So Ladys und Gentleman, das wäre dann meine erste Geschichte die ich hier und generell veröffentlichen möchte. Normalerweise ist das nicht so mein Stil, aber da ich diese bereits durch meine Freunde-Listen durchgeschickt und viel positive Rückmeldung bekommen habe, ist es an der Zeit diese Site auch mal von der anderen Seite aus zu benutzen.

Ich hoffe mal es gefällt euch und vielleicht hat der ein oder andere auch noch ein paar Anregungen und Ideen für mich o.^ das Ende steht noch nicht ganz fest und generell bin ich ein Fan von hilfreicher und inspirativer Kritik. Und wie gesagt das ist das mein erster Versuch. Außerdem noch eine kleine Anmerkung, ja ich habe gleich mal ein T-Rating einstellt da ich doch der Meinung bin der Ripper habe ein solches Rating verdient und ich bin da ohne hin lieber vorsichtig.

Als dann ~ viel Spaß beim lesen


{Kapitel 1 - Ein Ass im Ärmel}

Es war ein dunkler Raum, spärlich beleuchtet von einigen Kerzen, die dicht zusammen gedrängt in der Mitte eines kreisrunden Tisches standen. Ein Unwissenden, der vielleicht, zufällig vor dem Fenster stehend, einen kurzen Blick durch den Spalt zwischen den dicken staubigen Samtvorhängen erhascht, welche die großen Fenster verdecken, könnte auf die Idee kommen es handle sich um einen schäbigen Raum. Darüber hinaus würde ihm sein Verstand wohl sagen, dass die sieben Männer, deren Silhouetten und Schatten er hätte erspähen können, ebenso schäbig sein müssten. Vielleicht würde er sich fragen was sie tun, vielleicht hätte er eine düstere Vorahnung, vielleicht wäre es ihm egal und vielleicht wäre er am nächsten Morgen Tod. Denn der Schein der Kerzen trübte die Wahrheit. Er trügt, verbirgt, verändert, obgleich er eigentlich nicht nur Licht und Wärme sondern auch Gewissheit spenden sollte. Ein Grund weswegen die Menschen das Licht so vielmehr schätzten als die Ungewissheit der Dunkelheit.

Diese Männer jedoch, schätzen die Dunkelheit, Sie schätzen das was die Dunkelheit verbarg, Sie schätzen die Anonymität, Sie schätzen den Orden. Den Orden der Sieben. Die dunkle Bruderschaft. Es gabt viele Namen, den Namen waren nicht mehr als Schall und Rauch für Sie. Unwichtig. Belanglos. Das namenlose Grauen passte perfekt zu ihnen.

Die Person vor dem Fenster hätte sich also getäuscht, in dem was sie zu sehen glaubt und auch in dem was ihr Verstand zu verstehen glaubt: weder die Männer noch der Raum in dem sie sich aufhielten waren Schäbig. Keines Wegs. Die Schatten verbargen nur gut, was diese Person, die so ungeladen vor dem Fenster stand, nicht sehen sollte. So sah Sie nicht die teuren Stoffe der maßgefertigten Kleider welche die Männer trugen, sah nicht die goldenen Siegelringe an ihren Fingern, die verschnörkelten Wappen auf ihren Brüsten, die exquisiten Zigarren die ihren betörenden und aufdringlichen Geruch im Raum verteilten. Sie sah nicht die mit Samt gepolsterten, vergoldeten Sessel, auf dessen verschnörkelten Armlehnen ihre Hände im Moment ruhten. Abwartend, schweigend. Sie sah nichts und würde auch nie wieder die Gelegenheit bekommen etwas zu sehen. Denn der junge Mann, die achte Person im Raum, der trotz seines auffällig scheinenden ausländischen Aussehens, unbemerkt im Schatten des Raumes gestanden und wache gehalten hatte, würde ihn sehen. Er hatte bislang jeden von ihnen gesehen…

Tatsächlich waren in letzter Zeit viele Leute ums Leben gekommen, Leute die zufällig an diesem Verhängnisvollen Bild vorbei gekommen waren oder beabsichtigt versucht hatten ein Geheimnis zu ergründen. Die Meisten waren aus der näheren Umgebung gewesen, einige auch nur Streicher auf der Suche nach einem Loch, in das sie für die Nacht kriechen konnten, und einige wenige waren Polizisten, Gesetzeshüter auf Patrouille oder jene die diskret aufgefordert wurden dort hinein zu spähen. Diskret den jene die sie aufgefordert hatten, fürchteten sich vor dem was sie dort eventuell zu sehen bekommen hätten und hinterher vielleicht selbst so zu enden. Der Fantasie konnten noch nie irgendwelche grenzen Gesetz wurden.

