Vorbemerkung des Übersetzers vom 12. 5. 2014

Dies ist eine Übersetzung der Geschichte Unequal Affections von Lara S. Ormiston, wie sie im Jahre 2012 auf öffentlichen Fanfiction Seiten zu lesen war (ohne die über die einzelnen Kapitel verteilten Anmerkungen der Autorin). Damals bekam ich die Erlaubnis zur Übersetzung.

Achtung: Mittlerweile hat Lara S. Ormiston (hier: OnlyaNovel) den Roman in Zusammenarbeit mit dem Lektorat des Verlags Skyhorse Publishing überarbeitet und verbessert. Das Buch erschien Anfang 2014 im Handel. Seitdem ist nur noch der Anfang als Leseprobe online. Von der endgültigen Fassung gibt es allerdings bis jetzt keine deutsche Übersetzung und ich habe auch nicht vor, meine nochmals zu überarbeiten (schließlich bekam und bekomme ich ja nichts dafür). Wer das richtige Buch Unequal Affections: A Pride and Prejudice Retelling lesen will, muss es also schon kaufen!

Nikolaus Hold


Ungleiche Zuneigung

Prolog

November 1811

„Darcy, wenn du versuchst, mir zu sagen, dass Miss Bennet meiner unwürdig ist, werde ich – werde ich –", Mr. Bingley presste seine Hand zusammen, „werde ich etwas unternehmen!"

Sie waren in London, drei Tage nach dem Ball in Netherfield. Mr. Bingley stellte überrascht fest, dass ihm die Gäste, die er auf seinem Landsitz zurückgelassen hatte, in die Stadt gefolgt waren, und nachdem sie jetzt den Grund erzählt hatten, war er alles andere als erfreut.

„Sie ist deiner nicht unwürdig, aber ihre Familie ist es", antwortete Darcy ruhig. „Und leider ist sie von ihrer Familie nicht zu trennen." Bingley sollte nicht wissen, wie stark er die Kraft dieser Aussage selbst empfand. „Denk nach, Bingley! Nicht nur, dass sie dir gesellschaftlich nicht gut tut, auch wenn das sicher zutrifft; Mrs. Bennets Verwandte würden die Stellung, die deine Familie so hart erarbeitet hat, nur verschlechtern. Aber darüber hinaus – kannst du dir wirklich vorstellen, dass du diese Frau, diese Schwestern, stolz in deinem Bekanntenkreis vorstellst? Glaubst du, du kannst ihre vulgäre Art und ihre Aufdringlichkeit in deinem Haus für den Rest deines Lebens mit Gleichmut ertragen? Welche Ehe könnte das überleben? Und du kannst sicher sein, dass gerade die Liebenswürdigkeit von Miss Bennets Wesen sie daran hindern wird, jemals etwas abzulehnen oder die anderen auf Abstand zu halten. Nicht nur du wirst sie ertragen müssen, auch all deine Bekannten und Verwandten werden sie ertragen müssen. Denk mal einen Moment an deine Freunde – denk an deine Schwestern! Vielleicht bist du ja bereit, dein eigenes Ansehen zu beschädigen, aber was ist mit ihrem? Miss Bingley ist noch nicht verheiratet; du kannst nicht glauben, dass es für sie bei irgendeinem zukünftigen Ehemann eine Empfehlung darstellt, dass er eine solche Verwandtschaft auf sich nehmen muss wie Mrs. Bennet und die jüngeren Bennet Mädchen!"

Mr. Bingley war ein wenig blass geworden und rang offensichtlich mit sich. „Aber sie sind alle sehr gutartig …", betonte er schwach. „Sie sind sicher nicht so schlecht, wie du sagst."

„Doch, das sind sie", erwiderte sein Freund streng. „Du hast sie nicht beobachtet wie ich, weil du niemanden außer Miss Bennet gesehen hast. Mrs. Bennet ist eine vulgäre, oberflächliche, intrigante Frau, die ohne Gewissensbisse vor all ihren Freunden mit deinem Reichtum geprahlt hat, schon bevor du einen Antrag gemacht hast. Miss Mary Bennet fehlt es an Verstand, Geschmack und Bescheidenheit, und was die beiden jüngeren Mädchen angeht – merk dir meine Worte, Bingley, eines Tages wird eine von ihnen mit ihrem törichten Benehmen Schande über ihre Familie bringen. Sie sind verzogen, eitel und dumm, ohne Sinn für Anstand oder zumindest gute Sitten. Ihre Mutter bestärkt sie regelrecht darin, während ihr Vater zwar den Verstand hat, es besser zu wissen, es jedoch vorzieht, sie zu verspotten, anstatt irgendeinen Versuch zu machen, sie in Schranken zu halten."

Bingley verzagte bei dieser gnadenlosen Beschreibung der Bennet Familie und wandte sich in größter Aufregung ab. Darcy sah, wie er sich an den Kaminsims klammerte, bis seine Knöchel weiß wurden. Sowie sein Freund zu sprechen aufhörte, rief er aus: „Aber ich liebe sie, Darcy!"

„Ich weiß", antwortete Darcy ruhig.

„Und ich kann mir denken, dass du jetzt sagen wirst, ich war schon mal verliebt, aber noch nie auf diese Art!" Er begann im Zimmer auf und ab zu gehen. „Es gibt keine Frau in England wie sie! Sie ist ein Engel! Ich – ich glaube nicht, dass ich jemals ohne sie glücklich sein könnte!"

„Du warst vor ihr glücklich."

„Aber das war, bevor ich sie kannte – wusste, dass so ein Wesen existiert." Er hielt inne und Darcy wartete ab. „Nein", sagte er schließlich. „Nein, das kannst du nicht von mir verlangen."

Darcy runzelte die Stirn. „Aber ..."

„Ich bin ein Mann von Ehre, Darcy!" rief er. „Und du genauso! Wäre es dir recht, wenn ich mich so schändlich benähme – ihr so den Hof zu machen, solche Erwartungen und Gefühle zu wecken und sie dann zu verlassen? Du würdest dich selbst niemals so verhalten, davon bin ich überzeugt!"

„Du glaubst also, dass sie dich liebt?"

„Ja! Gut –", er errötete, „vielleicht nicht so sehr, wie ich sie liebe, aber ehrlich, ich bin davon überzeugt. Sie erwidert meine Liebe."

„Ich bin anderer Meinung", sagte Darcy kühl.

Bingley wurde eine Nuance blasser. „Was?"

Diese Aufgabe entpuppte sich als noch unangenehmer, als er erwartet hatte, aber er wappnete sich dafür weiterzumachen, ohne mit der Wimper zu zucken. „Ich habe die Gelegenheit genutzt, sie in der Ballnacht sorgfältig zu beobachten. Ihr Gesicht war stets heiter und sie lächelte, was auf eine allgemein übliche Höflichkeit hinweist, aber ich konnte kein tiefes Gefühl erkennen. Sie nahm deine Aufmerksamkeiten mit Vergnügen entgegen, das ist wahr, aber nicht anders als bei jedem anderen jungen Mann." Er wartete einen Moment, währenddessen diese Information in den Verstand seines unglücklichen Freundes einsickerte. „Sie mag dich, Bingley, aber ich glaube nicht, dass sie dich liebt. Ich achte sie genug, um sie vom Intrigieren freizusprechen – das ist die Rolle ihrer Mutter; sie hat sich immer bescheiden benommen. Wenn du ihr einen Antrag machtest, würde sie dich sicher akzeptieren; wie könnte sie in ihrer Situation auch anders? Du wirst ihr keine andere Wahl lassen. Familiäre Verpflichtung, Klugheit, alles wird sie zwingen, dich zu akzeptieren, ob sie wirklich will oder nicht. Wenn du ihr keinen Antrag machst, wirst du die Hoffnungen von Mrs. Bennet natürlich enttäuschen, aber nicht unbedingt die von Miss Bennet. Sie wird nicht todunglücklich sein. Tatsächlich könnte sie sogar ein bisschen erleichtert sein."

