Alternativtitel: Triff mich Amor - wenn du kannst!
Warnung: - AU (aber seid beruhigt: kein OOC): Lisbon leitet den Red John Fall in dieser Geschichte nicht. Der Fall bleibt jedoch beim CBI, nur in einer anderen Abteilung.
- kein Betaleser

AN: Ein großes HALLO und WILLKOMMEN zu meiner ersten FF in dieser Rubrik :)
Da mich die Interviews furstriert haben, in denen sie immer darauf verweisen, dass es wohl bei einer Freundschaft zwischen Lisbon und Jane bleiben wird, dachte ich: verdammt soll ich sein, wenn ich sie nicht zusammen bringe! :D
Inspiriert zu dieser Geschichte haben mich besonders die Fanfictions von "LittleMender" und die FF "Love ist Strange" in der Lisbon die Bachlorette von der TVShow "Bachelore" spielt. Lohnt sich die Mal durchzulesen! :)
Aber bevor ich mich hier noch in Worte verliere: Viel Spaß beim Lesen! ~


"[...]Daß keine Hand die andre fand
Und dunkler Wein am Boden rollte." - H.v. Hofmannstahl


„Das wird schon alles – meinte sie. Du brauchst ab und zu den Spaß mit einem Mann – sagte sie.",
und trotzdem saß Teresa ausgelaugt und vielleicht auch etwas lustlos ihrer ersten Verabredung seit …
seit wohl einer wirklichen Ewigkeit gegenüber.
Das einzig Gute und Tröstliche, was auf sie an diesem Abend zu kam, war der Rotwein.
Aber auf den freute sie sich auch nicht so sehr, wie es dem gebührte.
Die vielen schlaflosen Nächte, die ihr der letzte Fall gekostet haben, drückten noch immer ihre verspannten Schultern.
Kurz atmete sie tief durch und versuchte sich etwas zu motivieren.
Wenn sie sich schon hergerichtet hatte und in so einem schönen Restaurant saß, sollte sie wenigstens etwas Spaß haben.

„Sei einfach du selbst... nur mit etwas weniger Stirnrunzeln und etwas mehr Lächeln.", hörte sie Hollys Stimme nachklingen.
Aber worüber lächeln, wenn es nichts zu belächeln gab?
Dieser Mann hätte genau so gut ein Brocken Stein sein können.

„Und – ehm – Sie arbeiten wo genau?", fragte sie mit ihrer süßesten Stimme und schaffte es sogar ein halbes Grinsen auf zu setzten.
Einen Versuch war es wert.
Der Mann sah überrascht von der Karte auf, als fragte er sich, ob wirklich die Frau ihm gegenüber gesprochen hatte, oder er sich etwas einbildete.

„Eh – ja... ich bin Chefredakteur bei der lokalen Zeitung."

„Californian Times?"

„Ja genau.", meinte der Herr, verzog aber keine Miene, sondern nickte nur, „Lesen Sie uns vielleicht?"

„Aber natürlich.", nickte Lisbon, „Sie liegen ja jeden Tag auf meiner Fußmatte."

Es herrschte daraufhin eine tiefe Stille, während Teresa feststellte, dass sie wohl selbst mit einem Steinbrocken besser drangewesen wäre.
Den hätte sie wenigstens noch als Deko in ihre Wohnung stellen können.
Mit diesem Mann jedoch, konnte sie beim besten Willen nichts anfangen.

„Er ist etwas... still. Aber glaub mir Teresa, sobald du ihn geknackt hast, ist er ein liebenswürdiger Kerl."

„Wer´s glaubt, Holly.", seufzte sie leise und bestellte lustlos eine Crèmesuppe beim auftauchendem Kellner.
Dann wagte sie einen weiteren Versuch. Schließlich hatte sie sich nicht ganz umsonst in dieses unbequeme Kleid gezwungen!

„Man würde gar nicht glauben, dass sie Chefredakteur sind... so -", sie wollte eigentlich „unsicher" sagen,
aber das wäre eine Unterstellung gewesen, „ so verschwiegen, wie Sie den Abend bislang waren.", es sollte nicht wie ein Vorwurf klingen.
Eher, wie eine kleine Stichellei, die vielleicht das Eis hätte brechen können. Der dunklen Miene ihres Gegenübers nach zu urteilen, hatte es dieser jedoch ganz wie einen Tadel aufgefasst:

„Nun, ich habe nicht vor Menschen, die nicht reden wollen ein Gespräch aufzuzwingen."
Was sollte das jetzt heißen? Überrascht verschluckte sich Lisbon an ihrer eigenen Spucke und röchelte erstaunt eine Weile:

„Aber ich MÖCHTE reden."