Und so konnte Niemand eine Verbindung zu diesem Haus herstellen, geschweige denn eine solche Behauptung beweisen. So gab es, was die Morde anging, auch keinen Bezug zu diesen sieben Männern oder ihrem asiatischem Wächter.

Zeugen, die glaubten etwas von den Morden gesehen zu haben, hatten von einem jungen Mann gesprochen, recht klein, dunkelhaarig, ausländisch und vor allem lautlos. Einige sagten er wäre über die Dächer gekommen, geschmeidig wie eine Katze, andre schworen ihn im halbdunkeln um eine Häuser Ecke schleichend gesehen zu haben. Weder das eine noch das andere traf zu, der junge Ausländer lief in mitten der Straße und mehr noch er wurde eins mit ihr. Jede seiner Bewegungen war von Kontrolle und Perfektion gezeichnet, Harmonierten ideal mit der Umgebung, den Anwesenden und Ihm selbst. Er brauchte keine Tarnung, er brauchte keine Geheimwege und er brauchte nicht im Ecken zu Schleichen. Er war unsichtbar wann immer er es für nötig hielt. Ein Attentäter aus der fernen östlichen Welt. Schnell, lautlos, Präzise, Eigenschaften die die besten seines Schlages vertraten und priesen. So erledigte auch der Mann jede seiner Aufgaben, steht's darauf bedacht keine einheitlichen oder spezifischen Wunden zurück zu lassen. Keine Indizien, keine Spuren.

Vielleicht, so sollte man zumindest annehmen, würde die Polizei herausfinden können, dass alle Wunden von der gleichen Waffe stammen. Einschneidig, doch zu groß für ein gewöhnliches Kochmesser und auch zu groß für einen Dolch. Es handelte sich um eine weitaus exotischere Waffe. Ein Katana gefertigt von einem Meister seiner Kunst und ebenso geführt von einem Meister aus dem Land der aufgehenden Sonne. Lang, Einschneidig, eine leicht gebogene Klinge. Bislang war jedoch niemand auf eine solche Waffe gekommen und selbst wenn die Polizei irgendwann dahinter kommen sollte, das Angebot an exotischen Waffen war grade zu verblüffend. Asienreisende brachten alle erdenklichen Souvenirs mit nach Hause, von denen einige besser zum Schneiden und Stechen geeignet waren als andere. Das indische Pesh Habz, versehen mi einer kräftigen Stecklinge, die so geformt ist das die Wunden je nach Schnitttiefe unterschiedlich breit werden. An seinem verzierten Elfenbeingriff liegt eine fast vier Zentimeter breite Klinge, die nach zweidritten ihrer Länge zweischneidig wird und in eine nadelfeine Spitze ausläuft. Auch die zweischneidige Klinge des orientalischen Dolches Jambya ist ein passendes Beispiel für die exotische Auswahl die man dieser Tage leicht und bedenkenlos aus dem Ausland mitbringen oder für einige Schilling auf einem Basar erwerben konnte.

So sollte doch niemand den Polypen vorhalten können, dass sie keine Fortschritte machten. Allerdings, gab es noch einen weiteren Grund, den die Polizei war in Aufregung, war beschäftigt. Sie waren mit allen verfügbaren Männern einem ganz anderem Mann auf der Spur. Jemanden der den Massen als Leather Apron bekannt geworden war.

»Acht Tage« Das Wachs einer der Kerzen auf dem Tisch, rann in einem schmalen Rinnsal den langen schlanken Körper hinab und bildete ein stetig wachsendes Gebilde auf der darunterliegenden Zeitung. Einer älteren Ausgabe. Das Datum war halb von der Kerze verdeckt, dennoch kann sie genau auf den 31. August datiert werden. Den 31. August 1888.

