Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.

Die Originalstory ist von It Is Your Butterfly.

s/6707356/1/

Kapitel I

Die blinkenden Lichter machten mich fast blind und ihre wechselten Farben machten mich schwindelig.

„Bella!" Schrie Jessica in mein Ohr und ich sah sie irritiert an. „Ich glaube wir sollten gehen." Sie lachte albern. „Du hast dein Limit weit überschritten."

„Ihr müsst noch nicht gehen." Sagte ein Mann an meiner Seite und ich merkte, dass ich mit ihm tanzte, ich hatte mein Limit wirklich weit überschritten. Ich nickte Jessica zu und wollte jetzt auch gehen.

„Komm." Sagte sie und ich winkte dem Mann neben mir kurz zu,doch er hielt mich fest und zog mich viel zu nah an sich ran.

„Wir sehen uns." Murmelte er und gab mir einen feuchten Kuss auf die Wange, besser gesagt schon fast auf den Mundwinkel, ich sah ihn nur an,, winkte ab und stolperte dann hinter Jessica her,die mich regelrecht aus dem Club zog.

„Sieht gut aus." Bemerkte Jessica,als wir dem Lärm endlich entkommen waren und vor dem Club standen.

„Wer? Der Typ?" Fragte ich und sie nickte.

„Wie heißt er?" Wollte sie wissen und ich sah sie ratlos an, ich erinnerte mich nicht und eigentlich war es mir auch egal.

Das war gleichzeitig der beste und schlimmste Abend meines Lebens und ich würde Alice nichts davon erzählen, sie war immer die Stimme meines Gewissens.

„Erinnere mich bitte daran, dass ich nie wieder mit dir ausgehe Jessica, ich ende immer so."

„Du übertreibst Bella, es ist ja nicht so, dass ich dich zum trinken gezwungen habe." Ihr Grinsen zeigte mir, wie witzig sie meinen Zustand fand.

„Aber du hast es getan!" Sie lachte. „Ich habe einen zweiten Drink genommen weil..." Ich brauchte einige Sekunden, um den Satze in meinem Kopf zu Ende zu formulieren,mein Gehirn arbeitet nicht richtig. „...weil...weil du gesagt hast, dass ich mich nie richtig amüsiere." Ich hielt mich an ihrem Arm fest,als ich stolperte und meine Welt ins wanken geriet. „Ich geh nie wieder mit dir in diesen Club, du hast einen schlechten Einfluss auf mich."

„Bella...ich werde dich nach Hause bringen, so kommst du nie heile an." Jetzt sah sie mich besorgt an und ich schüttelte den Kopf. Ich würde alleine nach Hause fahren, ich war noch nie jemandem zur Last gefallen und ich würde es auch jetzt nicht tun.

„Mach dir keine Sorgen, Mike wird mich schon genug hassen, weil ich dich Heute entführt habe...gut, du bist alleine gekommen...du hast mich gezwungen..." Jetzt redete ich Unsinn.

„Gott." Sagte Jessica amüsiert. „Ich gehe mit dir."

„Nein!" Sagte ich lauter als ich eigentlich wollte und als sich einige Leute nach uns umdrehten, wurde ich unweigerlich rot, ich machte mich gerade lächerlich. Das war nicht die Isabella Swan die ich kannte...also, dass war nicht ich, wie ich mich normalerweise benahm, jetzt dachte ich auch noch Unsinn.

„Ich kann dich nicht so gehen lassen...ich fahr dann von dir nach Hause." Ich schüttelte wieder den Kopf.

„Du wohnst am anderen Ende der Stadt und wir müssen Morgen Früh arbeiten." Was wir Heute gemacht hatten,war völlig unverantwortlich, aber die Arbeit fraß uns im Moment auf und wir mussten einfach mal raus.

„Taxi!" Rief ich,als ich eins auf uns zukommen sah und sobald es hielt,riss ich die Tür auf und schubste meine Freundin regelrecht hinein. „Los geht's!" Rief ich dem Fahrer zu, sobald ich die Tür hinter Jessica zugeschlagen hatte.

„Bella!" Der Fahrer gab Gas und meine Freundin war auf dem Weg zu ihrem sympathischen und gut aussehenden Freund.

Ich sah mich um und merkte, dass ich schon ein ganzes Stück vom Eingangs des Clubs entfernt war, zuerst wollte ich zurückgehen,doch als ich sah, dass eine Gruppe Mädchen aus dem Club kamen, beschloss ich etwas weiter zu gehen und dort ein Taxi zu suchen.

