cheerleaderin, der Schulkassierin und einer Lehrerin geschlafen. Das hat mich ziemlich mitgenommen."

Er ließ meine Hand los und streichelte mir sanft über die Wange. "Bella, ich kann vieles sein. Ich kann ein egoistischer Arsch sein, wenn es um Football geht. Ich kann abgelenkt sein und mich zu sehr auf meinen Sport konzentrieren. Ich kann sarkastisch und nervig sein. Aber eines bin ich noch nie gewesen, nämlich untreu. Auch wenn ich in meiner Beziehung mit Tanya unglücklich war, habe ich sie nie betrogen."

"Ich weiß, es ist wahnsinnig früh, um über all das zu sprechen, bevor wir überhaupt ausgehen, aber ich habe das Gefühl, du solltest wissen, warum ich so reagiert habe. Ich verspreche dir, dass ich am Sonntag niemandem die Augen auskratzen werde."

Er schenkte mir ein Lächeln und strich mir das Haar über die Schultern. "Ich mag es, mehr über dich zu erfahren, Bella. Und ich bin froh, dass du weißt, warum du böse wurdest. Ich glaube, das wäre jedem so gegangen. Ich war ehrlich gesagt so daran gewöhnt, dass ich nicht einmal darüber nachdachte, was ich da tat und was ich dir gegenüber damit ausdrücken konnte. Das tut mir Leid."

"Und mir tut es Leid, dass ich dir mit meinem Artikel Angst gemacht habe. Ich verspreche dir, dass ich dir so etwas niemals antun würde, auch wenn du mit so einer Tussi vor meinen Augen davongegangen wärst. So bin ich einfach nicht."

Er berührte wieder meine Wange und ich spürte das bis in meine Zehen hinab. "Das hätte ich auch nicht gedacht. Also, was hältst du davon, wenn wir am Sonntag nicht ausgehen und all die Tussis riskieren, sondern wir bei mir zu Hause essen?"

"Du kannst kochen?", fragte ich. Gab es nichts, das dieser Mann nicht konnte?

Er lachte. "Ich kann ein paar Sachen kochen, aber ich habe daran gedacht, das Essen liefern zu lassen. Nach einem Spiel bin ich nicht überaus motiviert." Er würde müde und zerschlagen sein und dachte daran, mich auszuführen? Das kam mir lächerlich vor.

"Bist du sicher, dass du das nicht an einem anderen Abend machen willst?"

"Ja, da bin ich mir sicher. Wenn es heute Abend ginge, dann heute Abend. Ich will die Chance haben, meinen schlechten ersten Eindruck wieder gut zu machen." Er schenkte mir dieses schiefe Grinsen und ich verspürte das Bedürfnis, ihn wieder anzuspringen. Allein mit ihm in seiner Wohnung? Das war sicher gefährlich.

"Es war nicht so schlimm", sagte ich ihm. Ich hatte den Abend genossen, bis diese Zicke aufgetaucht war.

"Nein, das stimmt nicht." Er streichelte mir wieder über die Wange und stand dann zögerlich auf. "Ich muss dann mal los. Sieht so aus, als würde Jas dann später nachkommen. Soll ich dich nach Hause fahren oder irgendwas?"

"Nein, Alice ist mit meinem Wagen hierher gefahren. Alles ist gut."

"Ich habe schon gehört, dass du gut bist." Oh Gott. Ich errötete, als ich mich an diese lächerlichen Worte erinnerte, die ich ihm zuvor gesagt hatte. Was, wenn er einen Beweis wollte? Er lachte. "Ich spiele doch nur mit dir, Bella." Ja bitte! "Wir sehen uns dann am Sonntag, sagen wir, um acht?" Ich nickte und stand auf, um ihn zur Tür zu bringen.

Er zog sein Handy aus seiner Hosentasche und reichte es mir. "Würdest du deine Nummer einspeichern?" Ich merkte, wie eine Wärme mich durchströmte, als ich meine Handynummer in sein Telefon tippte.

"Was, keine Serviette?"

Er grinste. "Nein, denn deine Nummer möchte ich wirklich behalten." Er nahm sein Handy und warf mir ein Grinsen zu. "Wir sehen uns dann am Sonntag." Er winkte mir ein wenig zu und ging dann zum Fahrstuhl. Ich sah seinem sexy Hintern nach, bis er am Ende des Ganges angelangt war, schloss dann die Tür und lehnte mich dagegen. Heilige Scheiße, ich hatte ein Date mit Edward Cullen. Was für einen Unterschied ein paar Stunden ausmachen konnten.

