Kapitel 1.

Wir waren einmal mehr auf dem Weg zu einem anderen Dorf, auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Unsere wenigen Habseligkeiten trugen wir am Leib. Stumm lief er vor mir her und suchte den Weg aus, wahllos, in der Hoffnung wieder ein Ninja-Dorf und einen guten Kämpfer zu finden.

Als Meister Zabuza den Kopf hob und plötzlich ganz still stand, ahnte ich bereits, dass etwas nicht stimmte. Ich wollte ihn fragen, was los war, aber mein Körper erstarrte, damit er lauschen konnte. Schließlich hatte er seine Suche beendet und drehte den Kopf. „Meister?", fragte ich leise.

„Etwa 15, wahrscheinlich sehr starke Ninja.", sagte er ruhig. Ich sah seine Hände zittern. Vor Kampfeslust. Ich selbst fühlte nichts. Weder Furcht noch den Willen zu kämpfen. Nur die dumpfe Entschlossenheit, Meister Zabuza auf keinen Fall allein zu lassen.

Und dann brachen sie aus dem Gebüsch hervor.

Ohne Vorwarnung stürzten sie sich auf den Meister, vermutlich hatten sie seine Macht gespürt. Die weniger Starken griffen derweil mich an, aber die hatten mich gewaltig unterschätzt. Ein heftiger Kampf entbrannte.

Die meisten unserer Gegner waren nicht wirklich stark genug, um uns gefährlich zu werden. Aber drei oder vier hatten wirklich beeindruckende Fähigkeiten und das verstärkte sich noch durch ihre zahlenmäßige Überlegenheit.

Wir hatten bereits die meisten von ihnen ausgeschaltet, da wandte einer der übrig gebliebenen plötzlich eine seltsame Feuer-Technik an. Auf einmal war es als würde der Boden brennen. Meister Zabuza war nur für einen Moment abgelenkt, aber das wurde ihm beinah zum Verhängnis. Einer der anderen hatte nur auf diesen Moment gewartet, er riss den Arm hoch und warf etwas. Zabuza bemerkte es nicht.

„ZABUZA!!!!", brüllte ich wie von Sinnen. Eiskalte Angst griff nach meinem Herzen und ich reagierte ganz instinktiv... Ich stellte mich vor ihn.

Und dann machte es ein paar mal „ZACK" und mit diesem widerlichen Laut bohrten sich die Wurfsterne in meine Brust, dichtauf nebeneinander. Ich war in diesem Moment seltsamerweise ganz klar. Bumm-Bumm-Bumm, klopfte mein Herz gegen meine Rippen. Die metallenen Wurfgeschosse steckten tief in meinem Fleisch. Ein stechender Schmerz ging von ihnen aus, und dann verschluckte ich mich, hatte das Gefühl zu ersticken, und rote, dickflüssige Flüssigkeit tropfte aus meinem Mund. Das Blut rauschte in meinen Ohren.

„Haku?!", hörte ich Zabuza hinter mir sagen, und dann kippte ich haltlos nach hinten. Die Welt drehte sich, dann spürte ich das weiche Gras unter mir und sah verschwommen den Himmel und dann sein Gesicht. „HAKU!?!", schrie er und seine Stimme dröhnte in meinen Ohren. Ich versuchte, etwas zu sagen, aber meine Stimme versagte mir den Dienst, meine Augen fielen zu und ich stürzte mit Volltempo in das schwarze Loch.