„Ihr Gesicht sagt mir etwas völlig anderes."

Ihr Gesicht? Hatte sie etwa wieder zu oft die Stirn gerunzelt? Oder gar laut geseufzt?
Der Chefredakteur, sein Name war... Davis – nein – David Bliss, lehnte sich etwas nach vorne und kreuzte die Finger auf dem Tisch:

„Sie scheinen nicht wirklich verbissen auf dieses Date gewesen zu sein. Woran liegt das, Miss Lisbon?"

„Agent Lisbon.", korrigierte sie ihn automatisch, biss sich danach jedoch verärgert auf die Zunge. Verdammt!

Sie meinte kurz aufflimmerndes Interesse im Gesicht des Mannes zu sehen.
Seine Augen wurden lebendiger, seine Mundwinkel zuckten.

„Ich verstehe.", erwiderte David in einem geschäftlichen Ton, „Agent Lisbon also. Agent, mir kommt es vor, als wären Sie etwas verspannt und gelangweilt."

Lisbon schielte kurz zur Seite und meinte dann murmelnd: „Nein, das stimmt nicht."
Fügte dann noch schnell hinzu: „Und nennen Sie mich ruhig einfach Teresa. Es wäre zur Abwechslung schön wieder Zivilist zu sein.
Zudem rede ich auch nicht gerne über meine Arbeit.", log sie, und suchte nach weiteren Reaktionen im Gesicht von Bliss.

„Ach, warum? Es ist ehrlich interessant so unverhofft bei einem romantischen Abendessen einem Cop zu begegnen. Besonders aus fachlicher Sicht.", und das erste Mal an dem Abend grinste der Mann tatsächlich. Dieses Grinsen jedoch war Lisbon alles andere als geheuer.

Es war ein typisches Journalisten-Grinsen, zum kaschieren der Informationsgeilheit, welches die meisten dieser Fliegen wirken lies, wie ein Bluthund, der seine Beute witterte.
Sie wusste von Anfang an, dass es falsch wäre ihren Beruf zu erwähnen. Aber aus ganz anderen Gründen, die sich ihr jetzt erst offenbarten.
Dieser Mann war alles andere als ein Stein.
Er war ein ruhendes Reptil, das seine Energie sparend, nur darauf wartete ein geeignetes Fressen zu finden.
Und aus seinen funkelnden, grauen Augen war zu lesen, dass er gerade dabei war sein Festmahl zu beginnen.
„Sie sind eine wirklich interessante Frau, Agent Teresa Lisbon.", meinte Bliss und wollte schon nach ihrer Hand greifen.
Überrascht zog sie diese sofort vom Tisch und sah ihn anschließend streng an:
„Sie sind bestimmt auch ein sehr interessanter Mann, aber wenn Sie mich kurz entschuldigen würden.", damit stand sie auf und eilte zur Damentoilette.
Dieser Mann war ein Fehler. Ihr Gefühl sagte ihr, dass er bei weitem nicht in Ordnung war.


Erschöpft atmete sie tief durch und schaute in den Spiegel, woraufhin sie kurz die Nase rümpfte.
Das war sie nicht.
Diese Frau mit Hochsteckfrisur und starkem Makeup.
Und was hatte sie sich bei diesem Kleid gedacht? Dieser weite Ausschnitt... und es saß zu eng.
Aber leider war das ihr einzig gutes Stück gewesen. Sie hatte es auf der Hochzeit von Holly und Tommy getragen, vor knapp einem Jahr.
Es stellte sich schon damals als Fehlkauf heraus. Sie hätte jedoch nie gedacht, dass sie daraufhin keine Zeit und Lust mehr zum Einkaufen haben würde.
Sie musste diesem Wahnsinn ein Ende bereiten.
Daher machte sie auf dem Absatz kehrt und stieß entschlossen die Tür auf.
Sie würde sich bei David Bliss entschuldigen und ihm erklären, dass sie noch zu tun hätte.
Und jeder würde seines Weges gehen -

„Was zum...?"

