Sowas wollte ich unbedingt mal schreiben. Ich wollte die unmögliche Beziehung zwischen Goku und Vegeta erklären, dass sie beide irgendwie zu stolz und zu unsicher sind, um dem anderen ihre Gefühle preiszugeben, und dass sie sich dadurch auch eine ziemlich gute Sache entgehen lassen. Naja war sehr schwierig, ich hoffe ich habe diesen Zwiespalt, dieses aneinander vorbei, und auch den besonderen Moment so dargestellt wie ich es wollte...
Die Story ist in der Ich-Form, abwechselnd von Vegeta's und Goku's Sichtweise aus.

Nur ein flüchtiger Moment

~o Vegeta o~

Mit einem Summen gehen die Maschinen des Schwerkraftraumes aus. Automatisch entspannt sich mein Körper, als die Last der hundertfachen Schwerkraft von ihm genommen wird, und ich atme tief ein. Das Training war lang und erschöpfend, aber wie jeder echte Saiyajin habe ich jede Sekunde davon genossen. Kämpfen liegt einfach in meiner Natur.

„Vejita!" Die helle Stimme reißt mich aus meinen Gedanken und ich drehe mich um, um meinem Trainingspartner einen fragenden Blick zuzuwerfen. Kakarott deutet auf meinen Arm und sagt: „Du bist verletzt."

Tatsächlich verunziert ein langer, heftig blutender Schnitt meinen Unterarm, aber ich habe es kaum bemerkt. Die Verletzung ist durch eine unsanfte Landung nach einem allzu heftigen Tritt meines Rivalen entstanden. Das ist nichts weiter als ein kleiner Kratzer. Warum kümmert Kakarott das auf einmal?

Fast so, als hätte er meine Gedanken gelesen, sagt er: „Das ist nicht bloß ein Kratzer, das sieht richtig fies aus! Warte, Vejita." Er packt mich am Arm und schleift mich ins Krankenzimmer der Capsule Corporation.

Zugleich neugierig und misstrauisch beobachte ich, wie er zu dem kleinen Medizinschrank rennt, und den Verbandskasten rausholt. „Kakarott, was wird das, wenn's fertig ist?", frage ich genervt, aber wie schon so oft kann meine Grobheit den schwarzhaarigen Saiyajin nicht beeindrucken.

„Ich verbinde das!", antwortet er eifrig und kommt auf mich zu. „Dauert auch nicht lang, ich versprech's!"

Eigentlich habe ich ja keine Lust, wegen so einem kleinen Kratzer so ein Theater zu machen. Aber ich kenne Kakarott jetzt lange genug um zu wissen, dass der ganz schön hartnäckig sein kann, wenn er etwas will. Also brumme ich ein paar harmlose Beleidigungen, wie man es von mir erwartet, und halte ihm dann die Hand hin.

„Setz dich!", schlägt er vor und ich setze mich auf die niedrige weiße Liege. Er kniet davor nieder und packt enthusiastisch das Verbandszeug aus, sowie eine Flasche mit rötlicher Flüssigkeit. Ich spare mir die Frage, was er damit vorhat. Ich habe wahrlich keine Lust auf eine Diskussionen. Das hier ist schon unangenehm genug. Diese Nähe macht mich nervös, aber aus anderen Gründen aus früher.

Er träufelt etwas von der Flüssigkeit auf ein Stück Stoff und schaut mich dann an. „Gib mir deine Hand."

Widerwillig strecke ich ihm den Arm entgegen und Kakarott packt ihn fest beim Handgelenk. Diese simple Berührung löst einen wahren Sturm der Gefühle in mir aus. Rein äußerlich lasse ich mir nichts anmerken, aber in meinem Inneren tobt das Chaos.

~o Goku o~

Als ich ihn berühre, stellen sich die feinen Härchen auf meinem Nacken auf, ich bin wie elektrisiert. Ich glaube, den Boden unter den Füßen zu verlieren, aber ich versuche, mir nichts anmerken zu lassen. Wie kann eine bloße Berührung mich nur so aus dem Konzept bringen?