Während dieser ganzen Rede war Bingley mit dem Kopf in seinen Händen dagesessen. Als Darcy schloss, gab es eine lange Pause, bevor er schließlich aufsah, sein Gesicht ganz verstört. „Ich – ich war sicher, dass sie mich gern hat", flüsterte er.

„Das hat sie sicherlich, wie eine Freundin. Ich glaube nur nicht, dass sie in dich verliebt ist."

„Du glaubst nicht?" Er überprüfte das Gesicht seines Freundes fast verzweifelt mit seinen Augen. „Aber bist du sicher, Darcy?"

„Ich bin nicht allwissend, wenn es das ist, wonach du fragst. Aber auf Grund meiner eigenen Beobachtung bin ich völlig überzeugt, dass ihr Herz nicht berührt worden ist."

Dass Darcys Überzeugung schwer auf dem anderen lastete, war klar. Er strich sich mit zittriger Hand durch sein Haar, Tränen standen in seinen Augen. „Es gibt keinen Grund, warum sie mich lieben sollte", sagte er heiser. „Es gibt nichts Herausragendes an mir. Ich bin nicht besonders schön oder besonders schlau oder besonders gut. Aber ich dachte ..." Er sprang auf und ging zerfahren im Zimmer umher. Obwohl Darcy seiner letzten Äußerung in vielem leicht hätte widersprechen können, schien es nicht förderlich, dies zu tun, also wartete er einfach schweigend ab. „Du hast schon Recht", sagte er schließlich mit leiser Stimme. „Ich habe versucht, an irgendeinen bestimmten Blick oder ein Wort zu denken – irgendetwas, was eine klare Vorliebe ihrerseits zeigen könnte; irgendetwas, das beweisen würde, dass sie mich liebt. Aber da war nichts. Da war nur ihre übliche Anmut, ihre Freundlichkeit." Er seufzte tief.

„Charles", sagte Mr. Darcy behutsam, „ich weiß, dies ist schmerzlich für dich, aber du musst nachdenken, bevor du wirklich zu weit gehst, um noch einen Rückzieher zu machen. Ist es wirklich die Erniedrigung durch eine solche Familie, durch so ordinäre Verwandtschaft wert, eine Frau zu bekommen, die, so süß und nett sie auch sein mag, die Zuneigung nicht auf dem gleichen Niveau erwidern kann wie du? Kannst du wirklich dein eigenes Glück höher bewerten als deine Verpflichtungen deiner Schwester gegenüber? Würdest du überhaupt in einer solchen Ehe glücklich werden? Du liebst sie, aber ist es genug, sie nur zu haben? Reicht es, sie zu haben, aber nicht ihr Herz – so viel aufzugeben, so viel hinzunehmen, ohne dass die Zuneigung zumindest genauso erwidert wird? Könnte das irgendeinem Mann genügen?"

Eine weitere lange Pause, dann sagte Charles: „Nein, nein, es genügt nicht. Ich könnte nicht damit zufrieden sein, zu lieben ohne wiedergeliebt zu werden. Wenn sie mich geliebt hätte, Darcy ..." seufzte er mit gebrochener Stimme. „Wenn sie mich geliebt hätte, dann hätte ich alles für sie gegeben. Aber ich kann sie nicht dazu bringen, mich zu lieben, nicht wahr?" Er sah seinen Freund an.

„Nein", stimmte Darcy zu. „Nein, das kannst du nicht."

Kapitel 1

April 1812

Am Ende fühlte sie sich nur seltsam unbeteiligt. Es war ein Schock – da gab es nichts zu leugnen, es war ein Schock, und der aufgeregte junge Mann mit den leuchtenden Augen und leidenschaftlichen Tönen erschien ihr wie ein Fremder. Er war ein Fremder, erkannte sie auf einmal. Sie kannte ihn überhaupt nicht richtig. Und sie fand, sie konnte ihn nicht hassen, nicht nachdem er so leidenschaftlich seine Liebe erklärt hatte; er war so – so sehr offen, so sehr feurig, so ganz anders als der Mann gewesen, den sie zu kennen glaubte. In einem Moment schienen alle ihre Vorurteile, alle ihre Vorstellungen von seinen Einstellungen und Verhaltensweisen über den Haufen geworfen. Sie konnte nicht einmal mehr eine wirkliche Abneigung gegen ihn verspüren. Allerdings konnte sie auch kein Mitleid mit ihm haben, wenn er so schrecklich von ihrer Familie sprach. Ihr Verstand räumte ein, seine Vorbehalte könnten auch angemessen gewesen sein, aber sie konnte nicht gut von ihm denken, wenn er ihr diese so geradeheraus zu einem solchen Zeitpunkt darlegte.

Sie hatte einen Heiratsantrag von einem Fremden erhalten. Einem sehr reichen, sehr gutaussehenden Fremden, der sehr in sie verliebt war. Sie konnte ihn unmöglich akzeptieren – aber, auf einmal konnte sie ihn auch unmöglich ablehnen, nicht jetzt. Sie wusste genau, dies war eine Chance, die sich von jeder anderen, die sie je erhalten würde, unterschied. Sie konnte ihn nicht der Genugtuung halber abweisen. Sie musste nachdenken.

Als Darcy endlich zu reden aufhörte, seine breiten Schultern an den Kaminsims lehnte und seine Augen auf Elisabeths Gesicht heftete, war er durch ihren Ausdruck etwas verwirrt. Es war nicht der dankbare, glückliche Blick, den er erwartet hatte, oder auch nur der schüchterne und verschämte, der seiner Meinung nach auch möglich war. Sie schaute nur – nachdenklich, mit einem leichten Stirnrunzeln, als gäbe es irgendein Rätsel, das sie zu lösen versuchte. Er wartete ungeduldig, bis sie ihre Augen zu seinen erhob.

„Sir, ich danke Ihnen für die Ehre Ihres Antrags", sagte sie langsam, „aber ich kann Ihnen nicht antworten. Ich brauche Zeit, um zu überlegen."

Dass Darcy eine solche Antwort nicht erwartet hatte, war offensichtlich. Er sah ziemlich erstaunt aus. „Aus welchem Grund?" fragte er nach einer Weile, wobei er darum kämpfte, ruhig zu erscheinen.

Sie sah ihn ernst an. „Ich hatte nicht erwartet, dass Sie mir einen Antrag machen. Bis Sie zu reden anfingen, hatte ich die Möglichkeit nie in Betracht gezogen."

Das überraschte ihn noch mehr und er wandte sich unbehaglich ab. „Ich hatte gedacht, mein Interesse an Ihnen wäre ziemlich offensichtlich", sagte er steif.

Dazu lächelte sie leicht. „Nicht für mich."

Er runzelte die Stirn. „Dachten Sie wirklich, ich würde Ihnen so viel Aufmerksamkeit erweisen, wenn ich keine Absichten hätte?"

