Katara

Sie zog die Augenbrauen hoch »Er ist kein Mann? Dein Auftraggeber ist also eine Frau?«

John schüttelte den Kopf »Weder noch. Mein Boss,… ist ein göttliches Wesen.«

Er fängt an zu halluzinieren, dachte sie. Anscheinend ist die Wunde doch nicht so harmlos.

»Ruh dich einfach ein wenig aus John.« murmelte sie und kehrte ihm wieder den Rücken zu. John gab als Antwort lediglich ein lang gezogenes Stöhnen. Die drei Jungs waren jetzt schon eine ganze Weile weg.

Hoffentlich streiten sich Zuko und Aang nicht wegen irgendwelchen Dummheiten…

In Wirklichkeit hätte sie ihren Bruder gerne hierbehalten. Doch wenn Zuko und Aang alleine gingen, war Streit vorprogrammiert.

Warum?

Sie. Sie war der Grund für diese albernen Streitereien. Um das zu verhindern hatte sie ihren Bruder mitgeschickt. Als eine Art Schiedsrichter sozusagen. Trotzdem wünschte sie er wäre nun hier.

Nun wo sie allein war, stieg mit jeder Sekunde ihr Unbehagen.

Vorallem wenn es so vollkommen still war.

Solange irgendjemand sprach, sei es nur ein Wort, war alles in Ordnung. Doch wenn alle schwiegen, wurde dieses Haus bedrohlich.

»Du verstehst das nicht…« ächzte John vom neuen los. Insgeheim war Katara ihm sehr dankbar das Schweigen zu brechen, »mein Boss… wird euch finden… genauso wie mich und dann… sind wir alles des Todes…«

»Wie ist der Name von ihm? Von deinem Boss?«

Seine Augen verloren sich wieder irgendwo im Nirgendwo »Ich wollte doch nur… ein Haus am Meer…«

Sie seufzte resigniert auf. Wer könnte dieser „Boss" sein?

Sie, Aang und Sokka waren ihm schon mal begegnet. Auf wie viele tausende von Menschen traf das zu?

Doch dann erinnerte sie sich wieder an den genauen Wortlaut von John: Du, Sokka, Aang und… noch so ein Typ…

Noch so ein Typ.

John kannte seinen Namen nicht. Folglich gehörte er nicht zu denen, die eingeladen wurden.

»John! Wer war der Kerl? Du hattest keinen Namen genannt! Wie hieß er? Von dem dein Boss gesprochen hat!«

Er starrte sie an, als würde sie eine fremde Sprache sprechen.

»Vorhin John! Als du mir erzähltest dein Boss wäre mir schon mal begegnet; da sagtest du, da wäre „noch so ein Kerl" gewesen. Wie war den sein Name?«

Zu ihrem Erstaunen gab er ausnahmsweise eine normale Antwort: »Keine Ahnung… der ist schon tot…«

Es half Alles nichts. Das konnte auf etliche Leute zutreffen. Sie brauchte den Namen.

»John… du weißt vielleicht nicht seinen Namen. Doch hatte dein Boss jemals sich selbst irgendein Titel oder so gegeben? Irgendetwas?«

Er kniff die Augen zusammen und leckte sich die Lippen »Doch… ja…«

Zu ihrer maßlosen Enttäuschung nickte er danach einfach weg. Das ist das Ende. Was blieb war nur noch die Flucht. Sie sah durch das Fenster nach draußen, in Erwartung die drei Jungs mitsamt Toph zu entdecken.

Plötzlich riss John die Augen auf und krächzte mit letzter Kraft: »Er, der zehntausend Dinge weiß…«

Toph

Sie wagte sich keine zwei Schritte ohne kurz stehen zu bleiben und die Umgebung genaustens zu sondieren.

Jeder noch so kleine Flügelschlag eines vorbeifliegenden Vogels ließ sie zusammenzucken. Am meisten Angst machten ihr jedoch die Eulen. Sie wusste nicht warum, aber irgendwie waren die Viecher hier im Wald alle tagaktiv statt nachtaktiv. Laut ihren Füßen saßen sie überall auf den Ästen hier und beobachteten sie.

Ob sie auch große Krallen hatten? Bestimmt nicht. Das waren nur Eulen und keine Monster…

Nicht so wie dieses sprechende Riesenvieh.