Eine besondere Ausgabe, die kurz vor den ersten Neugierigen, die ihre Nasen in der Hoffnung in die Zeitungen vergruben, etwas Lebensveränderndes darin zu finden, noch geändert wurde. Natürlich wurde sie geändert, die Menschen interessierten sich nicht mehr für die Entwicklung in der Automobil-Technik, die Geschichte welche die Zeitungen den ganzen Monat über bereits zur Gänze ausgenommen hatten, waren das Geld nicht wert, was eine Zeitung dieser Tage kostete. Geschweige denn den Aufwand sie zu schreiben. Die Leser wussten es, die Herausgeber wussten es, die kleinen Jungen die an der Straßenecke standen und weiter überzeugend altbekanntes als spektakuläre Fortschritte priesen, wussten es. Alle wussten es. Also wurde der etwa achte Artikel über die Frau von Carl Benz ersetzt. Die nette Geschichte einer Frau, die mit ihren Kindern und dem Wagen ihres Mannes einen Ausflug aufs Land machte, wich dem Horrorszenario eines Mordes wie Londons Straßen ihn noch nie erleben mussten. Und doch wäre es an dieser Stelle mehr als geheuchelt, darauf zu hoffen, dass dies nicht wieder geschehen würde. Die Leute liebten es. Sie wollten es so, die Männer wollten sich über den Mord brüskieren, die Frauen wollten sich vor dem Mörder fürchten und sie alle wollten sie sich über die unnütze Polizei beschweren.

Kaum ein Mensch vertraute der Polizei. Nicht in solchen Gegenden wie dem East End Londons. Eingekesselt von der City of London im Westen, den Docks und der Themse im Süden und dem Fluss Lea im Osten, war das East End, seit die Hoffnung auf Arbeit vor 60 Jahren begonnen hatten hunderttausende Menschen nach London zu locken, stark überbevölkert. Zeitgleich mussten viele Fabriken dort schließen weswegen des Viertel lange vor den jetzigen Bewohnern zu dem Armenviertel verkam, als das es bekannt war. Angst und Leid waren so die einzigen Begleiter, derer die des Nachts durch die Straßen der Whitechapel streiften und welche nur gelegentlich von der Lust am brennenden Stich des Lebenswasser, in einem der vielen herunter gekommenen Pubs, oder dem vielgesehßenem Schoß einer billigen Frau gelindert wurden. Einer Bar, wie sie das Opfer kurz vor dem Mord aufgesucht hatte und einer billigen Frau wie dem Opfer selbst. Eine von ihnen, eine der Unglücklichen, was für viele von ihnen die Angst wachhielt, die nächste zu sein die tot aufgefunden wird.

Acht Tage war es her, das man sie Tod und in einem unansehnlichen zustand aufgefunden hatte. Sie lag in der Buck's Row im Stadtteil Whitechapel. Die verantwortlichen Beamten der Metropolitan Police begannen ihre Untersuchungen kurze Zeit nachdem die Leiche um etwa 3:40 Uhr von einem Passanten entdeckt wurde. Die Ermittler des Scotland Yard trafen etwa eine Stunde später ein, waren jedoch bislang ebenso erfolglos bei der Suche nach dem Verantwortlichen. Während die Polizei verzweifelt nach Antworten suchte, verbreiteten die Zeitungen bereits ihre eigenen Varianten und Geschichten. Geschichten von Verbindungen zu vorhergehenden Morden, Geschichten über Verbrecher Gruppen und Gangs die ihr Unwesen trieben und Geschichten von geheimen Orden die die Macht an sich rissen. Geschichten, das war es was sie letztlich blieben. Den das Opfer, eine Frau mittleren Alters mit Namen Bella Maes, war weder das Opfer eines Serien Mörders noch einer Straßen Gang. Zumindest noch nicht.

Acht Tage, nein neun, neun Tage war es nun her das Sie, die Sieben, sich alle an diesem Ort getroffen hatten. Neun Tage seit das Spiel mit einem vielversprechenden ersten Zug begonnen hatte und sie alle wussten in dieser Nacht das eine: bald würde der nächste Zug folgen. Dennoch war es weder Angst noch Mitleid das sich in die marmorierten Gesichter der Anwesenden gemeißelt hatte. Es war Verdruss, Abneigung, Neid, auf das eine Gesicht das mit einem überheblich, zufriedenen Lächeln auf den Lippen unter ihnen saß. Der Mann der dieses Lächeln trug saß weit zurückgelehnt auf seinem Platz, die eine Hand locker auf der goldenen Lehne abgelegt, die andere stützte leicht seinen schräg gelegten Kopf ab. Obgleich diese Pose leicht mit Langeweile oder Desinteresse verwechselt werden konnte, strahle sie nichts als Überheblichkeit aus. Die Frage blieb, ob sie überhaupt gerechtfertigt war. Die Überheblichkeit und dieses verdammte Lächeln. Natürlich konnte es keiner sehen, das Lächeln. Doch sie alle wussten es und es brannte sich ihn ihre Trommelfelle als eben jener Mann nur wieder zu sprechen begann.