Nun war sie an der Reihe, überrascht zu schauen. „Sie müssen mir verzeihen, Sir, aber ich hatte nicht bemerkt, dass sie mir Aufmerksamkeit erwiesen. Es ist wahr, wir trafen uns oft, aber wir redeten wenig."

Darcy machte den Mund auf, schloss ihn wieder und sagte zuletzt: „Nur weil es unerwartet ist, bedeutet das doch nicht, dass es unerwünscht ist."

„Nein-n", antwortete sie nachdenklich.

Er runzelte die Stirn und fragte sich, ob sie mit ihm spielte. „Ich bin nicht sicher, ob ich die Gründe verstehe, warum Sie zögern."

Sie hob eine Augenbraue. „Würden Sie empfehlen, dass ich über meine ganze Zukunft entscheide, ohne nachzudenken? Sie haben sicherlich ausführlich nachgedacht – habe ich nicht das gleiche Recht?

Daraufhin war er für einen Moment still. „Wie viel Zeit benötigen Sie?"

Sie biss sich nachdenklich auf die Lippen. „Sie reisen übermorgen ab, nicht wahr?"

„Ja, aber das könnte man verschieben. Ich hatte nicht vor, Kent ohne eine Verständigung zwischen uns zu verlassen."

Elizabeth errötete ein wenig. „Wenn – ich fragen dürfte – wie lange haben Sie schon die Absicht, mir einen Antrag zu machen?"

Er betrachtete sie mit einem rätselhaften Ausdruck. „Ich habe seit Ostersonntag gründlich darüber nachgedacht, als Sie zum Tee in Rosings waren."

„Das ist nicht sehr lange her, Sir."

„Ja, aber meine Gefühle sind von viel längerer Dauer, wie ich Ihnen schon gesagt habe. Als ich Sie an diesem Abend wieder sah, wusste ich, ich könnte die Art meiner Wünsche nicht länger leugnen." Er sah sie sehnsüchtig an, es fiel ihm schwer, all dies angesichts ihrer offensichtlichen Ambivalenz zuzugeben, aber nachdem er so viel gesagt hatte, hatte er nichts mehr zu verlieren.

„Ich –" seufzte er. „Ich kann nicht genau sagen, wann ich beschloss, Ihnen einen Antrag zu machen. Ich glaube, die Entscheidung kam allmählich und jede Stunde in Ihrer Gesellschaft machte sie bestimmter. Ich habe seit gestern auf eine Gelegenheit gewartet, um mit Ihnen zu sprechen."

So unbehaglich dieses Gespräch war, Elizabeth fand es auch faszinierend. Sie hatte sich in ihrem Verständnis für seine Gedanken und Motive so geirrt! Er schien sich damit abgefunden zu haben, alle ihre Fragen zu beantworten, daher konnte sie nicht widerstehen, sich ein wenig weiter vorzuwagen. „Was haben Sie nach meiner Zustimmung geplant?"

„Ich hatte gehofft, Sie nach Ihrer Ankunft in London zu besuchen, Sie dann nach Hertfordshire zu begleiten, um den Segen Ihres Vaters zu erbitten. Ich würde gerne –" er hielt inne und sah sie direkt an, „Ich möchte bald verheiratet sein."

Sie errötete unter seinem Blick. „Und Mr. Bingley?" fragte sie leise.

Seine Augenbrauen zogen sich zusammen. „Mr. Bingley?"

„Netherfield ist zugesperrt, Mr. Darcy." Sie sah ihn schelmisch an. „Wo werden Sie ohne Ihren Freund leben?"

Er entspannte sich und lächelte ein wenig. „Vermutlich würde er mir die Benutzung des Hauses erlauben, wenn ich es wünschte. Wenn nicht, werde ich eine andere Unterkunft finden."

„Ich würde die Qualität der Gasthäuser in Meryton nicht zu hoch bewerten, Sir. Ich bin sicher, Sie sind viel Besseres gewohnt."

Er war ein wenig über den Zweck dieser Befragung verwirrt. „Ich bin darüber nicht besorgt."

„Aber Sie könnten es sein, nach einer Woche minderer Mahlzeiten und schlecht gelüfteter Betttücher."

„Madam, das ist kaum der Punkt", sagte er ein wenig ungeduldig. „Ich werde nicht in der Lage sein, nach Hertfordshire zu gehen, bevor Sie mir Ihre Zustimmung geben." Er hielt inne und sagte mit beherrschterer Stimme: „Wie lange glauben Sie, werden Sie zum Nachdenken brauchen?"

Nun war es an ihr zu seufzen. „Ich weiß es nicht, ehrlich gesagt. Aber wenn Sie mich morgen im Wäldchen aufsuchen wollen; ich glaube, bis dahin werde ich meine Gefühle besser verstehen."

Er verbeugte sich zustimmend, kam dann mit einem erleichterten Ausdruck quer durch den Raum zu ihr. Sie stand auf und er nahm ihre Hand. „Es tut mir leid, dass ich Ihnen meine Gefühle so wenig zu erkennen gab", sagte er. „Sie müssen verstehen: bevor ich zu meiner eigenen vollständigen Zufriedenheit festgestellt hatte, was meine Absichten waren, wollte ich mich nicht in einer solchen Weise verhalten – das heißt, ich wollte nicht Anlass zu Hoffnungen geben, die ..." er biss sich auf die Lippe.

„Ich verstehe", erwiderte sie. „Und Sie", ihre Stimme bekam eine schwach satirische Schärfe, „sind zu gut vertraut mit unserem Rangunterschied, um zu bezweifeln, dass ich nicht vermutete, Sie würden eine Zuneigung entwickeln, nur weil Sie sich entschlossen, mit mir gelegentlich spazieren zu gehen."

Ihr Tonfall entging ihm nicht und er beunruhigte ihn, aber ihre Aussage war zu vernünftig, um sie in Frage zu stellen. Natürlich würde sie bescheiden sein und natürlich würde sie eine solche Entscheidung nicht hastig fällen, dachte er mit einer gewissen Erleichterung. Er drückte die Hand, die er noch hielt. „Ich hoffe, ich lasse keinen Zweifel an meiner zukünftigen Zuneigung", sagte er leise. Sie errötete und er trat mit einem Seufzer zurück. „Bis Morgen dann, Miss Bennet. Ich wünsche Ihnen einen guten Abend."

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Elizabeth blieb in dieser Nacht lange in Gedanken versunken auf. Sie war stark angespannt und fühlte sich immer noch so seltsam leidenschaftslos. Sie liebte ihn nicht, aber sie verspürte auch nicht ihre frühere entschiedene Abneigung. Sie konnte die Sachen nicht vergessen, die sie gegen ihn hatte, aber sie erschienen nicht mehr so schrecklich. Schlechtes Benehmen könnte besser werden. Dass er sie ursprünglich beleidigt hatte, könnte ihm jetzt sicher verziehen werden, obwohl sie bedauerte, dass er so etwas über irgendeine Frau in ihrer Hörweite gesagt hatte. Die Wickham Angelegenheit war viel ernster, aber zum ersten Mal konnte Elizabeth sie ohne Emotionen betrachten, ohne den eifrigen Wunsch, Darcy im Unrecht zu finden, den sie in der Vergangenheit immer hatte, und zum ersten Mal gestand sie sich ein, dass sie vielleicht die volle Wahrheit nicht kannte, was vor all diesen Jahren passiert war. Wickham war glaubwürdig gewesen, aber Zeit und Emotion könnten seinen Bericht durchaus gefärbt haben. Außerdem würde sie als Mr. Darcys Frau in einer Position sein, in der sie möglicherweise versuchen könnte zu berichtigen, was falsch gemacht worden war. Sie würde auch in der Lage sein, Jane zu helfen. Es war ja gut und schön, ihn für das, was er getan hatte, zu schelten, entschied sie in einem sehr Charlotte-ähnlichen Ausbruch gesunden Menschenverstands, aber es würde Jane weit mehr nützen, ihren unerwarteten Einfluss dazu zu verwenden, seine Meinung zu ändern. Immerhin konnte er kaum weiterhin seine eigene Schwägerin als eine geeignete Wahl für seinen Freund ablehnen.