Doch hatte es wirklich gesprochen? Sie hatte zweifellos eine Stimme gehört. Gleichzeitig aber war es keine Stimme, sondern vielmehr eine Art Impuls…

Sowie Toph über ihre Füße sah, sprach das Viech anscheinend mit… seinem Gehirn.

Es hatte sie mit seinen Fangklauen gepackt und davongetragen. Nah an einem Herzinfarkt hatte sie versucht etwas zu „sehen". Doch mit strampelnden Füßen in der Luft war sie gleich doppelt blind.

Kalter schneidender Wind und donnernde Flügelschläge. Das war Alles, aus dem ihre Welt während der Entführung bestanden hatte.

Irgendwann hatte es angefangen zu sprechen. Vielleicht waren das aber auch nur eine Stimme, die sich Toph eingebildet hatte. Recht hatte die auf jeden Fall gehabt als es hieß: »Toph, Toph, Toph… einfach immer zu neugierig…«

Mit der Zeit war die Welt langsam weggedämmert. Wie man unter solchen Umständen einfach einschlafen konnte war ihr bis jetzt schleierhaft geblieben. Vielleicht war das ja eine Art Instinkt gewesen, damit sie das ganze Grauen nicht hautnah miterleben musste.

Als sie wieder aufwachte, hatte man sie törichterweise mit Metallketten gefesselt. Und um dieser Dummheit noch eins draufzusetzen, ließ man sie vollkommen unbewacht.

Nun wo sie raus war -Nadelwald sagten ihre Füße- fühlte sie sich wieder wie eingekerkert. Diese Ketten aus Angst, die sie nun umgaben, konnte sie jedoch nicht bändigen.

Sie hielt inne und drückte den Fuß fest in das kniehohe Gras.

Und was gab es so groß zu sehen? Wald, Wald, Wald…

Abgesehen von den ganzen Eulen

Die ich mir einbilde?

gab es noch ein entscheidendes Problem: Sie hatte keine Ahnung wo sie ist.

Wie lange hatte der Entführungsflug gedauert? Sie versuchte sich zu erinnern. Doch da war nur „kalter Wind", „scharfe Krallen" und „Geisterstimme".

Der Morgen war angebrochen. Das bemerkte sie anhand der zögerlichen Wärme. Wieviel Zeit war vergangen? Als der klobige Glatzkopf ihr „KOMM HER" vorhin zugemorst hatte, war es noch tiefste Nacht gewesen. Glaubte sie zumindest.

Möglicherweise war sie mehrere Tagesmärsche von Bumis Haus entfernt. Nicht dass sie die Bruchbude groß vermissen würde. Nur ihre momentanen Gäste, um die machte sie sich Sorgen.

Den Glatzkopf hatte sie ja eingesperrt. Der konnte ihnen Nichts.

Und was wenn dieses fliegende Monster und der Kerl zusammenarbeiten?

Lächerlich. Der Gedanke war einfach nur lächerlich. Wer würde so wahnsinnig sein, mit einer Monstereule zusammen zu arbeiten?

Ein Gedanke, so fremd das er nicht ihr eigener sein konnte, ging ihr durch den Kopf: Jemand, der unbedingt ein Haus am Meer haben will.

Sie schüttelte verwirrt den Kopf und sondierte von Neuem die Umgebung. Die schwarzen Augen der Eulen beobachteten sie dabei.

Jet

Er ließ den Grashalm im Mund hin- und herwandern. Er ähnelte nun einem horizontalen Pendel.

Er war wirklich ein Idiot gewesen, in diese Fallgrube zu fallen. Tagsüber wäre das Ding vermutlich sogar dieser blinden Toph aufgefallen. Es befand sich mitten auf dem Trampelpfad und war nur ein paar Steinwürfe vom Anwesen entfernt.

Nun wo die Sonne wieder schien, hatte das Anwesen viel von seinem Geisterhausambiente eingebüßt. Dafür fiel nun noch mehr auf, was für eine Bruchbude das Ding eigentlich war.

Er zog die Augenbrauen hoch. War das Ding vorhin schon so mitgenommen?

Es war natürlich auch gut möglich, dass der Maskentyp da ein wenig die Sau rausgelassen hatte. Wenn dem so war, hatte der Kerl mal einfach so einen ganzen Flügel vom Anwesen weggesprengt…

Wer wohl gewonnen hatte? Team Avatar oder Mister Maske?

Der Grashalm kam abrupt zum stehen. Vielleicht dauert der Kampf noch an. Verluste wird es auf jeden Fall wohl schon gegeben haben.