"Alice, wach auf! Ich brauche dich!" Scheiß auf den Schönheitsschlaf, wir mussten uns darüber unterhalten. Alice tanzte aus dem Schlafzimmer und trug ebenfalls ein T-Shirt und eine Boxershort. Ich schätze, das er klärte wohl meinen Aufzug. "Warst du die ganze Zeit über wach?"

"Ja natürlich!" Jasper folgte ihr aus dem Schlafzimmer, oben ohne und mit einer grauen Jogginghose. Gütiger Gott. Viel zu viele heiße Jungs heute Morgen für meine geschwollenen Augen.

"Sie saß die ganze Zeit am Boden und lauschte an der Tür", erzählte er mir mit einem verschlafenen Lächeln. "Ich nehme an, Edward ist hereingekommen?"

"Äh, ja, er wollte vor dem eigentlichen Training noch ins Fitnessstudio." Jasper nickte und ging in die Küche.

"Ich sagte dir doch, dass er kein Player ist!", rief Alice. "Als er das sagte, wie schön du gestern warst und wie schön du jetzt bist", seufzte sie. "Ich wusste, dass er ein Romantiker ist. Habe ich dir nicht gesagt, dass er ein Romantiker ist, Jazzy?" Er murmelte etwas in der Küche. "Ich bin so froh, dass ihr beiden das allein hinbekommen habt! Ich war die halbe Nacht lang wach und habe überlegt, wie ich euch wieder zusammenbringen kann ..."

"Also war das eine Verkuppelung?", fragte ich. Verdammt. Ich wusste es.

Alice klimperte mit ihren Wimpern. "Nicht direkt. Nö, eigentlich nicht. Ich hoffte bloß, dass ihr beiden euch mögen würdet. Ich habe das nicht geplant." Jasper lachte, als er zurück ins Wohnzimmer kam. "Sei still, Jazzy."

"Ich sage kein Wort. Ich gehe mich anziehen und fahre dann ins Stadion. Kommt ihr beiden hier klar?"

"Oh ja, wir haben so viel zu besprechen!", sagte Alice, lief zu ihm und sprang in seine offenen Arme. Sie gab ihm einen viel zu intimen Kuss und er tätschelte ihren Hintern, bevor er sie wieder auf den Boden stellte. "Also, Bella, was wirst du anziehen?" Oh verdammt, und schon geht's los.

Jasper kam zurück und trug diesmal ein T-Shirt, was eigentlich schade war. Obwohl mich das auf den Gedanken brachte, wie Edward wohl ohne Shirt aussah. Ich hatte ihn schon in diversen Werbungen gesehen, aber in persona war er noch heißer. Ich musste diesen Gedanken sofort verbannen. Das würde zu einer sehr unproduktiven Bella führen. "Ich bin dann mal weg. Hast du eine Nachricht, die ich Edward übermitteln soll?", fragte er mit einem listigen Grinsen.

"Sag ihm, das nächste Mal, wenn er sie in so einem Aufzug sieht, sind es wohl besser seine Klamotten, die sie anhat!", sagte Alice mit einem Kichern. "Und sag ihm, du hast mir geholfen, sie umzuziehen. Das wird ihn sicher beschäftigen."

Jasper grinste und gab ihr einen schnellen Kuss. "Das hört sich gut an. Wir sehen uns später, Ladies." Er ging und versperrte die Tür hinter sich.

"Musstest du das sagen, Alice?"

"Was? Er hat schon deine eifersüchtige Seite erlebt, also sehen wir mal, wie er reagiert!"

"Jasper hat nicht wirklich geholfen, mich umzuziehen, oder?" Alice grinste mich nur an. "Alice! Hat er nun?"

"Hey, zumindest kann er Edward sagen, was er verpasst hat!", sagte sie mit einem frechen Grinsen. Ich nahm ein Kissen von der Couch und warf es auf sie.

"Toll, ich frage mich, wie viele Football-Spieler mich nackt zu sehen kriegen, bevor das Jahr zu Ende ist."

"Ich glaube, nur ein weiterer", sagte sie mit einem wissenden Grinsen. Ja, dieser eine weitere wäre perfekt.