Und er war ein kluger Mann und ein vernünftiger. Er war reich genug, um ihrer ganzen Familie zu helfen, und er war in sie verliebt. Das war eine ganze Menge. Elizabeth hatte noch nie zuvor einen Mann gekannt, der in sie verliebt war, und es war schwer, nicht an die Macht zu denken, die sie offenbar über ihn hatte. Wie würde es sein – solch einen Einfluss auf das Glück eines Mannes wie diesen zu haben?

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Mr. Darcy war in dieser Nacht auch noch spät auf. Es war nicht das erste Mal. Eben in der Nacht zuvor war er in seinem Zimmer auf und ab gegangen, rasend vor Leidenschaft und geplagt von Bedenken. Er war entschlossen – er hatte seinen Entschluss gefasst – aber sein Stolz wollte keine Ruhe geben. Er flüsterte, dass er sich lächerlich machen würde, seine Familie, seine Verwandtschaft lächerlich machen würde.

Seine Demütigung in dieser Nacht war von einer anderen Art, eine mehr intime, persönliche Demütigung. Aber Darcy war ein zu gerechter Mann, um nicht der Fairness ihrer Position zuzustimmen. Und er hatte nie wirklich geglaubt, dass sie so heftig in ihn verliebt war wie er in sie – nicht wahr?

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Der nächste Morgen war frisch und kühl. Elizabeth war noch nicht weit entlang ihres Weges gegangen, als sie ihn auf sie wartend antraf. Er verbeugte sich schnell und bot ihr, mit einigem Zögern, den Arm. Sie nahm ihn vorsichtig, mit gleichem Zögern.

Sie gingen ein kleines Stück schweigend, bis Mr. Darcy ausrief: „Miss Bennet, ich kann diese Ungewissheit nicht ertragen! Bitte sagen Sie mir, ob Sie zu einem Entschluss gekommen sind."

„Nein Mr. Darcy, das bin ich nicht", antwortete sie. „Aber ich glaube, meine Gedanken sind viel besser geordnet, als sie es letzte Nacht waren. Ungelogen, ich habe schnell gemerkt, dass ich keine Entscheidung treffen könnte, bevor ich nicht nochmals mit Ihnen gesprochen hätte. Ich habe viele Dinge, die ich sagen muss, und Fragen, die ich stellen muss. Bitte seien Sie nicht gekränkt. Mir ist bewusst, was für ein schmeichelhaftes Angebot Sie mir gemacht haben, aber ich bin grundsätzlich nicht imstande, ohne gründliche Überlegung über den Rest meines Lebens zu entscheiden."

„Ich würde Sie nicht so respektieren, Miss Bennet", sagte Mr. Darcy langsam, „wenn Sie nicht ein lebhaftes Gemüt und einen unabhängigen Geist hätten. Ich hatte nicht erwartet, Sie letzte Nacht so vollständig überrascht anzutreffen. Ich mag die Verzögerung nicht, aber ich kann nicht sagen, dass ich Ihnen dafür Vorwürfe mache."

„Ich danke Ihnen. Ich fürchte, ich muss mit dem beginnen, was Sie schmerzen muss, aber es wäre ungerecht von mir, weniger offen zu sein, als Sie es gewesen sind, und es soll sofort ausgesprochen werden."

„Was meinen Sie?"

„Sir, ich glaube, es ist nur recht Ihnen zu sagen, dass ich gegenwärtig Ihre Liebe nicht erwidern kann. Wenn Sie Ihr Angebot im Licht dieser Informationen zurückziehen möchten, dann würde ich es völlig verstehen und Ihnen nicht übel nehmen."

Es kam keine sofortige Antwort auf diese Aussage. Mit einem verstohlenen Blick auf ihn sah Elizabeth Mr. Darcy geradeaus starren, ein Muskel in seinem Kiefer zuckte. Sie verzagte ein bisschen.

Für Darcy war es kaum eine Überraschung nach ihrer Reaktion in der Nacht zuvor, aber es tat immer noch weh, sie es so deutlich aussprechen zu hören. Sie hatte nicht einmal irgendwelche Worte in Bezug auf die Herzlichkeit ihrer Achtung oder ihres Respekts angefügt. Aber er kannte seine Antwort, ohne auch nur überlegen zu müssen. „Das will ich nicht, Miss Bennet", sagte er leise.

Als sie sah, dass er gegenwärtig nicht geneigt war, noch irgendetwas zu sagen, nahm sie all ihren Mut zusammen und kämpfte sich voran. „Ich muss Ihnen erzählen", begann sie stockend, während eine tiefe Röte ihre Wange überzog, „dass ich und meine Schwester immer gesagt haben, dass wir nie ohne Respekt und Zuneigung heiraten würden – ohne", sie schluckte, „ohne Liebe. Ich glaube, es war ein Entschluss, geboren aus der Erfahrung, in einem Haus zu leben, wo nichts mehr davon zwischen Mann und Frau vorhanden war."

Er konnte sehen, dass es sie einiges kostete, ihm dies zu sagen. Er war erleichtert, nicht der einzige Verletzliche zu sein.

„Ich wünsche mir keine Ehe wie die meiner Eltern, Mr. Darcy", sagte sie unverblümt, „weshalb ich Sie bitten muss, die Art Ihrer eigenen Gefühle für mich zu überprüfen."

Darcy hielt abrupt an, seine freie Hand hielt die ihre auf seinem Arm fest. „Zweifeln Sie an meiner Zuneigung?" forderte er zu wissen. „Glauben Sie, ich sprach leichtfertig von Liebe? Ich versichere Ihnen, ich tat es nicht!"

Elizabeth atmete ein, um sich zu beruhigen, unfähig in sein Gesicht zu sehen. „Ich zweifle nicht an ihrer Wärme, Sir, was ich bezweifle – was ich hinterfrage", sie zog ihre Hand weg und begann langsam weiterzugehen, „ist ihre Dauerhaftigkeit."

„Sie bezweifeln meine Treue?" Sie konnte aus seiner Stimme hören, dass er beleidigt war.

„Nein-n." Sie sah ihn an. „Ich frage mich, ob Ihre Aufmerksamkeit letztlich die Missbilligung der Welt überleben wird und die Schande", sie konnte nicht all die Bitterkeit aus ihrer Stimme halten, „wegen meiner Verwandtschaft." Das kam unerwartet. Darcy blieb stehen und beobachtete sie argwöhnisch. „Ich bin sicher, Mr. Darcy, dass alles wahr ist, was Sie letzte Nacht über meine Untauglichkeit, Ihre Frau zu sein, gesagt haben, und vielleicht sogar aus Ihrer Sicht natürlich, aber die Ausdrucksweise, die Sie benutzten – die Wärme Ihrer Äußerungen – wenn Sie jetzt so stark fühlen, Sir, wenn Sie im ersten Rausch der Leidenschaft sind, wie werden sie fühlen, wenn diese Leidenschaft einmal verblasst – wenn Sie mich als Ihr Eigen haben und meine Reize nicht mehr so frisch sind, wie sie einmal waren – wenn einmal die Übel, die Sie wegen mir befürchten, über Sie kommen? Ich könnte es nicht ertragen, mit einem Mann verheiratet zu sein, der mir grollt und mich bereut."