Ich weiß schon lange, dass ich mehr für ihn empfinde, als nur Freundschaft. Ich habe es irgendwann nach einer Trainingseinheit gemerkt, als wir nachts Seite an Seite im Gras lagen, zu erschöpft um aufzustehen. Als mein Herz heftig klopfte und ich den Wunsch hatte, er würde sich zu mir rüber rollen und mir einfach küssen, da wusste ich es. Ich liebe Vegeta.

Oh Gott, wie sehr ich mir wünsche, ich könnte es ihm sagen. Ihm einfach mein Herz ausschütten, und diese Last von meiner Seele nehmen. Aber ich kann nicht. Er würde mich hassen und nie wieder was mit mir zu tun haben wollen. Und das würde ich glaube ich nicht überleben. Ich kann nicht mehr ohne ihn sein.

Ich tupfe mit dem Tuch auf seiner Wunde herum, und er zuckt fast unmerklich zusammen. Versucht wie immer, keinen Schmerz zu zeigen. Wie ich das an ihm liebe! Ich liebe ALLES an ihm. Mein Gott, ich höre mich an wie ein verliebter Teenager. Ich höre mich an wie mein eigener Sohn, wenn er über irgendwelche Mädchen spricht! Dieses Gefühl zerreißt mich innerlich. Was soll ich nur tun?

~o Vegeta o~

Kakarott tupft jetzt auf der Verletzung herum und es brennt wie Feuer. Natürlich würde ich mir lieber die Zunge abbeißen als das zuzugeben. Statt dessen starre ich auf die starke Hand, die mein Handgelenk gepackt hat und mich eisern festhält. Es ist so ein merkwürdiges Gefühl, ihm so nahe zu sein.

Ich weiß schon lange, dass ich mehr für ihn empfinde. Ich weiß nicht mehr, wann es anfing, wohl irgendwann nach dem Tod unserer Frauen, als wir mehr Zeit miteinander verbrachten. Ich habe es schnell aufgegeben, gegen diese Gefühle kämpfen zu wollen, sie sind einfach zu stark. Ich kann sie kaum kontrollieren, im Gegenteil, mit jeder Trainingseinheit mit dem Schwachkopf werden sie stärker.

Natürlich würde ich es ihm nie, niemals zeigen!

Mir wird abwechselnd heiß und kalt, nur weil er mich berührt. Merkwürdig. Ich wünschte, ich könnte die ewige Geheimnistuerei aufgeben und es ihm einfach sagen. Ist mir doch egal, was er denkt. Aber es besteht doch sowieso keine Chance, dass er ebenso empfindet. Wahrscheinlich denkt er gerade an den nächsten Kampf. Oder an Essen.

~o Goku o~

Meine Bewegungen werden langsamer. Ich möchte nicht, dass dieser Moment so schnell endet. Ich kann ihn sonst nie berühren, wenn ich nicht vorhabe, im nächsten Moment einen Schlag oder einen Tritt gegen ihn auszuführen. Wir sind uns so nah. Ich möchte es ihm sagen, aber es geht einfach nicht. Ich habe Angst. Lächerlich, oder? Dass der Retter des Universums Angst vor Zurückweisung hat... Ich komme mir sehr albern vor. Aber ich kann nicht anders.

Irgendwann bin ich trotzdem fertig. Ich sehe Vegeta an und sage: „Ich hoffe ich habe dir nicht weh getan."

Natürlich verzieht er das Gesicht und knurrt: „Nein. Jetzt mach schon hin." Irgendwie habe ich das merkwürdige Gefühl, er sagt nicht, was er denkt. Seltsam. Aber egal. Ich wickle den Verband um seinen Arm, nicht gerade unbedingt fachmännisch, aber wenigstens mit Sorgfalt.

~o Vegeta o~

Ich kann nicht anders, ich schaue fast gebannt zu, wie er den Verband etwas tollpatschig um meinen Arm wickelt. Er ist erstaunlich vorsichtig, fast als würde er sich um mich sorgen. Ein witziger Gedanke... Schließlich verknotet er die Enden und strahlt mich an. „So! So gut wie neu!" Er heb den Kopf...