Während ich die Straße entlang ging, hörte ich ein penetrantes und nerviges Geräusch, ich braucht eine Weile bis ich begriff, dass es mein Handy war. Ich fischte es aus meiner Tasche und als ich sah, dass es Jessica war, drückte ich sie weg, ich würde mir auch Morgen noch ihre Standpauke anhören können.

Endlich sah ich ein Taxi und winkte es heran, während ich darauf wartete, dass es anhielt, hörte ich ein Stöhnen aus der dunklen Gasse hinter mir. Vorsichtig drehte ich mich um, ich konnte zwar nichts sehen, hörte aber wieder dieses schnaufende Stöhnen, es waren eindeutig zwei Personen...wie ekelig, auf offener Straße.

„Sucht euch ein Zimmer." Murmelte ich und sobald ich es ausgesprochen hatte, hörte ich das Scheppern von Mülltonen, diesmal sah ich eindeutig zwei rote Punkte...rote Augen? Ich schluckte trocken, konnte meine Augen aber nicht von der Gasse abwenden, bis die Hupe des Taxis mich aus meiner Trance riss.

Ich sprang so schnell in das Taxi, wie noch nie jemand in ein Taxi gesprungen war, genauso schnell nannte ich dem Fahrer meine Adresse und er fuhr endlich los. Und genau in dem Moment erschien der Besitzer der roten Augen und lehnte sich lässig an eine Hauswand.

Alleine nur diese dunkle Silhouette machte mit solche Angst, dass es mir kalt den Rücken herunter lief, doch dann riss ich mich zusammen, ich war betrunken und konnte weder klar denken,noch klar sehen.

Zwanzig Minuten später hielt das Taxi vor meiner Wohnung und ich bezahlte glücklich den Fahrer, endlich war ich zu hause.

Ich schloss die Haustür auf, winkte dem Pförtner kurz zu und ging dann die Treppe herauf bis zu meiner Wohnung, es gab zwar einen Aufzug, aber den mied ich wie die Pest, nicht mal betrunken würde ich ihn benutzen, ich hasste Aufzüge einfach. Zum Glück hatte ich gute Freundinnen, die mich begleiteten, wenn ich ins Büro musste, dass natürlich im 60. Stock des höchsten Bürogebäudes der Stadt liegen musste.

Plötzlich fühlte ich mich unbehaglich und hatte das Gefühl beobachtet zu werden, es war das gleiche Gefühl wie in dem Augenblick, in dem ich den Mann mit den roten Augen gesehen hatte. Ich schüttelte den Kopf,um wieder klar denken zu können, der Typ hatte bestimmt nur zu viel Marihuana geraucht.

Als ich dann endlich auf meiner Etage angekommen war, kostete es mich einige Anstrengungen, bis ich meine Tür aufgeschlossen hatte. Ich ging rein und warf die Tür hinter mir ins Schloss, erstaunt drehte ich mich um, als ich merkte, dass sie nicht so schnell zufiel, wie ich erwartet hatte, jetzt wurde ich wirklich paranoid.

Müde ging ich in die Küche und trank ein Glas Wasser, als ob ich Monate in der Wüste gewesen wäre. Eine Spur aus Kleidern hinter mir zurücklassend, ging ich ins Bad und putze mir die Zähne. Ich konnte kaum mein Spiegelbild erkennen und musste lachen, kein Wunder, dass ich rote Augen sah.

Ich schnappte mir mein riesen Shirt der Chicago Bulls, ich liebte dieses Team und das Shirt, es war schwarz mit einem großen, roten Stier auf der Vorderseite.

Ich kuschelte mich in mein Bett und mir fielen schnell die Augen zu, doch ohne Vorwarnung fing mein Herz plötzlich an zu rasen. Ich legte meine Hand auf meine Brust und versuchte langsam zu atmen, um mich zu beruhigen. Hatte ich jetzt auch noch Herzprobleme? Gott, so viel hatte ich nun auch wieder nicht getrunken.

Damit die Welt aufhörte sich zu drehen, machte ich meine Augen auf und bekam sofort wieder eine Gänsehaut, am Fußende meines Bettes sah ich eine Gestalt, deren rote Augen in der Dunkelheit leuchteten. Mit einem Ruck setzte ich mich auf und machte das Licht an, aber da war niemand. Jetzt drehte ich wirklich durch.

