Predestined Fate

Prolog: Blut

„Haltet ihn!", schallte es durch die mehr oder minder engen Gassen der Stadt Jerusalem.

„Er ist ein Assassine!", brüllte eine der Wachen die einen weißgekleideten Mann verfolgten.

Man sah nur einen Schatten, der einige der geschäftigen Menschen aus dem Weg stieß.

Zuerst vermutete man einen Gelehrten ob der Kapuze und der Kleidung, aber wenn man die Person genauer betrachtete konnte man deutlich die getragenen Waffen erkennen und den untypischen Schnitt der Kleidung.

Zudem waren auf dem groben, weißen Stoff Blutflecke zu sehen, die noch frisch waren, denn sie waren intensiv rot und noch nicht braun und eingetrocknet.

- Altaïr -

Diesmal waren die Wachen wirklich hartnäckig.

Sie hetzten ihn schon gute zehn Minuten durch die Stadt.

Aber eine günstige Gelegenheit auf die Dächer zu klettern war noch nicht da gewesen, weswegen er versuchte durch die weniger belebten Gassen zu entkommen.

Hinter dem Assassinen waren immer noch wütende Schreie zu hören und der Abstand zwischen ihm und den Wachen wurde immer geringer. Sein Atem ging schnell und Schweiß lief ihm die Schläfen hinab.

Heute, war es selbst für das hiesige Klima heiß.

Es hatte schon seit Wochen nicht mehr geregnet und seine schnellen Schritte wirbelten Staub auf.

Innerlich verfluchte er das Wetter.

Altaïrs Kleidung klebte förmlich an seinem Körper, was ihn etwas störte aber nicht beim Laufen behinderte.

Dennoch legte er noch einen Zahn zu und seine Atmung wurde spürbar schneller und sein Herz pumpte heftiger das Blut durch die Adern. Sein Puls dröhnte förmlich in seinen Ohren.

Kurz sah er sich um. Die Wachen schupsten einige der Leute aus dem Weg und waren kurz abgelenkt.

Er nutze diese Gelegenheit und stieß einige Menschen zur Seite, die sich gerade noch vor einem Stapel Kisten unterhalten hatten.

Flink und geschickt sprang er diese hinauf und zog sich schließlich an einem der Mauervorsprünge immer weiter nach oben.

Auch über die Fenster hinweg, die guten halt boten.

Behände zog er sich nun auf das Dach und blickte sich kurz um.

„Ich habe ihn verloren!", erklang eine hektische Stimme.

„Da oben!", erklang eine andere.

Altaïr konnte förmlich spüren, wie jemand auf ihn deutete.

Knurrend bahnte er sich nun einen Weg über die Dächer.

In der Hoffnung so seine Verfolger abhängen zu können.

Hier oben waren zumindest weniger Wachen und auch weniger Leute die ihn behindern könnten.

Zumindest hatte der Assassine hier eine Menge mehr Vorteile als die ungeübten Wachen.

Und so brachte er auch schnell einen immer größer werdenden Abstand zwischen sich und ihnen.

Sein Weg führte von Dach zu Dach, bis er schließlich eine günstige Stelle entdeckt hatte, für einen Todessprung.

Er sah sich um, keine der Wachen hatte ihn bemerkt.

Behände brachte er sich in Position und sprang ab.

Auf dem Dach gegenüber trat in diesem Moment eine Wache aus dem Schatten hervor. Sie hatte den Eindringling bemerkt und sich versteckt um im richtigen Moment zuzuschlagen.

Gerade als der Assassine, sich bereit machte legte die Wache einen Pfeil ein und zielte ruhig auf den Weißgekleideten.

Als dieser Absprang zischte der Pfeil bereits in der Luft.

Direkt auf die Brust des Assassinen.

Er traf.

Altaïr spürte den stechenden Schmerz der sich in seiner Brust ausbreitete. Zu spät hatte er die Wache wahrgenommen, zu spät um auf den Pfeil zu reagieren.

Der nun in seiner Brust steckte.

Warmes Blut durchnässte seine Kleidung.

Diesmal sein eigenes.

Die Schmerzen waren beinahe unerträglich.

In diesem Moment begriff der Assassine, dass es ein gewiss tödlicher Treffer war, würde er keine Hilfe bekommen.

Doch wer sollte ihm helfen?

Hier fremd von dem Ort, den er als seine Heimat bezeichnete.

Der Strohwagen kam immer näher, während er unkontrolliert fiel.

Sein Blick verschwamm.

Das Stroh wurde unscharf.

Noch war seine Aufgabe nicht beendet. Er durfte jetzt nicht sterben. Schoss es ihm durch den Kopf, während sein Bewusstsein schwand.

Nicht jetzt …., war sein letzter Gedanke, bevor es schwarz um ihn wurde.

Ein dumpfer Schlag erklang in der kleinen Nebengasse.

Als der Assassine unsanft und unkontrolliert im Stroh landete.

Das Geräusch kam daher, da sein linkes Handgelenk auf die Kante des Holzwagens aufgeschlagen war.

Auch hier hallte nun ein dumpfer Schmerz durch den Körper Altaïrs.

Diesen nahm er jedoch nicht mehr wahr, noch immer gefangen in der alles verschlingenden Bewusstlosigkeit.

Die Wache blickte mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht auf den Wagen hinab. Sie drehte sich um und kümmerte sich weite rum ihre Aufgaben.

Sollte der Attentäter doch in dem Wagen verrotten, sie würde sich nicht an ihm die Hände schmutzig machen.

Sonst hatte niemand etwas von diesem Schicksal mitbekommen.

Allein eine aus dem Wagen hängende Hand wies auf eine Person im Stroh hin.

Das merkwürdige daran war jedoch, dass diese Hand keinen Ringfinger besaß.