~o Goku o~

...und unsere Blicke treffen sich. Ich erstarre sofort. Ich bin gefangen in seinen dunklen, tiefgründigen Augen. Ich kann mein Herz schlagen hören. Das hier ist einer von diesen berühmten Momenten, den entscheidenden Augenblicken, die nie wiederkommen.

Jetzt oder nie, wenn ich es ihm jetzt nicht sage, dann schaff ich es vielleicht niemals. Er sieht mich so an... er bewegt sich auch nicht, scheint auch irgendwie zu spüren, wie nah wir uns plötzlich sind. Oh Gott, warum rede ich denn nicht endlich, warum sage ich es nicht? Vegeta, ich liebe dich. Es wären nur vier Worte! Das muss doch zu schaffen sein! Aber ich schweige. Ich wäre schon froh, wenn ich überhaupt etwas sagen könnte. Nur ein Wort...

~o Vegeta o~

...von ihm und ich könnte meinen Stolz vergessen. Wir sind uns so nah, etwas liegt in der Luft. Was für ein Augenblick. Nur wir zwei, ganz allein, wir sehen uns tief in die Augen. Ich möchte ihn berühren, einmal seine Lippen fühlen, ob sie so weich sind wie sie aussehen... Nur einmal möchte ich ihm sagen, was mich quält, was er mir bedeutet.

Aber ich schweige. Eisern. Beharrlich. Feige.

Die Sehnsucht quält mich. Sehnsucht nach etwas, das ich nie haben werde. Ihn. Er kann mich nicht lieben, er ist nur ein dummer, naiver Kindskopf, der gar nicht weiß was Liebe ist. Ich bilde mir nur etwas ein, wenn ich wirklich glaube, dass er meine Gefühle erwidern könnte. Ich werde es ihm niemals sagen. Niemals!

~o Goku o~

Nie! Es geht nicht. Er wird mich zurückweisen. Mich hassen, verlassen, alleine lassen. Lieber lebe ich so weiter, mit diesem Geheimnis das auf meiner Seele lastet, in seiner Nähe aber doch niemals so bei ihm, wie ich es mir wünsche. Er könnte mich niemals lieben. Ich kann es nicht tun, also schweige ich. Wünsche mir so sehr, er empfände das gleiche für mich, und würde es jetzt aussprechen... aber keiner von uns sagt etwas.

~o Vegeta o~

Und dann ist er vorbei, der flüchtige Moment. Unsere Blicke lösen sich kurz voneinander und er lässt mich los. Ich lege meine andere Hand auf den Verband und sage mit neutraler Stimme: „Danke."

Es wird niemals so werden wie ich es mir wünsche. Wir sind Freunde, das muss reichen. Ich kann schweigen, ich kann meine Gefühle unterdrücken. Ich liebe ihn, ich liebe Kakarott. Er wird es nie erfahren.

Er schaut hoch zu mir und lächelt mich freundlich an. „Gern geschehen." Eigentlich ein simpler Wortwechsel. Wenn er wüsste, wie viele Gedanken und versteckte Gefühle dahinter stecken... Oh, Kakarott. Ich...

~o Goku o~

...liebe dich. Ich stehe wieder auf und er ebenso. Stumm räume ich den Verbandskasten weg und sage: „Und, Vejita? Morgen wieder?" Er denkt, ich meine nur das Training. Dabei würde ich neben ihm auch durch die Hölle gehen.

„Morgen wieder, Kakarott. Wir sehen uns dann." Gemeinsam verlassen wir den Raum und er bringt mich zur Tür. Er nickt zum Abschied, ich lächle nur. Dann hebe ich ab und sause über den Himmel in Richtung zu Hause. Irgendwie bin ich furchtbar traurig.

***

Naja eigentlich wollt ich keine Kurzgeschichten hier mehr posten und ich bin mir auch wegen „Kitten" nicht mehr so sicher... Bitte reviewen!