Er grinste. Hoffentlich gehörte „Lee" zu den Verlusten.

Ohne es zu merken, steuerten seine Beine bereits in Richtung Anwesen.

Wozu hatte ich mir diesen weiten Weg bis hier her aufgelegt? Bestimmt nicht um aus einer Grube zu klettern.

Noch konnte Jet nicht genau definieren was er wollte. Da war nur dieses Gefühl in seinem Magen, dass ihm drang etwas zu tun.

Und das war kein simpler Hunger.

Vielleicht war es eine Art Bestimmung. Das Gleiche, was ihn einst dazu trieb ein Freiheitskämpfer zu werden und die Feuernation mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Ja der Freiheitskämpfer,… der hatte lange geschlafen. Dachte er, doch jetzt ist die große Nacht von Ba Sing Se vorbei.

Die Sonne hatte sich über den Horizont erhoben. Es dämmerte.

John war eingenickt, als Zuko, Sokka und Aang wieder bei Katara eintrafen.

Sie sah die drei Jungs nur an und stellte damit eine stumme Frage: Wo ist Toph?

»Sie war dort, ist aber bevor wir ankamen wohl schon geflohen.« sagte Aang, »wir haben nur noch gesprengte Ketten vorgefunden.«

»Wir dachten eigentlich, Toph wäre mittlerweile wieder bei dir.« seufzte Sokka und ließ sich auf den Boden sinken.

»Hast du in der Zwischenzeit schon was aus dem Kerl rausbekommen?« fragte Zuko.

Katara nickte und sah sogleich in die Runde »Ich weiß jetzt wer uns jagt,… auch wenn ich selber es eigentlich kaum glauben kann.« Sie holte tief Luft und sah zu Zuko, »Für dich besteht zumindest… theoretisch keine Gefahr Zuko. Denn du hattest dieses Wesen nie erblickt. Genau das Gleiche galt aber auch für Bumi, Haru, Iroh und Suki. Und die sind alle tot…«

»Jetzt sag schon Katara!« fiel ihr Sokka ins Wort, »ich will endlich wissen, wessen Kopf ich abreißen muss!«

Erneut holte sie tief Luft. Sie senkte den Kopf und sagte: »Es ist Wan Shi Tong. Der, der 10'000 Dinge weiß.«

Sokka sprang auf »Mo-Moment! Doch nicht etwa diese Rieseneule oder?!«

»Das kann nicht sein!« warf Aang ein, »Wan Shi Tong ist immer noch ein Weiser aus der Geisterwelt! Soetwas wie einen… Mordauftrag, würde er niemals erteilen! Das ist vollkommen verrückt!«

»Ich weiß Aang! Aber John hier sagte es so! Und glaub mir, in den Moment wo er gesprochen hat, klang er nicht, als würde er lügen!«

»Wer ist dieser Wan Shi Dings eigentlich?« mischte sich Zuko ein.

»Eine Rieseneule die ziemlich leicht reizbar ist.« erklärte Sokka knapp und wandte sich wieder seiner Schwester zu, »Warum will uns diese Eule tot sehen? Ich dachte die hockt immer noch irgendwo da unten in ihrer Bibliothek!«

Katara hob hilflos die Arme »Ich weiß eben nur, dass diese Eule hinter all dem hier steckt, Sokka. Warum sie das tut, das ist mir auch ein Rätsel.«

Einen kurzen Moment lang herrschte angestrengte Stille, die nur John mit seinen Keuchen und Ächzen gelegentlich unterbrach. Er war durch den Krach wieder aufgewacht.

Nach einer Weile hob Zuko den Zeigefinger »Aang. Könnte es sein, dass Geister Soetwas wie Rachegelüste verspüren könnten?«

Aang schüttelte den Kopf »Solche niederen Gefühle sind nur für Menschen vorbestimmt. Ein Geist kennt so etwas wie Rache gar nicht.«

»DA IRRST DU DICH!« donnerte eine Stimme von draußen. Im gleichen Moment gab es ein Krachen. Holzsplitter regneten herab, und plötzlich schien die Sonne direkt in den Raum. Wan Shi Tong hatte das Dach einfach spielerisch abgerissen und starrte nun mit seinen schwarzen Augen auf die kleinen Menschen herab, als wären sie kleine Figuren in seinem Puppenhaus.