»Die Zeit ist um« Sagte er und alle anwesenden wandten trotz der Schatten der über ihren Gesichtern lag den Blick ab. Jeder für sich, jeder mit einem anderen Hintergrund und einer anderen Absicht. Die Zeit war um, was übertragen für Sie alle so viel hieß wie: die Zeit war gekommen. Die Zeit zum Handeln.

»Was ist mit der Polizei?« erwiderte schließlich eine zweite Stimme. Ruhig, monoton, fast gelangweilt klang es und es entlockte dem anderen Mann ein nur noch breiteres Lächeln der Überheblichkeit. Sie belustigten ihn immer wieder, mit ihrer Furcht vor der hiesigen Polizei.

»Keine Sorge« sagte er leichthin. Es war eigentlich ohnehin nicht so, dass sie sich Sorgen machen mussten. Auch weiterhin würde niemand auch nur einen einzigen Anhaltspunkt dafür finden, dass sie an irgendetwas beteiligt gewesen wären. Zumindest jetzt noch, immerhin wusste er zugut, dass sich das bald für einige von ihnen ändern würde. Opfer die unvermeidlich wären. Doch viel mehr als das waren sie ohnehin entbehrlich. Dennoch, das was der Mann eigentlich meinte war etwas ganz anderes. Ein Gedankensprung denn nur er gemacht hatte, der nur ihn etwas anging. Es war sein Spiel und Er würde sich auch über die Polizei keine Gedanken machen müssen. Warum also hätten seine wertvollen Gedanken bei so einem langweiligen Thema verweilen sollen …

Das Geräusch von einem über den Boden geschobenen Möbelstück verriet allen Anwesenden das er aufgestanden war. Der junge Mann trat an das Fenster hinüber und warf nun seinerseits einen Blick durch den Spalt zwischen den Vorhängen, ehe er beide Vorhänge packte und mit einem Ruck aufzog. Die Nacht war längst in ihrem dunkelsten Kleid über sie herein gebrochen, doch das Treiben auf den Straßen war beständig wie am Tag. Nur die Art der Leute hatte sich geändert. Bordsteinschwalben, betrunkene Seeleute die von der Themse her hochgekommen waren, unwürdige Fabrik angestellte die sich im Dreck der Straße suhlten. Londons Abschaum, die Schattenseite ihrer zivilisierten Gesellschaft. Dreck der nicht besser als die Tiere ihre niedrigsten Bedürfnisse befriedigen . Es war ein widerliches Schauspeil und es war ihm schon lange ein Dorn im Auge: das East-End!

Schwach drang nun das Licht der Straßenlaterne zu ihnen herein. Ein Streifen Licht der zumindest das Lächeln, das bei seinen nächsten Worten auf die Gesichter der anderen übersprang deutlich sichtbar machte: »Ich habe noch ein Ass im Ärmel«

Das Kreuzass. Den Pik-König. Die Herzdame. Den Karobuben und … einen Joker. Er hatte genug, nein viel eher alle, Möglichkeiten dieses Spiel noch ein wenig Interessanter zu machen. Dennoch, das wusste er genau, einige Karten sollte man für einen späteren Zeitpunkt auf der Hand behalten.

Ein weiterer Stuhl wurde zurückgeschoben als sich einer der anderen ebenfalls erhob, ein blonder ebenfalls recht junger Mann dessen Gesicht als einziges unverändert geblieben war. Es war der gleiche Mann der vorher gesprochen hatte. Die anderen Fünf blieben sitzen, schwiegen und beobachteten den einen Moment in dem sich, obgleich der Raum immer noch zum größten Teil in Dunkelheit gehüllt war, die beiden Stehenden einen Moment lang direkt in die Augen blickten. Dann macht der Blonde kehrt und verließ den Raum ohne ein weiteres Wort. Er ließ eine gespannte und in gewisser Weise unangenehme Stille zurück und den Mann am Fenster, der sich wieder zu eben jenem umgedreht hatte und neuerlich leise zu lachen begonnen hatte.

»sieht so aus als würde die morgige Ausgabe überarbeitet werden!« und das bedeutete der weiße König würde nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Sein Spiel würde endlich einen würdigen Gegner bekommen und ja … vielleicht hatte er ihn inzwischen auch ein wenig vermisst. Seinen lieben Cousin.