Darcy war total bestürzt. Sie stand vor ihm, gepflegt, still und angespannt, das Kinn stolz erhoben, sogar während sie über ihre eigenen Eingeständnisse errötete. Er fühlte den Tadel ihrer Worte sehr genau, unangenehm; nicht, dass sie ihn getadelt hatte, darauf hätte er wütend reagiert, aber schon die Tatsache, wie vernünftig die Frage war, entsetzte ihn. Sie wandte sich ab, um den Weg weiterzugehen und er beeilte sich, sie einzuholen. Sie gingen eine Zeitlang schweigend weiter.

„Ihre Frage ist vernünftig", sagte er endlich, „so sehr es mich schmerzt, es zuzugeben. Es tut mir leid, dass meine Worte an Sie gestern Anlass zu Zweifeln an der Dauerhaftigkeit meiner Zuneigung gegeben haben sollten. Ich habe dabei nicht daran gedacht, wie sie aufgenommen werden könnten. Ich hoffe aber, Sie wissen, dass alle meine Vorbehalte Ihre Situation betrafen, nicht Ihren Charakter oder ihre Person. Wenn ich Sie als unterlegen angesehen hätte, hätte ich Ihnen keinen Antrag gemacht."

„Ich danke Ihnen, Sir, aber leider kann ich nicht losgelöst von meiner Situation betrachtet werden."

„Das ist mit nur allzu bewusst. Es sind zwei Punkte, die ich als Antwort anführen möchte. Erstens ist es nicht wirklich korrekt, mich als im ersten Rausch der Leidenschaft zu beschreiben. Ich glaube, ich ließ dies vor einiger Zeit hinter mir. Wenn ich damals gehandelt hätte, hätten Sie gut daran getan mich zu warnen, aber ich war so unsicher wie Sie, ob meine Gefühle die Nachteile der Partie überleben würden. Es war meine Unfähigkeit, irgendeins der zarten Gefühle für Sie zu vergessen oder aufzugeben, obwohl ich Sie für einige Monate nicht wieder sah, die irgendwann anfing, mich von deren Beständigkeit zu überzeugen. Als ich Sie hier in Kent antraf, konnte ich nicht widerstehen Sie wiederzusehen. Ich wollte prüfen, ob ich Ihre Reize im Geist einfach verschönert hatte, aber ich fand das genaue Gegenteil vor. Sie hielten mich mehr als je zuvor in Ihrem Bann. Ich gebe zu, dass ich Sie dann für eine Zeit mied, weil ich noch nicht bereit war, mir einzugestehen, dass ich verloren war. Wie ich letzte Nacht erklärte, beschloss ich, nachdem ich Sie im Haus meiner Tante gesehen hatte, dass ich die Realität dessen, was ich fühlte, nicht mehr leugnen könnte. Was ich seit langem fühlte und weiterhin fühle. Ich erwarte nicht, dass es sich im Laufe der Zeit ändert."

Elizabeth hörte seiner Schilderung fasziniert zu. Es war die längste Rede, die sie je von ihm gehört hatte, abgesehen von seinem Heiratsantrag. Sie gingen den Weg jetzt nebeneinander hinunter; er schaute mit einem ernsten Ausdruck geradeaus, die Hände hinter dem Rücken verschränkt.

Er fuhr fort: „Mein zweiter Punkt ist, dass Sie froh sein sollten, dass ich die Übel Ihrer Situation so ernst nahm, wie ich es tat. Es wäre naiv von mir zu glauben, dass sich nichts Schlimmes für mich oder meine Familie aus einer Verbindung mit Ihrer ergeben könnte." Lizzy zuckte zusammen. Er bemerkte es und milderte seinen Ton. „Ich wollte nur ausdrücken, dass ich darauf gefasst bin. Ich weiß, was ich gewählt habe. Ich glaube nicht, dass es möglich ist, dass ich Ihnen irgendeine Konsequenz unserer Ehe übel nehmen könnte, weil ich jede mögliche Konsequenz bereits berücksichtigt habe. Hätte ich mir vorgemacht zu glauben, es wäre alles einfach, dann hätten Sie Grund zur Sorge. Aber ich habe die Schwierigkeiten absolut vorausgesehen und festgestellt, dass Sie es wert sind, sie zu ertragen."

Elizabeth wusste nicht, ob sie wütend oder gerührt sein sollte. „Sie ehren mich, Mr. Darcy", sagte sie langsam, ironisch, „aber haben Sie nicht selbst zugegeben, dass Sie den Antrag aus Leidenschaft stellten, nicht aus Vernunft? Dass Ihr besseres Urteil dagegen sprach? Mein Vater hat meine Mutter aus Leidenschaft geheiratet. Ich habe gehört, dass sie an Schönheit in ihrer Jugend ganz Jane glich und sehr lebhaft war. Es war aber nicht genug. Und haben Sie nicht Ihre eigene Veranlagung einmal als nachtragend bezeichnet?"

„Miss Bennet." Er hielt sie wieder beim Weitergehen auf und nahm sanft ihre Hand. „Glauben Sie wirklich, dass ich nicht besser bin?" fragte er nach. „Dass ich die Schuld für meinen Fehler auf Sie schieben würde – wenn es sich überhaupt als Fehler erweisen sollte? Ich bin aber nicht so unbeständig, wie Sie glauben. Meine Gefühle sind nicht so veränderlich. Sie sind die einzige Frau, die ich je geliebt habe, und ich glaube, die einzige, die ich jemals lieben werde." Dann wurde sein Blick finster und gequält. „Warum fordern Sie so viel mehr von mir, als Sie selbst in der Lage sind zu geben? Ich sagte, ich bin bereit, Sie sogar ohne Ihre Liebe zu akzeptieren, aber Sie möchten meine Gefühle immer wieder hinterfragen?"

Er schaute sie jetzt mit seinem schärfsten und stolzesten Blick an, aber Elizabeth weigerte sich, einschüchtert zu sein.

Sie sind an mich herangetreten, Sir!" funkelte sie ihn an. „Ich habe Ihnen gesagt, dass Sie Ihren Antrag jederzeit zurückziehen können." Er ließ ihre Hand los, als hätte er sich verbrannt. „Wenn wir heiraten würden, wäre ich fast vollständig in Ihrer Macht. Das ist das Los der Frauen." Sie schaute weg. „Kontrolliert und unterworfen zu werden, auf ihre Väter oder Ehemänner zu vertrauen für jeden Komfort, jede Freundlichkeit, jede Freiheit. Ich habe jeden Grund, Sie zu fragen."

„Aber ich will Sie nicht kontrollieren oder unterwerfen", protestierte er ziemlich heftig. „Glauben Sie, ich erhoffe mir eine Frau, die leicht zu bezwingen ist – oder, dass ich jemals freiwillig etwas tun würde, um diesen Geist in Ihnen zu beschädigen, der mich so anzieht? Auf mein Wort, Elizabeth", keiner von beiden bemerkte, dass er ihren Vornamen gebrauchte, „wenn ich meine Frau nicht leiden könnte, würde immer noch versuchen, sie freundlich zu behandeln, und ich sage Ihnen noch einmal, dass ich Sie liebe!"

