Wahre Liebe endet nicht

Warum?, eine Frage die er sich immer wieder stellte. Er wusste, dass er darauf niemals eine Antwort bekommen würde, aber trotzdem hielten seine Gedanken daran fest. An ihr. Er wusste nicht, was er tat oder warum er es tat, aber eins war klar: Das Leben von Ryan Atwood hatte sich in den letzten Wochen verändert, für immer verändert. Es würde nie mehr so sein, wie es einmal war, als sie noch lebte.

Ja, Marissa Cooper war zu früh gestorben, viel zu früh. Sie hinterließ ihre Familie, ihre Mutter, die sich immer um sie gesorgt hatte, aber auch einige Fehler gemacht hatte, ihre Schwester, zu der sie lange keinen Kontakt hatte und die sie nie wirklich gekannt hatte und ihren Vater, der sie immer geliebt hatte, immer für sie da gewesen war und schließlich gegangen war, um ihr ein einfacheres Leben zu ermöglichen.

Und dann waren da noch ihre Freunde, Summer, die immer schon ihr beste Freundin gewesen war, die mit ihr schwere Zeiten durchgemacht hatte, Seth, den sie nie als engen Freund betrachtet hatte, der aber immer da war wenn es Probleme gab und nicht zuletzt Ryan.

Sie waren lange Zeit ein Paar und obwohl sie ihre Probleme hatten, hatten sie auch eine wunderschöne Zeit zusammen. Er war immer für sie da, auch nach der Trennung. Er war es, der ihr immer zur Seite gestanden hatte, auf den sie sich immer verlassen konnte.

Warum konnte er Marissa einfach nicht loslassen? Dafür gab es eine einfache Antwort: Ryan hatte bis zu ihrem Tod nicht gewusst, dass er sie noch liebte. Sie hatte ihm immer viel bedeutet und jetzt, wo er darüber nachdachte, wurde es immer klarer: Er hatte nie aufgehört sie zu lieben.

Eine einzelne Träne rollte über seine Wange. Es gab so viele Dinge, die Marissa noch hatte erfahren sollen!

Ryan wusste, dass er alles tun würde, um sie ein letztes Mal zu sehen, um sie festzuhalten, ihr zu sagen, dass er sie liebte. Vielleicht um einen letzten Kuss zu bekommen, um sich endgültig von ihr zu verabschieden.

Seit dem Tag, an dem Marissa gestorben war, träumte er jede Nacht von ihrem Tod. Wie sie in seinen Armen lag und immer schwächer wurde. Wie sie ihn angesehen hatte, in dem Wissen, dass sie sterben würde.

Als er so darüber nachdachte, fiel Ryan auf, wie stark Marissa gewesen sein musste. Sie wusste, sie würde sterben, aber um seinetwillen hatte sie nicht geweint, sie hatte nicht über ihr Schmerzen geklagt.

Langsam strich sich Ryan mit der Hand durch seine Haare. Er saß im Poolhaus und starrte in den blauen Himmel. Die Sonnenstrahlen brachen sich an der Oberfläche des Poolwassers und Ryan hasste die Sonne und die ganze Welt dafür. Wie konnte nur jeder so tun, als wäre nichts gewesen? Wie konnten sie alle einfach so ihrem Alltag nachgehen? Ryan wusste, dass er das nie können würde.

Die Einzige, die ihn verstand, war Marissa's Mutter. Oft kam Ryan zu ihr, wenn es ihm besonders schlecht ging und sie erzählten sich gegenseitig von Momenten, die sie mit Marissa erlebt hatten.

Heute war der Tag Marissa's Beerdigung. Der saubere Smoking lag neben Ryan auf seinem Bett.

Er war nicht zur Beerdigung gegangen. Es hätte ihn nur zu sehr verletzt und alte Wunden, die wenigstens schon ein wenig verheilt waren, wieder aufgerissen.

Sie würde nie ganz verheilen, dessen war sich Ryan bewusst.

Er würde nie aufhören Marissa Cooper zu lieben!