Sowohl Katara als auch die drei Jungs schrien spitz auf. Lediglich John gab sich mit einem entsetzten Keuchen zufrieden.

Die Eule hatte ihr Aussehen seid ihr letzten Begegnung nicht geändert. Noch immer waren es schwarze Augen wie Ölflecken, die aus dem kontrastreichen Weiß starrten. Der Schnabel klackte leicht auf und zu. Vielleicht in freudiger Erwartung ihnen die Eingeweide aus den Körper zu picken.

In einer Art Anflug von göttlicher Ehrfurcht ließen sich die vier Kinder auf die Knie nieder. Doch die schwarzen Augen Wan Shi Tongs hatten sich vollkommen auf John fixiert, welcher immer noch – erzwungenermaßen - auf seinen Stuhl saß.

»Du hast versagt, John.« stellte die Eule nüchtern fest. Die Stimme hinterließ in ihren Köpfen ein gespenstisches Echo.

»Haus am Meer…« flüsterte John als Antwort.

»Was hast du gesagt?« fragte Wan Shi Tong und streckte seinen Hals in schier endlose Länge zu John hinüber, als wolle sie es von ihm zugeflüstert bekommen.

»Haus… am Meer.« wiederholte John.

Die große Eule schüttelte den Kopf »Alles was ich dir jetzt noch geben kann, ist ein Grab im Wald.«

Ohne Vorwarnung fuhr ihr Schnabel plötzlich tief in den Torso Johns. Anschließend riss die riesige Eule ihren Kopf weit nach oben, sodass John mitsamt Stuhl weggeschleudert wurde. Irgendwo in den Wald, wie sie vorausgesagt hatte.

Die vier Kinder schrien kurz auf, verstummten aber sofort wieder, als der nun blutige Schnabel sich wieder ihn zuwandte. »Ich war stets der Hüter der Weisheit gewesen. Deswegen sollt ihr zumindest nicht dumm sterben.«

Niemand rührte sich. Katara, Sokka und Zuko vor Angst. Aang jedoch vor Fassungslosigkeit. Er hatte immer geglaubt Koh wäre der einzige bösartige Geist. Gewissermaßen brach für ihn eine ganze Welt zusammen. Eine Geisterwelt.

»Ich hatte versucht über den Verlust meiner Bibliothek über Monate hinwegzukommen.«, begann Wan Shi Tong und fing nun außerhalb des Hauses an, auf und ab zu gehen. »Irgendwann musste ich jedoch feststellen, dass mich die irdischen Gefühle der Rache fester in Griff hatten, als ich zugeben wollte.«

»Hey! Du hast deine Bibliothek selber versenkt! Das waren nicht wir!« Rief Sokka dazwischen. Die Eule nickte »Ja, da hast du Recht. Doch warum ließ ich meine Bibliothek versinken?« er hielt inne und ließ seinen öligen Blick langsam über die vier fahren. Bei Sokka blieb er stehen. »Ich werde es euch sagen: Weil ihr Menschen mit dem Wissen nichts anfangen könnt. Ihr seid unfähig etwas anderes als Krieg oder Leid zu bringen. Es war dieser ohnmächtige Zorn darüber, der mich mein eigenes Lebenswerk vernichten ließ.«

Sokka grinste »Siehst du? Also bist du schuld. Da sieht man mal: Ich bin doch ziemlich helle, was?«

»Nein. Mein Zorn rührte von eurer Torheit, meine Bibliothek zu entweihen.« In den schwarzen Augen blitzte es auf, »folglich seid ihr Schuld. Und genau deswegen,…werde ich hier und jetzt Rache nehmen.«

Die Eule versuchte Sokka genau auf die gleiche Weise wie John zu töten. Doch die vier Kinder rechneten bereits mit einem Angriff, und waren darüber hinaus nicht gefesselt.

Der blutige Schnabel schoss auf Sokka zu. Dieser sprang zur Seite und schleuderte blind seinen Bumerang auf den Kopf der Eule. Katara und Aang wichen zusammen in eine Richtung aus, während Zuko sich duckte und Feuerbälle auf die Eule abzufeuern begann. Wan Shi Tong gab einen wütenden Schrei von sich und stürmte nun auf Zuko los.

»Zuko! Lauf zur Seite!« schrie Aang und bändigte einen gewaltigen Luftstoß.

Wan Shi Tong wurde, als hätte ein Riese ihr ein Schubs gegeben, zur Seite gedrückt. Zuko rannte geduckt unter einen Tisch.