Unwillkürlich wurde Elizabeth weicher bei seiner Bekundung, bei seiner Ernsthaftigkeit. „Es sind nicht Ihre Gefühle, die mich beunruhigen. Ich mache mir keine Sorgen, ob Sie mich lieben, sondern ob sie mich respektieren."

„Ja!" sagte er mit Nachdruck

„Dann werden wir die Angelegenheit auf sich beruhen lassen", räumte sie ein. Sie hielt es für das Beste, das Thema zu beenden, bevor die Leidenschaften noch weiter anstiegen. Seine Augen glänzten bereits in einem unbehaglichen Licht. „Aber ich bitte sie dringend, sicherzugehen, dass dies wirklich das ist, was Sie wünschen, denn es schien mir gestern, dass Sie noch nicht unbesorgt waren."

Darcys einzige Antwort darauf war, sie schräg anzusehen, dann weg zu einem Baum zu stolzieren, wo er seine Schultern an den Stamm lehnte (beinahe wie er es am Kaminsims über der Feuerstätte im Pfarrhaus getan hatte, bemerkte Elizabeth) und die Arme verschränkte. „Sie sind verpflichtet, zufrieden zu sein. Ich gab mein Wort und das muss reichen. Jetzt habe ich eine Frage an Sie." Er sah sie grüblerisch an.

„Sir?"

„Sie haben mir heute Morgen gesagt, dass Sie aus Liebe heiraten wollten, und auch, dass Sie mich nicht lieben. Warum ziehen sie es dann in Betracht, mich zu heiraten?"

Sie fragte sich, ob er das Geständnis wollte, dass sie nur des Geldes wegen motiviert war, und was es für ihn bedeutete, wenn sie es tat. „Ich bin mir nicht sicher", antwortete sie ehrlich. „Wenn ich gewusst hätte, dass Sie mir einen Antrag machen würden, hätte ich versucht – oh, Sie davon abzubringen, nehme ich an." Sie sah nach unten und bekam den flüchtigen Ausdruck von Kummer in seinem Gesicht nicht mit. „Aber irgendwie, als Sie sprachen, sah ich mich außerstande, es zu tun. Vielleicht bin ich nur dabei, Besonnenheit zu lernen", ihr Mund verzog sich zu einem halben Lächeln, „oder vielleicht liegt es daran, dass Sie mich lieben. Noch vor einem Tag konnte ich mir nicht vorstellen, dieses Gespräch mit Ihnen zu führen, Mr. Darcy." Sie hob die Augen. „Sie sagen, Sie haben mich seit Monaten geliebt, aber für mich ist das alles sehr überraschend." Er wusste nicht, was er dazu sagen sollte. „Wirklich, ich glaube nicht, dass ich Sie überhaupt kenne oder verstehe."

„Zweifeln Sie an meinen Charakter?" fragte er. „Das brauchen Sie nicht!"

Es wäre die perfekte Gelegenheit gewesen, ihn über Wickham auszufragen, aber irgendwie konnte sich Elizabeth nicht dazu durchringen, es zu tun. Vielleicht fühlte sie sich nicht bereit, seine Antwort zu hören, was immer es sein mochte. Sie hätte auch antworten können, dass es seine Manieren waren, die sie vor allem beunruhigten, aber sie war an diesem Morgen nicht hergekommen, um mit ihm zu streiten. So schüttelte sie nur den Kopf. „Ich muss Ihnen eine weitere Frage stellen."

Er seufzte. „Also gut."

„Wenn ich Sie heirate, welche Beziehung werde ich dann zu meiner Familie haben?"

Er runzelte die Stirn. „Wir werden in erster Linie auf Pemberley leben – ich wollte schon lange mehr Zeit während des Jahres dort verbringen – und das ist nicht in der Nähe von Longbourn, aber ich hätte keine Einwände gegen Ihren gelegentlichen Besuch bei Ihrer Familie. Ich würde nie wollen, dass Sie weniger tun, als Ihre Pflicht ihnen gegenüber ist." Oder mehr, fügte sie schweigend hinzu. Dann lächelte er unerwartet. „Wo es nicht an Geld fehlt, ist Entfernung kein Übel. Haben Sie nicht selbst so etwas gesagt?"

„Oh!" Elizabeths Augen weiteten sich, als sie sich an dieses besondere Gespräch erinnerte. „Haben Sie – damals an mich gedacht?"

„Natürlich." Er schien von der Frage überrascht.

Sie errötete. „Ich nicht."

„Nein? Aber auch damals sind Sie errötet."

„Ja?" Sie fing langsam an, sich töricht zu fühlen.

„In der Tat. Wir waren verschiedener Ansicht über die relative Nähe von Kent nach Hertfordshire, ich fragte Sie nach Ihrer Meinung und Sie erröteten und sagten, dass eine Frau in der Tat zu nahe an ihrer Familie angesiedelt sein könnte. Wie sollte ich ein so viel sagendes Empfinden verstehen?"

„Ich errötete nicht absichtlich, Sir", protestierte sie, unwillig zu gestehen, an wen sie wirklich gedacht hatte. „Haben Sie immer so ein ausgezeichnetes Gedächtnis für Gespräche, Mr. Darcy?"

„Ich erinnere mich an jedes Gespräch, das wir je hatten", sagte er bedächtig.

Elizabeth Augen weiteten sich daraufhin, aber in einem Versuch, die Schwere des morgendlichen Gedankenaustausches abzuschütteln, hob sie ihr Kinn, zog eine Augenbraue hoch und sagte spielerisch, „Geben Sie lieber acht, wie Sie meine Worte gegen mich verwenden, Sir, denn auch ich habe ein ausgezeichnetes Gedächtnis und könnte das Feuer mit einigen eigenen Zitaten erwidern."

Diese Rückkehr zu ihrem gewohnten Verhalten wurde von Darcy ohne ihr Wissen mit erheblicher Erleichterung begrüßt. Er lächelte und konterte: „Ich habe keine Angst vor Ihnen."

Das brachte sie zum Lachen, ein höchst willkommener Ton, und mit einem schelmischen Blick setzte sie ihren Spaziergang fort und zwang ihn damit, ihr erneut zu folgen. Nicht gewillt, von dieser leichteren Art der Unterhaltung abzulassen, bedrängte er sie weiter, indem er sagte: „Ich würde gerne hören, welche meiner Worte Sie gegen mich zu verwenden gedenken."

„Oh, nein, Mr. Darcy, ich bin entschlossen, nur in Notwehr tätig zu werden."

„Ich glaube nicht, dass Sie eine solche Munition haben. Ich kann mich an keine Bemerkung erinnern, die ich Ihnen gegenüber gemacht habe, welche ich jetzt bereuen würde."

„Aber Sie erinnern sich an einige von mir, die ich möglicherweise lieber nicht gesagt hätte?"

„Im Gegenteil, Ihre Reden müssen beim zweiten Mal ebenso charmant sein, wie sie es beim ersten Mal waren. Ich hatte oft Anlass, mich an Bemerkungen von Ihnen zu erinnern, und immer mit Vergnügen. Ich versuche Ihre Worte nur zu verwenden, um meinem Anliegen zu nützen, nicht um Ihres zu schädigen."