Der Wecker schellte ohne Erbarmen, ich hatte nur drei Stunden geschlafen und quälte mich aus dem Bett, mir war noch immer schwindelig. Nie wieder in meinem Leben würde ich ausgehen, wenn ich am nächsten Tag arbeiten musste. Ich schleppte mich ins Bad und die warme dusche half mir dabei, wach zu werden. Schnell machte ich mich fertig und ging in die Küche um zu frühstücken, ich hatte Hunger.

Nachdem ich mein übliches Müsli gegessen und meinen Kaffee getrunken hatte, war es auch schon Zeit ins Büro zu gehen, ich putzte mir die Zähne und machte mich auf den Weg. Als ich meine Wohnungstür aufmachte, sah ich einen cremefarbenen Umschlag, den jemand unter der Tür durch geschoben hatte, ich hob ihn auf und steckte ihn in meine Tasche.

Vor dem Haus stieg ich in mein Auto und machte mich auf den Weg zur Cullen Ltd. , meinem Arbeitsplatz. Die Büros lagen in dem größten und modernsten Bürogebäude der Stadt, dass eine Infrastruktur hatte, die einem dem Atem raubte. Seit drei Monaten war ich nun die Sekretärin von Carlisle Cullen und mit meinen vierundzwanzig Jahren, war ich verdammt gut in meinem Job,obwohl er mir nicht wirklich gefiel.

Ich sparte für meine große Europarundreise und mir fehlte nicht mehr viel, da ich seit meinem achtzehnten Lebensjahr jeden Pfennig zurücklegte, den ich über hatte.

Ich stellte mein Auto auf meinen Parkplatz, für den Chef zu arbeiten hatte seine Vorteile, setzte meine Brille au und stieg aus. Nachdem ich kurz den Rezeptionisten begrüßt hatte, stand ich vor dem verdammten Aufzug, ich hasste ihn wirklich, wie ich alle zu kleinen Räume hasste.

Jemand stellte sich neben mich und ich versuchte aus den Augenwinkeln zu erkennen, wer es war. Meine Hände fingen an zu schwitzen und wenn ich die Kraft gehabt hätte,wäre ich die sechzig Etagen zu Fuß gegangen, aber das war nach so einer Nacht unmöglich.

Die Tür des Aufzugs ging auf und lud mich dazu ein,einzusteigen, aber ich wollte nicht. Die Person die neben mir stand, stieg ohne Probleme ein,ich sah mich um und in dem Moment, wo sich die Tür wieder schloss, erhaschte ich einen Blick auf die Person im Aufzug. Er trug einen dunklen Hut und hatte den Kragen seines Mantels hochgeschlagen, was bei dem kalten Wetter nicht ungewöhnlich war, er zog leicht die Mundwinkel hoch und was ich dann sah, ließ mich erstarren... rote Augen.

Erschrocken machte ich einen Schritt zurück und die Tür glitt zu.

„Bella!" Ich sah mich um und sah, wie Jessica auf mich zu kam. „Sag nicht, dass du noch immer beschwipst bist." Ich schüttelte den Kopf und sie sah mich besorgt an. „Geht es dir gut? Du siehst so blass aus."

„Ich fühle mich nicht so gut." Gab ich zu.

„Bist du da alleine rein?" Sie zeigte auf den Aufzug und ich schüttelte wieder den Kopf. „Gut, jetzt bin ich ja da und wir sollten uns beeilen, wie ich gehört habe, soll Heute ein neuer Investor kommen und wir werden viel Arbeit haben. Bist du Ok?"

„Ja." Antwortete ich und versuchte diese roten Augen aus meinem Kopf zu bekommen, ich würde doch nicht wirklich paranoid werden?

„Und glaub bloß nicht, dass ich vergessen habe, wie du mich in das Taxi geschubst hast. Und ans Telefon bist du auch nicht gegangen, ich hab stundenlang bei dir angerufen." Schimpfte Jessica los,sobald wir im Aufzug waren und ich nickte schuldbewusst, ich hatte wirklich zu viel getrunken und schwor, dass ich es nie wieder tun würde.

Der Aufzug setzte sich in Bewegung und ich holte tief Luft, wenn jemand bei mir war,den ich kannte und dem ich vertraute, war das Aufzugfahren gar nicht so schlimm. Jessica fuhr nur bis zum 51. Stock, aber wir waren ein eingespieltes Team, wenn Jessica ausstieg, würde Alice in den Aufzug steigen und mich bis nach ganz oben begleiten.

Meine beiden Freundinnen merkten, dass ich mit meinen Gedanken wo anders war, ich würde ihnen alles erzählen, wenn der Moment gekommen war, musste ich mir erstmal diese roten Augen aus dem Kopf schlagen und mich auf meine Arbeit konzentrieren.