Family Portrait

Warnung: OC und dadurch OOC der bestehenden Charaktere möglich! (Versuche das ganze aber in Grenzen zu halten ;)

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Reviews jederzeit erwünscht und nun viel Spaß bei meiner neuen Lilah-Story!

~ Kapitel 1 ~

Eine junge Frau betrat das Wolfram & Hart Gebäude. Sie stand in der Lobby und schaute sich suchend um. Die vorbeilaufenden Anwälte, Klienten und Dämonen beachteten sie kaum bis gar nicht, dazu war es viel zu hektisch. Sie lief nun zielstrebig zum Empfang. Dort angekommen wartete sie ungeduldig, bis die Empfangsdame ihr Telefongespräch endlich beendet hatte. Danach setzte sie ihr freundlichstes Lächeln auf und sprach: „Hallo. Ich suche das Büro von Lilah Morgan." Die Empfangsdame musterte ihr Gegenüber eingehend, blätterte dann in ihrem Kalender und antwortete schließlich. „Es tut mir leid, aber Miss Morgan wünscht jetzt nicht gestört zu werden!" Die junge Frau lehnte sich an den Tresen. „Hören Sie, ich weiß, dass ich keinen Termin hab – sonst wäre es ja kein Spontanbesuch, aber ich bin mir sicher, dass sie von mir gestört werden wollte…" Die Empfangsdame blickte sie nun skeptisch an und linste zur Security, dann nahm sie erneut den Hörer in die Hand. „Wen darf ich denn melden?" Die Besucherin seufzte. „Wie wäre es, wenn sie mir einfach sagen, wo sie ihr Büro hat. Dann werden wir ja sehen, ob sie gestört werden will, und falls nicht – ich halte ihren Namen da raus." Sie zwinkerte der Empfangsdame zu und grinste. Diese überlegte kurz, merkte aber, dass die junge Frau nicht aufgeben würde: „Also gut. Etage 14, sie können das Büro gar nicht verfehlen." Geht doch, warum denn nicht gleich so? „Danke!" Und damit machte sich die Besucherin auf zum Fahrstuhl.

Sie drückte den Knopf und wenig später öffneten sich auch schon die Türen. Sie stieg in den schon recht vollen Aufzug ein und versuchte an die Tasten heranzukommen. „Kann ich Ihnen helfen? In welches Stockwerk möchten Sie?" „Äh ja danke. Stockwerk 14." Der junge Mann mit den stechend blauen Augen drückte den Knopf mit der 14. Sie beobachtete die Anzeige der Etagen, ihr entging allerdings nicht, dass der Anzugträger mit den blauen Augen sie musterte. An irgendwen erinnert mich die Kleine… An wen erinnert die mich bloß? Im 14. Stock angekommen stieg sie aus – und der Blauäugige gleich mit. Na prima! Als Anwalt müsste der eigentlich wissen, dass Stalking strafbar ist. Die dunkelhaarige Besucherin ließ ihren Blick umherschweifen. „Suchen Sie jemand Bestimmtes?" Die Angesprochene lächelte freundlich zurück. „Ich schätze, ich hab das Gesuchte gerade gefunden." Sie deutete in den Gang mit Lilah's Büro. „Ah, sehr gut. Ich bin übrigens Lindsey McDonald!" stellte er sich vor. Die Fremde ergriff die ihr dargebotene Hand. „Hi, schön Sie kennen zu lernen. Ich bin Lilliana MacIntyre." Lindsey setzte sein charmantestes Lächeln auf. „Die Freude ist ganz meinerseits…" In diesem Moment rief seine Assistentin nach ihm und winkte aufgeregt in seine Richtung. „Ähm, sorry. Die Arbeit ruft. Vielleicht sieht man sich mal wieder. Ich würde mich freuen!" Lilliana lächelte ihn noch einmal freundlich an. Ups, der arbeitet hier auf der Etage… Naja, wenigstens kein Stalker. „Kein Problem. Vielleicht bis bald." Lindsey verschwand in Richtung seiner Assistentin, natürlich nicht ohne ihr noch einmal nach zu sehen. Lilliana peilte derweil die Bürotür mit den glänzenden goldenen Lettern an, die LILAH MORGAN ergaben. Sie hatte Glück, dass Lilah's Assistentin gerade im Kopierraum verschwunden war, also klopfte sie. Nach kurzer Zeit kam ein genervtes „Ja?" aus dem Inneren des Büros. Lilliana öffnete die Tür und grinste die Anwältin an. „Hallo, Schwesterherz!" Erst jetzt hob Lilah den Kopf, um sich ihren Besuch genauer anzuschauen – vor Schreck fiel ihr glatt der Stift aus der Hand. „Lilliana?! Was… Wo?" Anstatt irgendwas zu sagen, stand sie lieber einfach nur auf und umarmte ihre kleine Schwester. Nachdem sich die beiden wieder getrennt hatten schüttelte Lilah ihren Kopf und sah sich ihr Gegenüber von oben bis unten an, dann murmelte sie. „5 Jahre… Fünf ganze Jahre… und dann stehst du hier einfach vor meiner Tür!" Lilliana ließ sich auf den Stuhl für die Klienten fallen und musterte Lilah's Büro. „Du hast's geschafft, was? Dein eigenes riesiges Büro, mit deinem Namen an der Tür, eigene Angestellte, eigene…. WOW Minibar!" Lilliana sprang wieder auf und lief zur eben entdeckten Minibar, die sie gleich mal ausprobierte. Lilah stand immer noch fassungslos im Raum. Sie wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Erst verschwand ihre Schwester sang- und klanglos von zu Hause, schrieb nur hier und da mal eine Karte, dass es ihr gut gehe, und sie und ihre Mutter sich keine Sorgen machen sollten, und dann schneite sie einfach so in ihr Büro rein.