Sie schaute sich den Tisch genau an, um sicher zu gehen, dass sie sich nicht vertan hatte.
Denn da saß doch tatsächlich eine kurvige Dame in Rot, mit vollen Lippen und noch volleren Brüsten auf ihrem Platz und flirtete mit ihrem Date ohne Zaum und Scham!
Und der gute David Bliss lachte ausgelassen über was sie auch immer ihm erzählt hatte.
Lisbon kam sich in dem Augenblick ehrlich überflüssig vor.
Zwar war wohl damit ihr Abend ohne größeren Unannehmlichkeiten beendet, jedoch fühlte sich das irgendwie... falsch an.
Sie schritt erhobenen Hauptes an den Tisch:

„Entschuldige David, dass es so lange gedauert hat."

„Ach, kein Grund zur Sorge. Ich wurde hervorragend unterhalten.", grinste Bliss, und flirtete weiterhin mit der heißen Blondine.

„Ja, das sehe ich.", bemerkte Lisbon trocken.

„Das ist übrigens Carren. Carren LeBeau."

„Die Schauspielerin?"

„Höchstpersönlich.", wandte sich die hübsche Frau in einem texanischen Singsang an Lisbon. Diese musste zugeben, dass sie erbarmungslos von ihr aus dem Ring geschmissen wurde.
Mit diesen Augen und vorallem diesem Vorderbau konnte sie schlecht konkurrieren.

„Lisbon ist ein Agent.", warf David zu allem Überfluss in das Gespräch ein.
Carren nickte bewundernd Lisbon zu und fing anschließend verführend Davids Blick ein:

„Sie scheinen ein wirklich interessanter Mann zu sein, wenn Sie mit solchen Leuten zu Abend essen."
Aha. Jetzt verstand Lisbon, und fand es faszinierend einem Mann bei der Arbeit zuzusehen.

„Nun ja.", meinte David, „Ich pflege die Leute um mich herum gut auszwählen."
Das Lächeln, das er Carren anschließend schenkte, war wohl eine Einladung in sein Bett.
Aber Lisbon hatte nicht vor weiterhin das Mauerblümchen zu spielen.

„David, ich muss zurück ins Büro.", damit schnappte sie sich ihre Handtasche.

„Jetzt schon? Der Abend fängt doch gerade erst an!"

Bliss schien fast schon etwas enttäuscht zu sein, was Lisbon wirklich überraschte. Hatte er vorgehabt sie ebenfalls rumzukriegen?
Kurz hielt sie in ihrer Bewegung inne und als ihr ein Licht aufging, wurde sie rot.

„Ehm – ja, Verbrecher haben ein wirklich gutes Timing.", um ihren gespielten Sarkasmus zu unterstreichen verdrehte sie noch die Augen und lächelte kurz, bevor sie den beiden ihr Rücken zukehrte.
Beim Hinausgehen stellte sie fest, dass sie fast schon amüsiert anstatt verärgert war.
Der Gute hatte es also auf zwei Frauen abgesehen. Mit was für einem Größenwahnsinnigen hatte sie da Holly nur verkuppeln wollen?
Sie stellte die Kompetenzen ihrer Schwägerin in der Hinsicht ehrlich in Frage.


Erschöpft, aber weniger verspannt als noch einige Minuten zuvor, eilte Lisbon aus dem Restaurant, ihren Van schon fest im Blick.

„Gern geschehen.", meinte plötzlich eine Stimme aus der Dunkelheit.

Abrupt blieb sie stehen und drehte sich suchend nach der Stimme um.
Aus dem Schatten der Hausmauer trat ein Mann in das Licht der Eingangsbeleuchtung.
Lisbon runzelte misstrauisch die Stirn.
Hatte er mit ihr gesprochen?

„Was meinen Sie damit?"

„Die nette Dame, die ihren Platz im Restaurant eingenommen hat – mein Werk."

Seine Erklärung wurde von einem weiten – fast schon stolzen - Grinsen begleitet, das auch seine Augen erreichte und sie warm funkeln ließ.
Es waren sehr schöne Augen - bemerkte Lisbon ungewollt. Blau, leuchtend, voller Leben.

„Ihr Werk?", sie verstand noch nicht ganz.

Der Mann begann mit federnden Schritten auf sie zuzugehen, und sie wich instinktiv zurück.

„Ach kommen Sie Agent. Als Mitarbeiter bei der Polizei können Sie doch bestimmt kombinieren."

Woher wusste er, dass sie ein Agent war?

„Ich habe keine Ahnung. Ich kenne Sie nicht, und ich wüsste nicht warum Sie sich in meine Angelegenheiten einmischen sollten."