Sie sah ihn mit einer gewissen Verwunderung an. „Das war eine sehr schöne Rede, Sir."

Er hob die Augenbrauen. „Hielten Sie mich für so unfähig, eine zu halten, Miss Bennet?"

Ja. „Ich habe nie gehört, dass Sie es taten. Eigentlich", sie sah ihn wieder etwas scharf an, „glaube ich, dies ist das längste Gespräch, das ich jemals mit Ihnen zu irgendeinem Thema geführt habe."

Bei ihrer angedeuteten Kritik errötete er leicht, beharrte aber verbissen auf seinem Punkt, im Glauben einen Vorteil darin zu sehen. „Sie haben meine Frage noch nicht beantwortet."

„Welche?"

„Was ich Ihnen in der Vergangenheit gesagt haben könnte, wovon Sie denken, ich würde mich jetzt darüber schämen."

Er hoffte ihr zu zeigen, dass es keine solche Rede gegeben hatte, aber sie lächelte nur leicht und eher verschmitzt und antwortete: „Sehr gut, wenn Sie beabsichtigen, dass ich zugeben soll, dass es keine Bemerkung gibt, die Sie jemals mir gegenüber gemacht haben, bei der ich erwarten würde, dass Sie sie bereuen."

Diese Rede schien mit subtilen doppelten Bedeutungen angefüllt zu sein und er runzelte die Stirn. „Ich weiß nicht, was Sie meinen."

„Nun, Sir, um ganz ehrlich zu sein, es gibt derzeit nur ein Zitat in meinem Arsenal und es wurde nicht direkt mir gegenüber ausgesprochen."

„Was ist es?"

Sie schüttelte verschmitzt den Kopf und genoss ihre Fähigkeit, ihn zu ködern. „Ich muss es für einen besonderen Anlass aufheben, in dem ich das Bedürfnis verspüre, Ihnen überlegen zu sein."

Er beschwichtigte sie mit einer Hand auf ihrem Handgelenk. „Heißt das, dass Sie davon ausgehen, dass es noch viele Gelegenheiten geben wird?" Bei ihrem beunruhigten Blick wusste er, dass sie sich von ihrer Neckerei hinreißen und sich hatte gehen lassen. „Ich denke, Sie haben bereits einen sehr großen Vorteil mir gegenüber, Miss Bennet. Sie werden ihr Zitat nicht brauchen."

Sie musterte ihn nachdenklich. „Wollen Sie es wirklich hören?" Sie war ziemlich neugierig darauf, seine Reaktion zu sehen.

„Gewiss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich etwas sagte, wofür ich nicht einstehen könnte."

Er sprach mit solch unsäglicher Überlegenheit, dass Elizabeth nicht widerstehen konnte. Mit der unverhohlensten flirtenden Geste, die sie ihm gegenüber je gemacht hatte, kam sie ein wenig näher, blickte durch ihre Wimpern nach oben und murmelte mit gesenkter Stimme: „Sie ist passabel, aber nicht schön genug, um mich zu reizen". Als seine Augen sich weiteten, fügte sie hinzu: „und ich bin nicht in der Stimmung, junge Damen zu beachten, die von anderen Männern vernachlässigt werden." Dann ging sie mit einem letzten, lachenden Blick über die Schulter zum dritten Mal an diesem Morgen davon.

Zu gleichen Teilen durch ihre Worte gedemütigt und von ihren Augen elektrisiert nahm sich Darcy mehr Zeit als gewöhnlich, um ihr nachzueilen. Er wusste wirklich nicht, was er sagen sollte, vor allem, als ihm ihre Erinnerung verschiedene andere wenig schmeichelhafte Bemerkungen vergegenwärtigte, die er schon früh über sie gemacht hatte – keine davon wollte er Elizabeth zu Ohren kommen lassen.

Sie gingen ein Stück weiter bis zu dem Punkt, wo es notwendig wurde umzukehren. Elizabeth war anscheinend zufrieden, ihn in seiner Verlegenheit schmoren zu lassen. Als er bemerkte, dass sie ihm einen amüsierten und eher spöttischen Blick zuwarf, seufzte er.

„Ich hatte fast vergessen, dass ich das gesagt habe", gestand er. „Es tut mir leid, dass Sie es gehört haben."

„Nur leid, dass ich es gehört habe?"

„Es tut mir leid, dass ich es gesagt habe", berichtigte er. „Es war eine übereilte und unbedachte Bemerkung."

„Richtig. Aber Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Ich habe keine hohe Meinung von meiner eigenen Schönheit, so hatte ich nicht über Gebühr darunter zu leiden."

„Ich habe eine hohe Meinung von Ihrer Schönheit", sagte er leise, zielstrebig geradeaus blickend. „Schon seit vielen Monaten konnte ich Sie nicht ohne Bewunderung ansehen."

Ein solches Bekenntnis musste der Zuhörerin natürlich gefallen, aber Elizabeth beschloss, es wäre sicherer, zu pragmatischeren Themen zurückzukehren. „Ich fürchte, ich muss das Gespräch zurück auf meine Familie bringen. Wie Sie wissen, habe ich einen Onkel, der in London lebt. Er ist Kaufmann, und sein Haus liegt in einer eher nicht so vornehmen Gegend der Stadt. Aber er und seine Frau sind wirklich gute Leute und ich liebe sie von ganzem Herzen. Um nichts in der Welt möchte ich diese Beziehung verlieren."

Er runzelte die Stirn. „Ich wünschte, Sie würden sich nicht so hartnäckig auf die Vorstellung versteifen, dass ich wünschte, sie sollten alle Ihre Beziehungen abbrechen. Das wäre sowohl unschicklich als auch falsch. Die Höflichkeit sollte immer gewahrt bleiben."

„Aber nur die Höflichkeit, Sir?" fragte sie ihn. „Wäre es mir gestattet, meine Verwandten zu dulden, oder würde ich ermutigt, sie mit offenen Armen zu begrüßen?"

Diese Frage ließ ihn innehalten. Es war richtig, dass er sich vorgestellt hatte, sie würde sich weitgehend aus ihrem Kreis in seinen zurückziehen, nur noch nominell Kontakt mit ihren zwei Onkeln aufrechterhalten und die Familie in Longbourn nur so viel sehen, wie es der Anstand erforderte. Aber sie hatte aus Liebe zu ihrer Tante und ihrem Onkel gesprochen und aus Liebe zu ihr konnte er einem solchen Appell nicht widerstehen. „Sie sollen meinen Segen haben, so viel Zeit mit ihnen zu verbringen, wie Sie es für Ihr Glück für nötig halten", sagte er herzlich. „Ihr gesunder Menschenverstand und guter Geschmack wird für alle nötigen Regeln sorgen." Er wurde von einem strahlenden Lächeln belohnt, das ihn dazu bewegte, darüber hinaus zu sagen: „Ich habe das für alle Ihre Bekannten vor. Ich möchte Sie bei der Entscheidung, wen Sie sehen möchten, nicht beschränken. Als meine Frau werden Sie die Freiheit haben, sich Ihre Freunde auszusuchen."

Diese Billigung war mehr als Elizabeth erhofft hatte, vor allem nach seinen Äußerungen von gestern. Es schien, als sei er wirklich entschlossen, das Drumherum ihrer Situation ebenso wie sie selbst anzunehmen.

Als er sah, dass er einen Vorteil erlangt hatte, beschloss Darcy, weiter Druck zu machen. „Ich könnte nicht glücklich sein, wenn Sie unglücklich wären, Miss Bennet. Sie sollten das wissen. Mir macht es große Freude für die zu sorgen, die ich liebe."