„Du lenkst ab…" stellte Lilah fest. „Hmm, wirklich nicht schlecht. Von allem nur das Beste." Lilliana nahm noch einen Schluck und drehte sich dann zu Lilah um. „Du weißt warum ich weggegangen bin… Es war besser so – für mich und für euch!" Sie sah ihre ältere Schwester mit großen Augen an und trank noch einen Schluck. „Es war das Beste?" Lilah starrte sie fassungslos an. „Wir… Mom ist fast wahnsinnig geworden vor Sorge und Angst! Hast du… Warst du sie besuchen?" Lilliana nickte, sie wusste, um die Krankheit ihrer Mutter, bei einem früheren Anruf vor ein paar Jahren hatte Lilah es ihr erzählt. „Ja, sie hat fast so reagiert, wie du. Mmmh, nein eher doch nicht – da war mehr Freude dabei…" Lilah riss die Augen auf. „Sie hat dich erkannt?" Sie spürte einen Stich im Herzen. Lilah hatte sie nie erkannt, nicht wirklich zumindest. „Sie war zwar etwas durcheinander, aber sie konnte mich zuordnen, ja." Sie erkannte den kurz aufflackernden Schmerz in Lilah's Augen und fügte schnell hinzu: „Vielleicht hatte sie einfach nur einen guten Tag." Lilah wusste, dass es nichts brachte, ihre Schwester zu irgendwas zu drängen, also wechselte sie das Thema. „Wo wohnst du hier in L. A.?" Die Angesprochene zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Wollte mich dann mal nach 'nem preisgünstigen Hotel umschauen." Lilah ging zu ihrer Handtasche, kramte daraus etwas hervor und warf es Lilliana zu. Diese fing es mit einer schnellen Bewegung aus der Luft. Es waren Schlüssel. „Du brauchst in kein Hotel zu ziehen. Du wohnst bei mir, ich hab genug Platz." Lilliana wollte gerade zu einer Bemerkung ansetzen, schluckte diese allerdings doch runter und meinte nur: „Danke!" Lilah gab ihr noch einen Zettel mit ihrer Adresse. „Ich versuche heute eher Schluss zu machen. Bis später!" Die beiden umarmten sich noch einmal und damit verließ Lilliana Lilah's Büro. Als sie am Tresen der Empfangsdame vorbeikam, ließ sie es sich nicht nehmen, diese noch einmal anzugrinsen. Lilah setzte sich, immer noch überrumpelt, auf ihren Bürostuhl und versuchte weiterzuarbeiten.

TBC