Außer natürlich er war dieser Psychopath, den ihre Kollegen aus der anderen Abteilung suchten.
Es wäre nur logisch, dass sich dieser Informationen über seinen Fall holen wollte. Und was wäre da logischer, als sich einen Cop zu schnappen?
Langsam ließ sie ihre rechte Hand in ihre Handtasche gleiten. Zwar passte die Personenbeschreibung nicht auf diesen Mann, jedoch konnte ein Agent nie vorsichtig genug sein.
Als sich ihre Finger um die kleine Waffe schlossen, fühlte sie ihre innere Ruhe wieder einkehren und konnte gelassen der Situation entgegensehen.

„Ruhig Agent, ich bin kein durchgedrehter Stalker, falls sie das befürchten.", hob der Mann mit einem charmanten Grinsen ergebend die Hände und stockte kurz in seinen Schritten.

„Ach? Was sind Sie dann?", fragte Lisbon lächelnd. Der Kerl hatte irgendetwas Jungenhaftes an sich, wie er so unschuldig dreinblickte.

„Sehen Sie mich als ihren Retter in der Not. Der Typ hätte Sie in der Luft zerfleischt, wäre da nicht eine hübsche, berühmte und dazu noch skandalöse Blondine aufgetaucht."

Er stand nun direkt vor ihr. Ohne, dass sie es bemerkt hätte, war er ihr so nahe gekommen.
Sie hätte beunruhigt sein müssen. Zu ihrer eigenen Überraschung war sie das allerdings nicht. Nur skeptisch.

„Woher wissen Sie, dass -", sie suchte kurz nach den richtigen Worten, „ dass ich Probleme haben würde?"

„Er sucht die Titelstory für den nächsten Tag, und sie können ihm diese bieten. Ist es nicht logisch?"

„Ja.", wollte sie nicken, aber verdammt, es war noch immer nichts klar, „Ich meine, nein."

Er lächelte weiterhin, und legte eine Hand auf ihre rechte Schulter, woraufhin sich ihre Finger von der Waffe lösten.

„Was nun, Agent?"

Er trat noch näher. Sie hätte schwören können seinen Atem auf ihrer Haut zu fühlen. Die Luft zwischen ihnen schien zu vibrieren, und sie vergaß sich kurz in seinem Blick.

„Sie entspannen sich, atmen tief ein und aus. Es wird alles um Sie herum so leicht und flüchtig. Als würde die Welt gar nicht mehr existieren."

Ja, sie fühlte sich wirklich leichter. So unbeschwert. Seit Wochen das erste Mal meinte sie Ruhe zu empfinden. So friedlich. So weit.

„Das machen sie gut Teresa."

Sie fühlte wärme um ihre Taille und rauen Stoff an ihrer Wange.
Und irgendwie driftete sie ab. Ins Nichts. In ein schwarzes Loch.
Erschrocken fuhr sie zusammen und bevor sie zu sich kam, stolperte sie schon blindlings nach hinten, bis sie an ihrem Van anstieß.

„Was...?", überrascht stellte sie fest, dass ihre Handtasche auf den Boden lag, und ihre Waffe einige Meter weiter auf einem leeren Stellplatz gelandet war. Wann ist das passiert?
Sofort nahm sie den Verdächtigen ins Visier.

„Was haben Sie mit mir gemacht."

„Ihnen nur ein bisschen beim Entspannen geholfen."

Als er die aufquellende Wut in ihren Zügen bemerkte fügte er noch hinzu:

„Sie müssen zugeben, dass ihre Anspannungen weg sind. Sie werden auch viel besser schlafen. Ehrenwort."

„Und meine Waffe?"

„Ich mag keine Waffen.", meinte der Mann nur, nachdem er ihren Blick gefolgt war, „Ich wollte nicht, dass Sie mich aus Versehen erschießen."

„Glauben Sie mir, wenn ich Sie erschieße, wird das nicht aus Versehen sein. Sondern aus ehrlich gemeinter Absicht."

Damit sammelte sie ihre Handtasche auf, und stopfte ihre Waffe wieder hinein.

„Und wenn Sie mir nochmal zu nahe kommen, kommen Sie am Besten gleich mit dem Bestattungsdienst ihrer Wahl."

„Das werde ich mir merken.", lächelte der Fremde breit und winkte ihr kurz zu, als sie mit ihrem Van aus dem Parkplatz bog.