»Glaubt ihr mit so einen kleinen Lüftchen, könntet ihr mich besiegen?« donnerte die Eule und richtete sich wieder auf. Der schwarze Blick richtete sich nun auf Aang, der immer noch vollkommen ohne Deckung stand.

»Was ist aus dir geworden, Wan Shi Tong?« fragte er, »du selbst bist die reine Weisheit und versuchst den Avatar umzubringen. Warum?!«

Sie legte den großen Kopf schief, als würde sie tatsächlich darüber nachdenken »Meine Gedankengänge entziehen sich deinem kleinen Horizont, Avatar!«

Wie eine angreifende Schlange schoss der Kopf von neuem nach vorn. Mit Hilfe von Luftbändigen schmiss sich Aang zur Seite. Nur um ein paar Schritte verfehlte ihn die Eule diesmal.

»Wie lange wirst du dieses Spiel noch überleben?« witzelte sie und hob streckte den Kopf wieder ausholend nach oben.

Plötzlich traf sie ein Stein an der Schläfe.

»Ich hoffe ich komme nicht zu spät.« sagte Toph und feuerte einen ganzen Hagel von Steinen ab.

Wan Shi Tong hob schützend den Flügel. Katara und Aang ergriffen die Chance: Sie bändigte das restliche Wasser aus ihrem Trinkschlauch zu kleinen Eiszapfen, während Aang diesen mit einen kräftigen Windstoß den nötigen Schub gab.

Die kleinen Spitzen gruben sich in das Fleisch der Eule. Ein Augenblick verging, in dem Wan Shi Tong zusammenzubrechen schien. Dann schlug sie jedoch ihre Flügel auseinander. Sämtliche Steine und Eiszapfen stoben wie gefährliche Projektile zurück.

Es hatte keinen Sinn. Dieses Wesen war einfach zu stark. Selbst Toph hatte sich mittlerweile in Sicherheit gebracht. Sie hockte unter einem großen hölzernen Vorsprung. Ein ehemaliges Fensterbrett was durch Wan Shi Tongs Angriff nun tief in den Raum ragte.

»Wollt ihr euch ewig vor mir verstecken?« fragte die Eule und drehte den Kopf um 180° »Ich werde an jedem Einzelnen von euch Rache nehmen…«

»Warum ich?!« kreischte Zuko unter seinem Tisch plötzlich, »wir kennen uns nicht mal! Warum also willst du mich jetzt also töten?«

Die Eule zuckte mit einem Flügel »Weil du mich jetzt gesehen hast. Und jetzt sehe ich dich. Weißt du was das bedeutet?«

Zuko schüttelte langsam den Kopf.

»Dass du als erster stirbst!«

»Nicht so schnell du Federvieh!« rief jemand hinter der Eule.

Was dann passierte, konnte Aang und die Anderen auch lange Zeit später kaum glauben.

Der Bauch Wan Shi Tongs öffnete sich. Und zwar auf äußerst blutige Weise. Hervorgesprungen aus dem neuen Loch kam Jet mitsamt seinen zwei Schwertern, die nun rot waren. Die Eule mit dem Loch schwankte und stöhnte fassungslos auf.

»Ich habe euch gerettet.« stellte Jet grinsend fest, »Yehaa! Jet für immer!«

Wan Shi Tongs Körper stürzte um und begrub den immer noch lachenden Jet unter sich.

Ein Gewaltiges Krachen folgte auf den Sturz der Eule. Dann wurde es ruhig und nur die Vögel im Wald begann plötzlich zu singen, als wäre Wan Shi Tong ein böser König gewesen, der es ihn verboten hatte zu singen.

Vorsichtig kamen Zuko, Katara, Aang und Toph aus ihren Verstecken. Sie inspizierten den großen Kadaver vorsichtig.

Keinerlei Lebenszeichen. Von Jet selbst war keine Spur. Lediglich eines der roten Hakenschwerter schaute unter den Federn der Eule hervor.

Und ein Grashalm.

»Ist… Jet tot?« fragte Katara.

Sokka zuckte mit den Schultern »Naja. War ja irgendwie klar, dass der Typ am Ende doch noch irgendwie stirbt.«

Die vier lachten und verließen diesen verfluchten Ort. Es war an der Zeit mit der Trauer und Bestattung für die Gefallenen zu beginnen.

ENDE