„Ich bin froh, das zu hören."

„Sie müssen auch wissen, dass ..." er zog die Augenbrauen zusammen und schaute nach unten, dann auf sie. „Sie müssen sich keine Sorgen über Ihre Mutter und Schwestern machen, wenn Ihr Vater stirbt. Ich werde sicherstellen, dass für sie gesorgt wird."

„Sie sind sehr großzügig, Sir", murmelte sie. Es war eine Frage, die sie stellen wollte, bei der sie aber gezögert hatte zu fragen.

„Was immer meine früheren Vorbehalte gewesen sein mögen, wenn Sie erst einmal mein sind, gehören Sie zu mir und ich werde Sie beschützen und für Sie sorgen, wie ich es für jede Frau tun würde, die meine Frau ist – und ich werde Sie noch mehr lieben." Er blieb stehen, ebenso wie sie, und sah ihr in die Augen, mit seinen eigenen dunklen, suchenden, verlockenden. „Ich werde dir alles geben, Elizabeth", sagte er leise. „Meinen Respekt, meine Treue, mein Vertrauen, meine Liebe ..." Er streckte plötzlich einen Finger aus und berührte ihre Wange mit einem flüchtigen Streicheln. „Meine Liebe, Elizabeth", wiederholte er, „all die wärmsten und zärtlichsten Gefühle, die ich habe. Du brauchst als meine Frau nichts zu fürchten, weder Armut noch Einsamkeit, weder Schmach noch Untreue, Lieblosigkeit oder Vernachlässigung – du wirst die meist geschätzte Frau ganz Englands sein." Sie hatte das Gefühl, unter der Intensität seines Blicks und seiner sanften, leidenschaftlichen Worte zu ertrinken.

„Aber", und jetzt veränderte sich sein Blick, wurde wilder, fordernder, „im Gegenzug erwarte ich alles, was du zu geben hast. Ich kann akzeptieren, wenngleich ungern, dass du mir noch nicht dein Herz geben kannst, aber du musst bereit sein, mir alles andere zu geben: dein Vertrauen, deine Achtung, deine Treue, deine Hingabe, im vollsten Ausmaß. Und was du von deinem Herzen geben kannst, gibst du nur mir. Verstehst du?"

Sie nickte, mit großen Augen.

Wieder blieb seine Hand ständig so leicht unter ihrem Kinn. „Wenn du mich heiratest, werde ich nicht akzeptieren, in deinem Leben zweitrangig zu sein nach irgendjemand anderem außer Gott. Ich will alles: deine Zeit, deine Aufmerksamkeit", seine Berührung veränderte sich subtil in eine Liebkosung, „deine Gefälligkeiten." Sie errötete und schlug die Augen nieder, aber er weigerte sich zurückzuweichen. „Ich bin nicht an einer zölibatären Ehe interessiert, Elizabeth – mit dir schon gar nicht. Ich biete keine Zweckgemeinschaft an. Du magst mich jetzt nicht lieben, aber wenn du nicht bereit bist, zu versuchen mich zu lieben oder von mir geliebt zu werden, dann können wir nichts miteinander zu tun haben." Er hielt inne und holte tief, ruckweise Atem. „Ist das klar?"

Wieder nickte sie.

„Gut." Er ließ ihr Kinn los und trat zurück. „Jetzt verstehen wir uns."

In der Tat, dachte Elizabeth eher schwach. In der Tat, und was für ein Verständnis das war!

Sie waren schon umgekehrt und gingen den Weg zurück zum Pfarrhaus; der Rest der Strecke wurde schweigend zurückgelegt, da beide Fußgänger vieles zum Nachdenken erhalten hatten. Als sie zum Zugang des Wegs kamen, der Rosings Park vom Gelände des Pfarrhauses trennte, hielt Mr. Darcy an. „Haben Sie noch andere Fragen an mich, Miss Bennet?" fragte er, zu seinem formalen Ton zurückkehrend.

„Jetzt nicht."

„Erwarten Sie, dass Sie in Zukunft weitere haben?"

„Vielleicht. Wie kann ich das sagen? Ich habe mehr als genug zu überdenken, so wie die Dinge liegen."

Er rieb sich die Stirn. „Ich habe über Ihren Wunsch nach mehr Zeit nachgedacht. Es ist wohl am besten, wenn ich morgen wie geplant abreise, so dass Sie die nächste Woche zur Verfügung haben, um ungestört nachzudenken. Sie werden am nächsten Samstag abreisen, nicht wahr?"

„Ja. Wir werden eine Woche oder so in London im Haus meines Onkels verbringen, bevor wir nach Hause zurückkehren."

„Wie werden Sie reisen?"

„Mit der Postkutsche. Mein Onkel schickt uns einen Diener zur Begleitung."

Er runzelte die Stirn, sagte aber nur, „Wenn ich Sie in London besuche, am Montag, glauben Sie, dass Sie eine Antwort für mich haben werden?"

„Ich werde es versuchen."

„Wo wohnt Ihr Onkel?"

„In der Gracechurch Street. Sein Name ist Gardiner."

„Ich werde Sie dann aufsuchen. Ich hoffe ..." er biss sich auf die Lippen, schaute weg und dann wieder zurück, „ich bete, dass Sie in der Lage sind, mir zu antworten, wie ich es mir wünsche."

Elizabeth hatte darauf keine Antwort. Stattdessen sagte sie: „Ich bin dankbar für Ihre Geduld, Mr. Darcy."

Er schenkte ihr ein schiefes Lächeln. „Ich habe keine große Wahl, nicht wahr? Wenn ich bereit bin, empörte Verwandte zu ertragen, um Sie zu bekommen, sollte ich sicherlich bereit sein, ein paar Tage zu warten." Als er sie wegschauen sah, berührte er sie am Arm. „Ihre Umsicht ist lobenswert. Nicht viele Frauen würden sich so verhalten."

Eine bissige Antwort lag ihr schon auf der Zunge; sie dachte, es wäre am besten wegzugehen, bevor sie etwas sagte, was das fragile Verständnis zerstören könnte, das sie anscheinend erarbeitet hatten. „Ich muss jetzt ins Pfarrhaus zurück, Mr. Darcy, sonst wird meine Freundin sich langsam Sorgen machen."

„Natürlich. Der Colonel und ich werden später vorbeikommen, um uns formell zu verabschieden. Aber jetzt –" er bemächtigte sich ihrer Hand und küsste sie schnell. „Bis nächste Woche, Miss Bennet."

Sie machte einen hastigen Knicks. „Auf Wiedersehen, Mr. Darcy." Er beobachtete sie beim Weggehen, bis sie durch das Pfarrhaustor aus dem Blickfeld verschwand.

Wie er gesagt hatte, erschienen die beiden Herren aus Rosings nicht allzu viel später an diesem Morgen im Pfarrhaus. Mr. Darcy blieb nur für ein paar Minuten und wenn es eine Veränderung in seinem Benehmen gab, wusste nur Elizabeth davon. Colonel Fitzwilliam blieb viel länger, offensichtlich traurig, der hübschen Miss Bennet Lebewohl zu sagen. Elizabeth tat bei ihm ihr Bestes, aber alle ihre Gedanken waren bei seinem wortkargen Cousin. Der Colonel war fast vergessen, bevor er die Tür hinter sich schloss; sie konnte nur an Mr. Darcy denken.